Über die Psychologie organisationaler Krisen und die Sprache, die sie braucht
Es gibt Momente in einer Führungslaufbahn, die sich anfühlen, als würde der Boden unter den Füßen weggezogen. Nicht für einen selbst, sondern für die Menschen, die einem anvertraut sind.
Eine Restrukturierung wird angekündigt, Abteilungen werden aufgelöst, Vorgesetzte wechseln.
Und jemand muss mit diesen Menschen sprechen.
In der heutigen Folge geht es um das Krisengespräch und damit um die anspruchsvollste Form von Führungskommunikation überhaupt.
Ich erzähle eine zusammenhängende Geschichte aus meiner eigenen Führungserfahrung in vier Phasen: von der schmerzhaften Ankündigung über den Widerstand und die lange Übergangszeit bis hin zum Neuanfang.
Damit endet zugleich die kleine Serie über Gesprächsführung, die ich in den letzten Wochen veröffentlicht habe. Sie begann mit dem Mitarbeitergespräch und der Frage, warum echte Gespräche nicht im Kalender beginnen, sondern in der Haltung.
Sie führte über das Konfliktgespräch und die Erkenntnis, dass die größte Führungsleistung manchmal das Loslassen ist.
Sie vertiefte sich im Kritikgespräch zur Einsicht, dass Klarheit nur dort wirkt, wo Würde gewahrt bleibt.
Und sie endet heute mit dem Krisengespräch und der Lektion, dass Präsenz wichtiger ist als die richtige Antwort.
Ich freue mich, wenn Sie diese letzte Folge hören und vielleicht auch die Serie als Ganzes nochmals auf sich wirken lassen.