Über Konsequenz, Natur und eine Bewegung zwischen Aufbruch und Ankommen
22 Jahre wirkte Andrea Schäfer v. Hochknopf im Medienumfeld.
Im Jahr 2020, durch „Corona“ bedingt, setzte sie eine klare Grenze.
Eine frühere traumatische Erfahrung durch Sauerstoffmangel machte das Atmen unter Maskenpflicht für sie unmöglich. Gleichzeitig erreichte die mediale Zuspitzung eine Intensität, die sie innerlich nicht mehr tragen konnte – und auch nicht mehr tragen wollte.
Sie ging – ohne Vorbereitung, ohne Absicherung und ohne einen konkreten Plan.
Diese Entscheidung war eine Konsequenz.
Und sie öffnete einen Raum, der weiter war als alles zuvor.
Mit diesem Schritt fielen äußere Sicherheiten weg. Vermeintliche Stabilitäten lösten sich auf. Gewohnte Strukturen standen nicht mehr zur Verfügung. Was folgte, war eine Phase radikaler Selbstkonfrontation.
Sie beschreibt diese Zeit als Irrfahrt – eine Bewegung durch Unsicherheit, durch Angstprogramme und alte Sicherheitsmuster. Keine Suche nach etwas Neuem, sondern eine Loslösung von dem, was nicht mehr stimmte. Eine Grenze, die in eine Form von Weite führte. Eine Entscheidung, bei der Schleier fielen.
Es ging um Wahrhaftigkeit.
Um die Bereitschaft, auch ohne äußeren Rahmen in der eigenen Authentizität zu bleiben.
Ein Bild begleitete sie seit Jahren: im Rhythmus der Natur zu leben. Von Tieren geweckt zu werden statt vom Wecker. Jahreszeiten zu erleben statt Taktungen zu folgen.
So trat ein Stück Land in ihr Leben. Die Idee eines essbaren Waldgartens fand einen konkreten Ort. Noch ist nichts vollendet, doch die Richtung steht: Rückverbindung zur natürlichen Ordnung – und das Schaffen von Resonanzfeldern, die andere wieder an ihre eigene Natur erinnern.
Es geht um die Natur des Menschen selbst. Um jene innere Beschaffenheit, die unter Beschleunigung, Technikdominanz und Dauererregung zunehmend überlagert wird.
Die Natur wurde für sie Heil- und Resonanzraum. Ein Raum, der an die Beseeltheit des eigenen Selbst erinnert – an das, was unter all den Schichten unverändert vorhanden ist.
Eine Konstante blieb die Steinbildhauerei. Das Bildhauen war Begegnung. Ein Dialog in Stille. Zentrierung. Sammlung. Präsenz entstand im Tun selbst. Auch heute wirkt diese Erdung weiter.
Der Schritt in die Öffentlichkeit geschieht nun aus einer veränderten inneren Verfasstheit. Natur, Kunst und unternehmerisches Handeln greifen ineinander. Es geht um die Integration der eigenen Natur in wirtschaftliche und gesellschaftliche Räume.
Ein Motiv zieht sich durch ihren Weg: Frieden. Als innere Ausrichtung. Als gelebte Praxis. In Zusammenarbeit mit Anne-Kathrin Gütler entsteht derzeit eine Initiative, die Gestaltung, Beteiligung und wirtschaftliches Wirken verbindet. Geplanter Start ist Ostern 2026.
Andrea Schäfer v. Hochknopf steht für eine Bewegung zwischen Aufbruch und Ankommen. Für die Kraft einer Grenze, die in Weite führt. Und für die Entscheidung, aus innerer Zentrierung heraus sichtbar zu werden.
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