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  • „The system was constructed just to kill them, and I don’t want them to die.“ – Ein Bericht aus Lesbos (Serie 1287: VON UNTEN im Gespräch)
    Die griechische Insel Lesbos ist ein Ort voller Widersprüche: Einerseits beeindruckt sie mit einer einzigartig schönen Landschaft, andererseits sieht man jeden Abend die griechische Küstenwache ins Ägäische Meer ausfahren – auf Missionen, die oft illegale und tödliche Pushbacks zur Folge haben. Migrantion wird kriminalisiert und die Küstenwache arbeitet eng mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex zusammen.
    In den vergangenen Jahren haben sich die Situation auf der Insel und die Arbeit von Freiwilligen, NGOs und autonomen Organisationen stark verändert. Die VON UNTEN Redaktion war von 15. bis 19. Januar zu Gast bei unserem Kooperationsradio Radio VC Mytilene auf Lesvos. Dort haben wir mit Journalist:innen, Anwält:innen und sich autonom organisierenden Menschen von unterschiedlichen Initiativen gesprochen, um herauszufinden, wie sich die Lage für People on the Move, Freiwillige und Organisationen entwickelt.
    Zunächst hört ihr Ozan Mirkan Balpetek vom Legal Center Lesvos und Serife Ceren Uysal von der European Association of Lawyers for Democracy and World Human Rights. Sie berichten über ihre Arbeit auf der Insel und erklären, warum Weitermachen für sie keine Frage der Motivation ist, sondern Teil eines selbstverständlichen Kampfes gegen ein mörderisches System.
    Anschließend erzählt der Journalist Hibai Arbide Aza von paramilitärischen Gruppen, die illegale und brutale Pushbacks durchführen, wie sich die Situation auf der Insel stetig verschlimmert - und davon, woher er die Energie nimmt, trotz immer widrigerer Bedingungen weiterzumachen.
    Zum Abschluss berichtet Maria von No Border Kitchen, wie sich die Arbeit der autonomen Gruppe in den letzten Jahren verändert hat, wie viele Menschen sie mit Essen versorgen und was es für sie bedeutet, durch wöchentliche Treffen Gemeinschaften zwischen Gruppen zu schaffen, die sonst keine Berührungspunkte hätten.
    Die Interviews sind auf Englisch.
    Bild: Das abgebrannte Camp Moria, Tamara Ussner
    Musik: Thrasos - Negros Tou Moria
    **English**
    The Greek island of Lesbos is a place full of contradictions: on the one hand, it impresses with its uniquely beautiful landscape; on the other, every evening, you see the Greek coast guard heading out into the Aegean Sea—on missions that often result in illegal and deadly pushbacks. Migrants are criminalized, and the coast guard works closely with the European border protection agency, Frontex.
    Over the past few years, the situation on the island and the work of volunteers, NGOs, and autonomous organizations have changed significantly. The VON UNTEN editorial team visited our partner radio station, Radio VC Mytilene, on Lesvos from January 15 to 19. There, we spoke with journalists, lawyers, and autonomously organized individuals from various initiatives to find out how the situation for People on the Move, volunteers, and organizations has evolved—and what it currently looks like.
    First, you will hear from Ozan Mirkan Balpetek of the Legal Center Lesvos and Serife Ceren Uysal of the European Association of Lawyers for Democracy and World Human Rights. They talk about their work on the island and explain why continuing their efforts is not a matter of motivation but an essential part of the fight against a murderous system.
    Next, journalist Hibai Arbide Aza speaks about paramilitary groups carrying out illegal and brutal pushbacks, how the situation on the island worsens steadily—and where he finds the energy to keep going despite increasingly difficult conditions.
    Finally, Maria from No Border Kitchen shares how the work of this autonomous group has changed in recent years, how many people they provide with food—and what it means to her to create communities through weekly meetings between groups that would otherwise have no points of contact.
    The interviews are in English.
    Image: The burned-down Moria camp, Tamara Ussner
    Music: Thrasos - Negros Tou Moria
    1 hr
  • Gleichgeschlechtliche Ehe feiert Jubiläum (Serie 1005: CX - Corax - Politik - Makro)
    Am 1. April 2001 trat in den Niederlanden ein historisches Gesetz in Kraft: Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde legalisiert und machte das Land zum Vorreiter in der weltweiten Bewegung für LGBTQ+-Rechte. Diese wegweisende Entscheidung hat nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen für gleichgeschlechtliche Paare verändert, sondern auch gesellschaftliche Normen und Werte in vielen Ländern beeinflusst.
    Die Tagesaktuelle Redaktion hat sich gefragt, ob diese rechtliche Gleichstellung tatsächlich zu einer umfassenden Gleichheit im Alltag führt. Um diese Frage zu ergründen, haben wir uns mit Kerstin Thost, einer engagierten Vertreterin des Schwulen- und Lesbenverbands Deutschland (LSVD), zusammengesetzt. In unserem Gespräch wollten wir zunächst herausfinden, welche konkreten Veränderungen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe im Leben von gleichgeschlechtlichen Paaren mit sich gebracht hat. Welche Herausforderungen bestehen weiterhin, und wie hat sich die gesellschaftliche Akzeptanz seitdem entwickelt?
    11 min
  • Aktivistinnen Im Einsatz für Frauenrechte
    Die Radiosendung der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit "Im Einsatz für Frauenrechte", stellt drei engagierte Aktivistinnen vor, die sich für Frauen-/Menschenrechte einsetzen:
    Olga Karach ist eine belarussische Menschenrechtsaktivistin und Leiterin der Organisation Our House. Sie unterstützt Kriegsdienstverweigerer aus Belarus und wurde 2024 für den Friedensnobelpreis nominiert. Wegen ihres Engagements wurde sie vom Lukaschenko-Regime als Terroristin eingestuft und in Abwesenheit zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt.
    Maryam Shirinsokhan, Vorsitzende von woman.live.freedom.munich.e.V. und Mitglied der WILPF, engagiert sich für Frauenrechte im Iran und in der Diaspora. Sie ist eines der Münchner Gesichter der iranischen Revolution.
    Lida Zarif, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Afghanische Frauen in München e.V., floh nach der ersten Taliban-Machtübernahme aus Afghanistan und setzt sich seither unermüdlich für die Rechte afghanischer Frauen in Deutschland ein. Sie arbeitet bei Refugio München, wo sie geflüchtete Frauen begleitet, die Gewalt, Verfolgung oder Krieg überlebt haben.
    Die Sendung beleuchtet Motivation, Widerstand und transnationales Engagement von Frauenrechtlerinnen.
    40 min
  • Lichtung – eine neue Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Halle (Saale) (Serie 1000: CX - Corax - Soziales - Strike)
    Am 2. April eröffnete die Lichtung - Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in der Wilhelm-Külz-Straße 22 in der Nähe des Joliot-Curie-Platzes in Halle. Die Einrichtung war bis Mitte 2024 bei Wildwasser Halle e.V. angesiedelt und gehört seitdem zum AWO Regionalverband Halle-Merseburg e.V.. Sie bietet seit vielen Jahren Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt, Angehörige und Fachkräfte. Anlässlich des Umzugs sprach Radio Corax mit Astrid Herrmann-Haase von der Beratungsstelle Lichtung über die Umsiedlung und die Arbeit der Beratungsstelle.
    12 min
  • Arbeitskämpfe und Widerstand in Myanmar und die aktuelle Spendenkampagne zur unterstützung menstruierender Arbeiter*innen in Myanmar
    Seit dem Jahr 2021 kämpfen Menschen in Myanmar gegen eine faschistische Militärdiktatur.
    Myanmar ist trotz alledem ein Produktionsstandort der globalen Textilindustrie. Marken wie H&M, VERO MODA oder ZARA lassen in dem südostasiatischen Land produzieren. Die hygienischen Bedingungen in den Fabriken sind skandalös. Streiks werden mit Hilfe des Militärs bekämpft.
    Die große Mehrheit der Textilarbeiter*innen sind Frauen.
    Die FAU Hamburg kämpft seit Jahren an der Seite ihrer befreundeten Basisgewerkschaft, der Federation of General Workers Myanmar (FGWM), die seit Beginn der Diktatur am Civil Disobedience Movement, der Widerstandsbewegung, beteiligt ist.
    Mo von der FAU Hamburg ist mit Radio Dreyeckland im Interview über die Situation vor Ort und die aktuelle Spendenkampagne bei der bis zum 11. Mai 15000 Euro gesammelt werden sollen um ca. 5000 Arbeiter*innen in Myanmar für einige Monate mit Periodenprodukten zu versorgen.
    Hier der Kampagnen Link:
    https://www.fgwm-solidarity.org/de/home-3/
    https://www.gofundme.com/f/solidarity-with-fgwm
    10 min
  • Queere Rechte und das Leben von trans* Menschen in Südostasien (Serie 1006: CX - Corax - Feminismus - Gender)
    In den USA werden die Rechte von queeren Menschen gerade massiv eingeschränkt. Auch in Europa verschiebt sich das Fenster des Sagbaren massiv nach rechts und überall sind queere Rechte in Gefahr. Aber wie sieht Akzeptanz queerer und trans* Menschen außerhalb von Europa aus? Um das herauszufinden, hat Radio Corax mit Claude Beier gesprochen. Claude ist Expert*in für LGBTQI-Rechte bei Amnesty. Mit Claude hat Radio Corax den Blick nach Südostasien gerichtet. Wie sehen die Rechte von queeren Menschen in Südostasien aus und wie sind trans* Menschen in der Gesellschaft verwurzelt?
    21 min

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