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Heute vor zehn Jahren haben die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt. Mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent. Damit wurde ein Jahrzehnt der politischen Instabilität eingeläutet. Sechs Regierungschefs sind in dieser Zeit vorzeitig zurückgetreten, zuletzt gestern Premierminister Keir Starmer. Heute halten fast 60 Prozent der Briten den Brexit für einen Fehler, so eine aktuelle Umfrage. Unter jungen Leuten, die beim Referendum noch nicht stimmberechtigt waren, gibt es mittlerweile sogar eine Mehrheit von 70 Prozent für einen Wiedereintritt in die EU. Sollte Großbritannien wieder in die EU eintreten? Das ist unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl.
Länger arbeiten, das Ende der Rente mit 63 - im Gegenzug jedoch eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung sowie der Ausbau kapitalgedeckter Elemente: Die Rentenkommission hat umfassende Reformvorschläge vorgelegt und will ihr 30-Punkte-Papier am Dienstag der Bundesregierung überreichen. Bereits im Vorfeld stößt das Konzept auf deutliche Kritik. DIW-Präsident Marcel Fratzscher bewertet die Vorschläge als nicht ausreichend, um die gesetzliche Altersvorsorge nachhaltig zu stabilisieren. Auch Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa fordert ein krisenfesteres System, das insbesondere den Umbrüchen durch Künstliche Intelligenz standhält und bestehende Sonderregelungen reduziert. Bringen die Vorschläge tatsächlich mehr Generationengerechtigkeit? Das ist unsere "Frage des Tages" an den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.
Am Montagabend haben die Beitrittsverhandlungen zum EU-Beitritt der Ukraine offiziell begonnen. Bei den ersten Gesprächen wurde vereinbart, zunächst über Themen wie Justiz, Grundwerteschutz und Sicherheit zu sprechen. Damit kommt nach zweijähriger Hängepartie wieder Bewegung in den Prozess zum EU-Beitritt. Die Ukraine hatte sich im Februar 2022, nach Beginn des russischen Angriffskriegs, um eine Aufnahme beworben. Bundesaußenminister Wadephul sagte in dem Zusammenhang, vor der Ukraine liege eine Wegstrecke. Dennoch gehe es um mehr als Symbolik. Der Verhandlungsbeginn sei ein "historischer Zeitpunkt für Europa und auch für die Ukraine". Sind die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine mehr als Symbolpolitik? Das ist unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.
Im französischen Evian hat gestern der Gipfel der sieben großen westlichen Industrienationen G7 begonnen. Bei dem Treffen wird es vor allem um das neu ausgehandelte Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran gehen. Es ist offenbar schon von beiden Seiten digital unterzeichnet worden und soll am Freitag unterschrieben werden. Mit diesem Abkommen soll die für die Weltwirtschaft so wichtige Meerenge wieder passierbar werden. Viele hoffen, dass dadurch die Ölpreise fallen. Mehrere Länder darunter Deutschland haben sich bereit erklärt, mit einer "rein defensiven" Mission die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu sichern, etwa durch Minenräumung. US-Präsident Trump äußerte sich zu diesem Vorschlag zurückhaltend, der Iran sogar ablehnend. Unsere Frage des Tages an den Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly lautet daher: Sollen die Europäer nach einem Abkommen die Straße von Hormus sichern?
Die Welt zu Gast bei Freunden – das war 2006 das Motto bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer in Deutschland, von der später nur noch als Sommermärchen gesprochen wurde. Im Vorfeld der WM in den USA, Kanada und Mexiko, die heute beginnt, beherrschen dagegen stundenlange Befragungen bis hin zu Einreiseverboten in die USA die Schlagzeilen. Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan – Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 – sollte als erster Referee seines Landes bei der Fußball-WM eingesetzt werden, wurde aber von der US-Grenzschutzbehörde zurückgewiesen. Die Spieler der iranischen Nationalmannschaft dürfen zwar zu ihren Spielen in die USA einreisen, müssen das Land aber sofort danach wieder verlassen. Iranischen Fans wird die Einreise komplett verwehrt. Das Gleiche gilt für Fans aus Haiti und vielen afrikanischen Ländern. Und selbst Fans aus Ländern, für die keine offiziellen Einreisebeschränkungen gelten, müssen damit rechnen, dass ihre Social-Media-Accounts bei der Einreise auf "anti-amerikanische Inhalte" überprüft werden. Ist die Welt bei der Fußball WM in den USA, Kanada und Mexiko also noch zu Gast bei Freunden? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.
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