Stimmen aus Figurenspiel, Kostüm, Musik, Kamera/Regie und natürlich mit Norman Schneider, dem „Figurenschneider“
🚨 TRAILER-HINWEIS: Bevor ihr gleich reinhört – schaut euch unbedingt den Trailer zum Film an:
https://www.youtube.com/watch?v=z3CCd1b0zpg
Danach macht diese Folge doppelt Spaß, versprochen.
Willkommen bei FIESEMADÄNDE On Air – und zwar mitten in unserem **Premiere-Special **zu einem Projekt, das man eigentlich kaum glauben kann, wenn man es nicht selbst gesehen hat:
„Die fantastischen Geschichten des Professor Kluck und die magische Glocke“ – Warendorfs erster Märchenfilm mit Figuren in der Hauptrolle. Und ja: Das ist kein „mal eben so“-Projekt, sondern ein Kinomärchen, das über drei Jahre hinweg von rund 80 Menschen in ihrer Freizeit umgesetzt wurde – von der ersten Vision bis zum fertigen Film.
Adrian war stellvertretend vor Ort in Warendorf – ursprünglich „nur“ als Gast für Einblicke hinter die Kulissen für FIESEMADÄNDE On Air. Und wie es manchmal so kommt, wenn Theater und Herzblut ins Spiel kommen:
Am Ende durfte er die interne Premiere am 24. Januar und die öffentliche Premiere am Sonntag, 25. Januar 2026 moderieren und durch beide Abende begleiten. Eine große Ehre – und genau daraus ist diese Folge entstanden: aus Eindrücken, Begegnungen und Interviews direkt vor Ort, die uns einen echten Blick hinter die Kulissen geben.
Wir sprechen in dieser Special-Folge unter anderem mit Jürgen Tombers, der als Figurenspieler eine „tragende Rolle“ hatte – im wahrsten Sinne, denn Figurenspiel im Film heißt: unterstützen, wechseln, helfen, Arme bewegen, Situationen lösen – ohne Eitelkeiten, sondern als Team.
Jürgen erzählt, warum ihn die Idee so gepackt hat („endlich mal einer, der was Eigenes macht“) – und wie sehr ihn manche Drehtage gefordert haben, inklusive Momenten, in denen es eng, kalt, körperlich und trotzdem unglaublich erfüllend wurde. Sein Wunsch: Dass der Film nicht nur ein einmaliges Kino-Erlebnis bleibt, sondern auch andernorts gezeigt wird. Darüber hinaus war er auch für die Geräusche zuständig.
Dann tauchen wir in die Welt der Kostüme ein – mit Tina Hempel, Kostümdesignerin aus Kiel.
Sie spricht darüber, wie wichtig Proportionen, Schnittführung, Farbkonzept und Charakterarbeit sind, damit ein Kostüm bei Figuren nicht „drüber“ ist, sondern die Figur stärkt. Ihr größtes Mammutprojekt: der Fährmann – ein Naturwesen, zwei Meter hoch, kreativ „pur“. Und ihr persönlicher Spaßfaktor? Ganz klar: der Teufel.
Wir hören außerdem Stimmen von Menschen, die gleich mehrere Rollen übernommen haben – wie Melanie Meulenberg und Roger Meulenberg: schminken, Statisten, Räuber, Dorfbewohner, Modellierarbeiten an Puppennasen, kleine Handgriffe beim Puppenspiel – und das alles nebenbei, weil man an das Projekt glaubt.
Sie erzählen von Drehtagen bei Hitze, Kälte, Wartezeiten „bis die Sonne weg ist“ – und davon, wie unfassbar es ist, den fertigen Film im Kino zu sehen und dabei plötzlich alles Anstrengende zu vergessen.
Ein riesiger Teil dieser Magie entsteht aber auch durch das, was man nicht sieht, aber sofort fühlt: die Musik. Klaus Dziomba erzählt, wie Filmmusik Stimmungen trägt, Schnitte punktgenau unterstützt und warum ihn besonders der Fährmann inspiriert hat – als Figur und als Atmosphäre. Musik kommt oft spät dazu, muss sich aber ständig an neue Schnitte anpassen – und am Ende soll genau das rauskommen, was Film, Szene und Emotion zusammen erzählen.
Auch die Perspektive hinter der Kamera ist dabei: Christian Confer (Kluck Kola), der als Kamera/Schnitt/Regie erklärt, warum das Filmen von Figuren völlig anders funktioniert als bei Menschen – keine Totalen, keine Mastershots, kaum mehrere Figuren gleichzeitig, weil schlicht nicht genug Puppenspieler da sind. Dazu kommt: Puppen gucken oft „ins Nichts“, weil der eigentliche Spielpartner nicht dort steht – das muss alles sitzen. Und trotzdem war sein Anspruch klar: Kino-Look, bewegte Bilder, große Einstellungen – auch wenn das Equipment auf dem Papier nicht nach Kinofilm aussieht. Und dann kommt dieser Satz, der das Projekt eigentlich perfekt beschreibt: Man wollte etwas Kleines – „und dann ist die Lage eskaliert“.
Natürlich darf in dieser Folge der zentrale Kopf nicht fehlen: Norman Schneider, der „Figurenschneider“. Ihr kennt ihn bereits aus unseren beiden Folgen beim Besuch seines Ateliers in 2025 in Sassenberg. Carsten und Adrian haben ihn dort besucht und so entstand auch unser Kontakt, der diesen Einblick für uns heute wieder möglich macht.
Norman erzählt von der Ursprungsidee, von der Warendorfer Sage als Grundlage, von 16 gebauten Figuren, von Regiearbeit mit Figuren, von Schnittlösungen, wenn Figuren nicht greifen können – und von Momenten, in denen plötzlich Statisten, Straßen-Drehs, Rollenverteilung, Wetter, Kostüm, Schminke und Requisiten zusammenkommen. Er sagt selbst: Stunden lassen sich kaum zählen – über alle gerechnet sprechen wir von 30.000 bis 50.000 Stunden. Und das „eigentliche Wunder“ ist für ihn, dass so viele Menschen einfach gesagt haben: „Ich bin dabei. Am Wochenende. Unentgeltlich. Ich glaube an das Projekt.“
Besonders beeindruckend: Wie viele Personen oft nötig sind, damit eine Figur lebendig wirkt. Beim Teufel waren es teils vier Personen plus Licht von unten für die Augen. Beim Fährmann war es körperlich extrem: eng im Boot, Monitor unter dem Bauch, innen „nichts sehen“, nur Kamerabild – zwei, drei Minuten drehen, dann Luft holen. Und trotzdem: Wenn man sich kennt, verschmilzt man irgendwann „zu einer Figur“. Gedreht wurde teils bei Minusgraden, über zwölf Stunden, zwei Tage – und dann kam jemand mit einer Suppe, alle wurden wieder warm und es ging weiter. Genau diese kleinen Dinge machen dieses Projekt zu dem, was es ist.
Und genau deshalb sagen wir an dieser Stelle nicht nur „Respekt“, sondern:
Ein riesiges Dankeschön an Norman Schneider – und an alle Beteiligten, die über drei Jahre hinweg mit so viel Herzblut, Zeit und Liebe diesen Traum möglich gemacht haben. Rund 80 Menschen haben vor und hinter den Kulissen geholfen, organisiert, gespielt, gebaut, geschminkt, getragen, gestaltet, Strom geliefert, Essen gekocht, Suppe gebracht – kurz: Sie haben geglaubt, unterstützt und durchgezogen. Ohne diese Menschen gäbe es diesen Film nicht – und er würde uns heute nicht so verzaubern.
Zudem gibt es in Warendorf im Westpreußischen Landesmuseum auch noch die begleitende Ausstellung zu sehen. Ein Besuch lohnt sich also und wir hoffen natürlich sehr, dass dieses wunderbare Projekt auch Süddeutschland erobern darf!
👉 Mehr zum Projekt & den Beteiligten:
– Norman Schneider (Figurenschneider): www.figurenschneider.de
oder auf seinem Instagram-Kanal: @figurenschneider
– Kluck Kola / Projekt-Infos: www.kluck-kola.de
oder auf Instagram: @kluck.kola
– Instagram-Kanal "Die fantastischen Geschichten": @fantastischegeschichten
– WDR Making-of (YouTube): https://www.youtube.com/watch?v=YrJT4Js-5U8&t=18s
– Trailer (YouTube): https://www.youtube.com/watch?v=z3CCd1b0zpg
Viel Spaß mit der Special-Folge und lasst euch verzaubern in der "fantastischen Welt des Professor Kluck und seinen Geschichten"…