Fakultät für Physik - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 01/05

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Fakultät für Physik - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 01/05 episodes

  • Akustoelektrischer Strom durch lateral definierte Quantenpunktkontakte
    In der vorliegenden Arbeit wurden erstmalig Untersuchungen zum akustoelektrischen
    Strom durch lateral mittels fokussierter Ionenstrahllithographie definierter Quantenpunktkontakte
    auf einer GaAs/AlGaAs Heterostruktur durchgef¨uhrt. Hauptfokus der
    Untersuchungen bezieht sich auf den akustischen Einzelelektronentransport durch die
    Quantenpunktkontaktstruktur. Ein Potential eines im Abschnuerbereich betriebenen
    Quantenpunktkontakts kann durch das begleitende elektrische Feld einer akustischen
    Oberflaechenwelle derart moduliert werden, daß sich Quantenpunkte mit der Periodizitaet der Oberflaechenwelle durch den Quantenpunktkontaktkanal bewegen. Diese
    Quantenpunkte koennen abhaengig von den Potentialverh¨altnissen auf Grund der Coulombblockade
    mit ein, zwei, drei usw. Elektronen besetzt werden. Aus dieser Konfiguration
    ergibt sich ein quantisierter Strom durch den Quantenpunktkontakt der Groeße
    I = nef wobei n = 1, 2, 3..., e die Elementarladung und f die verwendete Frequenz
    der Oberflaechenwelle bedeuteten.
    Um die Modulationslaenge auf die Laenge des Quantenpunktkontakt zu bringen und
    im Hinblick auf einen zukuenftigen Stromstandard sind hohe Anregungsfrequenzen der
    Oberfl¨achenwelle noetig. So entfiel ein großer Teil der Arbeit auf die hochfrequenztechnische
    Optimierung der verwendeten Schallwandlerstrukturen auf GaAs. Es konnten als
    Ergebnis hervorragend angepaßte Schallwandlerstrukturen bis 3GHz entwickelt werden,
    die bei den Experimenten zum akustoelektrischen Transport Verwendung fanden.
    Die Stromst¨arken, die bei diesen Frequenzen erreicht werden liegen etwa bei 500pA
    fuer n = 1.
    Ein weiterer Teil der Arbeit entfiel auf die Herstellung der Quantenpunktkontakte
    und der interdigitalen Schallwandlerstrukturen. Bei der Herstellung der Quantenpunktkontakte
    wurde das Verfahren der fokussierten Ionenstrahllithographie in Kooperation
    mit der Arbeitsgruppe A. Wieck von der Ruhr-Universitaet Bochum verwendet.
    Die besondere Herausforderung bei der Herstellung der Schallwandlerstrukturen,
    die durch Elektronenstrahllithographie definiert wurden, war die Tatsache kleinste
    Strukturen (150nm) auf einer großen Flaeche (100µm mal 120µm) zu definieren. Da
    auf dieser Flaeche kein einziger Kurzschluß zwischen den Metallfingern existieren sollte,
    stellte dies besonders hohe Anforderungen an den Elektronenstrahllithographieprozeß.
    Als Ergebnis der Messungen des akustoelektrischen Stromtransports durch die lateral
    definierten Quantenpunktkontakte, konnte eine Quantisierung des Stromes bis
    zur fuenften Stufe (n = 5) sehr ausgepraegt beobachtet werden. Die Genauigkeit der
    Quantisierung blieb dabei noch hinter den Erwartungen zurueck und erreichte etwa
    10%.
    0 min
  • Measuring cosmic structure
    In der heutigen Kosmologie werden Inhomogenitäten und Unregelmäßigkeiten in den relevanten Datensätzen wie etwa die Substruktur in Galaxienhaufen und die Tatsache, daß verschiedene Galaxientypen unterschiedlich im Raum verteilt sind, nicht mehr nur als zufällige Fluktuationen interpretiert, sondern für ein Verständnis der kosmischen Materieverteilung positiv nutzbar gemacht. Die vorliegende Arbeit entwickelt in diesem Sinne Maße, welche eine quantitative Beschreibung von solchen Inhomogenitäten liefern, wendet sie sowohl auf Realdaten als auch auf numerische Simulationen an und stellt den Zusammenhang zu physikalischen Modellen her. Die Integralgeometrie stellt Maße zur Verfügung, die sich unter geometrischen Transformationen und Mengenoperationen in einfacher Weise verhalten. Während bislang in der Kosmologie vor allem die skalaren Minkowski–Funktionale angewandt wurden, um die kosmische Materieverteilung zu charakterisieren, stehen im ersten Teil dieser Arbeit höherrangige Minkowski–Valuationen wie die Quermaßvektoren und –tensoren im Vordergrund. Diese spiegeln die Lage, Symmetrie, Gestalt und Konnektivität von Mustern wider.
    Zunächst werden diese Maße für physikalische Anwendungsbereiche erschlossen. Die Anwendungen gelten dann Galaxienhaufen (“Clustern”), deren innere Eigenschaften auch dazu geeignet sind, die Werte der kosmologischen Parameter einzuschränken. Mit Hilfe der Minkowski–Valuationen definieren wir eine Reihe von Strukturfunktionen, die sich speziell dazu eignen, Galaxienhaufen morphologisch zu charakterisieren. Eine Analyse von Clustern, die kosmologischen Dunkle–Materie–Simulationen entstammen (dem sogenannten GIF–Projekt der “German–Israelic Foundation”), zeigt, daß der morphologische Zustand von Galaxienhaufen zwischen verschiedenen kosmologischen Hintergrundmodellen unterscheiden kann. Eine weitere Analyse gilt komplexeren Simulationen, die auch das heiße Cluster–Röntgengas berücksichtigen. Dabei vergleichen wir nicht nur die Gas– und die Dunkle–Materie–Morphologie, sondern untersuchen auch den Zusammenhang mit der inneren Dynamik. In geeigneten Räumen von globalen Clusterparametern entstehen fundamentale Abhängigkeiten wie etwa die Fundamentalebenenrelation. Dabei können wir zeigen, daß der Abstand von der Fundamentalebene, der die Entfernung von einem Gleichgewichtszustand angibt, mit der Substruktur der Galaxienhaufen positiv korreliert ist; mithin spiegelt die Substruktur den inneren dynamischen Zustand eines Clusters. Weiterhin wird gezeigt, daß die Morphologie von Galaxienhaufen auch im Optischen (d.h. in der Verteilung der Clustergalaxien) die Hintergrundkosmologie widerspiegelt. Dazu analysieren wir die Verteilung von Cluster–Galaxien, welche semianalytischen Modelle für die GIF–Simulationen vorhersagen, und Realdaten.
    Eine Grundfrage der modernen Kosmologie gilt der Art und Weise, wie die Dunkle Materie hinter dem Vordergrund der sichtbaren Galaxien im Universum verteilt ist (“Bias”–Problem). Wegen der Schwierigkeiten, die Dunkle Materie zu lokalisieren, sind dabei schon Unterschiede von Interesse, die sich etwa in der räumlichen Verteilung unterschiedlicher Galaxientypen finden. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit einem neuen Ansatz, solche Unterschiede zu quantifizieren. Dabei versteht man die Galaxienverteilung als Realisation eines markierten Punktprozesses, der neben den Positionen im Raum auch innere Eigenschaften der Galaxien wie Leuchtkräfte oder morphologische Typen erzeugt. Diese Beschreibung ermöglicht es, eine Reihe von Größen einzuführen, mit denen man testen kann, ob eine Markensegregation vorliegt, das heißt, ob das räumliche Clustern der Galaxien von deren inneren Eigenschaften abhängt. Solche Testgrößen – wir beziehen uns dabei hauptsächlich auf Statistik zweiter Ordnung – zeigen, angewandt auf den Southern Sky Redshift Survey II, signifikante Leuchtkraft– und Morphologie–Segregation an. Ein Vergleich mit Modellen zeigt die komplexe Natur dieser Leuchtkraft–Segregat
    0 min
  • The representation of cloud cover in atmospheric general circulation models
    This dissertation describes various aspects of improvements made in the representation of
    clouds in the global forecast model of the European Centre of Medium-Range Weather Fore-
    casts (ECMWF). Cloud parametrization has long been identified as one of the most crucial
    and uncertain aspects in General Circulation Models (GCMs) of the atmosphere, which are
    used for both Numerical Weather Prediction and the simulation of climate. It is therefore
    important to constantly monitor and improve the performance of cloud parametrizations in
    those models.
    The first part of the work describes the implementation of an existing cloud parametrization
    into ECMWF's forecasting system with special attention to a new treatment of the prognos-
    tic cloud variables in data assimilation. This is followed by an analysis of the performance
    of the parametrization during a 15-year long data assimilation experiment carried out in the
    context of the ECMWF reanalysis project. It is shown that despite an overall good perfor-
    mance, several weaknesses in the simulation of clouds exist. Subtropical stratocumulus and
    extratropical cloudiness are underestimated, while the cloud fraction in the trade cumulus
    areas and in the Intertropical Convergence Zone is overestimated.
    In the second part of the study detailed revisions of the parametrization of cloud generation
    by convective and non-convective processes are described. A consistent new description of
    cloud generation by convection is derived using the mass-
    ux approach. Furthermore an
    improved description of the generation of clouds by non-convective processes is introduced.
    The superiority of the new formulation compared to the existing one is demonstrated and
    links to other approaches to cloud parametrization are established.
    The third part of the work studies the role of vertically varying cloud fraction for the descrip-
    tion of microphysical processes. It is shown that the commonly used approach of representing
    precipitation in GCMs by means of grid-averaged quantities leads to serious errors in the
    parametrization of various physical processes such as the evaporation of precipitation, with
    severe consequences for the model's hydrological cycle. A new parametrization of the eects
    of vertically-varying cloud fraction based on a separation of cloudy and clear-sky precipita-
    tion
    uxes is developed and its performance assessed. It is shown that this parametrization
    alleviates most of the identied problems and thereby more realistically describes the pre-
    cipitation physics in the presence of cloud fraction variations.
    The final part of the dissertation takes a critical look at the way the results of cloud
    parametrizations are evaluated today. A number of studies using a variety of data sources
    and modelling approaches are described and the need for a coordinated use of the various
    existing validation techniques is highlighted. A strategy to achieve such coordination is
    proposed.
    This work provides contributions to virtually all facets of the development of cloud parame-
    trizations. It combines theoretical aspects with the use of a variety of modelling approaches
    and data sources for the assessment of the performance of the parametrization. All model
    improvements described here are now part of the operational version of the ECMWF forecast
    model.
    0 min
  • Der Einfluss der Randstreuung auf ballistischen Magnetotransport
    In dieser Arbeit werden Widerstaende in ballistischen metallischen Leitern untersucht,
    in denen Streuung an rauen Ober
    flaechen die dominante Streuung ist.
    Dies geschieht durch eine numerische Simulation, die sich als extrem rechenintensiv
    herausstellt. Die betrachteten Widerst�ande sind der Hall- und der Bend-
    Widerstand, der bei einer Stromablenkung um 90 Grad auftritt, sowie der longitudinale
    Widerstand. In der Rechnung werden geeignete Geometrien in einem
    Tight-Binding-Modell diskretisiert. Mit Hilfe des Landauer-Buettiker-Formalismus
    werden ueber die Transmissionsamplituden die erw�unschten Widerstaende berechnet
    und ihre Magnetfeldabhaengigkeit untersucht.
    Ohne Randstreuung liefern die Simulationen die wesentlichen Features des
    integralen Quanten-Hall-Effekts, wie die Hall-Plateaus im Hall-Widerstand und
    das Verschwinden des longitudinalen und des Bend-Widerstands.
    Nach dem Einschalten der Randstreuung treten einige neue Phaenomene auf,
    darunter ein Quenching des Hall-Widerstands bei kleinen Magnetfeldern, ein positiver
    Magnetowiderstand im longitudinalen Widerstand und ein positiver Bereich
    im Bend-Widerstand. Besonders interessant ist, dass die Staerke der Randstreuung
    keinen Ein
    uss auf den Bend- und den Hall-Widerstand hat.
    Diese Phaenomene koennen zum Teil durch klassische Effekte erklaert werden,
    das Hall-Quenching hat allerdings einen neuen Ursprung. Es zeigt sich, dass die
    Randstreuung zu einer Kollimation des Elektronenstrahls fuehrt, da die hohen
    Moden am Rand staerker gestreut werden als die niedrigen. Dies fuehrt zu einer
    Geschwindigkeitsverteilung, in der die Elektronen in der Mitte schneller als am
    Rand
    iesen. Zur Ablenkung eines solchen kollimierten Strahls ist ein groesseres
    Magnetfeld noetig als zur Ablenkung eines Strahls, der gleichmaessig in der gesamten
    Zuleitung
    liesst. Dies ist aehnlich zur Kollimation in Geometrien mit sich langsam
    onenden Zuleitungen, in denen in den 80-er Jahren bereits Quenching im Hall-
    Widerstand beobachtet worden war.
    Die Resultate der Simulation sind in guter Uebereinstimmung zu einem Experiment,
    bei dem die rauen Ober
    flaechen ebenfalls als dominierende Streuursache
    identifiziert wurden. Allerdings ergeben sich deutliche qualitative Abweichungen,
    wenn als dominante Streuung Bulk-Effekte durch eine Unordnung in der on-Site-
    Energie untersucht werden.
    0 min

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