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Nun ist der Brustkrebs zum dritten Mal zurück, dieses Mal mit Metastasen im Körper. Dazu kommt die unheilbare Lungenkrankheit. "Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Ersticken", sagt Anette Hungerbühler.
An sehr guten Tagen geniesst sie einen Ausflug. An guten Tagen löst sie ein Puzzle. "Leider bin ich oftmals schwach und kann dann nichts machen, liege nur da. Da ist es eine grosse Bereicherung, wenn der Hospiz-Dienst da ist", sagt die 51-Jährige.
Patrizia Altherr ist freiwillige Mitarbeiterin beim ambulanten Hospiz-Dienst St.Gallen. Die ehemalige Krankenschwester hat selbst Multiple Sklerose und daher mit ihrer Erwerbsarbeit aufgehört. "Auf der Onkologie am Kantonsspital St.Gallen konnte ich Menschen zwar beim Sterben begleiten, hatte aber zu wenig Zeit, um wirklich bei ihnen zu sein. So kam ich zum Hospiz-Dienst", sagt sie. Regelmässig besucht sie nun Anette Hungerbühler und verbringt Zeit mit ihr.
Podcast-Gastgeber Gabriel Imhof hat die beiden Frauen getroffen. Darüber sprechen sie in dieser Podcastfolge:
01:04 Warum engagiert sich Patrizia beim Hospiz-Dienst?
01:58 Weshalb arbeitet Patrizia nicht mehr als Krankenpflegerin?
03.38 Hat Patrizia Angst vor dem Tod?
05:53 Warum will Anette über den Tod sprechen?
06:49 Wie lange hat Anette voraussichtlich noch zu leben?
07:16 Ist Anette traurig, dass sie bald sterben wird?
08:17 Wann hat Anette realisiert, dass sie todkrank ist?
09:30 Einsamkeit durch Krankheit und Coronaviruspandemie
10:34 Wie haben Anette und Patrizia sich kennen gelernt?
11:13 Welche Aufgaben hat Patrizia beim mobilen Hospiz-Dienst?
11:48 Was ist der Brückendienst und weshalb ist er so wichtig?
14:48 Woran ist Anette genau erkrankt?
16:05 Hat Anette eine «Bucketlist»?
19:00 Hat Anette Angst vor dem Tod?
20:45 Zieht Anette Kraft aus einem Glauben an Gott?
Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann abonniert ihn und empfiehlt ihn gerne weiter. Wir freuen uns über eure Kommentare und Nachrichten via Kontakt - Fadegrad - Podcast der Kirche in der Ostschweiz oder direkt auf unser Mail: [email protected]
DER AMBULANTE HOSPIZ-DIENST ST.GALLEN
Wenn Ihr Kontakt mit dem Hospiz-Dienst St. Gallen aufnehmen möchtet, könnt ihr dies hier tun:
Hospiz-Dienst St. Gallen
Marktplatz 24
9000 St. Gallen
Telefon: 071 222 78 50
www.hospiz-dienst-sg.ch
MEHR ZUM THEMA STERBEN, TOD und TRAUER
Im November 2021 durften wir Daniela Palacio in der Villa Jacob, dem stationären Hospiz St. Gallen, besuchen. Daniela, die dort die Pflegeabteilung verantwortet, hat uns durch die schönen Räumlichkeiten geführt, die den Sterbenden und ihren Angehörigen einen würdevollen Abschied ermöglichen sollen. https://open.spotify.com/episode/0oKa1yCsdF40mDHwNV5Mkt?si=231cf28f85c34718
"Blutgruppe F!"
Der Glaube an Jesus Christus spielt für den Kommandanten dabei eine tragende Rolle, wie er Sam beschreibt.
Du möchtest mehr über die St. Galler Feuerwehr erfahren?
Das Weihnachtsoratorium von Bach bringt wie nur wenige Musikwerke die weihnachtliche Seligkeit auf den Punkt: die schiere Freude, die Aufregung darüber, dass Gott sich der Welt in der Verletzlichkeit eines Kindes offenbart.
Dass eines der weltbesten Ensembles quasi „gleich um die Ecke“ liegt und in Trogen die Werke von Johann Sebastian Bach zum Klingen bringt, ist vermutlich Wenigen bewusst. Erst kürzlich präsentierte das Orchester der J.S. Bach-Stiftung die Johannespassion am Bach-Fest in der Thomaskirche in Leipzig – einer der grossen Wirkstätten Bachs. Das gleicht einem Ritterschlag.
Dass das Projekt so erfolgreich ist, geht zu einem grossen Teil auf Rudolf Lutz zurück. Er ist der künstlerische Leiter, Dirigent und das Mastermind, wenn es um die Interpretation der Werke geht. Auf Initiative von Stiftungsgründer Konrad Hummler sollen alle Vokalwerke Bachs aufgeführt und in Bild und Ton aufgezeichnet werden. 2006 startete die Stiftung mit der ersten Kantate. 2027 soll das ehrgeizige Ziel erreicht werden.
Da die Stiftung über die Schweiz hinaus Musikliebhaberinnen erfreut, hat Podcast Gastgeber Gabriel Imhof dieses Gespräch ausnahmsweise auf Hochdeutsch geführt.
Die Musik wurde mit freundlicher Genehmigung von der J.S.Bach-Stiftung aus St. Gallen zur Verfügung gestellt.
Kommt mit auf eine Reise mit Ruedi Lutz zu Johannes Sebastian Bach und dem Weihnachtsoratorium...
Viel Spass!
Rudolf Lutz erzählt bei Minute
02:16 über die J.S. Bach-Stiftung St. Gallen
02:42 über die Faszination "Bach"
05:00 über das ehrgeizige Ziel der Stiftung
09:24 darüber, wie das Interesse an der Musik Bachs geweckt werden kann.
13:10 über das Erlebnis in der Thomas Kirche Leipzig
15:30 wie er musikalische Exzellenz erreicht
19:14 wovor er am meisten Angst hat.
22:06 über seine geistliche Entwicklung
26:29 was er noch erreichen möchte
31:18 eine kleine Weisheit zum Schluss. 😉
Wenn ihr mehr zu Rudolf Lutz erfahren möchtet, dann schaut vorbei auf seiner Seite www.rudolflutz.ch oder auf der Seite der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen: www.bachstiftung.ch. Die Aufnahmen stammen aus dem Album „Weihnachtsoratorium“ der JS Bachstiftung, welches in den Jahren 2017 bis 2020 in der evangelischen Kirche Trogen aufgenommen wurde (mit Ausnahme der kurzen Sequenz auf Minute 10:43 - Matthäuspassion, Orchester der J.S. Bach-Stiftung, 2012).
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#Bach #JSBach #RudolLutz #BachStiftungSG #Kultur #Musik #Kunst #GallusMedia #Barock #Weihnachten #Oratorium #GeistlicheMusik #Advent
Familie Egger lebt für das Licht. Seit 67 Jahren ist Elsa Egger schon in der Kerzenmanufaktur Hongler tätig. Ihr Sohn Thomas Egger ging zunächst eigene Wege als Grafiker, bevor er in den Familienbetrieb zurückkehrte, als neunte Generation. Die älteste Kerzenmanufaktur der Schweiz steht vor einem Problem: Kerzen bestehen zum grössten Teil aus Erdölgatsch. Gibt es nachhaltige Kerzen-Trends?
Das sind die Themen des Podcasts:
00:00 Intro & Vorstellung Thema bzw. Gäste
02:06 Entweder-Oder mit Elsa und Thomas Egger
06:37 Der hektische Advent
08:28 Die universelle Bedeutung von Licht
10:55 Angst vor Blackout und Kerzen-Notvorrat
14:05 Wie sich die Kerzenmanufaktur in 300 Jahren verändert hat
17:58 How to: eine Kerze pflegen
20:17 Der ideale Ort, um eine Kerze zu lagern
24:11 Von der Schreibmaschine zu Social Media & andere Änderungen im Betrieb
25:22 Blick hinter die Kulissen eines Familienbetriebs
28:18 Spiel mit dem Feuer: Brand in der Kerzenmanufaktur
30:14 Tipps, damit nur die Kerze und nicht der Christbaum brennt
31:08 Nachhaltige Kerzen aus Raps-, Kokos-, Bienen- oder Olivenwachs vs. Paraffin
37:12 Wird es immer Kerzen geben?
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"Hoffnung wird erwartungslos geschenkt."
So die Idee, der Grundgedanke der Organisation CupofColor, die von Rahel Lam und ihrem Mann Damon gegründet wurde. In einem berührenden Gespräch erzählt Rahel der Podcast Host Sam de Keijzer wie es zu der Arbeit von CupofColor kam, wie diese aussieht und was für Geschichten sie schon erlebt haben. In verschiedenen Ländern, bei unterschiedlichsten Communities.
Riesige Wandbilder, hausfassadengross, spenden Hoffnung an Orten, wo sie vergessen zu sein scheint: sei es in Indien für Frauen, die sich für Geschlechtsverkehr verkaufen oder in Rumänien, wo ein Dorf stille Armut erlebt.
Doch wie kommen sie an die Wände? Wer bemalt sie? Und welche Geschichten entstehen vor Ort? Fragen, die Rahel lebendig und emotional zu erzählen versteht.
Eine auseinandergerissene Familie künstlerisch wieder zusammenzubringen haben sie sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht, die berührende Geschichte von Lian und seiner Pandafamilie an der Wand, treibt Sam immer wieder die Tränen in die Augen.
Auch der Umgang mit schwierigen Schicksalsschlägen und Rahels Glaube sowie ihre Zweifel kommen zur Sprache.
Und wie eine St. Galler Berneckerin und ein Mann aus Hong Kong sich finden und eine Familie und eine Organisation gründen, erzählt Rahel uns ebenfalls.
Alles in allem eine sehr emotionale und spannende Folge, die nachdenklich und hoffnungsvoll macht.
Wer mehr über die Organisation erfahren will: https://www.cupofcolor.org/
Vor 43 Jahren schaufelte Herbert Nafzger zum ersten Mal ein Grab. Erst half er seinem Vater am Friedhof, später wurde er selbst Bestatter. Zusammen haben die Nafzgers halb Romanshorn unter die Erde gebracht.
Darüber spricht Bestatter Herbet Nafzger mit Ines Schaberger im fadegrad-Podcast:
01:33 So entstand der Friedhof vor 150 Jahren...
02:05 So hat sich die Begräbniskultur gewandelt
02:42 Warum Gemeinschaftsgräber immer beliebter werden
03:48 Was Herbert Nafzger als Bestattungsbeauftragter noch tut
04:43 Das Schönste am Beruf des Bestatters
05:27 Asche am evangelischen Friedhof bestatten oder im Wald verstreuen?
06:54 Angst vor dem Tod?
07:32 Die traurigste Beerdigung für den Bestatter
07:48 Gibt es Beerdigungen, bei denen niemand dabei ist?
08:40 Wie wurde Herbert Nafzger Bestattungsbeauftragter?
09:33 Woran denkt man beim Ausbuddeln eines Grabes?
10:27 Die Leichenhalle
10:55 Welche Rolle Friedhöfe für unsere Gesellschaft spielen
Es ist laut auf dem Friedhof. Mal brummt ein Rasenmäher, mal ein Bagger, zwischendurch ertönt lautes Hämmern. 100 Wohnungen entstehen gleich neben dem evangelischen Friedhof Romanshorn. Beschweren sich die Angehörigen über den Lärm? «Nein», sagt Herbert Nafzger. Der Baulärm lasse sich nicht vermeiden, und immer sei es nicht so laut.
Nafzger kennt den Friedhof wie kein Zweiter. 5000 Verstorbene hat er bestattet, schätzt er. Als der gelernte Gärtner das Amt von seinem Vater übernahm, hiess es noch Totengräber. Heute ist er Bestattungsbeauftragter. Ist der Tod aus der Berufsbezeichnung verschwunden, weil er ein Tabu ist? «Möglich», meint Nafzger. «Manche Menschen setzen sich ein Leben lang nicht mit dem Tod auseinander – ist es dann so weit, dann sind sie überrascht», stellt der 62-Jährige nüchtern fest.
Mit 19 Jahren hat Herbert Nafzger zum ersten Mal ein Grab ausgehoben. Mit Spaten, Schaufel und Schubkarre. Was geht ihm beim Schaufeln durch den Kopf? «Wenn du mit jedem Spatenstich tiefer buddelst, da verändert sich das Weltbild», erzählt er. Die Arbeit erledigten die Hände, der Kopf aber habe Zeit zum Nachdenken. «Da nebenan liegt der Hans», denke er dann etwa, «und da vorne jene Frau, die so früh an Krebs gestorben ist.»
Die meisten Menschen, die Herbert Nafzger heute bestattet, kannte er persönlich – auch ihre Kinder, wenn sie zum Trauern auf den Friedhof kommen. «Das ist manchmal fast wie eine Klassenzusammenkunft.» Ihre Rückmeldungen sind es, die ihn für seine Arbeit motivieren. Dass sie sich über das schön bepflanzte Grab freuen. «Das ist mein Berufsstolz. Denn der Friedhof ist nicht nur für die Toten da, sondern auch für die Lebenden.»
Dem Podcast liegt eine gemeinsame Recherche mit dem Kirchenboten zugrunde.
Text: Stefan Degen
Am 17. November 2022 wird der grosse St. Galler Kulturpreis verliehen. Diesmal geht er an den Theater- und Filmregisseur, Kunsttheoretiker und Autor Milo Rau. In St. Gallen aufgewachsen, lebt dieser mittlerweile mit seiner Familie in Köln und reist für seine Engagements in Gent, Berlin, Zürich hin und her.
Milo Rau geht für seine Theaterproduktionen an den Rand der Komfortzone.
Er hat die Gabe, Menschen aus verschiedenen und sich kontrastierenden Gruppierungen an einen Ort zu bringen. So fanden sich in einer seiner jüngsten Produktionen am Theater Zürich Linksradikale und Polizisten als Laien- mit Profischauspieler zusammen.
Im Gespräch mit Fadegrad-Podcast Host Gabriel Imhof erzählt Milo von seiner Beziehung zu St. Gallen, dem Schaffen als Künstler und seinen Zugang zur Kirche, mit welcher er für seinen jüngsten Film «Das neue Evangelium» zusammengearbeitet hat.
Diese Fragen beantwortet Milo Rau:
01:33 Was bedeutet dir die Überreichung des St. Galler Kulturpreis?
02:09 Was ist deine Verbindung zu St. Gallen?
03:55 Prägen noch heute deine St. Galler Wurzeln dein Schaffen?
06:10 Geht die Welt, wie wir sie kennen unter?
08:29 Kennst du Momente von Frust und Überforderung über die Lage der Welt?
10:14 Wann braucht es das Theater das du produzierst, nicht mehr?
11:55 Was gibst du der Kirche als Ermutigung mit auf den Weg?
15:34 Bist du ein Exot in deiner Art in der Theaterszene?
17:53 Was macht dich wütend?
20:49 Wann braucht es die Art von Theater die du produzierst, nicht mehr?
21:26 Was macht dir Angst?
22:44 Hast du ein Apell an uns St. Galler*innen / Schweizer*innen?
Mehr Informationen zu Milo Rau und seinem Wirken findet ihr hier:
NTGent | NTGent
International Institute of Political Murder (international-institute.de)
Milo Rau - Schauspielhaus Zürich
Das neue Evangelium. Ein Film von Milo Rau. Offizielle Website
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«Ich vermisse das Radfahren, Menschen zu erkennen und einen lieben Blick von meiner Frau»
Gerd Bingemann, blinder Musiker und Komponist, ist zu Gast im fadegrad-Podcast.
Mehr über Gerd Bingemann: http://www.bingemann.ch/gerd/
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Gerd Bingemann aus Wil SG war nicht sein ganzes Leben lang blind. Durch eine Macula-Degeneration erblindete er langsam, über viele Jahre hinweg. In der zweiten oder dritten Primarschulklasse merkte er erstmals, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmte: «Ich konnte von der Schulbank aus nicht mehr erkennen, was an der Wandtafel stand. Als ich ich von meinem Sitznachbarn abschreiben wollte, war ich erstaunt, dass spicken auch nicht mehr möglich war», erzählt er im fadegrad-Podcast.
Es war ein langsames Loslassen: den Blick seiner Frau nicht mehr sehen zu können, Hell-Dunkel nicht mehr unterscheiden zu können, aus Sicherheitsgründen nicht mehr Velo fahren zu können. Heute legt Gerd Bingemann nur mehr drei Wege völlig selbständig zurück.
Der 62-jährige wirkt jedoch alles andere als verbittert: Halt und Hoffnung findet er in der Musik, seiner Frau und seinem Glauben. «Meine Frau, die Malerin ist, hat mir eine andere Weise des Sehens beigebracht. Ich als Musiker habe dafür ihre Wahrnehmung für das Hören geschärft», erzählt er.
Musik prägt das Leben von Gerd Bingemann. Als er noch sehen konnte, lernte er beim Blockflötespielen auch das Notenlesen. Klavierunterricht erhielt er im Blindenschulheim. Gitarre, die «Blues Harp»-Mundharmonika und Hang (Handpan) brachte er sich selbst bei.
2021 musste der Jurist, der bis dahin bei SZBLIND, dem Schweizerischen Zentralverein für das Blindenwesen, gearbeitet hatte, seinen Beruf aufgeben: Als zur Erblindung eine Hörbehinderung hinzu kam, liess er sich frühpensionieren. Ein Leben ohne Musik könnte er sich jedoch nicht vorstellen:
«Ich hätte eine Sprache nicht mehr, mit der ich meinen Frust, meine Freude, meine Dankbarkeit, meine Ängste, Hoffnungen, Sorgen und Zukunftsperspektiven, meine Liebe und Romantik ausdrücken könnte», so Bingemann.
Warum passiert das mir?
Gerd Bingemann bezeichnet sich selbst als gläubige Person. Der Glaube an Gott fliesst auch in seine Kompositionen ein. Ein Stück auf seiner CD heisst «Tanz auf dem Wasser», damit meint er «einen Glaubensschritt auf die Unwegsamkeiten des Lebens hin, den ich jeden Tag neu machen muss». Mit Blick auf die biblische Erzählung von Petrus, der auf dem Wasser geht, sagt Gerd Bingemann: «Ich habe die romantische Vorstellung, dass Gott über diese Unwegsamkeiten hinweg mit mir tanzt».
Im fadegrad-Podcast spricht Gerd Bingemann auch über seine Glaubenszweifel und seine Glaubenskrise, welche Hilfsmittel er im Alltag verwendet und was er sich als blinder Mann von der Gesellschaft wünscht.
Themen des Podcasts:
08:08 Hörbehinderung
15:48 Hilfsmittel für Blinde
18:11 Je schlechter die Sehkraft, desto besser die anderen Sinne?
23:46 Tanz auf dem Wasser
26:08 Heilungsgeschichten in der Bibel
27:44 Warum passiert das mir?
30:40 Verlosung
31:17 Was sich Gerd Bingemann von der Gesellschaft wünscht
33:17 Verabschiedung und Ausblick
Mit Acrylbildern und ihrem Alltag inspiriert Judith alias @couldbe.ju auf TikTok mehr als 55.000 Follower. Glaube und Kunst geben ihr Halt in schwierigen Zeiten, verrät sie im fadegrad-Podcast.
Was bringt ein Mami dazu, aktiv auf Tiktok dabei zu sein? Wie kann dies das eigene, aber auch fremde Leben beeinflussen?
"Ich habe mit dem Malen begonnen, um den Tod meines Sohnes zu verarbeiten", sagt Judith. Der Trauer und dem Schmerz begegnete sie mit bunten Acrylfarben.
Für ihre Kunst erntet sie viel Lob, aber auch Kritik: Wie Judith mit Hass im Internet umgeht, beantwortet sie in der Podcastfolge.
Woher kommt Judith's Leidenschaft für Acrylbilder genau?
Alle diese Fragen hat Judith in diesem Gespräch souverän beantwortet. Ihren Glauben an Gott hängt Judith nicht an die grosse Glocke auf TikTok. Doch wenn Menschen sie darauf ansprechen, erzählt sie gerne, wie der Glaube sie trägt. Sie will Menschen ermutigen, ihre Kreativität auszuleben und auf ihre Fähigkeiten und Begabungen zu vertrauen. Es wurde eine Folge daraus, die ich (Sam) jedem besonders ans Herz lege.
Das Gespräch hat mich einige Male bereits bei der Aufnahme sprachlos und emotional gemacht und berührt mich immer noch beim Anhören.
Themen der Folge:
3:55 Judiths Weg zu TikTok
Judiths Account auf Tiktok: Anschauen und abonnieren
Fabienne Annen hat ihren Onkel in den Tod begleitet. Im fadegrad-Podcast spricht sie über den assistierten Suizid und darüber, wie sie damit umging, dass er nur mehr eines wollte: sterben.
„Ich fühlte mich wie ein Mami für meinen Götti. Es war ein riesen Druck, eine riesen Verantwortung“, sagt Fabienne Annen. Sie spricht ruhig und gefasst. Ein Jahr ist es her, dass ihr Onkel mit Exit aus dem Leben schied. Davor war die 26-jährige zehn Jahre lang mehr oder weniger die einzige Bezugsperson für ihren Onkel.
Ihr Onkel sei ein schlauer Mensch gewesen, war technikbegabt und konnte beispielsweise sehr gut Origami falten. „Doch durch den Alkohol ging das leider alles verloren. Er hat sich sein Hirn quasi weggetrunken“, sagt die junge Frau, die ihren Onkel nur als suchtkranken Mann kannte.
Viele Entzüge scheiterten. Zur Leberzirrhose kamen dauerhafte Schmerzen. Nach einem Sturz war er auf den Rollstuhl angewiesen und lebte in einem Pflegeheim. „Er drohte immer wieder mit Suizid. Ich arbeite selbst in der Pflege und wollte verhindern, dass das Pflegepersonal durch seinen Suizid traumatisiert wird“, erklärt Fabienne Annen, warum sie ihm schliesslich dazu riet, einen Sterbehilfeverein zu kontaktieren.
Denkst du an Suizid?
Oder machst Du dir Sorgen um eine nahestehende Person? Hier gibt es Hilfe:
· Für Erwachsene: 143 – «Dargebotene Hand»
· Für Kinder und Jugendliche: «147»
· Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch
Kriterien für die Freitodbegleitung
Um für einen assistierten Suizid in Frage zu kommen, muss ein sogenannter dauerhafter Sterbewunsch vorhanden sein, die Person muss wissen, was sie tut (Urteilsfähigkeit), darf nicht aus dem Affekt heraus handeln und muss Alternativen kennen wie beispielsweise ein Hospiz (Wohlerwogenheit). Sie darf nicht von Dritten beeinflusst werden (Autonomie) und muss den Suizid eigenhändig ausführen (Tatherrschaft).
All diese Voraussetzungen seien bei ihrem Götti gegeben gewesen. Vom Erstgespräch bis zu seinem assistierten Suizid vergingen rund sechs Wochen. Im Podcast erzählt Fabienne Annen, wie sie sich von ihrem Götti verabschiedete, was seine letzten Worte waren und ob er sich noch mit seiner Familie versöhnte, bevor er starb.
Kritik am assistierten Suizid
Fabienne Annen ist überzeugt, das Beste für ihren Götti getan zu haben. Im Podcastgespräch reagiert sie auf Kritik am assistierten Suizid: dass Sterbehilfevereine wie Exit aus finanziellem Interesse heraus handeln oder dass alte und kranke Menschen sich dazu gedrängt fühlen könnten, aus dem Leben zu gehen, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Auf die Frage, ob das Leben nicht ein Geschenk sei, über das man nicht bestimmen könne, antwortet sie: „Gott hat uns doch einen freien Willen gegeben. Wir sind keine Marionetten“. Daher sollten Menschen, die leiden, selbst bestimmen können, wann sie aus dem Leben gehen wollen.
Für sie ist klar: „Mein Onkel hat viele falsche Entscheidungen im Leben getroffen. Die letzte ist für ihn die richtige gewesen.“
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