Denkfabrik Medizin

Denkfabrik Medizin

By Dr. Ingo Krenz & Dr. Andreas KlingeMedicineHealth & Fitness
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Denkfabrik Medizin episodes

  • Folge 37: Über die Niere in die große weite Welt

    Eine Patientin in ihren 70ern wird mit persistierend erhöhten Kaliumwerten bei Ingo vorgestellt. Über Monate hinweg liegen die Werte stabil im pathologischen Bereich – und das bei völligem Wohlbefinden.

    Eine echte Hyperkaliämie? Oder steckt etwas anderes dahinter?

    Ingo und Andreas machen sich auf den Weg durch die Differenzialdiagnostik – von der klassischen TANTE-PIAV-

    Liste bis hin zu „first principles“. Dabei wird schnell klar: Hyperkaliämie ist kein einfaches Muster, sondern fordert strukturiertes Denken.

    Schließlich nimmt der Fall eine unerwartete Wendung: Ein auffälliges Blutbild führt schließlich zur entscheidenden Spur – und zu einer Diagnose, die weit über die Nephrologie hinausgeht.

    Am Ende steht nicht nur die Auflösung eines kniffligen Falls, sondern auch eine wichtige Botschaft:

    Häufiges ist häufig – aber manchmal steckt hinter einem „banalen“ Laborwert eine ganz andere Erkrankung.

    Jetzt reinhören und mitdenken.

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    41 min
  • Folge 36: Nobody is perfect

    Fehler passieren – auch in der Medizin.

    In dieser persönlichen Folge verlassen Ingo und Andreas bewusst die Rolle der Analytiker und werden selbst zu Fallbeispielen: Sie berichten offen von Fehldiagnosen, organisatorischen Versäumnissen und Denkfehlern – und davon, was diese emotional auslösen. Denn schnell wird klar: Scham, Schuld und Rechtfertigung sind ständige Begleiter, weshalb zu selten darüber gesprochen wird.

    Anhand konkreter Fälle diskutieren die beiden unter anderem:

    • eine übersehene Lungenembolie bei einer jungen Patientin
    • einen überlesenen CT-Nebenbefund mit gravierenden Folgen
    • eine seltene Erkrankung mit atypischer Präsentation
    • die Gefahr diagnostischer Sicherheit („thinking stops when the diagnosis is made“)
    • warum sich Fehler im Team fortpflanzen können
    • einen klassischen Hierarchiefehler, bei dem Autorität kritisches Denken ersetzt
    • Am Ende steht eine Einladung:

      Diese Folge soll Mut machen, über Fehler zu sprechen – im Team, unter Kolleginnen und Kollegen und auch mit Patienten. Denn nur so entsteht echte Lernkultur.

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      52 min
    • Folge 35: Wie sicher ist sicher?

      Eine 67-jährige Patientin entwickelt innerhalb weniger Tage eine dramatische Luftnot – so ausgeprägt, dass sie

      schließlich nicht einmal mehr vom Stuhl zur Toilette gehen kann. Was steckt dahinter?

      Andreas und Ingo nehmen euch mit in einen diagnostischen Prozess, der exemplarisch zeigt, wie mächtig

      klinisches Denken sein kann – ganz ohne Technik. Ausgehend von einer strukturierten TANTE PIAV-Liste und
      ersten Hypothesen arbeiten sich die beiden Schritt für Schritt voran und diskutieren dabei konsequent
      Prätestwahrscheinlichkeiten. Dabei wird deutlich: Schon wenige gezielte Informationen können die
      Wahrscheinlichkeit einer Diagnose massiv verändern. Im Zentrum der Folge steht die Frage:
      Wann wissen wir genug – und wann brauchen wir noch einen Test?

      Doch damit nicht genug: Im Rahmen der Diagnostik zeigt sich ein unerwarteter Zufallsbefund. Plötzlich steht

      eine ganz neue Frage im Raum: Zufall ohne Bedeutung oder Hinweis auf eine ernsthafte zweite Erkrankung?
      Die Folge wirft damit auch ein Schlaglicht auf ein häufiges Dilemma im klinischen Alltag:
      Wie gehen wir mit Incidental Findings um?

      Jetzt reinhören und mitdenken.

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      Links und Tipps:

      McGee's Evidence-Based Physical Diagnosis

      1. Auflage 2025 – ISBN 978-0443250132
      2. Likelihood Ratios – Die Grafik von McGee und mehr:

        https://clinicalproblemsolving.com/2020/02/09/clinical-reasoning-corner-likelihood-ratios/

        35 min
      3. Folge 34: Prätestwahrscheinlichkeiten – erst denken, dann testen

        Eine 35-jährige Patientin kommt mit Husten, Fieber und Tachykardie in die Praxis.

        Hat sie eine Pneumonie? Vielleicht. Aber wie wahrscheinlich ist das eigentlich – bevor wir ein Röntgenbild
        machen?

        In dieser Folge der Denkfabrik Medizin sprechen Ingo und Andreas über ein Konzept, das für die Diagnostik

        zentral ist – im Medizinstudium aber kaum gelehrt wird: die Prätestwahrscheinlichkeit.

        Die beiden zeigen, warum kein Test eine Diagnose beweist oder ausschließt, sondern lediglich

        Wahrscheinlichkeiten verschiebt. Und warum diagnostische Tests ohne vorherige Einschätzung der
        Wahrscheinlichkeit oft mehr Schaden als Nutzen bringen.

        Außerdem stellen Ingo und Andreas eine praktische Merkhilfe vor: den „BETTKASDEN“ – zehn Tests, die man

        bei niedriger Prätestwahrscheinlichkeit besser gar nicht erst anfasst.

        Am Ende bleibt eine wichtige Erkenntnis:

        Gute Diagnostik beginnt nicht mit einem Test – sondern mit einer klugen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit.

        Jetzt reinhören und mitdenken.

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        Links und Tipps:

        McGee's Evidence-Based Physical Diagnosis

        1. Auflage 2025 – ISBN 978-0443250132
        2. Accuracy of Practitioner Estimates of Probability of Diagnosis Before and After Testing,

          Daniel J. Morgan et al.
          JAMA Intern Med. 2021;181(6):747-755. doi:10.1001/jamainternmed.2021.0269

          Likelihood Ratios – Die Grafik von McGee und mehr

          https://clinicalproblemsolving.com/2020/02/09/clinical-reasoning-corner-likelihood-ratios/

          50 min
        3. Folge 33: Der Fall stinkt zum Himmel!

          Ein 24-jähriger Medizinstudent stellt sich mit arterieller Hypertonie vor. Vier Antihypertensiva sind

          notwendig, um Werte um 130/80 mmHg zu erreichen.

          Die Vordiagnostik an einer universitären Hochdruckambulanz ist beeindruckend umfangreich: Endokrinologie,

          Autoimmunserologie, Duplexsonographie, Speziallabor. Ergebnis: kein Hinweis auf sekundäre Ursachen – außer
          einer leichten Proteinurie, die als Hochdruckfolge aufgefasst wird. Und gerade deswegen: Irgendetwas an
          diesem Fall „stinkt zum Himmel“.

          Ingo und Andreas arbeiten sich durch den Fall – mit Heuristiken, mit der TANTE-PIAV-Liste und mit einem Blick

          auf Prätestwahrscheinlichkeiten. Sie diskutieren, warum „viel Diagnostik“ nicht automatisch „viel Erkenntnis“
          bedeutet und wie man durch strukturiertes Denken Ungewissheit reduziert.

          Die entscheidende Wendung bringt am Ende kein High-End-Test!

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          Link zum Amboss-Podcast mit Philip Winhart

          Folge mit Ingo zum Urinstix: https://amboss.podigee.io/133-nierenerkrankungen

          44 min
        4. Folge 32: Was können wir von Tierärzten lernen? - Wir sprechen mit Christiane Reichel-Saar

          Eine Katze verliert Gewicht, frisst wie verrückt und trinkt ungewöhnlich viel. Für Ingo klingt das nach Diabetes – doch der Urinstix bleibt negativ. Die Lösung bringt erst der Besuch bei der Tierärztin.

          Dieser Fall ist der Einstieg in eine Folge, die den Blick weitet: weg von der Humanmedizin, hin zur Tiermedizin.

          Ingo und Andreas sprechen mit der Tierärztin Christiane Reichel-Saar, die über viele Jahre eine große tierärztliche Praxis in Hamburg geführt hat. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Diagnostik funktioniert, wenn der Patient nichts erzählen kann.

          Taucht mit ein in die Welt der Tiermedizin und die Frage, wo es denn Ähnlichkeiten und wo Unterschiede zur

          Humanmedizin gibt.

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          1 hr
        5. Folge 31: Den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen

          Ein Blick ins Labor am Morgen – und ein einzelner Wert fällt auf: Ein Kalzium von 2,7 mmol/l bei einem 81-jährigen Patienten. Nicht dramatisch. Aber erklärungsbedürftig.

          Andreas stellt Ingo den Patienten vor: ein älterer Mann mit Typ-2-Diabetes, kardiovaskulären Vorerkrankungen

          und eingeschränkter Nierenfunktion. Gemeinsam mit Ingo beginnt eine strukturierte Differenzialdiagnose mit
          Hilfe von TANTE PIAV.

          Doch im Verlauf zeigt sich: Nicht fehlendes Wissen ist das Problem, sondern ein klassischer Denkfehler.

          Oder anders gesagt: Manchmal liegt die Lösung nicht im nächsten Speziallabor – sondern im genauen
          Hinschauen.

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          Link zum Amboss-Podcast mit Philipp Winghart:

          • Folge mit Ingo zu Hyperkalzämie: https://amboss.podigee.io/154-hyperkalzaemie
          • Folge mit Andreas zu oralen Antidiabetika: https://amboss.podigee.io/177-antidiabetika
          • 35 min
          • Folge 30: Worte sind Biochemie – der Nocebo-Effekt

            Eine 33-jährige Frau kommt mit Flankenschmerzen in die Notaufnahme. Unter dem Verdacht einer Nephro-

            /Urolithiasis wird ein CT gemacht. Ein Stein findet sich nicht – aber Zysten in beiden Nieren. Der Urologe
            kommentiert: „Ich fürchte, mit 60 sind Sie an der Dialyse.“

            Was dieser Satz im Körper und im Leben der Patientin anrichten kann, ist Thema dieser Folge.

            Ingo und Andreas sprechen über den Nocebo-Effekt – die Kehrseite des Placebo-Effektes. Sie zeigen, wie
            ärztliche Worte, Blicke und Aufklärungsbögen Symptome, Ängste und sogar Therapieabbrüche auslösen
            können.

            Anhand vieler Beispiele aus dem Praxisalltag diskutieren die beiden:

            • wie Nocebo körperliche und psychische Symptome erzeugt
            • warum Angst ein schlechter Motivator ist
            • wie Framing, Beipackzettel und Aufklärungsbögen wirken
            • und warum eine gute Arzt-Patient-Beziehung der beste Schutz vor Nocebo ist
            • Am Ende geht es um ein großes ethisches Dilemma:

              Wie kann man ehrlich aufklären, ohne Schaden anzurichten?

              Jetzt reinhören – und mitdenken.

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              1 hr 2 min
            • Folge 29: Ingo hat ein Problem – Likelihood Ratios bringen die Lösung

              Ingo muss sich einer Hüft-TEP Op unterziehen. Da er schon eine Prothese hat, die gewechselt werden muss, werden bereits vor der OP einige Tests zum Ausschluss/Nachweis einer periprothetischen Infektion gemacht. Diese sind glücklicherweise zunächst alle negativ. Doch dann kommt ein positiver Befund zurück. Verändert dieser positive Befund die gesamte Sichtweise? Muss das gerade implantierte Material wieder entfernt werden?

              Andreas und Ingo zeigen euch, wie man in einer solchen komplexen Situation einen klaren Kopf behält. Sie

              stellen euch das Konzept der Likelihood Ratios vor, die eine (posttest) Berechnung der Wahrscheinlichkeit einer Infektion erlauben. Und dabei kommt erstaunliches heraus! Jetzt reinhören und mitdenken.

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              Verlinkungen:

              • Link zum Rechenbogen: https://tinyurl.com/564yjjpv
              • Likelihood Ratio bei DocCheck Flexikon: https://tinyurl.com/3pt4veya
              • Fagan-Nomogramm bei Wikimedia-Commons: https://tinyurl.com/5x8p4vwu
              • McGee's Evidence-Based Physical Diagnosis 6. Auflage

                ISBN 978-0443250132

                44 min
              • Folge 28: Die verlorene Kunst des Heilens

                In ihrer diesjährigen Folge zu Weihnachten und Chanukka stellen Ingo und Andreas wieder ein Buch vor. Dieses Jahr ist es „Die verlorene Kunst des Heilens“ von Bernard Lown. Auch dies Buch hat die beiden tief bewegt und ihren Umgang mit Patientinnen und Patienten nachhaltig verändert.

                Bernard Lown war ein berühmter Kardiologe aus Boston. Er hat den Gleichstrom-Defibrillator entwickelt, den

                wir noch heute nutzen, der mittlerweile an zahlreichen Stellen auch im öffentlichen Raum zu finden ist, und der
                die modernen, implantierbaren Defis erst möglich gemacht hat.

                Neben diesem sehr somatischen Arbeit als Rhythmologe hat sich Lown aber auch sehr mit dem Verhältnis

                zwischen Ärztinnen und Patientinnen beschäftigt. Viele seiner Gedanken haben bei Ingo und Andreas Eingang
                in die Art ihrer täglichen Arbeit gefunden.

                Wenn ihr Interesse an diesem Buch habt, hört doch einfach mal rein. Vielleicht lasst ihr auch von dem einen

                oder anderen Gedanken auch anstecken. Am 1. Januar 2026 folgt dann die nächste Folge mit einer diesmal sehr persönlichen Patientengeschichte.

                Wir freuen uns über Feedback und Kommentare unter [email protected]

                Bernard Lown

                Die verlorene Kunst des Heilens – Anleitung zum Umdenken
                Suhrkamp Verlag
                ISBN 978-3518455746

                54 min

              About Denkfabrik Medizin

              From the publisher's feed

              In diesem Podcast geht es um das ärztliche Denken. Insbesondere um Aspekte, wie Ärzte eine Diagnose stellen und was auf dem Weg der Diagnosestellung für Fallstricke und häufige Denkfehler auftreten können.