Im zweiten Kapitel des Romans "Die Adoption" wird die andere Hauptperson vorgestellt: der Pfarrer Hermann Klugkist Hesse (1884-1949), außerdem der Großvater des Autors, den dieser sehr wirklichkeitsgetreu darzustellen gesucht hat. Im Gegensatz zu Victor Blum eine ganz echte und nicht erfundene Person. Gottfried Abrath hat als Historiker deren Tagebücher bearbeitet und kennt sich daher bestens in diesem Leben aus, schon beinahe ungewöhnlich für einen Enkel. Gerade die langjährige Beschäftigung hat ihn auch auf die Idee zu dem vorliegenden Roman gebracht. Denn immer wieder trieb den Enkel um, warum auch sein so menschenfreundlicher Opa zwar viel und nachdenklich zu predigen wusste, dieser aber auch in seinen geheimsten Aufzeichnungen nur so wenig zu der Verfolgung der jüdischen Mitbürger*innen zu sagen wusste, geschweige denn, dass er öffentlich das Wort ergriff. War es Angst, war es schlicht ein Wegdenken von der Menschenvernichtung, war es Orientierung an den eigenen großen Sorgen um die Söhne? Hesse jedenfalls schaute immer wieder in die Vergangenheit und war in erster Linie betroffen von einer untergehenden Welt, zerrüttet von permanenten Alarmen und vor allem von dem großen Bombenangriff auf Wuppertal 1943. Eine Reise aber wird viel verändern.