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Vor 25 Jahren hat Klaus Wowereit mit seinem Satz "Ich bin schwul, und das ist auch gut so" ein politisches Signal gesetzt, das weit über Berlin hinauswirkte. Heute zeigt eine neue Studie, die das Marktforschungsinstitut IPSOS anlässlich des Pride Month erhoben hat: Die gesellschaftliche Zustimmung zu queeren Menschen nimmt weltweit offenbar ab.
Auch in Deutschland gibt es einen Negativtrend. Nur 44 Prozent der Deutschen halten es demnach für richtig, dass queere Menschen ihre sexuelle Orientierung offen ausleben. Gleichzeitig hat auch die queerfeindliche Gewalt in Deutschland im vergangenen Jahr weiter zugenommen.
Unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmannstiftung, lautet: Ist die offene Gesellschaft beim Thema Queerness wieder auf dem Rückzug?
Vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine reisen deutsche Wirtschaftsvertreter wieder offiziell zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg. Die Organisatoren laden zum Dialog ein, die Teilnehmer wollen wirtschaftliche Interessen Deutschlands sichern und Brücken bauen für die Zeit nach einem Waffenstillstand. Tatsächlich sind weiterhin zahlreiche deutsche Unternehmen in Russland aktiv, während Handel und Investitionen infolge der Sanktionen stark zurückgegangen sind. Zugleich bleibt das Forum ein Prestigeprojekt des Kremls und findet unter der Schirmherrschaft von Präsident Wladimir Putin statt. Auch AfD-Politiker werden am Wirtschaftsforum teilnehmen. Unsere Frage des Tages lautet: Sollten deutsche Wirtschaftsvertreter das Wirtschaftsforum in St. Petersburg besuchen? Es kommentiert Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.
Studierende sollten eigentlich mehr BAFöG erhalten. Das hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag festgelegt. Doch nun hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) mitgeteilt, dass sie nicht mehr damit rechnet. Wenn bei Pflegeversicherung und Elterngeld gespart werde, sei es nicht nachvollziehbar an anderer Stelle zusätzliche Leistungen zu versprechen. Das Bafög sei keine "Vollkasko-Versicherung", sagte die Ministerin, und ein Nebenjob habe noch keinem geschadet. Damit geht sie auf Konfrontationskurs zur SPD, die an der bereits vereinbarten Bafög-Reform festhält. Studierende seien "die kleiner werdende Generation, die mit ihren Ideen unseren Wohlstand sichern soll", sagt die SPD-Forschungspolitikerin Lina Seitzl. In sie zu investieren bedeute "in die Zukunft unseres Landes zu investieren." Wäre es richtig, auf eine BAFöG-Erhöhung zu verzichten? - Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet der Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly.
Peter Thiel – der umstrittene libertäre Tech-Milliardär und Vordenker einer postdemokratischen Rechten, der als Stratege und Geldgeber viel Einfluss auf die US-Politik hat – sollte sich Anfang Juni bei den Wiener Festwochen einer öffentlichen Diskussion stellen. Eingeladen hatte ihn Festwochen-Intendant Milo Rau, der als Regisseur für seine provokanten debattenpolitischen Projekte bekannt ist.
Doch am Wochenende folgte die Ausladung von Peter Thiel. Die mediale Kritik im Vorfeld war groß, Festivalkünstler hatten Auftritte abgesagt, und auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hatte von Milo Rau mehr Rückbesinnung auf die Kunst und weniger polarisierende Politik gefordert. Das externe Beratungsgremium hingegen, dem auch der Intendant der Berliner Festspiele, Matthias Pees, angehört, ist der Ansicht, dass diese Gesellschaft stark genug sein müsse, "um auch polemische, spaltende, unsolidarische, extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige Stimmen zu ertragen, ihnen entgegenzutreten, sie aufzudecken und ihnen entgegenzuwirken".
In unserer Frage des Tages auf radio3 fragen wir unseren Kommentator, den Journalisten und Publizisten Mohamed Amjahid: Peter Thiel von den Wiener Festwochen auszuladen – ist das eine vertane Chance?
CSU-Chef Markus Söder sieht sich mit ungewohnter Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert. Ausgelöst hat sie ein Pfingstbrief von CSU-Vize Manfred Weber, der mehr Ernsthaftigkeit, mehr Gemeinsinn und weniger Zeitgeist-Politik fordert - und damit auch den Kurs der Parteiführung infrage stellt. Während Söder dazu bislang schweigt, sprechen Parteivertreter von einem "unglücklichen" Brief, andere sehen darin einen notwendigen Denkanstoß für die Zukunft der CSU. Der könnte auch für die Union Auswirkungen haben. Unsere Frage des Tages lautet: CSU-Kritik an Markus Söder - zählt Inhalt wieder mehr als Show? Es kommentiert die Journalistin und Autorin Jana Hensel.
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