Der Zusammenhang von Schlaf und Schmerz. Schlafhygiene, Bewegung und weniger Koffein am Abend als ultimative Lösung?.
Dr. med. Jan-Peer Rogmann
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Die Ärztekammer Hamburg hat die Veranstaltung (Podcast) mit 1 Punkt anerkannt.
Der/Die CME-Punkt/e können unter der Angabe der notwendigen Schlüsselwörter bis zu 14 Tage nach der Veröffentlichung, unter folgendem Link, beantrag werden:
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Literatur und kurze Zusammenfassungen
Website: https://hellobetter.de
DiGA-Übersicht: https://www.diga-verzeichnis.de/diga/hellobetter-schlafen
Website: https://www.somn.io
BfArM-Direktlink: https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis/508
DiGA-Übersicht: https://www.diga-verzeichnis.de/diga/somnio
Website: https://somnovia.de
Hersteller/Infoseite: https://www.neurologienetz.de/medizintechnik/digitale-gesundheitsanwendungen/somnovia-gaia
(1) Huberman, A. D. (Host). (2024, April 3). Guest series | Dr. Matt Walker: The biology of sleep & your unique sleep needs [Audio podcast episode]. In Huberman Lab. https://www.hubermanlab.com/episode/guest-series-dr-matthew-walker-the-biology-of-sleep-your-unique-sleep-needs
In der Folge „Dr. Matt Walker: The Biology of Sleep & Your Unique Sleep Needs“ spricht Andrew Huberman mit dem Schlafforscher Matthew Walker über die biologische Bedeutung von Schlaf. Walker erklärt die grundlegende Einteilung in Non-REM-Schlaf und REM-Schlafsowie die nächtliche Abfolge von Schlafzyklen, die sich individuell unterscheiden können. Ein zentrales Thema ist, dass Schlaf zahlreiche Gesundheitsbereiche beeinflusst, darunter Immunsystem, Hormonhaushalt, Lernen, Gedächtnis, Stimmung, Appetit, Stoffwechsel und Gewichtskontrolle.
Außerdem wird beschrieben, welche Folgen schlechter oder zu kurzer Schlaf haben kann, etwa eine verminderte kognitive Leistungsfähigkeit, emotionale Instabilität, Stoffwechselveränderungen und eine geschwächte Immunfunktion. Die Folge stellt zudem das Konzept QQRT vor: Quality, Quantity, Regularity und Timing — also Schlafqualität, Schlafdauer, Regelmäßigkeit und der passende Zeitpunkt des Schlafs. Diese vier Faktoren sollen helfen, den eigenen Schlaf besser einzuschätzen und zu optimieren.
(2) Pieh, C., Jank, R., Waiß, C., Pfeifer, C., Probst, T., Lahmann, C., & Oberndorfer, S. (2018). Night-shift work increases cold pain perception. Sleep Medicine, 45, 74–79. https://doi.org/10.1016/j.sleep.2017.12.014
Zusammenfassung: Pieh et al. untersuchten 19 gesunde Personen im Schichtdienst und testeten deren Kälteschmerzempfinden zu drei Zeitpunkten: nach einer normalen Nacht, nach einer 12-stündigen Nachtschicht und nach einer Erholungsnacht. Dabei zeigte sich, dass ein gleichbleibender Kältereiz nach der Nachtschicht deutlich intensiver wahrgenommen wurde. Die Schmerzbewertung stieg von durchschnittlich 48,2 auf 61,7 Punkte auf einer visuellen Schmerzskala, was einer Zunahme von etwa 28% entspricht. Nach einer Erholungsnacht normalisierte sich die Schmerzempfindlichkeit wieder weitgehend. Die Studie unterstützt damit die Annahme, dass Schlafmangel bzw. gestörter Schlaf die Schmerzempfindlichkeit erhöhen kann.
(3) Edwards, R. R., Almeida, D. M., Klick, B., Haythornthwaite, J. A., & Smith, M. T. (2008). Duration of sleep contributes to next-day pain report in the general population. Pain, 137(1), 202–207. https://doi.org/10.1016/j.pain.2008.01.025
Zusammenfassung: In einer bevölkerungsbasierten Studie mit 971 Erwachsenen zeigte sich, dass weniger als 6 Stunden Schlaf mit mehr Schmerzen am nächsten Tag verbunden war.
(4) Kourbanova, K., Alexandre, C., & Latremoliere, A. (2022). Effect of sleep loss on pain: New conceptual and mechanistic avenues. Frontiers in Neuroscience, 16, 1009902. https://doi.org/10.3389/fnins.2022.1009902
Zusammenfassung: Diese Übersichtsarbeit beschreibt, dass Schlafverlust die Schmerzempfindlichkeit deutlich erhöhen kann und beleuchtet die biologischen Mechanismen dahinter. Diskutiert werden unter anderem Veränderungen in schmerzverarbeitenden Hirnarealen, eine gestörte endogene Schmerzhemmung, entzündliche Prozesse sowie Wechselwirkungen mit Stresssystem und Emotionen. Die Autor:innen argumentieren, dass Schlafmangel nicht nur ein Begleitfaktor von Schmerz ist, sondern direkt zur Verstärkung von Schmerzen beitragen kann. Die Arbeit liefert damit eine wichtige konzeptionelle Grundlage für die enge Verbindung zwischen Schlaf und Schmerz.
(5) Albinni, B., de Zambotti, M., Iacovides, S., Baker, F. C., & King, C. D. (2023). The complexities of the sleep-pain relationship in adolescents: A critical review. Sleep Medicine Reviews, 67, 101715. https://doi.org/10.1016/j.smrv.2022.101715
Zusammenfassung: Diese kritische Übersichtsarbeit fasst zusammen, dass auch im Jugendalter ein enger, wechselseitiger Zusammenhang zwischen Schlaf und Schmerz besteht. Schlechter oder zu kurzer Schlaf kann Schmerzen verstärken, während Schmerzen umgekehrt den Schlaf beeinträchtigen. Die Autor:innen betonen, dass biologische, psychologische und soziale Faktoren die Beziehung zusätzlich komplex machen und dass Jugendliche eine eigene, entwicklungsbedingt besonders relevante Gruppe darstellen. Die Arbeit unterstreicht daher, dass Schlaf bei Schmerz im Jugendalter gezielt mitberücksichtigt werden sollte.
(6) Suraev, A. S., et al. (2020). Treating insomnia symptoms with medicinal cannabis: A randomized, crossover trial of the efficacy of a cannabinoid medicine compared with placebo.Sleep, 43(11), zsaa041. https://doi.org/10.1093/sleep/zsaa041
Zusammenfassung: In dieser randomisierten, placebokontrollierten Crossover-Studie wurde untersucht, ob ein cannabinoidhaltiges Medikament Schlafbeschwerden verbessern kann. Die Ergebnisse zeigten Hinweise darauf, dass cannabinoidbasierte Präparate subjektive Schlafsymptome kurzfristig verbessern können.
(7) Babson, K. A., Sottile, J., & Morabito, D. (2017). Cannabis, cannabinoids, and sleep: A review of the literature. Current Psychiatry Reports, 19(4), 23. https://doi.org/10.1007/s11920-017-0775-9
Zusammenfassung: Die Übersichtsarbeit zeigt, dass Cannabis kurzfristig zwar schlaffördernd wirken kann, bei längerfristigem oder regelmäßigem Konsum jedoch auch negative Effekte auf den Schlaf auftreten können. Beschrieben werden unter anderem Veränderungen der Schlafarchitektur, mögliche Toleranzentwicklung sowie Schlafstörungen im Entzug, insbesondere Insomnie und lebhafte Träume. Insgesamt betonen die Autor:innen, dass die Evidenz gemischt ist und ein möglicher kurzfristiger Nutzen nicht mit einer stabilen langfristigen Verbesserung des Schlafs gleichgesetzt werden sollte.
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