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Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst, sieh’ den Menschen als Ganzes, aber achte auch auf die Details, sie machen ihn einzigartig. Waltraut Doering
Die Grundlagen für die Persönlichkeitsentwicklung sind gelegt, jetzt geht es um die Ausdifferenzierung. „Wer bin ich, was kann ich?“ Jetzt braucht das Kind mehr denn je Herausforderungen, an denen es wachsen kann. Manchmal braucht es auch Hilfe und Unterstützung, aber erforschen muss es die Welt selbst.
Das Bild vom Selbst und von der Welt wird komplexer. Dies wird besonders durch die weitere Vernetzung des Frontalhirns möglich. Im Mittelpunkt steht das Spiel. Aus den Symbolspielen des Kleinkindes werden Rollenspiele, die den Umgang mit der eigenen Identität („wer bin ich?“) in den Mittelpunkt stellen.
Die Inhalte im Einzelnen
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
Der Dialog in der Entwicklungsbegleitung
“Dialog ist der Weg, auf dem wir uns selbst und die Welt gemeinsam entwickeln. Im echten Dialog gibt es kein Ziel, nur gemeinsames Erkunden.” (David Bohm)
Der Dialog spielt in der Entwicklungsbegleitung eine zentrale Rolle: Er ist sowohl Ursprung als auch Weg der persönlichen Entwicklung. Er bildet die Grundlage, auf der Wachstum möglich wird, und zugleich den Prozess, durch den Menschen – besonders Kinder – sich gemeinsam mit anderen entfalten. Echten Dialog zeichnet aus, dass er kein festes Ziel verfolgt, sondern ein offenes, gemeinsames Erkunden darstellt. Dabei begegnen sich beide Partner als gleichwertige Subjekte.
Dialog bedeutet weit mehr als verbale Kommunikation. Er umfasst auch nonverbale Ebenen wie Körpersprache, Mimik und emotionale Resonanz. Wesentliche Voraussetzungen sind Offenheit, Akzeptanz und Empathie – die Fähigkeit, sich in das Gegenüber einzufühlen und dessen Perspektive zu verstehen. Im Unterschied zu einer Diskussion geht es im Dialog nicht darum, zu überzeugen oder recht zu behalten, sondern darum, gemeinsam zu verstehen und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Entscheidend ist, dass das Kind vom Erwachsenen nicht als Objekt behandelt wird, sondern als aktiver Partner, dessen Bedürfnisse und Gefühle wahrgenommen und ernst genommen werden.
Dialog ist keine Methode, die man erlernt, sondern eine innere Haltung. Sie beruht auf Respekt, Achtsamkeit und der Bereitschaft, sich im Kontakt mit dem anderen verändern zu lassen. So wird der Dialog zum Fundament gelingender Beziehung und Entwicklung..
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
"Erst wenn ich in meinem Körper zuhause bin, bin ich auch in der Welt zu Hause."
Körper und Bewegung sind zentrale Elemente menschlicher Entwicklung und Ganzheit. Schon vorgeburtlich fördern Bewegungen die Gehirnvernetzung, und auch nach der Geburt sind sie grundlegend für die kindliche Entwicklung. Emmi Pikler, eine ungarische Kinderärztin, betonte die Bedeutung freier Bewegung in einer sicheren, stabilen Umgebung – sie schenkt Kindern Freude und Selbstvertrauen. Begeisterung beim Bewegen aktiviert das limbische System, was laut Gerald Hüther „Dünger fürs Gehirn“ freisetzt.
Entwicklungsbegleiter*innen schaffen daher Räume, in denen Kinder sich frei und mit Freude bewegen können. Sie beobachten die individuellen Bewegungs- und Wahrnehmungsbedürfnisse des Kindes und unterstützen es gezielt, ohne Übungen vorzugeben.
Körpernahe Wahrnehmungen wie Gleichgewicht, Tiefenwahrnehmung und Hautwahrnehmung stehen in direktem Zusammenhang mit der Motorik. Um Sicherheit zu empfinden, brauchen Kinder „Umhüllung“ und Halt, ähnlich wie im Mutterleib. Erst aus dieser Geborgenheit heraus entsteht Lust auf Bewegung und Weiterentwicklung.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst, vertraue dir und vertraue ihnen, dann gibt es eine gute Grundlage für eine positive Entwicklung. Waltraut Doering
Mit der Geburt tritt das Kind in eine völlig neue Welt ein. Es kann die in den neun Monaten im Mutterleib aufgebauten Strukturen nicht unmittelbar umsetzen, weil die Bedingungen anders sind.
Wie gelingt der Übergang vom Mutterleib in die Welt? Was braucht der Säugling in den ersten Monaten? Wie entsteht Bindung? Und was muss geschehen, wenn das kleine Kind vom Schoß der Mutter in den Schoß der „Mutter Erde“ wechselt und die Welt erobern will?
Von „Ich brauche deinen Halt und Nähe“ bis „Ich kann alleine“. Vom tonisch-emotionalen Dialog zu den Spielen der Rückversicherung.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
„Das zentrale Bedürfnis des Menschen ist es, zu lieben und geliebt zu werden, und gleichzeitig sein eigenes Wesen zu bewahren.“ - Carl Rogers
Der Mensch hat zwei grundlegende Bedürfnisse: Verbundenheit (Geborgenheit, Zuwendung, Sicherheit) und Autonomie (Eigenwirksamkeit). Beide sind schon vor der Geburt vorhanden: Der Fötus ist mit der Mutter verbunden, wächst jedoch eigenständig. Nach der Geburt liegt es an den Bezugspersonen, diese Bedürfnisse weiter zu erfüllen – besonders durch intuitive Fürsorge, was heute nicht immer selbstverständlich ist. In der frühen Bindungsphase geht es um emotionalen und körperlichen Kontakt (tonisch-emotionaler Dialog). Später zeigt sich das Bedürfnis nach Autonomie, wenn Kinder beginnen, sich selbständig zu bewegen. Dabei suchen sie immer wieder Rückversicherung durch die Bezugsperson (Spiele der Rückversicherung) – ein Spiel der Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit. Diese Balance bleibt lebenslang bedeutsam. Sprachlich zeigt sich das bei kleinen Kindern in Aussagen wie „Ich alleine!“ oder „Hilf mir!“. Besonders in Übergangsphasen brauchen Kinder gezielte Begleitung. Wie Goethe sagte: Kinder brauchen Wurzeln (Verbundenheit) und Flügel (Autonomie).
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
“Emotionen sind nicht das Gegenteil von Vernunft. Sie sind eine notwendige Voraussetzung für rationales Denken.” - Antonio Damasio
Gefühle sind keine Gegenspieler der Vernunft, sondern deren Grundlage. Neurowissenschaftler wie Gerald Hüther und Antonio Damasio u. a. zeigen, dass jeder Gedanke und jede Entscheidung mit Gefühlen verknüpft ist. Diese entstehen im limbischen System noch bevor sie ins Bewusstsein dringen und beeinflussen unser Verhalten, Lernen und unsere Beziehungen.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
250912
Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst, vertraue dir und vertraue ihnen, dann gibt es eine gute Grundlage für eine positive Entwicklung. Waltraut Doering
Jedes Kind entwickelt sich im Wechselspiel zwischen Verbundenheit und Wachstum, zwischen Geborgenheit und Autonomie, zwischen Grenzen und Freiheit, zwischen Stabilität und Instabilität. All das geschieht in einer inneren Selbstorganisation und wird dem Kind nicht beigebracht.
Aber damit das gut gelingen kann, müssen bestimmte (Umgebungs-) Bedingungen gegeben sein.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
250912
“Das erste Wirkende eines Menschen ist sein SEIN, das zweite, was er TUT und das dritte erst, was er REDET.” (Romano Guardini)
Entwicklungsbegleitung ist keine Methode, sondern eine Haltung, die sich aus unserem Selbst- und Weltbild formt. Entscheidend ist unser „Sein“, nicht nur unser Tun oder Sprechen.
In der Begleitung von Kindern bedeutet Haltung, das Kind als Ganzes zu sehen – mit Körper, Seele und Geist – und nicht auf Probleme oder Fähigkeiten zu reduzieren. Jedes Verhalten eines Kindes hat für dieses einen Sinn. Indem wir gelungene Situationen betrachten, können wir erkennen, welche Bedürfnisse – z. B. nach Verbundenheit oder Eigenwirksamkeit – erfüllt oder unerfüllt sind. Statt sofort zu reagieren, hilft ein innerlicher Schritt zurück: Was löst das Verhalten in mir aus?
Haltung heißt, in den Dialog zu gehen – nicht das Kind zu verändern, sondern Beziehung zu gestalten.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
Wir gehen nicht von einer Idee, von einer Theorie oder von einer Methodik aus, sondern wir gehen vom Menschen aus. - André Stern
Entwicklungsbegleitung
Die Fortbildungsreihe
Grundgedanke
Zielgruppe
Ziel
Der Gewinn ist, dass du erkennst, wie sich die Entwicklungsschritte individuell zeigen und du deine eigene Antwort darauf genauso individuell geben kannst. So kommst du gemeinsam mit den Kindern von der Erziehung zur Beziehung und zu einem gemeinsamen Wachstum.
Dir ist es wichtig, eine Balance zwischen persönlichem Wachstum und beruflicher Entwicklung zu finden.
Mit praktischen Übungen, innovativen Methoden und Fallbesprechungen bieten wir dir Räume, in denen sowohl deine Arbeit als auch deine persönlichen Bedürfnisse Platz finden. Unsere Ansätze fördern neue Perspektiven und aktivieren dein Potential.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
“Kinder kann man nicht erziehen, sie machen einem sowieso alles nach.” - Waltraut Doering
Wenn das oben genannte Zitat stimmt, dann wirkt in erster Linie nicht das, was der Erwachsene vom Kind will, was er für Ziele oder Vorstellungen hat, sondern wie er sich selbst verhält. Und dieses Verhalten resultiert aus der Art und Weise seines eigenen SEINs.
Für die Wirkung der Entwicklungsbegleitung ist es deshalb wichtig, dass der Erwachsene sich seiner Vorstellungen, Wünsche und Ziele bewusst ist und dann, wenn er in Kontakt mit dem Kind tritt, diese zunächst einmal zurückstellt und offen ist für das, was das Kind ihm zeigt.
Gerald Hüther (Neurobiologe) betont immer wieder, dass wir Kinder nicht als Objekte betrachten sollen und sie nach unseren Vorstellungen formen wollen. Im Kind ist von Geburt an alles enthalten. Wir müssen nichts hineintun, sondern dafür sorgen, dass das, was vorhanden ist, sich entwickeln/entfalten kann.
Dieser Gedanke wurde nicht von der Entwicklungsbegleitung formuliert, sondern bezieht sich auf viele Pädagog*innen, wie z. B. Montessori, Fröbel und andere.
Wichtig bei diesem Prozess ist, dass die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen – Verbundenheit und Autonomie – berücksichtigt und erfüllt werden. In diesem Sinne ist für die Kinder Akzeptanz, Zuwendung und Zuneigung genauso wichtig wie die Möglichkeit, selbstwirksam tätig zu sein und sich Herausforderungen zu stellen.
In der Entwicklungsbegleitung wirkt vor allem, wenn die Entwicklungsbegleiter*innen sich ihrer eigenen Haltung/Einstellung bewusst sind, offen auf das eingehen können, was die Kinder ihnen zeigen und sich gemeinsam mit den Kindern weiterentwickeln.
Wenn ich als Entwicklungsbegleiter*in eine Bereitschaft zur Veränderung habe, dann wird sich auch das Kind verändern.
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EntwicklungsBegleitung Kurz und Gut
250912
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