DINItus

DINItus

By DINI e.V.Science
Download on the App Store

DINItus episodes

  • Christoph Walter - Studieren mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom

    Christoph Walter studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Ruhr West. Im Interview mit Ina Thiesies-Cremer gibt er Einblicke in seinen Studienalltag mit ADS und erklärt, welche Lernstrategien, didaktischen Ansätze und zentralen Unterstützungsangebote ihm als neurodivergentem Studenten besonders helfen.


    21 min
  • Zdzislaw Lipski - Arbeiten mit Blindheit

    Zdzislaw Lipski arbeitet am Helpdesk im Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIM) der Heinrich Heine Universität zu Düsseldorf. Er berichtet davon, auf welche Hürden er im Arbeitsalltag trifft und wie er diese überwindet. Außerdem engagiert er sich dafür, die Bedingungen für andere Blinde zu verbessern, auch an seiner Universität.

    Wie man Menschen bei Problemen mit ihren Rechnern hilft und welchen Wert Arbeit für ihn hat, berichtet er in der neusten Folge aus dieser Reihe.

    18 min
  • Tobias Klein - Arbeiten mit Schwerhörigkeit

    Tobias Klein arbeitet am Zentrum für Informations- und Medientechnologie an der Universität Siegen und ist gegenwärtig Vorsitzender des Personalrats.

    Was seine Schwerhörigkeit für seine Arbeit bedeutet, auf welche Hilfsmittel er zurückgreift, was ihm in Gesprächen hilft den roten Faden zu verlieren und was er im Zweifelsfall macht, wenn er doch verloren geganegen ist, schildert er in dieser Folge.


    Zusammenfassung:


    Cochlea-Implantate als technologische Basis

    Klein nutzt Cochlea-Implantate, die sich fundamental von herkömmlichen Hörgeräten unterscheiden. Bei diesem Verfahren wird eine Empfängerspule mit einem dünnen Elektrodendraht chirurgisch implantiert, der direkt in die Cochlea eingeführt wird. Die Stimulation erfolgt elektronisch, nicht über Luftschall – es wird gewissermaßen ein Sinnesorgan ersetzt. Diese Technologie kommt zum Einsatz, wenn konventionelle Hörgeräte keine ausreichende Sprachverständlichkeit mehr bieten. Seine Einsilberverständlichkeit stieg von 15 auf 60 bis 70 Prozent, was er als erheblichen Fortschritt bewertet.


    Technische Infrastruktur im Arbeitsalltag

    Für Videokonferenzen bereitet Klein sein Equipment 5 bis 10 Minuten vor: Ein Bluetooth-Pen muss mit dem System gekoppelt werden, um Audiosignale direkt in die Implantate zu übertragen. Dieser Prozess ist nicht immer reibungslos und erfordert zusätzliche Zeit. Neben dem Pen nutzt er herkömmliche, voll umschließende Kopfhörer als ergänzendes System. Diese sind schneller einsatzbereit und bei Telefonaten zuverlässiger. In lauten Umgebungen bieten sie zudem Noise-Canceling, das der Bluetooth-Pen nicht unterstützt. Klein kombiniert beide Technologien je nach Situation – bei Videokonferenzen dienen die Kopfhörer als Backup für zwischenzeitliche Anrufe. Keine der Technologien ist grundsätzlich überlegen; die Wahl hängt vom konkreten Kontext ab.


    Kognitive Belastung und kommunikative Strategien

    Die Arbeit mit Schwerhörigkeit erfordert generell erhöhte kognitive Anstrengung. Das Gehirn arbeitet kontinuierlich daran, aus teilweise unvollständigen Sprachsignalen sinnvolle Sätze zu konstruieren, was zu Nachlaufzeiten führt. In etwa 90 Prozent der Fälle gelingt die Kommunikation gut, doch in den verbleibenden 10 Prozent entstehen erhebliche Missverständnisse mit vollständig falscher Interpretation von Inhalten.


    Automatische Untertitel und KI-gestützte Unterstützung

    Die Entwicklung automatischer Untertitel hat sich durch KI-Fortschritte grundlegend verbessert. Besonders für gehörlose Menschen ohne klassische Sprachentwicklung eröffnen sie neue Teilhabemöglichkeiten, die vor einem Jahrzehnt kaum realisierbar gewesen wären. Klein selbst kombiniert Untertitel mit Lippenlesen – eine seit frühester Kindheit eingeübte Praxis, die die akustische Wahrnehmung erheblich ergänzt. Kritisch ist die Synchronisation von Audio und Video: Verzögerungen über 50 Millisekunden erschweren die Zuordnung von Lippenbewegungen zu Sprache erheblich.


    Datenschutz versus Inklusion

    Ein zentrales Spannungsfeld betrifft den Datenschutz. Klein positioniert sich klar auf der Seite der Inklusion: Überzogener Datenschutz behindere praktisch die Teilhabe, wenn er den Zugang zu notwendigen Unterstützungstechnologien verhindere.


    Barrierefreiheit an Hochschulen: Pragmatik vor Perfektion

    In seiner Rolle im Personalrat und der Schwerbehindertenvertretung hat Klein Studierende mit Hörbeeinträchtigungen unterstützt. Statt auf langfristige, technisch aufwendige Lösungen wie Induktionsschleifen zu warten, setzte er auf einfache, schnell umsetzbare Maßnahmen.


    Zukunftsperspektiven: Auracast

    Als vielversprechende Entwicklung nennt Klein Auracast, ein standardisiertes digitales Bluetooth-System für Funkübertragung über größere Entfernungen. Im Gegensatz zu analogen Induktionsschleifen oder Infrarotsystemen ermöglicht es eine digitale Übertragung zu Empfängern. Systeme mit 200 bis 300 Millisekunden Delay erzeugen störende Echos und seien unbrauchbar.

    23 min
  • Anne Haage - Barrierefreiheit mit KI Unterstützung

    Anne Haage arbeitet im Kompetenzzentrum digitale Barrierefreiheit NRW an der TU Dortmund und bildet den Auftakt zur unserer Reihe "Arbeiten mit Behinderung". Wir versuchen zu ergründen, was digitale Barrierefreiheit eigentlich heißt und wie generative KI dabei unterstützen können: sei es bei der Nutzung von Screenreadern, bei Lese-Rechtschreibstörungen oder bei der Generierung von Untertiteln oder Alternativtexten.

    18 min
  • BibKI - Uwe Dierolf

    Auskunft in der Bibliothek durch eine KI? Uwe Dierolf, Leiter der IT-Abteilung der KIT-Bibliothek Karslruhe, schildert im Interview mit Ute Engelkenmeier die Entstehung von "BibKI" als KI-Service-Chatbot, der alle Fragen rund um die Bibliothek (und noch viel mehr) beantwortet. Neben technischen Grundlagen verrät uns Uwe Dierolf auch, wie BibKI weiterentwickelt wird.
    BibKI - der Chatbot: https://chatbot.bibliothek.kit.edu/
    Dierolf, Uwe (2025): IT mit KI - Crawlen von Website-Inhalten für KI-Chatbots, b.i.t. online, 28 (2025), Nr. 3, https://www.b-i-t-online.de/heft/2025-03-nachrichtenbeitrag-dierolf.pdf
    Dierolf, Uwe et al (2025): Der KI-Chatbot "BibKI" der KIT-Biblitohek, Information – Wissenschaft & Praxis, vol. 76, no. 2-3, 2025, pp. 95-103. https://doi.org/10.1515/iwp-2025-2002
    Kontakt [email protected]

    22 min
  • DINItus - Die Weihnachtsfolge 2025

    Alle Jahre wieder - Die DINItus Podcastredaktion trifft sich zur Weihnachtsfolge unter dem Motto "Let it go" über Dinge, die man erfolgreich hinter sich lassen kann. Und davon gab es auch 2025 wieder einiges.


    Ina, Ute, Volker, Bert und Andreas wünschen allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.

    37 min
  • FDM Lernzielmatrix - Britta Petersen

    Britta Petersen von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel arbeitet im Bereich Didaktik Forschungsdatenmanagement. Grund genug für Bert Zulauf rauszufinden, was die Lernzielmatrix im Bereich Forschungsdatenmanagement ist, wem sie hilft und warum FDM schon im Studium relevant ist.


    Lernzielmatrix zum Themenbereich Forschungsdatenmanagement (FDM): https://zenodo.org/records/15025246

    Translation: Learning Objectives Matrix on the Topic of Research Data Management (RDM): https://zenodo.org/records/15846806

    Infos und Kontaktmöglichkeiten: https://www.forschungsdaten.org/index.php/Lernzielmatrix

     

    27 min
  • Das DINI Zertifikat

    Ist deine Open-Access-Publikationsplattform schon DINI ready?

    2025 wird das DINI Zertifikat turnusmäßig erneuert und auf der DINI Jahrestagung vorgestellt.

    Daher lassen wir uns von Dr. Kathrin Höhner von der TU Dortmund und Thomas Severiens von der Jade Hochschule noch mal in Ruhe erklären, was das DINI Zertifikat eigentlich ist und warum Einrichtungen und Wissenschaftler*innen DINI zertifizierte Plattformen für ihre Veröffentlichungen brauchen.


    Alle Infos zum Zertifikat finden sich auf der DINI Website:

    https://dini.de/dienste-projekte/dini-zertifikat

    Betreut und entwickelt wird das Ganze von der AG E-Pub

    https://dini.de/e-pub



    21 min
  • And the winner is: AIKA - KI-gestützte Integrations-App für Migrant:innen

    Platz zwei im DINI Wettbewerb 2023 / 2024 und ein Preisgeld von 1500 Euro gewann das Projekt "AIKA - KI-gestützte Integrations-App für Migrant:innen: Deutsch, rechtliche und politsche Bildung" eingereicht von Ali Kholmovaia, Tim Ushakov und Daria Gubina von der StAI Hub - student AI Hub Marburg.

    Ute Engelkenmeier hat Ali und Tim zu einem Interview eingeladen, um zu erfahren, wie AIKA Migrant:innen helfen kann, wie weit die App entwickelt ist und wie es mit dem Projekt weitergeht.

    15 min
  • Die DINI AG Personal stellt sich vor

    Fachkräftemangel - bei dem Wort sieht man schnell kollektives Kopfnicken, alle sind davon irgendwie betroffen natürlich auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Wie man diesen Herausforderungen begegnet, wird in der DINI AG Personal diskutiert. Ute Engelkenmeier trifft dafür Peter Leinen, Fachbereichsleiter Informationsinfrastruktur an der Deutschen Nationalbibliothek, und Antje Theisen, Bibliotheksdirektorin der Universität Rostock, berichten von der Arbeit in der DINI AG.


    Das zweite Vernetzungstreffen findet am 29.01.2025 statt, Informationen dazu findet man auf der DINI Webseite.

    21 min

About DINItus

From the publisher's feed

Der DINI Podcast über Technik und Service in der Hochschullandschaft