Was passiert eigentlich hinter der Bühne des Deutschen Radiopreises, bevor die erste Laudatio beginnt, der erste Künstler auftritt und die Kameras live auf Sendung gehen? Christopher Deppe und Daniel Hobein haben beim 17. Deutschen Radiopreis genau dort hingeschaut, wo das Publikum normalerweise nicht hinkommt: backstage, in den Regiewagen, in der Lichtregie und im Hörfunk-Ü-Wagen.
Deutscher Radiopreis 2026 im Hamburger Stage Theater an der Elbe (Bild: Deppe / RADIOSZENE)
Für ihren Spezial-Podcast haben die beiden Radiomacher vier Menschen getroffen, die maßgeblich dafür sorgen, dass eine der größten Veranstaltungen der deutschen Radiobranche am Ende möglichst mühelos aussieht: Kay-Christian Säger aus der Redaktion des Gesamtprojekts, Regisseurin Nadja Zonsarowa, Lichtdesigner Andreas Paeper und Produktionsingenieur Thomas Herter.
Eine neue Bühne, eine neue Herausforderung
Dabei wird schnell deutlich: Eine solche Show entsteht nicht erst, wenn am Abend die Musik einsetzt. Allein der Wechsel vom Stage Theater Neue Flora zum Stage Theater an der Elbe brachte zahlreiche neue Herausforderungen mit sich. Die kleinere Bühne veränderte die Möglichkeiten für Künstler, Kameras und Bühnenbild. Die Radiokabine musste deshalb sogar aus dem Bühnenbereich ins Backstage verlegt werden.
Deutscher Radiopreis 2026-Radiokabine (Bild: © Christopher Deppe / RADIOSZENE)
Gleichzeitig bot die neue Location spektakuläre Perspektiven auf Elbe, Hamburger Skyline und Landungsbrücken.
Deutscher Radiopreis 2026 – Blick auf Elbe und Hamburger Skyline (Bild: © Christopher Deppe / RADIOSZENE)
Kay-Christian Säger: 17 Jahre Radiopreis aus nächster Nähe
Christopher Deppe im Interview mit Kay-Christian Säger (Bild: © Daniel Hobein / RADIOSZENE)
Kay-Christian Säger, der den Deutschen Radiopreis seit dessen Anfängen begleitet und inzwischen im 17. Jahr dabei ist, erzählt, warum die neue Location bewusst gewählt wurde – und wie schwierig es ist, eine Show gleichzeitig für Fernsehen, Radio und Streaming zu konzipieren. Im Podcast geht es auch um die Frage, wie das Line-up entsteht, warum Künstler aus ganz unterschiedlichen musikalischen Welten aufeinandertreffen und weshalb manche Ideen erst im Laufe der Vorbereitung entstehen.
Säger gibt dabei auch einen Einblick in die Geschichte des Radiopreises und erinnert sich an besondere Künstler und Momente aus 17 Jahren. Dass dabei auch Namen wie Phil Collins oder Taylor Swift auftauchen, gehört zu den Geschichten, die zeigen, wie sich die Veranstaltung über die Jahre entwickelt hat.
Nadja Zonsarowa: Wenn zehn Kameras die perfekte Perspektive suchen
Christopher Deppe im Interview mit Nadja Zonsarowa (Bild: © Daniel Hobein / RADIOSZENE)
Regisseurin Nadja Zonsarowa nimmt die Hörer anschließend mitten hinein in die technische und dramaturgische Arbeit einer Liveproduktion. Rund zehn Kameras müssen sich an die Architektur des neuen Theaters anpassen. Ein Kamerakran ermöglicht neue Bilder, während gleichzeitig verhindert werden soll, dass die kleinere Bühne im Fernsehen auch kleiner wirkt.
Besonders anspruchsvoll sind Live-Schalten, bei denen nicht nur die eigene Show, sondern gleichzeitig eine weitere Veranstaltung technisch und dramaturgisch berücksichtigt werden muss. Zonsarowa erzählt, wie sie solche Situationen erlebt und wann für sie ein Deutscher Radiopreis wirklich gelungen ist.
Andreas Paeper: Warum Theaterlicht fürs Fernsehen nicht reicht
Christopher Deppe im Interview mit Andreas Paeper (Bild: © Daniel Hobein / RADIOSZENE)
Auch das Licht hat weit mehr zu tun, als einfach nur die Bühne hell zu machen. Andreas Paeper erklärt, warum ein Theater für eine Fernsehproduktion völlig neu gedacht werden muss. Während der Zuschauer im Saal eine dunkle Theateratmosphäre gewohnt ist, müssen für die Kameras auch Publikum, Moderatoren und der gesamte Raum sichtbar werden.
Rund 90 bis 100 zusätzliche Lampen kommen dafür zum Einsatz – ergänzt durch vorhandenes Showlicht aus dem Musicalbetrieb.
Besonders anschaulich wird es, wenn Paeper beschreibt, was passiert, wenn Theorie und Praxis aufeinandertreffen: Am Computer sieht das Lichtdesign perfekt aus – vor Ort entdeckt das Team plötzlich Durchblicke, technische Elemente oder andere Details, die in der Planung nicht berücksichtigt wurden. Dann wird während der Proben nachjustiert, um die gewünschte Illusion doch noch zu erzeugen.
Thomas Herter: Das Herzstück für den Radioton
Und schließlich geht es um das, was für Radiohörer am Ende entscheidend ist: den Ton. Thomas Herter sitzt im Hörfunk-Ü-Wagen und verantwortet gemeinsam mit seinem Team den Radioton, der live an mehr als 20 Radiostationen in Deutschland ausgespielt wird.
Thomas Herter im Hörfunk-Ü-Wagen beim Deutschen Radiopreis 2026 (Bild: © Christopher Deppe / RADIOSZENE)
Was auf den ersten Blick nach zwei Reglern klingt – Fernsehton plus Radiokommentar –, ist in Wirklichkeit ein komplexes System mit zahlreichen Ausweichmöglichkeiten. Denn für jede denkbare Havarie muss das Team vorbereitet sein.
Herter erklärt außerdem, warum ein Kompressor im Radioton eine wichtige Rolle spielt und wie dafür gesorgt wird, dass der Sound auch im Auto oder über unterschiedliche Senderketten möglichst gleichmäßig funktioniert. Und eine Frage dürfte gerade technisch interessierte Radiohörer interessieren: Was passiert eigentlich, wenn mitten in der Show eine Leitung ausfällt? Bisher, so berichtet Herter, ist beim Radiopreis glücklicherweise noch keiner der vorbereiteten Notfallpläne tatsächlich nötig gewesen.
Wenn hinter den Kulissen alles funktioniert
Der Podcast zeigt damit eine Seite des Deutschen Radiopreises, die während der eigentlichen Show unsichtbar bleibt. Hunderte einzelne Handgriffe, Entscheidungen und technische Abläufe müssen ineinandergreifen, damit am Ende alles selbstverständlich aussieht und klingt.
Deutscher Radiopreis 2026 – Bildregie (Bild: © Christopher Deppe / RADIOSZENE)
Und hinter dieser scheinbaren Selbstverständlichkeit steckt ein großes Team, das sich teilweise nur für diese Produktion einmal im Jahr trifft. Für viele Beteiligte ist der Radiopreis deshalb längst auch eine Art Familientreffen.
Vier Perspektiven auf eine Show
Christopher Deppe und Daniel Hobein beim Deutschen Radiopreis 2026 (Bild: © RADIOSZENE)
Kay-Christian Säger, Nadja Zonsarowa, Andreas Paeper und Thomas Herter erzählen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, was nötig ist, damit der Deutsche Radiopreis auf Bühne, Bildschirm und im Radio funktioniert.
Wer wissen möchte, wie viel Planung, Technik, Improvisation und Teamarbeit tatsächlich hinter dem Deutschen Radiopreis stecken, sollte deshalb hinter die Kulissen hören: Christopher Deppe und Daniel Hobein nehmen die Hörer im RADIOSZENE-Podcast mit dorthin, wo Kameras, Lichtpulte, Ü-Wagen und Regie ihre eigene Show veranstalten.
Hier ist der RADIOSZENE-Podcast Spezial Nr. 49: Backstage – So entsteht der Deutsche Radiopreis 2026
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