Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

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  • #13 Wie ist es, ein Graf zu sein? Schlossbesitzer Ulrich Goëss-Enzenberg zu Gast beim “K”
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    Ulrich Goëss-Enzenberg lebt seit 30 Jahren mit seiner Familie auf Schloss Tratzberg bei Jenbach. Er versteht sich als Beschützer der alten Gemäuer und hat das Anwesen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir sprechen mit dem Grafen über das Leben des Adels, spukende Vorfahren und geheime Wege durchs Inntal.

    Was machen ein Wiener, ein Bayer und ein Südtiroler in einem Tiroler Schloss? Was wie die Einleitung für einen platten Witz klingt, ist Realität auf Schloss Tratzberg, wo ein internationales Team aus renommierten Restauratoren die kunstvollen Bemalungen des Innenhofs wieder instand setzte. „Wir restaurieren seit 1832, das sind bald 200 Jahre“, erzählt uns Ulrich Goëss-Enzenberg, Besitzer der weithin sichtbaren Trutzburg im Unterinntal, der sich aber eher als Beschützer denn als Eigentümer versteht.

    Wer Schloss sagt, hört meistens nicht nur Gespenster, dicke Mauern und unbequeme Betten sondern eben auch Könige, Grafen und Ritter. Nur wurde das Adelsprädikat in Österreich durch den Beschluss des „Habsburgergesetzes“ und des „Adelsaufhebungsgesetzes“ abgeschafft. Wir wollen wissen, wie es ist - in Zeiten, in denen Serien mit adeligen Protagonisten wie “Bridgerton” oder “The Crown” einen Boom erfahren - einem Adelsgeschlecht anzugehören, den Titel aber nicht mehr führen zu dürfen. „Es gibt Leute, die interessieren sich sehr und welche, die das komplett ablehnen. In Tirol ist das nicht so ein Problem, die Bauern und Jäger nennen mich trotzdem Graf und duzen mich“, erzählt Ulrich Goëss-Enzenberg.

    Für das im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Schloss finden sich zahlreiche Vorbesitzer mit Rang und Namen: Maximilian I (Kaiser), die Gebrüder Tänzl (Freiherren und Silberbergwerksbesitzer), Georg Ilsung (Ritter und Reichspfennigmeister), Jakob III. Fugger (Freiherr und Kaufmann), die Tannenbergs (Grafen): sie alle haben dem Schloss ihre Handschrift verliehen, Stuben gestaltet, Stammbäume hinterlassen. Und sie alle haben das Erbe ihrer Vorgänger so sehr respektiert, dass Schloss Tratzberg heute eines der letzten Schlösser ist, in dem die Epochen wie in einer Zeit-Kapsel konserviert wirken. „Was Tratzberg ausmacht ist, dass es vollkommen eingerichtet ist mit den Originalmöbeln aus der Renaissance“, weiß der Schlossherr zu berichten.

    Das hat auch damit zu tun, dass die Gemäuer beinahe 100 Jahre lang unbewohnt waren. „Diesem Zustand ist es zu verdanken, dass man damals nicht alle Holzdecken rausgerissen hat und das Ganze barockisiert hat. Ich würde sagen, Schloss Tratzberg hat diese Zeit verschlafen – wie in einem Dornröschenschlaf“, sagt Ulrich Goëss-Enzenberg. Im Podcast unterhalten wir uns außerdem über berühmte Besucher, wir erfahren, wie unermesslich reich Jakob Fugger war und wann sich zuletzt Habsburger im Habsburger-Saal einfanden – und warum.

    Bald sind auch die letzten Renovierungsarbeiten abgeschlossen: das Dach ist nach 30 Jahren Arbeit neu gedeckt und strahlt als das “Goldene Dachl vom Tratzberg” auf Tirol herab, die Fresken im Innenhof sind so gut wie neu und die alten Gemäuer sind für die Zukunft gerüstet. Der Innovationskraft des Hausherren ist es auch zu verdanken, dass eine Führung durch Schloss Tratzberg durch spannende Audiotouren ergänzt wird und eine Besichtigung auch virtuell möglich ist – so kann man beispielsweise einige der vielen Geheimgänge ganz exklusiv auf dem Computer oder Smartphone besichtigen. „Wir sind der Öffentlichkeit auch schuldig, dass sie die Chance hat, das anzusehen.“ Man darf also gespannt sein, was den modernen Schlossbesitzern mit Respekt vor alten Dingen noch so alles einfällt, um das Anwesen vielen Besuchern zugänglich zu machen.

    _Weiterführende Links: _

    Schloss Tratzberg

    Offizielle Website: www.schloss-tratzberg.at
    Ausflugsziel Schloss Tratzberg: www.tirol.at/a-schloss-tratzberg
    Schloss Tratzberg auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Tratzberg Schloss Tratzberg – der Podcast: www.schloss-tratzberg.at/schloss-gefluester-der-podcast
    Schloss Tratzberg – virtuelle Führungen: https://www.schloss-tratzberg.at/virtuelle-tour
    ||
    Die (ehemaligen) Eigentümer des Schlosses (chronologisch absteigend)
    Ulrich Goëss-Enzenberg im Interview: www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/der-beschuetzer-von-schloss-tratzberg.html
    Familie Enzenberg: https://de.wikipedia.org/wiki/Enzenberg_(Adelsgeschlecht)
    Familie Tannenberg: https://de.wikisource.org/wiki/BLK%C3%96:Tannenberg,_die_Grafen,_Genealogie
    Jakob Fugger: http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_III._Fugger
    Georg Ritter Ilsung: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Ilsung
    Gebrüder Tänzl: www.heraldik-wiki.de/wiki/T%C3%A4nzl_(Adelsgeschlecht)
    Kaiser Maximilian: www.maximilian2019.tirol/geschichte
    ||
    Hintergrundwissen
    Trutzburg: https://de.wikipedia.org/wiki/Trutzburg
    Habsburgergesetz: https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburgergesetz
    Adelsaufhebungsgesetz: https://de.wikipedia.org/wiki/Adelsaufhebungsgesetz

    20 min
  • #12 Was passiert, wenn man seine Muttersprache verliert? Autorin Carolina Schutti zu Gast beim “K”
    Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

    Carolina Schutti ist eine der spannendsten Autorinnen des Landes. In unserer Mai-Ausgabe sprechen wir über ihren aktuellen Roman, ihre Lesung beim Bachmannpreis, die Vorzüge Innsbrucks und wie wir Menschen mit Scherbenhaufen umgehen.

    Sie ist Trägerin des Literaturpreises der Europäischen Union, Autorin von sechs Büchern, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und war letztes Jahr eine der Auserwählten, die bei den Tagen der Deutschen Literatur vorgelesen haben. Carolina Schutti ist längst kein Geheimtipp mehr und eine der interessantesten Stimmen der heimischen Literatur. Im Gespräch mit dem K erzählt uns die Innsbruckerin, wie man über Literatur sprechen sollte, wie man die Sprache verliert und wiederfindet und warum Neubeginne eine gefährliche Sache sind.

    Als Carolina Schutti sich für das K ans Mikro setzt, ist sie “tiefenentspannt”. Immerhin hat sie gerade ihren faszinierenden neuen Roman “Der Himmel ist ein kleiner Kreis” veröffentlicht. Durch die Einschränkungen der Reisefreiheit hat sich im Leben der häufig reisenden Schriftstellerin einiges grundlegend verändert.

    “Ich habe eine tiefe Verbundenheit zu kargen Landschaften. Ich sehe in Schönheit in der Abwesenheit von allem Überfluss”, erzählt die Schriftstellerin über die Schauplätze ihrer Bücher. “Der Himmel ist ein kleiner Kreis” regte Carolina Schutti an, verschiedene Arten von Freiheit zu unterscheiden. Wäre die Freiheit gerade unbegrenzt, dann würde Carolina gerade am liebsten nach Italien reisen.

    Carolinas Roman “Einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein” handelt vom Verlust der Sprache – etwas, das die Autorin am eigenen Leib erfahren hat. “Ich bin Zufallstirolerin”, sagt sie. Ihre aus Polen stammenden Eltern haben bis zu ihrem fünften Lebensjahr ausschließlich polnisch mit ihr gesprochen. Heute versteht und spricht sie die Sprache nicht mehr. Eine ähnliche Erfahrung machte Literaturnobelpreisträger Elias Canetti, über den Carolina promovierte. Seinen Sprachverlust dokumentierte er im autobiografischen Band “Die gerettete Zunge”.

    Carolina ist im Olympischen Dorf in Innsbruck aufgewachsen und findet, dass sich Innsbruck seitdem grundlegend verändert hat. Sie schätzt die Stadt heute als Ort der Kultur und der greifbaren Natur. “Ich brauche die Natur um mich wie die Luft zum Atmen”.

    Für eine Grundsatzdiskussion sorgte ein Text von Carolina, den sie bei den letztjährigen Tagen der Deutschen Literatur vorlas. Auch wenn ihre Literatur weltumspannend ist, schätzt Carolina als Literaturwissenschaftlerin die regionale Literaturgeschichte. Auf Spaziergängen um den Mühlauer Friedhof (wo Georg Trakl und Ludwig Ficker begraben liegen) sammelt sie Inspiration und schnappt frische Luft.

    Ihre Geschichten beschreibt Carolina gerne als “Scherbenhaufen”: “Unsere Welt wäre viel besser, wenn wir mit Graustufen umgehen könnten.” Zum Schluss diskutieren wir darüber, ob Neubeginne etwas Gutes sind und ob Carolina einen Corona-Roman schreiben wird.

    31 min
  • #11 Ist die Kultur noch zu retten? Kulturjournalist Peter Schneeberger zu Gast beim “K”
    Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

    Peter Schneeberger ist einer der profiliertesten Kulturjournalisten Österreichs. Seit Kurzem moderiert der gebürtige Tiroler den Kulturmontag auf ORF 2. Im Podcast reden wir über die aktuelle Krise des Kulturlebens, über die Liebe zum Schreiben und über Könige und ihre Macken.

    Für Kulturinteressierte in Österreich ist Peter Schneeberger seit Jahren ein bekanntes Gesicht. Schon vor seiner Premiere als neuer Moderator des “Kulturmontag” auf ORF 2 sah man den Tiroler in der “Kulturzeit” auf 3sat oder als Opern- und Theaterkritiker in der Zeit im Bild. Corona ist für den “Kulturjournalisten des Jahres 2020” und sein Team eine Herausforderung: Im Gespräch mit dem K erzählt Peter Schneeberger, wie es ist, mit geschlossenen Bühnen Kulturfernsehen zu machen, wie man den Kulturbetrieb während und nach der Krise am Leben hält und warum James Bond uns verrät, wann sich die Welt der Kunst wieder normalisiert.

    Für seine ersten Sendungen als neuer Moderator beim “Kulturmontag” bekam Peter Schneeberger durchwegs positive Kritik. Im Interview erklärt er, was guten Kulturjournalismus ausmacht.

    In seinen Jahren bei der “Kulturzeit” auf 3sat lernte Schneeberger die manchmal doch signifikanten kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen. Er selbst ist in Zell am Ziller aufgewachsen und in Salzburg zur Schule gegangen. “Die Kultur war immer eine Richtschnur in meinem Leben”, sagt Schneeberger.

    Als junger Mensch lernte Schneeberger klassische Gitarre. Als er sich später doch für die Studien Germanistik und Musikwissenschaft entschied, entdeckte er seine Liebe zum Schreiben.

    Im Moment stehen die Zeichen für die Kultur nicht günstig. Obwohl der Beitrag des österreichischen Kunstbetriebs zum Bruttoinlandsprodukt höher ist, als jener der Landwirtschaft, muss sich die Kultur wie kaum ein anderes Tätigkeitsfeld rechtfertigen. “Kulturpolitik hängt oft an der Leidenschaft von Politikern”, weiß Schneeberger.

    In unserem Quarantänespiel verrät der Moderator, dass er nicht nur ein Fan von Beethoven, sondern auch von der TV-Sitcom Friends ist. “Seit den Neunzigern ist es okay, Madonna zu hören und nachher in die Oper zu gehen.” Auch wenn er sich im Anschluss bedeckt hält, welche Kultur-Events er so gar nicht mag, erzählt er von einem anderen Thema, das ihn in letzter Zeit fasziniert: Königsfamilien in der (Pop-)Kultur.

    So diskutieren wir am Ende des Podcasts nicht nur über Leonhard Horowskis gut 1.000 Seiten schwere und sehr lesenswerte Monographie “Das Europa der Könige”, sondern auch über die Serien “Downton Abbey” und “The Crown”.

    Beim Gespräch mit Peter Schneeberger lernt man nicht nur einen begeisterten Kulturmenschen kennen, sondern auch einiges über Kulturpolitik und -betrieb. Viel Spaß mit dieser Folge!

    41 min
  • #10 Wie wird man witzig? Kabarettist Markus Koschuh zu Gast beim “K”
    Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

    Markus Koschuh ist Kabarettist und Autor aus Innsbruck. Im Gespräch mit dem “K” erzählt uns der Kleinkünstler, wie er trotz Lockdown produktiv sein kann, wie es war, im Innsbrucker O-Dorf aufzuwachsen und ob man lernen kann, witzig zu sein.

    Der Kabarettist Markus Koschuh hat es wie alle Menschen, die eigentlich auf die Bühne gehören, derzeit nicht leicht. Trotz mehrerer Lockdowns hat er vergangenen Sommer eine Satire-Nachrichtensendung produziert und in der ORF-Show “Dave” mitgespielt. In Folge Nummer zehn vom “K” spricht Markus Koschuh über den Unterschied zwischen Kabarett und Comedy, von der Inspiration zum Stückeschreiben, vom gefährlichen Leben als Satiriker und warum Humor eine Generationenfrage ist.

    Lockdown Nummer drei trifft den Kabarettisten und Autor Markus Koschuh wie alle Kleinkünstler hart. Seine Kreativität, erzählt er uns, hat er derweil im metaphorischen Keller gebunkert. Lieber kümmert er sich inzwischen um seine beiden Kinder.

    Zuletzt stand er im Herbst des Vorjahres in seinem Stück “Oben ohne” auf der Bühne. Darin verarbeitet er mitunter die “Hirnlosigkeiten” rund um das Coronavirus, die sich scheinbar ebenso schnell verbreiten wie das Virus selbst. Seine Stücke schreibt Koschuh gerne unter Zeitdruck: “Bei mir ergibt sich alles während des Schreibens.” Durch seine sozialkritischen Themen lernt der Autor mit jedem Stück selber dazu. “Ich werde mit jedem Programm gescheiter”, sagt er im Interview.

    Als Kabarettist muss Markus Koschuh nicht nur sprechend unterhalten, sondern auch tanzen, singen und schauspielern. Darin liegt für ihn der Unterschied zu Comedy. Der Tausendsassa Koschuh ist neben seiner Bühnentätigkeit auch Autor. Eines seiner letzten Bücher ist ein Band über seine Kindheit im Innsbrucker Olympischen Dorf. “Für Kinder”, erzählt er von seinem Aufwachsen im Osten der Stadt, “war das O-Dorf ein Paradies”.

    Schon früh hat Markus Koschuh gewusst, dass er “etwas mit Sprache” machen will. Nachdem er drei Studien “erfolgreich abgebrochen” hatte, kam er über den Poetry Slam zum Kabarett. Wie gefährlich Satire sein kann, hat er rund um sein Stück “Agrargemein” erleben müssen. “Mein Zielpublikum ist politisch interessiert”, sagt Koschuh.

    Wie verändert sich der Humor? Darf man Serien wie “Little Britain” noch zeigen? Wie gehen Kabarettisten mit Kritik um? Markus Koschuh erzählt in diesem Teil, wie man das Publikum in Programmen mitdenken muss: “Man kann meine Programme scheiße finden, aber dann muss man auch sagen, was daran scheiße ist.”

    Seit kurzem sieht man den Innsbrucker in der ORF-Mockumentary “Dave” als Tiroler Bauer. In der Rezeption dieser Serie sieht man die Generationendifferenzen in Sachen Humor, zu denen Koschuh auch ein paar Worte zu sagen hat. Zum Schluss darf eine Anekdote über seinen bisher schlimmsten Auftritt nicht fehlen.

    36 min
  • #9 Wie nimmt man den Schwung mit? Schauspielerin und Musikerin Nenda Neururer zu Gast beim “K”
    Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

    Mit ihrer Single “Mixed Feelings” hat “NENDA” im Jänner ganz plötzlich die FM4-Charts erobert. In diesem fantastischen Track geht es um Identität und Alltagsrassismus in feinstem British English und Tiroler Dialekt.

    Nenda ist im Ötztal aufgewachsen. Heimatbesuche sind nach sieben Jahren im Ausland immer wieder ein Kulturschock: “Es überrascht mich, dass ich zuhause immer noch gleich behandelt werde wie früher. Leute sprechen mich immer noch auf Englisch an”, sagt sie im Interview.

    Um richtig arbeiten zu können braucht Nenda Druck und Deadlines. “Früher habe ich Sachen angefangen. Jetzt lerne ich gerade, Sachen fertig zu machen”. Nenda liebt die Musik von Little Simz, Cardi B, Doja Cat, Rapsody oder Noname – Namen, mit denen sie selbst einmal in einem Atemzug genannt werden möchte.

    Hauptberuflich ist Nenda Schauspielerin in London. Dort spielte sie unter anderem in einer Bühnenfassung von Zadie Smiths “White Teeth” und lernte dabei die Mutter der Starautorin kennen.

    In unserem Quarantäne-Spiel verriet uns Nenda, mit wem sie sich aus einer teilweise fragwürdigen Auswahl lieber isolieren würde. Nach einem Austausch peinlicher Vorsprech-Erlebnisse geht es um Smalltalk mit Helena Bonham Carter, ihren Schauspiel-Kollegen Michael Sheen und um William Shakespeare: “Shakespeare wird viel zu oft aufgeführt. Irgendwann müssen wir uns davon lösen und auch etwas anderes machen.”

    Aktuell sieht man Nenda auch im Musikvideo von Arlo Parks “Black Dog” in der Rolle der großen Schwester. Parks Debütalbum “Collapsed in Sunbeams”, auf das sich Nenda und Benjamin im Podcast schon freuen, erschien am 29. Jänner.

    Die idiotensichere Meditations-App, über die gegen Ende diskutiert wird, heißt “Headspace”. Am Schluss bleibt die Frage, ob man im Lockdown lieber laufen gehen oder Musik machen sollte. “Ich versuche, den Schwung einzuholen. Der Schwung nimmt eher mich mit.”

    36 min
  • #8 Wie tourt man Co2-neutral? Musiker und Komponist Manu Delago zu Gast beim „K“.
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    Manu Delago ist an vielen Tiroler Orten aufgewachsen, aber nirgends lang genug, um sich in einem Dorf wirklich daheim zu fühlen. „Ich sehe mich als Tiroler, aber nicht unbedingt einer Gemeinde zugehörig", erzählt der Ausnahmekünstler. Mittlerweile lebt er in London, von wo aus er international tourt, verbringt den coronabedingten Lockdown aber lieber in Tirol. Mit wem, verrät er uns bei unserem Quarantäne-Spiel.

    Seit 2007 einer seiner Fans ein Video auf Youtube hochgeladen hat, in dem Delago auf der Handpan spielt, ging die Karriere des Tirolers steil nach oben. Größen wir Björk, Anoushka Shankar und das London Symphony Orchestra haben mit ihm gearbeitet und so manches Idol aus seiner Jugend hat mittlerweile seinen Weg gekreuzt.

    Wie kann man cool bleiben, wenn Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers in der Sendung Later with Jools vor einem stehen? „Für die war ich halt der Björk-Schlagzeuger und so eine Art Kollege und für mich war mit den RHCP zu quatschen wie für ein Kind vor dem Weihnachtsbaum zu stehen.“ Der charismatische Delago bleibt trotzdem entspannt.

    Dass der Sohn zweier Musiker eigentlich Profifußballer werden wollte, wissen die wenigsten. Heute sportelt Manu Delago am Fels und in den Bergen, und vereinigt seine beiden Leidenschaften immer wieder in neuen Projekten - zuletzt bei Parasol Peak, wo er auf dem Gipfel eines 3.000ers ein Album aufnahm.

    Bei der ReCycling Tour, die für Juni 2021 geplant ist, möchte er auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam machen und CO2-neutral mehr als 20 Konzerte in Österreich und Südtirol spielen. Im Interview sagt uns Manu Delago, wie auch Fans dazu beitragen können, dass die Tour ein voller Erfolg wird.

    34 min
  • #7 Wie macht man Hochkultur in der Provinz? Intendantin Bernadette Abendstein zu Gast beim „K“.
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    Die Schauspielern und Theater-Veranstalterin Bernadette Abendstein wuchs auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Uderns, einem kleinen Zillertaler Dorf auf. Nach Stationen in der Wiener Josefstadt und der Berliner Theaterszene kehrte die Schauspielerin zurück zu ihren Wurzeln: „Für mich war es sehr schön, wieder hierher zu kommen, weil ich mittlerweile die Eigenheit eines Tales oder einer ländlichen Umgebung sehr schätze.“

    Im Gepäck hatte Abendstein ihren Lebenspartner Hakon Hirzenberger und den Plan, Profi-Theater aufs Land zu bringen. „Ich habe mir immer gewünscht, zu entscheiden, was man spielt oder welche Themen man umsetzt“, erklärt Abendstein im Interview ihre Motivation, den alten Heustadl ihrer Eltern in eine Bühne umzufunktionieren. Aber warum war gerade dieses Gebäude ideal für ihr Vorhaben? „Ich finde, dass ein Raum eine gewisse Ausstrahlung, eine Energie hat. Die Grundmauern des Tenn sind aus dem 13. Jahrhundert und die Geschichte des Gebäudes spürt man, unabhängig, was auf der Bühne passiert.“

    Besonders das Pandemie-Jahr stellte Abendstein und ihr Team vor große Herausforderungen. Das Kindertheater „In 80 Tagen um die Welt ohne CO2“ unter der Regie von Hanspeter Horner wurde so etwa kurzerhand als Film präsentiert. Wie es ihr und den Nachwuchs-Schauspielern damit ging und welche Rolle Nachhaltigkeit in Abendsteins Schaffen spielt, erzählt sie in dieser Folge von “Das K”.

    Im Podcast verrät uns die produktive Tirolerin außerdem, wie sie mit Lampenfieber umgeht, warum bei ihrem Mann der Satz „Nomen est Omen“ besonders passend ist und wir sprechen mit ihr über Tiefpunkte und peinliche Situationen in ihrer Ausbildung bei Elfriede Ott.

    19 min
  • #6 Wie erfindet man sich neu? Autor und Musiker Hans Platzgumer zu Gast beim „K“.
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    H.P. Zinker, die Goldenen Zitronen oder Queens of Japan sind nur einige der zahlreichen Bandnamen, unter denen Hans Platzgumer Musik veröffentlicht hat. Neben dem Musiker Platzgumer kennt man das Multitalent heute hauptsächlich als Schriftsteller, er produziert außerdem Hörspiele, kuratiert Festivals und arbeitet als Remixer. Schon früh wollte Hans Platzgumer die Welt kennenlernen. „Mir ist Innsbruck zu eng geworden – in allen Beziehungen: geografisch durch die Berge, und dann auch diese Engstirnigkeit im Kopf, die damals ganz stark fundiert war.“

    Platzgumer wächst im Innsbruck der 1970er Jahre auf und “flüchtet” am Tag nach seiner Matura mit einem Freund auf einem Moped nach Wien – als 17-Jähriger. „Damals war auch die Welt noch anders. Da musste man, wenn man was erleben wollte, in die Großstadt ziehen. Heute ist es durch das Internet eigentlich überall dasselbe. Aber damals war es ein Riesenunterschied, ob du am Land oder in der Großstadt lebst.“ Sein Weg führt ihn weiter nach New York, wo er mit H.P. Zinker zum Rockstar wurde. „Nach dem kometenhaften Aufstieg, kam der kometenhafte Abstieg – innerhalb von fünf Jahren.“

    In dieser Folge von “Das K” erzählt uns der Künstler, wie es war, als Minderjähriger in den USA zu leben und wie er Chris Lombardi dazu inspirierte, das Plattenlabel Matador Records zu gründen, auf dem heute Größen wie Interpol oder die Queens of the Stone Age ihr Zuhause haben. Wir sprechen über Höhen und Tiefen, harte Erfahrungen und das Zurückstürzen auf den Boden. „Eigentlich können wir froh sein, wenn wir möglichst viele Spuren eines Lebens in uns haben und nicht am Ende unserer Tage das Gefühl haben, wir haben zu wenig erlebt oder zu wenig gelebt.“

    26 min
  • #5 Wie hinderlich ist der Tiroler Dialekt? Schauspielerin Lisa Hörtnagl zu Gast beim „K“.
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    Lisa Hörtnagl sieht man in den Stücken Friedrich Schillers ebenso wie bei SOKO Donau. Ihre Ausbildung machte die Innsbruckerin an der hiesigen Schauspielschule.

    In dieser Folge von “Das K” unterhalten wir uns mit der Schauspielerin Lisa Hörtnagl darüber, bei welchem Kollegen sie weiche Knie bekommt, welche Rolle ihr besonders zugesetzt hat, was sie an den USA und der dortigen Arbeitsweise fasziniert, wie das Allein-Sein gelernt hat und warum sie findet, dass der deutsche Sprachraum versnobt ist.

    Dass sie Schauspielerin werden will, wusste Lisa Hörtnagl bereits als Kind. Nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule „Sacher“ zieht es die Innsbruckerin in die USA, wo sie Unterricht vom einstigen Acting-Coach von George Clooney bekam.

    Nach Aufenthalten in Los Angeles und New York wurde sie schließlich als Ensemblemitglied am Tiroler Landestheater engagiert, wo sie sechs Jahre lang in verschiedenen Rollen glänzte.

    Um mehr Zeit für eigene Projekte und Filmrollen zu haben, kündigte Lisa Hörtnagl schließlich ihre Fixanstelltung und ist seitdem in Theaterprojekten, Spielfilmen und Serien wie SOKO Kitzbühel oder SOKO Donau zu sehen.

    Tirol empfindet sie als guten Ort für die Schauspielerei: „Egal in welchem Dorf man ist, es gibt immer eine Kirche und eine Bühne. Ich finde, das sagt viel aus.“ Als während der Corona-Pandemie alle Kulturstätten schließen, organisiert Hörtnagl Protestaktionen und gründet die Volkskantine, um Theater im Freien zugänglich zu machen. „Wir Kulturschaffende müssen immer noch betteln und ganz ehrlich gesagt, habe ich es satt, zu betteln“, erzählt die energische Tirolerin.

    Theater muss für Lisa Hörtnagl zwar nicht unbedingt provozieren, aber in einem Punkt ist sie sich sicher: „Mir ist lieber, die Leute sagen nach der Vorstellung, das war der größte Scheiß auf Gottes Erden und sie brüskieren sich, als wenn es nur nichtig ist. Das Nichtige macht mich wahnsinnig.“


    Weiterführende Links:

    Künstlerinnen
    Lisa Hörtnagl - offizielle Website: https://www.lisa-hoertnagl.com
    Tamara Burghart: https://www.primetime-agentur.com/Kuenstler/Burghart
    Bill Howey: http://billhowey.com/about-bill-howey

    Theater & Stücke
    Die Volkskantine - offizielle Website: https://www.dievolkskantine.com
    Die Volkskantine auf Facebook: https://www.facebook.com/dievolkskantine
    Landestheater Innsbruck: https://www.landestheater.at
    Landestheater Neuss: https://rlt-neuss.de/wir/ensemble
    SOKO Kitzbühel auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/SOKO_Kitzb%C3%BChel
    SOKO Kitzbühel auf Facebook: https://www.facebook.com/SokoKitz

    Orte
    Innsbruck: https://www.tirol.at/orte/a-innsbruck
    Schloss Mentlberg auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Mentlberg


    Links für jene, die mit dem Wort "Koatlackn" nichts anfangen konnten
    Stadtspaziergang durch Innsbruck und die Koatlackn: https://www.tirol.at/kultur-magazin/de/geschichten/gelebte-kultur/320-km-durch-innsbruck.html
    Geschichte der Koatlackn: http://www.koatlackn.at/?page_id=92
    Koatlackn und weitere Tiroler Schimpfwörter: https://www.blog.tirol/2016/02/von-krotnmelchern-ofenschliefern-und-schimmelfaerbern-spitz-und-spottnamen-tiroler-gemeinden/

    23 min
  • #4 Was ist guter Geschmack? Kuratorin Carla Rumler zu Gast beim „K“.
    Das K - Der Tiroler Podcast für Kunst und Kultur

    Als Kuratorin der Swarovski Kristallwelten pflegt Carla Rumler ein starkes Netzwerk zum Who-is-Who der Kunst- und Kulturszene und viele künstlerische Meilensteine in Tirol gehen auf ihr Konto. Wie schafft man es also, so erfolgreich zu werden? „Ich würde einer jungen Kollegin folgendes mitgeben“, antwortet die souveräne Tirolerin: „Interessier’ dich, mach’ das, wofür Du brennst, dann bist du gut. Schau, was deine Stärken sind und lebe sie, zähle nicht die Stunden. Und vor allem: Konzentriere dich nicht nur auf Konzepte und Folien, sondern mach einfach!“

    Schon als Kind interessierte sich Carla für Kunst. „Ich komme aus dem Tiroler Oberland, wo Kunst eigentlich kein großes Thema war. Aber es gab die legendäre Galerie Elefant von Monika Lami, die sich intensiv mit lokalen Künstlern beschäftigt hat. Und mich hat das immer schon fasziniert.“ Damals wie heute verstand es die Kunstbegeisterte, ihren Interessen zu folgen und neue Wege zu gehen.

    Bevor Carla Rumler ihre Arbeit als Kuratorin der Kristallwelten aufnahm, begleitete sie den Tiroler Tourismus als freischaffende Creative Director und schuf die Kampagne „Starkes Land“, die damals – ob des nackten Männeroberkörpers - sehr polarisierte. „Ich habe für die Tirol Werbung Bilder kreiert, die auch noch heute in den Köpfen der Menschen sind, weil ich dachte, Tirol hat etwas anderes verdient – es gibt nicht nur bunte Blumenbalkone, es gibt auch noch was anderes, eine große Kraft. Ich wollte die Tiefe Tirols in Bilder übersetzen.“

    In den Kristallwelten - vor der Pandemie einer der meistbesuchten Attraktionen Österreichs - kann sich Carla Rumler ganz ihrer Leidenschaft hingeben. „Ich habe schon immer Kunst gesammelt und das hat sich zu einer Obsession entwickelt. In meinem Beruf kann ich das ausleben, in allen Facetten“, lässt sie uns wissen. Im Interview erzählt sie uns außerdem, welchen Herausforderungen speziell Frauen in Führungspositionen gegenüberstehen, warum Zaha Hadid sie so beeindruckte und wo sie sich neue Inspirationen holt.



    Weiterführende Links:

    Carla Rumler
    Carla Rumler auf Instragram: https://www.instagram.com/carla.rumler
    Carla Rumler – Werbeplakate Tirol Werbung: https://www.instagram.com/p/CIYkVOnFkpA

    KünstlerInnen
    Andrè Heller: https://www.andreheller.com
    Zaha Hadid auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Zaha_Hadid
    Zaha Hadids Wirken in Tirol – ein Nachruf: https://blog.innsbruck.info/de/kunst-kultur/eine-lowin-unter-wolfen-zaha-hadid
    Stephan Sagmeister: https://www.sagmeister.com
    Nando Miglios Schaffen auf Instagram: https://www.instagram.com/explore/tags/nandomiglio

    Swarovski
    Swarovski Kristallwelten - offizielle Website: www.kristallwelten.com
    Ausflugstipp Swarovski Kristallwelten: https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-swarovski-kristallwelten
    Swarovski Kristallwelten auf blog.tirol: https://www.blog.tirol/2015/05/kabinett-der-wunder-die-swarovski-kristallwelten
    Swarovski Manufaktur: https://snohetta.com/projects/422-swarovski-manufaktur-the-crystal-atelier-of-the-21st-century
    Werkstätte Wattens: https://www.werkstaette-wattens.at

    Museen und Galerien
    Schloss Ambras: https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-schloss-ambras-innsbruck
    Ferdinandeum: https://www.tirol.at/reisefuehrer/ausflugstipps/ausflugsziele/a-ferdinandeum
    Tiroler Galerien: https://www.tirol.at/reisefuehrer/kultur-leben/kulturgeschehen/galerien
    Tiroler Museen: https://www.tirol.at/reisefuehrer/kultur-leben/kulturgeschehen/museen
    Kunsthistorisches Museum Wien: https://www.khm.at
    Galerie Elefant – Nachruf auf Monika Lami: https://www.tt.com/artikel/14754819/monika-lami-1940-2018

    22 min

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Von MusikerInnen über SchauspielerInnen bis zum Bestseller-Autor: In diesem Interview-Podcast treffen sich Klaus Brunner und Benjamin Stolz mit den kreativsten Köpfen Tirols. Was treibt sie an? Wo stoßen sie auf Widerstände? Wie sieht ihr Alltag aus? Es kommen jene zu Wort, die in Tirol Kunst machen und die dafür verantwortlich sind, dass die Kultur in diesem Land lebt.

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