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Die Richtung ist entscheidend, nicht die Geschwindigkeit.
Wohin gehst du? Eine der wichtigsten Fragen, die wir uns stellen dürfen. In unserem Arbeitsalltag sind wir es gewohnt schnell zu arbeiten. Wir sind darauf konditioniert möglichst viele Aufgaben in möglichst kurzer Zeit zu erledigen. Es fühlt sich gut an, wenn wir gleich am Morgen alle 75 Mails aus dem Outlook abgearbeitet haben und einen Haken dahinter setzen können und wenn der virtuelle Stapel an Arbeit kleiner wird. Da aber immer neue Aufgaben dazukommen und die Arbeit nie wirklich endet, entsteht in uns das Gefühl, wir müssen uns schneller bewegen, damit wir fertig werden. Und so geben wir entsprechend Gas.
Was wir aber oft nicht bedenken ist, dass für unsere Zielerreichung nicht die Geschwindigkeit ausschlaggebend ist. Denn auch wenn wir schneller sind als alle anderen um uns herum, bringt es gar nichts, wenn die Richtung, in die wir laufen, nicht stimmt.
Wie oft rasen wir mit 240 km/h durch den Alltag. Wir hetzen von einer Aufgabe zur nächsten. Ein Meeting jagt das andere. Hier noch ein kurzes Gespräch im Flur und da noch ein Anruf. Zwischendurch einen Schluck Kaffee, während man noch schnell das Protokoll der letzten Sitzung durchliest, um festzustellen, dass man bis zur nächsten Sitzung noch drei Dinge erledigen muss.
Nicht selten verlieren wir in der ganzen Hetze völlig die Orientierung. Wir wissen nicht wirklich wohin wir wollen und wir wissen oft auch nicht, wo wir gerade auf dem Weg zu unserem Lebensziel wirklich stehen.
Wenn wir wirklich dort ankommen wollen, wo unser inneres Ziel ist, dürfen wir aus unserem Alltag das Tempo rausnehmen.
Wann hast du das letzte Mal innegehalten und genau hingeschaut, ob die Richtung, in die du so schnell läufst, die richtige ist? Wohin gehst du?
Es hat uns erwischt. Wir hatten sie, die Krankheit, deren Namen nicht genannt werden darf (... um den Algorithmus nicht zu verärgern). Unsere komplette Familie lag mehr oder weniger flach.
Die liebevoll gemeinte Zitronenladung hat mich direkt an den bekannten Spruch erinnert: Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade daraus. Und das wiederum ließ mich an die vielen positiven und gut gemeinten Sprüche und Ratschläge der Positiven Psychologie-Szene denken.
Wer mich kennt weiß, dass ein positiver, optimistischer Blick auf das Leben meiner inneren Haltung entspricht und Dankbarkeit zu meinen wichtigsten Werten gehört. Ich bin auch überzeugt davon, dass ein positiver Fokus und ein lösungsorientierter Umgang mit Herausforderungen uns das Leben wesentlich leichter macht. Auch mag ich motivierende Sprüche, Affirmation und positive Sprache und nutze sie in meiner Arbeit ganz bewusst.
Und trotzdem halte ich es nicht nur für wenig hilfreich, sondern geradezu für gefährlich, wenn wir nicht sorgsam damit umgehen. In bestimmten Situationen empfinden wir eben Angst, Wut, Trauer ... Und in solchen Momenten, macht es wenig Sinn, zwanghaft positive Gedanken zu beschwören, und über unsere Empfindung Glitzerstaub oder rosa Puder zu streuen, indem wir versuchen, sie mit einem schlauen Spruch oder einer netten Affirmation schnell wegzuwischen.
So wie es gefährlich ist, nicht auf seine körperlichen Symptome zu hören und sich bei Gliederschmerzen und Fieber eine Pille einzuwerfen und joggen zu gehen, ist es geradezu gefährlich, Traurigkeit, Wut oder Angst einfach so wegzuaffirmieren oder sie mit ein paar positiven Chacka-Sprüchen zu unterdrücken und mit aller Gewalt positive Gedanken zu erzwingen. Unangenehme Emotionen haben ihren Grund und sie wollen uns etwas mitteilen. Sie haben eine Botschaft für uns, die wir wahrnehmen dürfen. Und um langfristig ein gesundes und glückliches Leben leben zu können, brauchen wir einen differenzierten achtsamen Umgang mit unseren Emotionen. Wir dürfen uns die Zeit nehmen, sie bewusst zu fühlen, ihnen den nötigen Raum geben und sie dann auch wieder ziehen zu lassen.
Manchmal ist es eben sinnvoll, die “Zitrone” Zitrone sein zu lassen, sie in Achtsamkeit zu würdigen, ohne direkt in Aktionismus zu verfallen und hektisch anzufangen, Limonade aus ihr zu machen.
Zeitmanagement ist keine Lösung sondern das Problem!
Das Thema Zeit beschäftigt uns alle. Wir fühlen uns in unserem Arbeitsalltag nicht selten gehetzt, sind unter Druck und haben das Gefühl zu wenig Zeit für zu viele Aufgaben zu haben. Oft wird gerade in der Führungsarbeit ein besseres Zeitmanagement als Lösung für diese Herausforderung gesehen. Aber vielleicht ist gerade das Zeitmanagement das Problem.
Denn wie kann man die Zeit managen? Was ist denn überhaupt Zeit? Zeit ist für uns Menschen immer noch ein sehr abstrakter Begriff. Chronobiologen, Physiker, Philosophen, Kirchenväter und Historiker unternehmen immer wieder Versuche, Zeit zu verstehen und zu erklären. Je mehr man sich mit der Thematik Zeit beschäftigt, desto klarer wird, wie unklar sie tatsächlich ist. Wie kann man also etwas managen, was man so wenig verstehen und so schlecht fassen kann? Das mangelnde Verständnis von Zeit ist nur ein Teil des Problems.
Schwerwiegender ist der mechanistische Ansatz der Optimierung, der hinter dem Begriff Zeitmanagement steckt. Zeitmanagement kann eng mit der industriellen Revolution in Verbindung gebracht werden. Die vielen Fabriken und das damit einhergehende Bedienen von Maschinen und die Fließbandarbeit erforderten Taktung und Punktgenauigkeit. Durch konsequentes Zeitmanagement sollten möglichst viele Arbeitsschritte in möglichst kurzer Zeit erledigt werden. Führungsarbeit hat aber wenig mit einer Maschine zu tun. Führungsaufgaben sind komplex. Als Führungskraft trifft man strategische Entscheidungen, investiert in Beziehungen und führt herausfordernde Gespräche. Aber auch die operativen Aufgaben, die man trotzt Führungsverantwortung immer wieder übernehmen muss, erfordern kognitiven Einsatz und Konzentration. Der Ansatz, “mehr und schneller” kann hier nicht wie bei einem Fließband umgesetzt werden. Moderne Strömungen bevorzugen deshalb statt des Begriffes Zeitmanagement den Begriff Selbstmanagement. Aber auch in diesem Begriff steckt der mechanistische Ansatz der Optimierung. Denn letztlich geht es auch hier darum, die eigene Leistung so zu erhöhen, dass man in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Aufgaben so perfekt wie möglich erledigt. Aber genau das ist das Problem, denn dieses “Mehr und Schneller”erzeugt Hetze, Druck und das ständige Gefühl zu wenig Zeit zu haben.
Und auch wenn einige der klassischen Zeitmanagement- oder Selbstmanagementmethoden sicher an vielen Stellen hilfreich sind, um den täglichen Arbeitsablauf zu sortieren, zu strukturieren und um die Arbeitsprozesse sinnvoll zu gestalten, lohnt es sich, die dahinterliegende Philosophie in Frage zu stellen. Oder besser: die Fragestellung umzudrehen. Anstatt wie im klassischen Zeit- oder Selbstmanagement zu fragen: Wie kann ich noch mehr Aufgaben in meinen (Arbeits-) Alltag packen und sie noch schneller erledigen? Ist es sinnvoll, innezuhalten und sich die Frage zu stellen: Was kann ich aus meinem (Arbeits-) Alltag eliminieren? Wie kann ich mit weniger Aufgaben und langsamerem arbeiten bessere Ergebnisse erzielen? Denn “mehr und schneller” kann langfristig nicht die Lösung sein.
Zeit ist relativ. Letzte Woche ist es mir wieder ganz bewusst geworden. Eine sehr gute Bekannte ist gestorben und plötzlich wurde das Leben für einen kurzen Augenblick angehalten. Wir waren nicht sehr eng befreundet, aber wir haben uns immer sehr gut verstanden und regelmäßig ausgetauscht. Sie war genau zehn Jahre älter als ich. Und als sie vor über 12 Jahren an Krebs erkrankt ist, habe ich oft angerufen und wir haben uns immer wieder sehr intensiv unterhalten. Ich war damals mehr als beschäftigt, aber das Bewusstsein, dass jedes Gespräch das letzte sein kann, hat mich stets einen Moment finden lassen, um mich kurz bei ihr zu melden. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, dass sie nie ganz gesund wird. Es ging ihr gut und so verschwand auch meine Befürchtung, dass wir uns eines Tages nicht mehr hören. Unsere Gespräche wurden seltener und kürzer. Das letzte mal haben wir uns im April gesprochen, ganz kurz ….Immer wieder wollte ich mich bei ihr melden, ich hatte den Impuls mal wieder anzurufen, aber irgendwie kam ständig etwas dazwischen …Ich hatte mir auch vorgenommen sie zu besuchen. Seit unserem letzten Umzug wohnten wir zwar über 100 km voneinander entfernt, aber es war nicht aus der Welt und ich war auch zu anderen Anlässen in ihrer Heimatstadt. Es ist aber bei einem Vorsatz geblieben, denn ich hatte keine Zeit … meinte ich.
Die Zeit ist eben relativ. Letzte Woche war ihre Beerdigung und oh Wunder, obwohl ich sicher nicht weniger beschäftigt war als im Dezember, November, Oktober oder September, hatte ich plötzlich die Zeit. Ich habe Pläne geändert und Termine verschoben und mir die Zeit ganz einfach genommen. Es ist mir wichtig gewesen Abschied zu nehmen. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, ich hätte meinen Vorsatz umgesetzt und sie besucht, als sie noch gelebt hat? Jetzt ist es zu spät, wir werden uns nie wieder unterhalten und ich kann die Zeit nicht zurückdrehen.
Wie oft ist unser Leben bis zum Anschlag vollgestopft mit Terminen und Aufgaben? Wie oft haben wir keine Zeit? Wir haben keine Zeit für unsere Liebsten, für unsere Freunde und Bekannten, keine Zeit für die Dinge, die uns wichtig sind und keine Zeit für uns selbst! Wir arbeiten hart, den ganzen Tag. Häufig fangen wir extra früh an, um mit dem Tagesgeschäft einigermaßen fertig zu werden, oder bleiben lang nach Feierabend im Büro, damit wir halbwegs den Aufgaben hinterherkommen, die unsere Tätigkeit so mit sich bringt. Am Wochenende sind wir dann oft so kaputt, dass wir keine Kraft mehr haben für die Menschen und für die Dinge, die uns im tiefsten Inneren wirklich wichtig sind.
Tragisch daran ist, dass wir vor lauter Arbeit vergessen, was uns wirklich, wirklich wichtig ist und was tatsächlich wertvoll ist in unserem Leben. Wir sind beschäftigt und völlig absorbiert davon, unseren Alltag zu bewältigen und unsere Tätigkeit zu meistern.
Aus der Perspektive des Todes ändert sich so manches. Und vielleicht sollten wir uns öfter die Endlichkeit des Lebens vor Augen führen und auch ohne einen traurigen Anlass innehalten und uns die Frage stellen: Nehme ich mir genug Zeit für das, was wirklich wichtig und wertvoll ist in meinem Leben?
„Frau Fleißig, Sie übernehmen doch sicher gerne den neuen Kunden, Sie haben ihre Abteilung so gut im Griff.” “Mein lieber Experten-Kollege, kannst du mir bitte helfen, das schnell zu erledigen? Das ist für dich als Bilanzbuchhalter doch sicher eine Kleinigkeit.” “Frau Hilfsbereit, Sie wissen doch, bei uns ist der Kollege ausgefallen, könnten Sie vielleicht kommissarisch die Führung der Personalabteilung übernehmen?.”
In dir drin sträubt sich alles und du möchtest endlich mal auf den Tisch “knallen”, dass du aufgehört hast, deine Überstunden aufzuschreiben und immer wieder am Wochenende arbeitest. Du weißt auch genau, dass ein Nein der erste Schritt zu einem gelungenen Zeitmanagement wäre. Und dennoch sagst du: “Ja, ok mach ich.”
Warum fällt es manchen von uns so schwer Nein zu sagen? Die Gründe dafür sind individuell und vielschichtig. Es kann z. B. ein Bedürfnis nach Harmonie oder nach Sicherheit sein. Es kann aber auch ein extrem starkes Verantwortungsbewusstsein dahinter stecken.
Wenn wir wirklich Neinsagen lernen wollen, müssen wir uns als erstes klar darüber werden, was der tiefliegende Grund für unser Ja ist, und dies ist bei jedem von uns individuell. Wir müssen auch wissen, dass es ein längerer Prozess sein kann, bis wir das Neinsagen lernen und wir es langsam und kontinuierlich üben dürfen. Vor allem müssen wir aber akzeptieren, dass Nein zu sagen sich im ersten Moment richtig unangenehm anfühlt.
Langfristig können wir aber sicher sein, dass ein vernünftiges Maß an Nein, auf Dauer das Leben viel entspannter und zufriedener macht. Und wenn wir dranbleiben und langsam aber kontinuierlich das Neinsagen erlernen, wird es sich irgendwannl sogar richtig gut anfühlen. Wenn dir das Neinsagen auch sehr schwer fällt, melde dich gerne bei mir zu einem kostenlosen Strategiegespräch und wir schauen uns gemeinsam an, wie du das Neinsagen auf deine individuelle Art und Weise lernen kannst, um dadurch viel entspannter und zufriedener zu werden: https://aldonagiesbrechtconsulting.de/termin/
Dankbar - leichter gesagt als gefühlt.
Dankbarkeit zu praktizieren ist nicht immer einfach. Uns Menschen fällt es meist leichter, das Negative zu sehen. Unser Gehirn ist wohl schon so programmiert, dass wir vermeintliche Gefahr, negative Dinge, Dinge die uns stressen und belasten leichter wahrnehmen als das Positive.
Obwohl wir uns vorgenommen haben neutral zu bleiben ziehen negative Schlagzeilen unsere Aufmerksamkeit automatisch an und negative Informationen sind schneller in unserem Fokus als die neutralen oder positiven.
Negative Wahrnehmung oder Wahrnehmung überhaupt, ist ein extrem spannendes Thema. Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, uns vor Gefahren zu schützen. Leider ist diese Schutzfunktion heute nicht selten vom, Nachteil für uns. Sie macht unsere Situation nicht besser, vielmehr verursacht sie nicht selten eine Negativspirale der Gefühle in uns, die uns unsere kostbare Energie raubt.
Stecken wir in so einer Negativspirale ist es extrem schwer, Dankbarkeit zu empfinden. Auch wenn es wissenschaftliche Studien gibt, die beweisen, dass Dankbarkeit eine Ressource ist, die Menschen stützt und befähigt, positive Lebensqualität zu erlangen, ist es manchmal eine echte Herausforderung, sich für die Dankbarkeit zu entscheiden.
Wie kann man dankbar sein, wenn gerade alles gefühlt den Bach runter geht. Wenn das Team unter der Arbeitsbelastung leidet und den Aufgaben nicht hinterher kommt, gleichzeitig ein wichtiger Kollege wegen Krankheit für längere Zeit ausfällt. Wenn bereits am Anfang des Jahres klar ist, dass keine Ressourcen da sind, um neue Mitarbeiter einzustellen. Wenn der Chef dauernd unzufrieden ist und seine Unzufriedenheit an seinen Leuten rauslässt. Wenn die Aufgaben immer sinnloser werden und die Bürokratie überhand nimmt und man nach dem Weihnachtsurlaub schon am Mittwoch reif ist für das Wochenende.
Das Gefühl der Dankbarkeit stellt sich in so einer Situation sicher nicht von alleine ein und es künstlich zu erzeugen, erzeugt viel eher Widerstand und ein Gefühl der Wut in uns. Und dennoch macht es Sinn sich bewusst dafür zu entscheiden, den Fokus von den negativen Dingen wegzunehmen und in Dankbarkeit seine Aufmerksamkeit auf all die positiven Aspekte des Alltags zu lenken. Ähnlich, wie man sich dafür entscheidet weniger Zucker zu essen und mehr Obst, oder statt mit dem Auto zu fahren das Fahrrad zu nehmen, ist es am Anfang eine Überwindung, aber mit der Zeit fällt es immer leichter und leichter.
Wir dürfen ganz klein anfangen. In dem Wissen, dass es immer etwas gibt, wofür wir von Herzen dankbar sein können, dürfen wir uns ganz bewusst fünf Minuten Zeit nehmen, am Abend oder am Morgen, und uns an die Dinge erinnern, für die wir dankbar sein können. Wenn wir es täglich konsequent praktizieren, werden wir nach einiger Zeit eine dankbare Haltung entwickeln, die uns das Leben erheblich angenehmer und lebenswerter macht.
Wir nutzen den Anfang eines neuen Jahres als eine Möglichkeit, grundsätzlich neu anzufangen und unser Leben neu auszurichten. Wir setzen uns klare Ziele, formulieren einen Plan, wie wir diese erreichen möchte und nehmen uns Dinge vor, die wir täglich tun müssen, damit dieser Plan aufgeht. Aus unternehmerischer Sicht ist diese Vorgehensweise notwendig und auch für unsere persönliche Entwicklung ist sie durchaus spannend. Es spricht vieles dafür, sich SMARTE Ziele zu setzen, Pläne zu schmieden und uns Dinge für den Alltag vorzunehmen, die unserem Leben eine klare Richtung geben.
Nicht selten sind wir aber bereits im Februar enttäuscht von uns selbst, weil wir die ersten Vorsätze aufgegeben haben und sich die Verwirklichung unserer Pläne und das Erreichen unserer Ziele irgendwie extrem anstrengend oder sogar sinnlos anfühlt.
Es gibt an dieser Stelle zahlreiche Tipps und Ratschläge, die uns helfen sollen, dran zu bleiben und durchzuhalten.
Was aber, wenn unsere Vorsätze, Pläne und Ziele nur ein Mittel zum Zweck sind? Wenn das, was wir meinen damit zu erreichen überhaupt nicht das ist, was wir wirklich wollen?
Wir setzen uns z. B. als Ziel in diesem Jahr befördert zu werden. Wir entwickeln einen strategischen Plan, wie wir dieses Ziel erreichen und nehmen uns vor, täglich konkrete Dinge umzusetzen, die uns die Beförderung sicherstellen.
Was aber ist das Ziel hinter dem Ziel? Was wollen wir wirklich durch eine Beförderung erreichen? Wollen wir die Anerkennung, die damit einhergeht? Wollen wir dadurch mehr Geld verdienen oder ist uns die Handlungsfreiheit wichtig, die wir hinter der “höheren” Stelle vermuten? Und wozu “brauchen” wir die Anerkennung, das Geld oder die Handlungsfreiheit? Was wollen wir wirklich?
Und was, wenn sich das, was wir wirklich wollen viel leichter erreichen lässt, als wir meinen? Vielleicht sind unsere Vorsätze, Pläne und Ziele nur ein unnötiger, anstrengender Umweg zu unserem eigentlichen Ziel?
Es ist vielleicht genauso wie in der bekannten Anekdote vom Fischer und Geschäftsmann?
Und wenn du nicht weißt, welche Geschichte ich meine, höre dir gerne meine neue Podcast Episode an. Da werde ich an diese Geschichte erinnern und vielleicht wird dir durch diese Parabel auch klarer, was du wirklich willst.
Den Link findest du im Kommentar. Ich freue mich wenn du reinhörst.
Ich liebe Weihnachten. Unser Weihnachtsfest ist eine Mischung aus polnischer, russischer und deutscher Tradition. Das Zusammenkommen der Großfamilie und ein gutes Essen sind die zwei wichtigsten Zutaten unserer Familien-Weihnachtstradition. Wir fangen schon ganz früh am 24. an zu kochen. Alle von Klein bis Groß helfen mit. Meine Eltern und Schwiegereltern kommen meistens schon am Vormittag, beladen mit Kuchen und Salaten und kleinen Häppchen. Auch wenn unsere Küche sehr groß ist, ist das gemeinsame Kochen entsprechend turbulent. Jeder redet mit und alle wollen, dass das Essen ganz besonders gut gelingt. Oft gibt es heiße Diskussionen darüber, ob der Braten schon fertig ist und ob genug für alle an Beilagen und Salaten da ist. Wir machen uns meistens Sorgen, dass irgendein Gericht nicht für alle reicht, dabei bleiben immer Reste für mehrere Tage übrig. Es ist eine laute, fröhliche und intensive Zeit. Geschichten aus der Vergangenheit werden ins Gedächtnis geholt und von Neuem Erzählt und durchlebt. Der Duft aus Weihnachtsbraten, Weihnachtsgewürzen und frischen Tannenzweigen erfüllt die Luft. Ich genieße diese Zeit mit meiner ganzen Familie sehr.
Einer der schönsten Momente an Weihnachten ist für mich aber der Morgen nach Heiligabend. Meine besondere Zeit des Rückzugs und der Achtsamkeit. Gerade am ersten Weihnachtstag, während alle noch schlafen, wird mir deutlich bewusst, wie wichtig für mich die tägliche Zeit der Besinnung ist. Voller Dankbarkeit für das schöne Fest und für meine Familie, bevor der fröhliche Trubel wieder beginnt, genieße ich eine Zeit ganz für mich allein.
Ich sitze mit einer Tasse frisch dampfenden Kaffee, eingekuschelt in eine weiche Decke, in meinem Sessel im Wohnzimmer und schaue ins Licht der flackernden Kerzen.
Das Haus riecht immer noch nach Bratapfel vom Vortag und es ist absolut still. In diesem Augenblick der Stille genieße ich die Gegenwart. Neben all den schönen liebevollen Geschenken, die ich von meiner Familie bekomme, mache ich mir selbst auch ein Geschenk - Zeit der Stille in der Gegenwart.
Genau das wünsche ich dir auch als ein besonders wertvolles Weihnachtsgeschenk für dich - Zeit der Stille in der Gegenwart.
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Was willst du wirklich? Wenn ich diese Frage meinen Kunden, meinen Freunden oder meiner Familie stelle, bekomme ich meistens die Antwort: “Das ist eine gute Frage.” Beharre ich darauf eine Antwort zu bekommen, fangen die meisten Menschen an, mir zu erzählen, was sie alles nicht wollen. Und diese Liste ist oft sehr lang. Es ist auch nicht unerheblich zu wissen, was man nicht will, aber es reicht nicht aus.
Es ist in etwa so, als ob man in einem Restaurant vom Kellner gefragt wird, was man denn bestellen möchte und ihm antwortet: “Ich will kein Brot, ich will keine Kartoffeln, ich will keinen Fisch, kein Fleisch, ich will nichts Kaltes aber auch nichts Warmes” und auf die Vorschläge des Kellners mit: “Ich weiß nicht so recht” antwortet.
In unserem Alltag und im Beruf leben wir aber ganz oft genauso wie in der Metapher.
Denn was wir wirklich wollen, ist oft unter einer dicken Schicht aus Erziehung, moralischen Vorstellungen, gesellschaftlichen Normen, Ängsten, den Erwartungen unserer Eltern und nicht zuletzt von den Erwartungen an uns selbst, so tief begraben, dass wir uns nicht daran erinnern können.
Wir wissen es schlicht und ergreifend nicht mehr. Und so lassen wir uns treiben und drehen uns nicht selten im Kreis, sind immer unzufriedener und ratloser.
Wenn wir es aber schaffen, uns diese Frage zu beantworten: “Was will ich wirklich?” Oder noch besser: “Was will ich wirklich, wirklich? Dann gewinnt unser ganzes Handeln an Klarheit und Ausrichtung, und erst dann leben wir wirklich unser Leben!
Weißt du, was du wirklich willst?
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