Dimensionen
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Dimensionen episodes

  • Heuschrecken hören

    Ein Porträt des Heuschreckenforschers Georg Derbuch

    Für viele Menschen gehören Heuschrecken einfach zum Sommer: ein Zirpen am Wegrand, ein Schwirren in der Wiese, ein Tier, das plötzlich zwischen den Halmen aufspringt. Für Georg Derbuch ist dieser Klang mehr als Hintergrund. Der 58-jährige Insektenforscher erkennt viele heimische Heuschreckenarten an ihrem Gesang. So wird aus einem sommerlichen Geräusch wissenschaftliche Information: Welche Arten leben hier? Welche fehlen? Und was sagt das über den Zustand einer Wiese? Auf einer Wiese bei Graz erzählt Derbuch von akustischer Feldarbeit, von gefährdeten Lebensräumen, von Heuschrecken als Zeigerarten und von einer Liebe zur Natur, die im genauen Hinhören beginnt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 07. 2026.

    Gestaltung: Kathrin Horvath

    25 min
  • Der Biber: Nützlicher Nager oder schwimmende Nervensäge?

    Er ist das größte Nagetier in Österreich, früher ausgerottet und seit 50 Jahren wieder heimisch: der Biber. Etwa 9000 Tiere (Stand 2020/21) leben hierzulande, Tendenz steigend. Für den Naturschutz ist er ein "Klimaheld", mit seinen Dämmen staut er Gewässer auf, fördert Feuchtgebiete und Artenvielfalt. Für Land- und Wasserwirtschaft, Forst und Fischerei ist der geschützte Biber ein Lästling, der Felder und Wiesen vernässt, Bäume fällt und Sträucher anknabbert. Betroffene Gemeinde fordern Klarheit und Härte gegen den Naturbaumeister, unerwünschte und überzählige Biber sollten vertrieben oder getötet werden. Biberfachleute kritisieren, dass es in Österreich kein einheitliches Monitoring der Biber gibt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 07. 2026.

    Gestaltung: Lukas Tremetsberger

    26 min
  • Exotenteilchen auf Dienstreise

    Unterwegs mit Antimaterie

    Antimaterie ist ein Spiegelbild der herkömmlichen Materie. Sie besteht aus Teilchen, die genauso schwer sind, aber eine umgekehrte Landung besitzen. Aus Elektron wird Positron. Auf natürlichem Weg entsteht Antimaterie nur sehr selten, aber in einem Experiment lässt sie sich gezielt herstellen, etwa am Genfer Kernforschungszentrum CERN. Dort gingen vor kurzem 92 der flüchtigen Antimaterieteilchen auf Reisen - eine Weltpremiere. Der Transport an einen anderen Ort könnte helfen, eines der größten Rätsel des Universums zu lösen: Warum gibt es mehr Materie als Antimaterie? Oder allgemeiner gefragt: Warum gibt es in unserem Kosmos eigentlich etwas und nicht vielmehr nichts? (Übernahme Deutschlandfunk 2026). - Diese Sendung wurde am 15. 07. 2026 in Ö1 ausgestrahlt.

    Gestaltung: Frank Grotelüschen

    26 min
  • Ein Streifzug durchs Tempelhofer Feld

    Und was man dabei über Schwarmintelligenz lernen kann

    Das Tempelhofer Feld ist die größte innerstädtische Freifläche der Welt und ein außergewöhnliches Naturrefugium im Herzen Berlins. Viele Tierarten, die sonst keinen Platz in der Großstadt hätten, haben hier einen Lebensraum gefunden. Bei einem Spaziergang über das Gelände gibt der Verhaltensbiologe Korbinian Pacher Einblick in sein Forschungsgebiet: Schwarmintelligenz und kollektives Verhalten. Dabei zeigt sich, welche Prinzipien das Zusammenleben von Tieren und Menschen verbinden. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 07. 2026.

    Gestaltung: Anika Haider

    25 min
  • Dürre in den Bergen

    Wie der Klimawandel den Wasserhaushalt der Alpen verändert

    Die Alpen gelten als "Wasserschloss Europas". Doch dieses Reservoir gerät zunehmend unter Druck. Steigende Temperaturen, geringere Schneemengen und längere Trockenphasen führen dazu, dass Flüsse bereits im Frühjahr Niedrigwasser erreichen und Böden schneller austrocknen. Dürre ist längst kein Randphänomen mehr, sondern betrifft Landwirtschaft, Energieproduktion, Trinkwasserversorgung und alpine Ökosysteme zugleich. Wie hat sich der Wasserhaushalt in den Alpen verändert? Was bedeutet weniger alpine Feuchtigkeit für das Wetter? Und wie muss sich das Wassermanagement in den Tälern, beispielsweise im Tiroler Ötztal, darauf einstellen? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 07. 2026.

    Gestaltung: Juliane Nagiller

    25 min
  • Wetterfühligkeit

    Wie man ein diffuses Phänomen erforscht

    Kopfweh, Narben- und Gelenksschmerzen, Schwindel, Gereiztheit, Nervosität - darüber klagen häufig Menschen, die sich selbst als wetterfühlig beschreiben. Davon unterschieden wird die so genannte Wetterempfindlichkeit, bei der sich die Symptome einer bestehenden Grunderkrankung bemerkbar machen oder verstärken. Bei einem Wetterumschwung ändern sich Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit oft gleichzeitig. Das erschwert gezielte Messungen. Bisherige Studienergebnisse sind mitunter sehr widersprüchlich. Bei der Erforschung von Wetterfühligkeit spielen meteorologische, biologische und psychologische Faktoren eine Rolle. Entsprechend multidisziplinär sind auch manche Ansätze, die Licht in das Forschungsdunkel dieses diffusen Alltagsphänomens bringen wollen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 07. 2026.

    Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

    25 min
  • Das Juli-Abkommen 1936

    Am 11. Juli 1936 unterzeichneten Österreich und das Deutsche Reich ein Abkommen, das - so die offizielle Begründung - die Beziehungen der beiden Staaten normalisieren sollte. Hitler-Deutschland hatte erklärt, die Souveränität Österreichs anzuerkennen. Die gegen Österreich verhängten Wirtschaftssanktionen, die Tausend-Mark-Sperre, wurden aufgehoben. Im Gegenzug verpflichtete sich Österreich zur Amnestie inhaftierter Nationalsozialisten und zu einer an Deutschland orientierten Außenpolitik. Zwei Vertreter der sogenannten "betont Nationalen" wurden als nationalsozialistische Vertrauensleute in die Bundesregierung aufgenommen. Was folgte, war die zunehmende Unterwanderung des politischen Machtapparates von innen und außen durch NS-Anhänger und Sympathisanten, der Anfang vom Ende. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 08. 07. 2026.

    Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

    25 min
  • Gründächer: Schutzschilder für die klimafitte Stadt

    egrünte Dächer gelten als Hoffnungsträger der klimafitten Stadt. Sie sollen Gebäude kühlen, Regenwasser speichern und die Artenvielfalt fördern. Vor allem in dicht verbauten Städten werden Gründächer deshalb zunehmend als unkomplizierte Antwort auf Hitzetage und Starkregen präsentiert. Expertinnen und Experten verweisen auf messbare Effekte beim Mikroklima und Wasserrückhalt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wo die Wirkung von Gründächern überschätzt wird und welche technischen oder wirtschaftlichen Grenzen es für sie gibt? Denn zwischen begrüntem Dach und wirksamer Klimaanpassung liegt oft mehr als nur eine Schicht Erde. - Eine Eigenprduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 07. 2026.

    Gestaltung: Florian Jauk

    25 min
  • Forschen hinter Gittern

    Wenn die Wissenschaft ins Gefängnis geht

    ohannes Müller ist ins Gefängnis gegangen. Als Forscher, nicht als Gefangener. Den Sportwissenschaftler interessierte, welche Möglichkeiten es in Haftanstalten gibt, Sport zu betreiben. Wer von den Häftlingen Sport macht und warum. Er hat sich wie ein Ethnologe unter die Insassen gemischt, lange Interviews geführt, ein wissenschaftliches Tagebuch geschrieben, mit den Häftlingen Sport betrieben. Und so vieles erfahren, was niemand auf Fragebögen angeben würde. Der Sozialarbeiter Dominik Bachmeier hat im Gefängnis Insassen trainiert - und parallel eine wissenschaftliche Arbeit über sie verfasst. Und die Humangeographin Anna Katharina Schliehe hat Monate im Knast verbracht, um zu erforschen, wie es den Frauen dort geht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 06. 07. 2026.

    Gestaltung: Hanna Ronzheimer

    25 min
  • Minneapolis-Saint Paul: Brennpunkt von US-Behördengewalt

    Open Space: Zu Gast sind die Zeithistoriker Maximilian Brockhaus und Martin Tschiggerl vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

    Die Metropolregion Minneapolis - Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota ist nach Beginn der Amtszeit von Präsident Donald Trump 2025 ein Zentrum beispielloser Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE geworden. Im Dezember 2025 begann die Operation Metro Surge. Die Gewalt richtete sich gegen MigrantInnen und gegen Protestierende. Im Jänner 2026 wurde die US-Bürgerin Renée Nicole Good von einem Beamten erschossen, zwei Wochen später der Krankenpfleger Alex Pretti. Unzählige Menschen wurden verhaften, von vielen ist ihr Verbleib noch immer unbekannt. Die Zeithistoriker Maximilian Brockhaus und Martin Tschiggerl waren im Rahmen von Forschungs- und Arbeitsaufenthalten 2024/25 in den "Twin-Cities" und berichten über ihre Erlebnisse und von Gesprächen mit Betroffenen.

    Moderation: Rosemarie Burgstaller

    25 min

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