Der Begriff der Klasse ist seit Jahren wieder zurück in der europäischen Literatur, angestoßen von AutorInnen wie Didier Eribon, Annie Ernaux oder in Deutschland Christian Baron, die über ihren Weg vom Proletariat in den bürgerlichen Kulturbetrieb schrieben. Zu dieser "neuen Klassenliteratur" kann man in gewisser Weise auch die autobiographischen Bücher Olivier Davids zählen, der aber nicht nur über seine persönlichen Erfahrungen mit Armut und Segregation der Klassengesellschaft berichten will, sondern daraus als Kommunist auch explizite politische Schlussfolgerungen zieht. Mit Olivier habe ich mich anlässlich des Erscheinens seines neuesten Buches "Die Armen liefern die Leichen" über seine Sozialisation und Politisierung, die Rolle von Literatur im Klassenkampf und darüber unterhalten, wie aus Empörung Handeln werden kann.