Heute begeben wir uns wieder einmal nach Bologna, wo gerade die Messe Slow Wine stattgefunden hat, zu der ich eingeladen war. Bologna ist die Hauptstadt der Region Emilia Romagna und war bereits Thema in einer vergangenen Folge. Auf der Messe ließ sich ganz eindeutig ein Trend feststellen: Orange-Wein. Dabei handelt es sich nun keineswegs um einen Wein, dem in irgendeiner Form Orangen zugesetzt wurden. Nein, das sind Weißweine, bei denen die Maische zunächst nicht vom Saft getrennt wird. Somit haben Kerne und die ausgepresste Beerenhaut länger Zeit, Gerbstoffe und Aromen abzugeben. Ein Rotwein erhält seine teils kräftige Farbe aus der Beerenhaut, und so verhält es sich auch beim Orange-Wein, der seine zarte Tönung, die zwischen bernsteinfarben und orange changiert, aus der Beerenhaut erhält. In Skandinavien sind diese Orange-Weine schon sehr begehrt, auf dem deutschen Markt ist die Nachfrage noch eher verhalten. Generell ist der Marktanteil solcher Weine noch sehr gering, liegt aktuell bei weniger als einem Prozent. Doch Experten meinen, dass der Wunsch nach möglichst ursprünglicher Ernährung auch das Interesse an Orange-Weinen erhöhen wird.