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Im vergangenen Jahrzehnt sind die Stuttgarter zweimal in die 2. Liga abgestiegen. Sie berappelten sich und lieferten dann: 2024 Vizemeister, 2025 DFB-Pokalsieger und 2026 mit dem 2:1 n.V. gestern Abend gegen Freiburg erneut Pokalfinalist. Man kann es nicht anders sagen: Der VfB Stuttgart erlebt unter Trainer Sebastian Hoeneß einen einzigartigen Aufschwung. Der Blick in den Kader verrät vielleicht das Geheimnis: Ein halbes Dutzend DFB-Nationalspieler trägt das weiße Trikot mit dem roten Brustring. Immer wieder hat der VfB den Verkauf wichtiger Spieler verkraftet, zum Beispiel den von Waldemar Anton, Serhou Guirassy und Nick Woltemade. Sowas zeichnet eine gute Vereinsführung aus. Wir dürfen gespannt sein, was der Titelverteidiger am 23. Mai in Berlin gegen den Rekord-Pokalsieger Bayern München schafft. Zwei Dinge erhoffe ich mir. Erstens: dass sich andere Vereine die Arbeit von Klubboss Alexander Wehrle zum Vorbild nehmen. Zweitens: dass der VfB Stuttgart diese schöne Zeit möglichst lange genießen darf.
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Serge Gnabry kann einem schon leidtun. Der Angreifer legte eine Bombensaison beim FC Bayern hin und machte vergessen, warum er 2024 aus dem EM-Kader gestrichen worden war. Seine Leistungen überzeugten Bundestrainer Julian Nagelsmann. Gnabry sollte eine feste Größte in seinem WM-Kader sein.
Gestern die schockierende Nachricht: Die Saison ist für Gnabry beendet, seine WM-Teilnahme nicht möglich. Die Diagnose: Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel. "Was sagt man da?", fragte DFB-Sportdirektor Rudi Völler hilflos zurück, als ihn die TV-Leute löcherten. Mehr als "Kopf hoch" fällt niemandem ein.
Uns führt das Gnabry-Malheur zwei Dinge vor Augen. Zum einen: Das Profileben eines Fußballers ist zwar am Reißbrett planbar (Vertragsverlängerung im Februar), aber einem ständigen Stresstest unterworfen. Zum anderen: Hinter dem Spieler steckt immer ein Mensch. Gnabry wird jetzt am Boden zerstört sein.
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Alles andere als ein Bayern-Sieg heute Abend bei Bayer 04 Leverkusen würde mich schon sehr überraschen. Nach dem 35. Meistertitel will der Rekordmeister die kleine Schmach wettmachen, dass man seit 2020 keinen DFB-Pokal mehr mit nach Hause gebracht hat. Armes Leverkusen: Fürs Halbfinale hat Trainer Vincent Kompany seine Stars beim Sieg gegen den VfB Stuttgart geschont, damit auch gar nix unter der Woche schiefgeht. So ist das, wenn die Bayern ernst machen: Das Pokalfinale am 23. Mai verlieren sie jetzt nicht mehr aus den Augen. Der Gegner heißt dann VfB Stuttgart oder SC Freiburg; das wird am Donnerstag ermittelt. Für die Statistiker: Die einen (Stuttgart) haben die Bayern in der Bundesliga 5:0 und 4:2 niedergebügelt, die anderen (Freiburg) 6:2 und 3:2. Im Schnitt 4,5 Tore pro Spiel: Das wird ja ein heiteres Pokalfinale in Berlin. Leverkusen, streng dich an!
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Kurzer Hinweis in eigener Sache. Wer hier in der Begrüßung "Guten Morgen, liebe Fußballfreunde" liest, kann die unpersönliche Anrede in drei Schritten entfernen:
Das war's. Danach begrüße ich am frühen Morgen hier im Fever Pit'ch Newsletter höflich mit dem Namen und freue mich auf die gemeinsame Zeit.
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Wie will man die Bayern schlagen, wenn sie sogar mit dem lieben Gott Doppelpass spielen? Oder treffender gesagt: mit seinen Stellvertretern hier auf Erden. Samstag bekam der Rekordmeister an seiner Säbener Straße 52 Besuch von der Vatikan-Mannschaft aus Rom. "Trainer Vincent Kompany und Torwart Manuel Neuer empfingen die Gäste persönlich", notierte die gut informierte Tageszeitung "tz" und stellte fest: "Ein Treffen, das kaum feierlicher hätte sein können."
Danach war ja klar, wie das Sonntag-Spiel ausgehen würde: Mit dem Segen vom Vortag schickte die B-Elf des FC Bayern die Stuttgarter gestern mit 4:2 durch die Hölle und lachte sich schlapp. Die 35. Deutsche Meisterschaft im Schongang: Groß gefeiert wird nicht, weil ja Mittwoch das Pokalspiel in Leverkusen und Ende April das Halbfinale in der Champions League anstehen. Genau das ist der Meistertitel für die Bayern: eine Formsache. Eigentlich bräuchte man den Vatikan nicht.
Trotzdem und in aller Höflichkeit: Herzlichen Glückwunsch, FC Bayern! Wer in der Bundesliga am Ende Erster ist, weil sich die Gegner reihenweise in Hosen machen oder Platz 2 zum Saisonziel erheben, verdient keinen Vorwurf. Der Torrekord entlarvt eher das Abwehrproblem der Gegner. In keiner Top-Liga ist so oft Tag der offenen Tür wie hierzulande. Aber das ist jetzt ein anderes Thema. Alex Steudel spricht heute zunächst die Heiligsprechung in seiner Kolumne aus.
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Die Zukunft der Bundesliga hängt von Dezimalstellen ab, die weit rechts vom Komma liegen. Genauer: von irgendetwas zwischen Komma Drei-Vier-Drei und Komma Null-Sieben-Eins. Das war der Stand gestern Abend um 20.39 Uhr.
Nein, das ist jetzt nicht Telekolleg II aus den dritten Programmen, sondern eine mathematisch anspruchsvolle Leistungsschau des europäischen Fußballverbandes Uefa unter dem Namen "Verbands-Koeffizienten der Saison" 2025/26.
In diesem Uefa-Ranking liegt Spanien hauchdünn vor Deutschland auf Platz 2, nur getrennt, was hinter 21 Komma steht. Die Differenz ist keine Petitesse. Wer Zweiter hinter England wird, schickt fünf statt vier Teams zur Champions League.
Und mehr Champions League heißt: eine größere Millionendosis für die Liga. Alleine die Bayern, die uns mit dem 4:3 gegen Real Madrid begeisterten und ins Halbfinale einzogen, haben sich schon jetzt 100 Millionen Euro Prämie erspielt.
Ihr Sieg und der vom SC Freiburg über Celta Vigo gestern Abend bedeutete: Nur zwei spanische Teams verbleiben in den Europacup-Wettbewerben, Atletico und Rayo, und können Punkte sammeln. Deutschland hat ebenso zwei Klubs am Start.
Die zwei sind Bayern und Freiburg. Dass Bayern am Sonntag zum 35. Mal Meister werden kann - geschenkt. Das spannendste und teuerste Millionen-Duell findet bis Ende Mai zwischen Spanien und Deutschland im Uefa-Ranking statt.
Neuer Zwischenstand gestern Abend um 22.59 Uhr: Spaniens Punktestand schrumpfte auf Komma Drei-Vier-Drei, während Deutschland nach der Mainzer Pleite bei Null-Sieben-Eins verharrte. Es bleibt spannend…
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Am Ende ging alles gut. Bayern München besiegte Real Madrid 4:3 und steht im Halbfinale der Champions League. Trotz der zwei Patzer, die Torwart-Legende Manuel Neuer zu Spielbeginn fabriziert hat. Damit hat sich wohl hoffentlich das nervige Dauerthema WM-Teilnahme erledigt: Neuer bleibt dahoam.
Wir können uns in aller Ruhe auf die Halbfinalpaarungen der Königsklasse in zwei Wochen konzentrieren: Paris Saint-Germain gegen Bayern München am 28. April und 6. Mai sowie Atletico Madrid gegen FC Arsenal am 29. April und 5. Mai. Das Spektakel wird nicht kleiner werden als das gestern Abend.
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