Laktosetoleranz, Eroberergeist, hoher IQ - das sind einige wenige der positiven Eigenschaften, die wir unseren Indogermanischen Ahnen verdanken. Das Wissen um die Herkunft unserer Supergene ist das A und O unseres Selbstverständnisses.
Wer also sind die Indogermanen? Sprachwissenschaftler verstehen darunter lediglich eine Sprachfamilie, die sich von Europa bis nach Indien erstreckt. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz. Neben der Sprache verbinden diese Völker auch Kultur, Mythologie und Blut.
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Sprache: Obwohl die Indogermanische Ursprache (PIE) nicht schriftlich überliefert ist, konnten Linguisten durch den Vergleich der Nachfolgesprachen (Englisch, Spanisch, Hindi, etc.) Teile der Sprache rekonstruieren. Die Sprachen von Island bis Indien sind alle verwandt.
Die Wörter aus dem PIE-Wortschatz deuten auf Viehzucht (Kuh = *Gʷṓws, Pferd = *Éḱwos), Mobilität (Rad = *Kʷekʷlo), Patriarchat (Bildung von femininen Substantiven aus maskulinen Formen), Vater als Hauptgott (= *Dyḗus ph₂tḗr) und kriegerische Art (Krieger = *Kóryos) hin.
Gene: DNA-Analysen von Skelettfunden deuten die Urheimat der Indogermanen vor ca. 6000 Jahren in der pontisch-kaspischen Steppe (Ostukraine und Südrussland). Sie sind eine Mischung aus robust gebauten Mammutjägern aus der Steppe und Jägern&Sammlern aus dem Kaukasus.
Eine wichtige Entwicklung ist die Domestizierung von Nutztieren (Kühe und Pferde). Da sie begannen Milch zu trinken, haben sich die Gene für Laktosetoleranz (entstanden durch Mutation) durch natürliche Selektion bei den Proto-Indogermanen (Jamnaja) nach und nach durchgesetzt.
Diese Entwicklung im Genpool der Jamnaja hat unsere Ernährungsweise für immer revolutioniert. Es wurden die perfekten Voraussetzungen für ein Kriegervolk geschaffen. Sie waren aufgrund von Pferden, Wagen und tierischer Nahrung (Milch) hoch mobil.
Gleichzeitig sind tierische Produkte reich an Eiweiss, was die Jamnaja grösser, stärker und robuster machte als ihre Nachbarn. Die ersten Bronzeschwerter begünstigten ihre Expansion nach Europa und Indien, die vor etwa 5000 Jahren begann. Die Geburt eines Kriegervolkes.
Mit den Proto-Indogermanen kamen auch ihre Y-DNA-Haplogruppen nach Europa. Y-DNA-Haplogruppen werden über das Y-Chromosom vererbt, das nur von Vätern an ihre Söhne weitergegeben wird. Menschen mit der selben Y-DNA-Haplogruppe haben einen gemeinsamen männlichen Ahnen.
Die Proto-Indogermanen haben allen voran die R1a und R1b Y-DNA-Haplogruppen in Europa verbreitet. Das deutet darauf hin, dass sie sich nach ihren Invasionen mit den Frauen der eroberten Völker fortgepflanzt haben.
Die Jamnaja, die sich später zur Corded Ware Culture weiterentwickelten, waren sowohl in der Steppe als auch in Skandinavien harten Wintern ausgesetzt, was sich sehr positiv auf den IQ auswirkte. Gemeinsam mit den Westlichen Jägern und Sammlern (WHG) und den Frühen Neolithischen Bauern (EEF) sind die Proto-Indogermanen (Jamnaja) eine von drei Entstehungspopulationen Europas.
Sie drangen von der Steppe bis nach Skandinavien und Iberien vor, wobei sie sich die Frauen der WHG und EEF nahmen. Dabei ist eine neue Gesellschaftsstruktur mit biologischem Kastensystem entstanden indem sie an der Spitze waren. Die Geburt Europäischer Aristokratie.
Mythologie: Heidentum und Hinduismus gehen beide auf die Proto-Indogermanische Mythologie zurück. So ist bspw. der bereits erwähnte Himmelvater *Dyḗus ph₂tḗr bei den Griechen als Zeus, den Römern als Jupiter, den Germanen als Odin und den Indern als Dyaus bekannt.
Ein weiteres Beispiel ist der Mythos vom Drachen-(oder Schlangen-)töter. Wir kennen ihn als Siegfried oder St. Georg, die Griechen als Perseus, die Hethiter als Tarḫunz und die Indischen Veden als Indra (der in der Rigveda als blonder Eroberer porträtiert ist).
Zu verstehen wer die Indogermanen waren, bedeutet zu verstehen wer wir selbst sind. Nahezu jeder Aspekt unseres Lebens hat Indogermanische Wurzeln. Wir sind unsere Ahnen.
Da dieser Artikel eine Zusammenfassung des Themas ist, werden in naher Zukunft weitere Artikel folgen, um bestimmte Sachverhalte zu vertiefen (Sprache, DNA, Mythologie, Gesellschaft, etc.) Fragen und Anmerkungen gerne in den Kommentaren. Bis bald!
Über den Autor: Felix Hug ist Schweizer, Anhänger der Populationsgenetik und Indogermanist. Auf X folgen.
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