feurio!

feurio!

By Werner Hoyer-WeberSociety & CultureScience
Download on the App Store

feurio! episodes

  • Angst oder Abenteuer? Wie Kinder Feuer sicher erleben lernen
    Feuer kann faszinieren, birgt aber auch Gefahren. Umso wichtiger ist es, Kinder frühzeitig mit einem verantwortungsvollen Umgang vertraut zu machen. Doch wie gelingt das? Wie lassen sich junge Menschen für die Risiken rund um Feuer sensibilisieren, ohne ihnen Angst zu machen? Was ist dabei zu beachten und ab welchem Alter sollten Kinder erstmals selbst ein Streichholz oder Feuerzeug benutzen dürfen?

    Darüber sprechen wir mit Paulina Grim, die beruflich als Sozialpädagogin und ehrenamtlich als Bundesbeauftragte für die 10- bis 13-jährigen Guides und Späher bei den Pfadfindern und Pfadfinderinnen Österreichs tätig ist. Sie hat zahlreiche Kinder bei ihren ersten Erfahrungen mit Feuer begleitet. Uns hat sie erzählt, worauf es dabei aus praktischer und pädagogischer Sicht ankommt – und wie Kinder bei den Pfadfinder*innen lernen, Feuer sicher und selbstständig zu nutzen.

    Neben der Frage, wie eine altersgerechte Annäherung an das Thema aussehen kann, beschäftigt uns noch ein weiterer Aspekt: Haben Kinder heute überhaupt noch ausreichend Gelegenheit, den Umgang mit Feuer zu erlernen, etwa beim Anheizen eines Kamins oder beim Anzünden einer Weihnachtskerze? Oder fehlen solche Berührungspunkte in unserem modernen Alltag zunehmend? Wie finden Eltern den richtigen Mittelweg zwischen striktem Verbot und begleitetem Ausprobieren?
    26 min
  • Löschwasser oder Reparaturseidl? Ein Kabarettist über Feuer und Brandschutz.
    Kann man sich dem Thema Feuer auch von der humorvollen Seite nähern? Gemeinsam mit dem Kabarettisten, Musiker und Liedermacher Alex Lovrek haben wir genau das versucht. 

    In einem nicht ganz ernst gemeinten Gespräch werden Begriffe aus dem Brandschutz wie Bestimmungshaltestelle oder Wasserbeaufschlagung erklärt – und natürlich ordentlich auf die Schippe genommen. Außerdem hatte Alex Lovrek jede Menge Fragen im Gepäck: Würde die Hindenburg mit Brandabschnitten noch fliegen? Welche Temperatur erreicht man, wenn man sich ganz schnell die Hände reibt? Und wäre ein Würstelstand auf dem Mount Everest eine lukrative Geschäftsidee, wenn Wasser dort schon bei 71 Grad Celsius zu sieden beginnt? 

    Am Ende der Folge wird es musikalisch: Alex Lovrek präsentiert seinen Brandschutz-Song – über Benzinkanister im Carport, Tschick im trockenen Wald, Opas brennfreudigen Schnaps und einen Feuerteufel, der vor kaum etwas Respekt hat. Ein augenzwinkernder Ohrwurm, bei dem klar wird: Über manche Dummheiten darf man durchaus lachen, solange man sie nicht selbst ausprobiert.
    20 min
  • Zwischen Rauch und Ruinen: Die großen Stadtbrände der Geschichte
    Von der Antike bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörten Stadtbrände zu den größten Gefahren des urbanen Lebens. Oft genügten nur wenige Funken, um florierende Metropolen von der Landkarte zu tilgen. Doch wie konnten ganze Städte im Feuer verschwinden? Gemeinsam mit Kerstin Görhs beleuchten wir einige der größten historischen Brandereignisse – vom Großen Brand Roms unter Nero über die sogenannte Magdeburger Bluthochzeit bis hin zum Stadtbrand von Aachen oder dem Großen Brand von London – und ihre weitreichenden Folgen.
    39 min
  • Das Trauma bewältigen: Wie Brandverletzte ins Leben zurückfinden
    Für Menschen, die durch Feuer oder Unfälle schwere Brandverletzungen erleiden, gibt es ein Leben davor – und ein Leben danach. Die seelischen und körperlichen Folgen können dabei viele Formen annehmen. Anna Pittermann ist Klinische Psychologin und im Zentrum für Schwerbrandverletzte des AKH Wien für die psychologische Betreuung von Brandopfern zuständig. Sie hat uns erzählt, wie Betroffene ihre traumatischen Erfahrungen bewältigen können, was es mit dem „Recht auf die eigene Geschichte“ auf sich hat und wie Begegnungen mit Verbrennungsopfern sensibel gestaltet werden.
    29 min
  • Die Brandkatastrophe von Kaprun – Erinnern und Verstehen nach 25 Jahren
    Der 11. November 2000 hätte ein sonniger, unbeschwerter Skitag am Gletscher in Kaprun werden können – doch er endete mit dem Tod von 155 Menschen und der bis heute größten Seilbahnkatastrophe Europas.

    Die verheerenden Ereignisse in der „Gletscherbahn Kaprun 2“ nehmen kurz nach neun Uhr morgens ihren Lauf, als eine nahezu vollbesetzte Garnitur der Standseilbahn die Talstation verlässt. Schon kurz nach der Abfahrt beginnt ein Heizlüfter im hinteren Teil des Zugs zu brennen. Der Brand beschädigt Leitungen der Bremshydraulik, weshalb der Zug etwa 600 Meter nach der Einfahrt in den 3,3 Kilometer langen Tunnel stoppt. Die Fahrgäste versuchen, sich aus dem brennenden Zug zu befreien, doch die Flucht und Rettung wird durch mehrere Faktoren erheblich erschwert. Von 162 Fahrgästen können sich nur zwölf durch Eigeninitiative retten, 150 Menschen finden den Tod. Weitere fünf Personen im Gegenzug und in der Bergstation sterben durch aufsteigende Rauchgase.
    Wie konnte es zu diesem Unglück kommen? Welche Mängel traten bei den Brandschutz- und Sicherheitsvorkehrungen zutage – und warum wurden diese nicht früher erkannt? Handelt es sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände, die so nicht vorhersehbar war, oder wäre der tödliche Vorfall vermeidbar gewesen?

    Otto Widetschek hat sich mit Sicherheitskonzepten für Tunnelanlagen intensiv beschäftigt, so auch mit dem Hergang und den Folgen der Brandkatastrophe in Kaprun. Der Experte für Brand-, Katastrophen- und Zivilschutz war als Feuerwehroffizier selbst im praktischen Einsatz tätig und schafft als Gründer des Brandschutzforums Austria seit vielen Jahren Bewusstsein für betrieblichen Brandschutz.

    Im Gespräch mit Gastgeber Werner Hoyer-Weber rekonstruiert er die fatale Ursachenkette und jahrelange Aufarbeitung des Unglücks. Im Fokus steht die Frage nach dem vorbeugenden Brandschutz: Welche Rolle spielte er im Jahr 2000, und wie haben sich die Richtlinien seither verändert?
    25 min
  • Mit Feuer, Hammer und Amboss: Die Schmiedekunst im Wandel der Zeit
    Kein Handwerk ist so eng mit dem Feuer verbunden wie das Schmieden. Es ist viel mehr als bloße Metallverarbeitung, denn es verlangt Feingefühl und Erfahrung. Schließlich muss man jede Stimmung der Flammen kennen und jede Farbe des Metalls lesen können, um das glühende Eisen bei über 1.000 Grad in seine neue gewünschte Form zu bringen.

    Die Arbeit mit dem Feuer wurde Schmiedemeister Siegfried Steiner in die Wiege gelegt. Sein Betrieb im kärntnerischen Stockenboi besteht seit 1709 und zählt zu den ältesten Schmiededynastien Österreichs. Schon im Kindesalter hat er seinen ersten Nagel gefertigt und ist, wie er selbst sagt, „Schmied mit Leidenschaft“. In seiner späteren Laufbahn hat er sich auf Restaurierungen spezialisiert und war 2018 federführend an der Sanierung der berühmten Lorbeerkuppel der Wiener Secession beteiligt.

    Was macht das Traditionshandwerk aus, wie hat es sich über die Jahrhunderte verändert und warum sind gute Schmiedinnen und Schmiede auch heutzutage noch sehr gefragt? Siegfried Steiner gibt in dieser Folge Einblick in eine der ältesten Fertigkeiten der Welt. Dabei ist es ihm auch ein Anliegen, mit nostalgischen Vorstellungen aufzuräumen – denn Schmiedevorführungen auf Mittelalterfesten haben für ihn nur wenig mit dem modernen Berufsverständnis zu tun.
    36 min
  • Waldbrände: Steigt die Gefahr wirklich – und welche Rolle spielt der Mensch?
    Feuer, Hitze und Glut verteilt auf 120 Hektar, 1.500 Einsatzkräfte vor Ort und drei Wochen unermüdliche Löscharbeiten bis zum „Brand aus“ - das sind nur einige Eckdaten des Waldbrandes, der am Ostermontag 2024 in Wildalpen in der Steiermark ausbrach. Der bis dato größte Waldbrand in der Geschichte des Bundeslandes ist Peter Ondrich noch lebhaft in Erinnerung. 

    Als Referent der Landesforstdirektion Steiermark kümmert er sich um nicht nur um die Schäden solcher Katastrophen, sondern befasst sich auch mit Umweltmonitoring und Forststatistik. Er weiß, welche Ausmaße selbst kleine Brandereignisse im Wald annehmen können und liefert in dieser Episode Antworten auf zentrale Fragen: Welche Ursachen haben Waldbrände, was können wir dagegen tun und steigt die Waldbrandgefahr durch den Klimawandel tatsächlich?

    Fakt ist, dass es in Österreich in den letzten zehn Jahren im Schnitt zu 200 Waldbränden pro Jahr gekommen ist. 85 Prozent davon gehen – direkt oder indirekt – auf den Menschen zurück: durch brennende Zigaretten, Lagerfeuer, gekappte Stromleitungen oder in seltenen Fällen sogar Brandstiftung.  Es sind Zahlen und Tatsachen, die zum Nachdenken anregen und die Verantwortung des Menschen für die Natur sichtbar machen. 

    Im Gespräch mit Werner Hoyer-Weber plädiert der Sachverständige daher für achtsames Verhalten im Wald. Zudem schildert er anschaulich, mit welchen Taktiken die Feuerwehr Waldbränden zu Leibe rückt und verrät, wie ausgerechnet ein Mountainbike für die kurioseste Brandursache in seiner Laufbahn sorgte.
    28 min
  • Alarm, Adrenalin, Ausnahmezustand: Anekdoten von der Feuerwehr
    Wie geht es Feuerwehrleuten im Einsatz? Läuft eine Personenrettung wirklich so ab, wie wir es aus Film und Fernsehen kennen? Was braucht es für die Arbeit bei der Feuerwehr?

    Frank Peter war zwölf Jahre lang Offizier bei der Berufsfeuerwehr Wien und weiß, was es bedeutet, bei einer Alarmierung in Minutenschnelle auszurücken – und am Ort des Geschehens ebenso schnell zu handeln, um Leib und Leben anderer zu schützen. 

    In dieser Episode blickt der gebürtige Vorarlberger auf seine Erlebnisse bei der Wiener Berufsfeuerwehr zurück und liefert anschauliche Eindrücke über den Alltag auf der Feuerwache: vom technischen Einsatz bis zum Brandfall der Alarmstufe 2, von der Last der Verantwortung und der gegenseitigen Unterstützung im Team, von riskanten Vorfällen und glücklichen Rettungen.

    Dazu gibt es Wissenswertes aus erster Hand: Wie man im Brandfall richtig die Feuerwehr alarmiert, warum Wohnhäuser oft sicherer sind, als gedacht, und was man unbedingt tun sollte, wenn es in den eigenen vier Wänden brennt.

    Neben aller Ernsthaftigkeit ist Frank Peter aber auch der Humor nie abhandengekommen: Warum das Schnitzelbraten um 4 Uhr früh fatal endete, was es mit dem betrunkenen Gemeindebau auf sich hat und um welches Tier es sich beim geretteten „Karli“ handelt – hören Sie rein und erfahren Sie es!
    49 min
  • Zwischen Götterglaube, Zivilisation und Aufklärung: Das Feuer in der Kulturgeschichte
    Was haben Conchita Wurst oder Donald Trump mit der griechischen Mythologie zu tun? Wieso prägte die 4-Elemente-Lehre – Feuer, Wasser, Luft und Erde – das menschliche Denken und Handeln so nachhaltig? Und welchen Beitrag leistete das Feuer in unserer Entwicklungsgeschichte?

    Brigitte Marschall, außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien, spannt in dieser Episode einen breiten Bogen: von Prometheus, der dem Göttervater Zeus das Feuer stahl und es den Menschen zum Geschenk machte, über die Zähmung und Kultivierung des Feuers bis hin zu seiner Symbolik und Verankerung in Kultur, Religion, Sprachbildern und gesellschaftlichen Ritualen.

    Die Vorstellung, mithilfe der vier Elemente oder dem Wirken der Götter die Welt zu erklären, Geschehnisse nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung einzuordnen und Handelnde in Gut und Böse einzuteilen, ist für die Wissenschaftlerin dabei kein Relikt der Vergangenheit, sondern lebt bis heute weiter: in der Mystik, Esoterik oder auch in Verschwörungstheorien. 

    In ihren Schilderungen bewegt sich Brigitte Marschall von der Antike bis zur Gegenwart und zeigt auf, wie vielfältig und ambivalent das Element Feuer dargestellt und interpretiert wurde:  vom Weltenbrand und der Apokalypse zur Reinigung (Katharsis) und Erneuerung des Lebens am Beispiel des Phoenix, der aus der Asche steigt; von Göttlichkeit und Heiligtum zu Erotik und Triebhaftigkeit im Sinne der Psychoanalyse; von der Urgewalt der Naturkatastrophe zur gebändigten Flamme als Quelle von Licht, Wärme und Schutz; von der spirituellen Funktion bis zur Manifestation als Symbol der Macht.
    41 min
  • Spurensuche in Ruß und Asche: Die Ermittlung von Brandursachen
    War es ein technischer Defekt, menschliche Unachtsamkeit oder doch eine kriminelle Handlung? Wenn es gebrannt hat, stellen sich viele Fragen, weshalb in Österreich jeder Brand anzeigepflichtig ist. Im Fokus steht dabei die Beurteilung, ob eine Straftat vorliegt oder nicht.

    Geklärt wird dies von Expertinnen und Experten wie Stefan Fuchs. Der allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige für Kriminologie ist im Fachgebiet Brand- und Explosionsursachenermittlung tätig – und hat schon viele sogenannte „kalte Brandplätze“ untersucht. 

    Wo hat der Brand seinen Ursprung? Was verrät das Spurenbild? Gibt es Zeug/innen? Vom Kleinstbrand in der Küche bis zum Großschadensereignis geht er der Brandentstehung nach, dokumentiert mit seiner Kamera, bewertet Indizien und fügt akribisch alle Puzzlesteine zu einem schlüssigen Bild zusammen.

    Werner Hoyer-Weber hat nachgefragt, welche Methoden und Werkzeuge Stefan Fuchs zur Verfügung stehen, wie eine Brandursachenermittlung im Detail abläuft, woran er Brandstiftung und andere Brandursachen erkennt und welche spannenden oder kuriosen (Kriminal-)Fälle ihm besonders in Erinnerung geblieben sind.

    SHOWNOTES
     
    Sachverständigenprofil Stefan Fuchs
    www.brandermittlung.at
    31 min

About feurio!

From the publisher's feed

feurio! – das ist der Podcast, bei dem sich alles um Feuer und seine Beziehung zum Menschen dreht. Denn die hat es in sich, ist sie doch vom ewigen Spannungsfeld zwischen Leben und Tod, Fortschritt und Zerstörung, Bewunderung und Gefahr geprägt. Wahrscheinlich ist unsere Faszination für das Element Feuer genau deshalb so groß.