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Der Philosoph von der Universität Tokio ist Gast im OPEN SPACE
Angesichts der zunehmenden Klimakrise verstärkt sich auch die ökologische Kapitalismuskritik: Wer das Klima und somit die Menschheit retten will, so das Argument, darf die Wirtschaft nicht so exzessiv wie in den letzten Jahrzehnten den Kräften des freien Marktes überlassen. In dieser Debatte ist Kohei Saito kein Unbekannter. Mit seinem Buch "Systemsturz. Der Sieg der Natur über den Kapitalismus" landete er vor wenigen Jahren einen Bestseller. Nun ist sein neues Buch "Am Ende des Fortschritts. Überleben in den Ruinen des Kapitalismus" erschienen. Der Philosoph hat auf Einladung der Universität Wien und der Akademie der Bildenden Künste Österreich besucht und seine streitbaren Lösungsvorschläge für die globale Krise präsentiert: eine Mixtur aus marxistischer Theorie, Degrowth-Ideen und "dunklem Sozialismus".
Interview: Alexander Behr
Und wie Istanbul sich darauf vorbereitet
Unter dem Marmarameer vor Istanbul treffen die eurasische und anatolische Kontinentalplatte aufeinander. Die sogenannte Nordanatolische Verwerfung ist eine der aktivsten seismischen Zonen der Welt - und das Gebiet vor den Küsten der Millionenstadt das einzige, in dem es seit über 250 Jahren kein Starkbeben mehr gab. Forschende sind sich einig: Die Energie, die sich seitdem durch die aneinander reibenden Platten aufstaut, wird sich irgendwann entladen. Und die Folgen werden fatal sein. Genaue Prognosen sind jedoch schwer zu stellen. Die Stadt bereitet sich mit Erdbebenübungen, neuen Bauvorschriften, Sanierungsprogrammen und einem stetig wachsenden Netzwerk an Sensoren vor. Angesichts der enormen Bevölkerungszahl und der schlechten Bausubstanz vieler Häuser bleiben die Herausforderungen groß. (Wh. v. 11. 02. 2026) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05. 08. 2026.
Gestaltung: Anika Haider
Österreichisches Deutsch und Dialekte unter Druck
Es ist kaum mehr zu überhören: Immer mehr junge Österreicher*innen sprechen deutsch klingendes Hochdeutsch. Zudem scheinen Dialekte immer mehr zu verschwinden. Was steckt hinter diesen Trends und haben sie vielleicht etwas miteinander zu tun, weil Sozialen Medien einen sprachlichen Uniformitätsdruck erzeugen? Erleben wir einen Verlust an sprachlicher Vielfalt oder einen Sprachwandel, in dem sich Herkunft, soziale Zugehörigkeit und Prestige neu ordnen? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 03. 08. 2026.
Gestaltung: Kaspar Arens
Open Space: Zu Gast sind die US-amerikanischen Sozialwissenschafler Quinn Slobodian und Ben Tarnoff
Mit Paypal hat Elon Musk die Finanzbranche aufgemischt, mit Tesla den Markt für E-Autos revolutioniert, nach seiner Übernahme Twitter kurzerhand auf rechts gedreht. Im US-Wahlkampf 2024 schwang er sich zum wichtigsten Unterstützer Donald Trumps auf, anschließend machte er sich mit DOGE, seiner Abteilung für Regierungseffizienz, daran, den amerikanischen Staat radikal umzubauen - was letztlich an seinem erratischen Führungsstil und seinem Zerwürfnis mit Donald Trump scheiterte. Die beiden US-amerikanischen Sozialwissenschaftler Quinn Slobodian und Ben Tarnoff haben mit "Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking" ein bemerkenswertes Buch vorgelegt. Und sie haben mit dem Begriff "Muskismus" einen Begriff eingeführt, der die Produktionsweise der Tech-Giganten beschreiben soll. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 07. 2026.
Interview: Alexander Behr
Ghanas Webtradition und Textilproduktion am Scheideweg
Spinnen und Weben zählen zu den ältesten Fertigkeiten der Menschheit. Doch vielerorts sind diese Traditionen bereits ausgestorben - zu verlockend die Zeitersparnis durch industriell gefertigte Stoffe. Nicht in Ghana. Während Österreich die manuelle Webproduktion bereits im 19. Jahrhundert aufgegeben hat, bemüht sich das westafrikanische Land bis heute um den Erhalt seiner Traditionen. Dazu zählt vor allem ein handgewebtes Hemd, der traditionelle "Fugu". Bereits in der Kolonialzeit haben europäische Mächte die afrikanische Kunst des Spinnens und Webens ausgebeutet. Heute bedrohen billige Kopien aus China und ausländische Übernahmen von Baumwollfabriken Ghanas Textilbranche. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 07. 2026.
Gestaltung: Joshua Mingers
In Genf wurde am 28. Juli 1951 das "Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge" unterzeichnet, das bis heute die Grundlage für das internationale Flüchtlingsrecht bildet. Die Genfer Flüchtlingskonvention entstand vor dem Hintergrund großer Fluchtbewegungen in Europa vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Das europäische sowie das österreichische Asylrecht ist der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet, doch die Verletzungen der Konvention häufen sich: Die Nichtannahme von Asylanträgen an den östlichen EU-Außengrenzen und die illegalen Pushbacks im Mittelmeerraum sind nur ein paar Beispiele. Diese Entwicklung findet auch vor dem Hintergrund statt, dass internationale Organisationen und völkerrechtliche Abkommen geopolitisch zunehmend in Frage gestellt werden. Und letztendlich ist das zwischenstaatliche Abkommen stets davon abhängig, dass es die Staaten auch einhalten wollen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 07. 2026.
Gestaltung: Katharina Gruber
Warum Wasseraufbereitung immer wichtiger wird
Fast jeder zweite Mensch, schätzt die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), wird bis 2030 in einer Region mit gefährdeter Wasserversorgung leben. Da geht es nicht nur um Trinkwasser, sondern auch um Wasser für die Industrie, die Pflanzenbewässerung und den Grundwasserkörper. Wenn die Wasserressourcen knapper werden, gewinnt die Aufbereitung von natürlichem und unbehandeltem Rohwasser an Bedeutung: Oberflächenwasser, verunreinigtes Wasser, verschmutztes Wasser muss gereinigt, Meerwasser entsalzt werden. Möglichst effizient, energiesparsam und lokal. Lösungen werden auch im noch wasserreichen Österreich entwickelt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 07. 2026.
Gestaltung: Ilse Huber
Im "Open Space" zu Gast: der friedenspolitische Theologe Wolfgang Palaver, der seinen Bekannten Peter Thiel kritisch analysiert.
"Für den Frieden kämpfen. In Zeiten des Krieges von Gandhi und Mandela lernen", so lautet der Titel des aktuellen Buches (Tyrolia-Verlag) von Wolfgang Palaver. Der Religionspädagoge, Germanist und Politikwissenschaftler lehrte über viele Jahrzehnte Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Innsbruck und war von 2013 bis 2017 Dekan der Theologischen Fakultät. Auch außerhalb der Universität ist der Friedensforscher Palaver tätig, zum Beispiel als Präsident von Pax Christi Österreich. Im vergangenen Jahr wurde er zum Vertreter der OSZE zur Bekämpfung von Intoleranz, Rassismus und Diskriminierung ernannt - und Palaver erregte mediale Aufmerksamkeit durch seine Bekanntschaft mit dem Milliardär und libertären Tech-Investor Peter Thiel. (Wh. v. 05. 02. 2026.)
Interview: Alexander Behr
Wie Zellen orchestriert sind
Der Abschluss des Humangenomprojekts im Jahr 2003 hat Wissenschaft und Medizin in ein neues Zeitalter geführt. Nun ist es erstmals möglich, transgene Organismen herzustellen und Krankheiten durch maßgeschneiderte Moleküle zu heilen. Trotzdem bleibt der Blick auf das Phänomen Leben im biotechnologischen Zeitalter seltsam antiquiert: Noch immer werden Lebewesen wie Maschinen betrachtet - und die Erfolge der Genetik haben zu diesem Zerrbild (der "Code" des Lebens!) ihren Teil beigetragen. Tatsächlich ist der Betriebsmodus von Organismen musikalisch statt mechanistisch. Lebewesen sind anpassungsfähig, sie improvisieren, sie gleiten und fließen durch die von der Physik errichtete Landschaft des energetisch Möglichen. Muster und Rhythmen bestimmen ihre Existenz. Zeit für einen musikalischen Perspektivenwechsel. (Wh. v. 04. 02. 2026) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 22. 07. 2026.
Gestaltung: Armin Stadler
Was bringen neue Formen der Erinnerungskultur?
Anfang dieses Jahres gab es weltweit noch etwa 196.000 Überlebende des Holocaust, etwa 450 davon in Österreich. Für die Zukunft stellt sich eine drängende Frage: Wie kann Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten lebendig bleiben, wenn die Stimmen dieser Zeitzeug:innen für immer verstummt sind? Eine Lösung bieten digitale Technologien, die es ermöglichen, Zeugnisse nicht nur aufzubewahren, sondern auch interaktiv erfahrbar zu machen. So lassen zum Beispiel KI-gestützte Rekonstruktionen Überlebende virtuell sprechen. Für die einen eine umstrittene Form der Erinnerungskultur, für die anderen ein legitimer Versuch, Gedenken lebendig zu erhalten. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 07. 2026.
Gestaltung: Sabrina Adlbrecht
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