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Leute, wir waren in Bielefeld! Gibt es nicht? Gibt es doch. Und diesmal sogar live. Aus jenem Stadion, in dem Ernst Middendorp einst an der Seite stand und Ansgar Brinkmann weißen Samba tanzen durfte. Aus der Arena also, die ein Berg sein darf, weil man nunmal dort hin muss, auf dem langen Weg zum Gipfel. Am Abend dann: die Stimmung fantastisch, die Menschen wunderschön. Die Bühne mit Sorgfalt geschmückt. Im Rücken 50 Jahre Leibchen, durchgeschwitzte Werbung. Krombacher, Granini und, in der Tat, Alpecin. So fingen wir an, freudetrunken, voll im Saft und bis in die Spitzen motiviert. Waren uns, ihr kennt das, für keinen Schlenker zu schade. Trommelwirbeltiere, die dort in Ostwestfalen ihre Manege gefunden haben. Und um Fußball, kein Scherz, aber viele Scherze dazwischen, ging es dann auch noch. Weil die Bayern wieder die Konkurrenz leer kaufen, es aber diesmal niemanden interessiert. Weil die schweren Jahre vorbei sind, in denen Löw an Laternen lehnte aber keine Glanzlichter mehr setzte, wir also nun hoffen können, dass der Hansi der Welt zeigt, dass es die Kleinen da draußen noch gibt. Und weil die Bundesliga nach dem Deadline Day nicht besser ist, sich allerdings immer noch auf ihre beiden größten Attraktionen verlassen kann. So wurde es dann noch ein echtes Triell, mit Männern, die bewegungslos im Wind der Veränderung sitzen , um gemeinsam auf den nächsten Shitstorm zu warten. Weshalb uns zum Ende nur noch eines zu sagen bleibt: Danke, Bielefeld! Nächstes Mal kommen wir mit Ewald, dann geht das Ding fünf Stunden. Und allen anderen wünschen wir natürlich viel Spaß bei dieser Folge!
Leute, der Wahnsinn ist zurück. Und dafür, Hipp Hipp Hurra, stehen wir mit unseren Namen. Maik Nöcker, der auch diesmal versucht hat, Ordnung in einen Raum zu bringen, in dem sich alle anderen für Messis halten. Micky Beisenherz, der mit dem Scholzzug nach Hamburg gekommen war, um aus jedem Zwei- einen Wahlkampf zu machen. Kaiser Soze, garantiert nicht unparteiisch. Und Lucas Vogelsang, der gestern an der Seitenlinie stehen durfte und seitdem nicht nur den Verstand, sondern auch jede Bodenhaftung verloren hat. Coach Kater, wieder um keine Schnurre verlegen. So also sind wir in diese 90 Minuten gegangen. Drei Untertagediebe, die es vor allem für die Kohle tun. Hacke, Spitze, Einheitsbrei. Drei Wendegewinner, die aus alten Liedern neue Hymnen und aus Werbung einen Zirkus machen. Dabei Dompteure und Tiger gleichermaßen, die Manege und alle Assoziationen frei, die brennenden Reifen immer wieder lässig um die Hüfte. Hulahoop Stevens. So gab dann selbstverständlich auch ein Wort das andere. So waren wir die Bürgerjury im Auf-die-Fresse Club, die Leserreporter an der Strafraumkante. Und wurden am Ende trotzdem noch mal konkret. Mit Thesen, die unter die Haut gingen, als hätten wir uns den eigenen Anspruch in Eulenspiegelschrift auf den Rücken tätowiert, gleich unter die Gänsehaut. Mehr Ernst als Middendorp. Danach aber durfte dann auch wieder gesungen werden. Jede Zeile gleich eine Ode. An die Heimat, an die Zuschauer, an das noch immer schönste Hobby der Welt. Fußball, wir komm‘ aus dir. Oder so ähnlich. Aber hört doch einfach selbst. Viel Spaß!
Und zum Abschied, liebe Hörer, macht es leise bumm. Weil wir uns verneigen. Vor dem Bomber, dem Müllergerd, dem sehr wahrscheinlich größten Stürmer aller Zeiten, der uns in Bildern bleiben wird. ImStrafraum, auf dem Hosenboden.
Das weiße Leibchen schon wieder dreckig vom nächsten Sprung ins Getümmel, immer Rasen am Mann, immer ein Hundertstel schlauer, schneller, im besten Sinne oberschenkliger als der Rest. Oder hüpfend danach, wenn es mal wieder gemüllert hatte, einen Arm dabei fröhlich in den Himmel gereckt. Ein Jubel, der kaum einer war. Nur die kurze Verbeugung eines Balletttänzers, der auch die härtesten Nüsse zu knacken verstand und immer den besten Abschluss aber nie die größteBühne suchte. Seine Tore, das hat Thomas Hüetlin einst über Gerd Müller geschrieben, gehörten dem Zuschauer. Er spielte, das gehört zur Legende, schließlich nicht nur für sich selbst. Und war auch deshalb bis zum Schluss eine nationale Angelegenheit. Jeder Abstauber deutsche Wertarbeit. Jeder Rekord ein Bundesverdienst. Gerd Müller, gestorben am 15. August 2021, hat sich im Strafraum unsterblich gemacht. Er wird für immer 365 Tore alt sein.
Leute, die drei Saisonarbeiter von Fussball MML melden sich zurück. Wiegewohnt. Mit guter Laune und schlechten Gags, mit Musik, die keine seinsollte und Witzen von Otto, die Otto so nie erzählt hätte. Dabei wie immerauch ihr eigenes Echo. Stimmen im Ohr statt Stimmung im Keller. Sowischen sie Messis Tränen vom Tisch und schauen durchs Knopfloch in dieZukunft. Katastrophentouristen, die das Geld der anderen zählen,staunend am Fuß des Eiffelturms. Während sie, die Schere im Kopf, alleWettscheine zerschneiden. Weil sie doch schon wieder nicht wissen, wiedas alles weitergehen soll. Und sich deshalb, erschöpft bereits, verschwitztsowieso, an die vertrauten Gesetzmäßigkeiten klammern. An den Pokal und die Wucht der Außenseiter, die Schönheit des Anfangs.Und schließlich noch eine geile Runde auf dem Karussell drehen. Feixendim Feuerwehrauto. Neben ihnen die neuen Cowboys, noch fest im Sattelauf dem One-Trick-Pony. Neben ihnen also ein Österreicher, der Derbyserst noch lernen muss. Und ein Holländer, der sich verwechselt hat, mitDaum oder Rehhagel, mit genug Angriffsfläche in der Coachingzone. Einirrer Ritt in jedem Fall, an dessen Ende vor allem der Schwindel bleibt. Also wieder Zeit, dass sich was dreht. Und ihr, liebe Hörer könnt euch jetztmitdrehen. Bis sich der Kreis schließt oder aus drei Ecken wenigstens einElfer wird. So oder so: viel Spaß mit der neuen Folge!
Leute, nur noch 493 Tage bis Katar. Und weil nach dem Finale nunmal vor dem Scheißdreck ist, haben wir uns noch einmal zusammen schalten lassen, um die Vorfreude so richtig anzuheizen. Als Versicherungsmakler der Herzen, mit Stimmung bis in die Haarspitzen und dem Holzkohlegeruch der Euphorie in der Nase. Als Komödienstadl und Meinungsmaschine, irgendwo zwischen Ulrich Klose und Uli Hoeneß. So meldet sich Maik Nöcker live aus einem italienischen Radkasten, die Bremsspuren der Euphorie noch prominent auf der Maske, während Micky Beisenherz im Spaßbad seiner Kindheit sonnenverbrannt und hoffnungslos romatisch vom Sprungturm herunter predigt und Lucas Vogelsang noch immer stammtischbesoffen in München weilt, obwohl ihm Effe und Basler längst Bayern-Verbot erteilt haben. Die Stimmen im Kopf, sie sollen später auch noch eine Rolle spielen. Das ganze Leitwolfgeheul der Brusttrommler, die mit Sponsoren auf dem Revers und einer Nadel in der Eichel die Ehre der Familie verteidigen. Vorher aber geht es natürlich um Wembley. Um verdiente Sieger und sehr schlechte Verlierer. Um den Hass und das Hässliche. Um die Scheiße und den Sturm. Um jene Bilder also, die leider bleiben werden. Die Fratze neben Chiellinis Lächeln.
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Und dann kam auch noch Ewald, setzte sich dazu, wollte eigentlich nur ein bißchen Werbung machen, hatte aber den Weltschmerz geschultert, die Wut so geballt wie die Faust, um uns final in die Tasche zu stecken. Nach einer Nacht ohne Schlaf, nach einer Nacht im TV. Die Augen müde. Nicht nur der Gedanke, sondern auch die Ringe darunter olympisch. So begann er also, der große Lanzvergleich. Die Talkshow zur Talkshow. Lienen lernen, um verlieren zu können. Wider den Kommerz, für die Freiheit der Völker. Das volle Programm, den Raum mit Tiefe gefüllt, weshalb wir die nachfolgenden Podcasts auf unbestimmte Zeit verschieben mussten. Im Abschied aber lag dann noch einmal Grandezza, herrschte im Sechzehner noch einmal Alarm. Und hinterher, die Ruhe nach dem Sturm, war da vor allem Besinnung. Das Studio als Echokammer. Schweineminuten. Wir haben sie dann natürlich gefüllt. Mit den Schelmen und Scherzen, den Pfiffen und dem Lächeln der Sieger. Und mit der Würde der Bezwungenen, den kurzen Momenten am Ende einer langen Reise. Erschöpft auf dem Rasen, fütend am Mikro. Was das bedeuten soll? Das erfahrt ihr, liebe Leute, wie gewohnt im Laufe dieser neuen Folge. Denn hier seid ihr, Weltbürger allesamt, noch einmal zu Gast bei alten Freunden. Also kuschelt euch ein. Vor den Endgeräten. Vor diesem Finalwochenende. Und hört rein, in diesen Quatsch mit Musik. In dieses Lied ohne Gut. In diesen Fernsehgarten blühender Fantasie. Meinung mit Lachers. Mainstream mit Lienen. Wenig ist besser. Und deshalb: Viel Spaß!
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Leute, kurz bevor Maik mit dem Herzblatthubschrauber über die Alpen geflogen ist, um sich als Jubelrentner bei den Italienern anzudienen, wurden wir noch einmal getrennt voneinander befragt. Zum Turnier im Allgemeinen und zu den Halbfinals im Besonderen. Weil da doch jetzt Engländer, die italienisch spielen, auf Dänen treffen, die vom Momentum getragen werden. Und Italiener, die englisch auftreten, auf Spanier, die wenig königlich dafür aber umso geschlossener daher kommen. Trainermannschaften allesamt. Mit wirklich guten Geschichten im Gepäck und noch besseren Namen auf dem Spielberichtsbogen. Mit Außenristbällen zum Zungeschnalzen und Showeinlagen zum Kopfschütteln. Und mit jeweils guten Gründen, wieso sie das Ding jetzt auch nach Hause holen sollten. Aber weil nur einer gewinnen wird, wünschen wir uns zumindest einen coolen Kampf. Und wer diesen launigen Showtreppenwitz jetzt auch noch verstanden hat, dem wünschen wir zurecht viel Spaß mit der neuen Folge!
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Natürlich sind wir wütend. Was denn sonst?
Doch als Can schließlich kam, im Rückstand von Wembley, saß dieser Trainer, der kein Kaiser mehr wird, plötzlich auch ohne Kleider am Rand. Ein Hochstapler, bis zur Hüfte im arrogant vorgetäuschten Tiefgang. Ein Hütchenspieler, der nun zurecht seinen Hut nimmt.
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Da sind wir gestern also mit dem Kopf voran ins Wechselbad gesprungen, Micky sogar in voller Montur, die Gefühle klitschnass, mehr Regen als Bogen. Weil sich das bayrische Wetter an Fritz Walter, die deutsche Mannschaft aber an Ronald Maul erinnern wollte. So gingen die Schleusen auf, so stand die Kette zu hoch, war ständig Rutschgefahr, in einem Mittelfeld, das nach vorn spielen wollte, aber leider quer denken musste, als wäre vor allem die Anfangsphase eine große Verschwörung. Und auf den Rängen stand die Hoffnung neben dem Hass. Die Arena ein Kessel Buntes, mit schwarzen Flecken am Rand. Und unten rannte Sané, vom Anpfiff weg auf Bewährung, auf dem Rücken die Zentnerlast der Geschichte, gut sichtbar für alle. Ein Rucksack, das Tattoo dahinter verborgen. Die Zuschauer, fast hatten sie Mitleid. Dann aber, nachdem das Glück kurz vorbei geschaut hatte, war wieder Anstoß. Auch das ein Standard, das wissen wir nun. Gefahr, die aus Toren entsteht, der Dolch in den Jubel hinein. Und plötzlich stand er ganz allein dort im Strafraum, nur leider im falschen. Sahne, der Libero. Erst ohne Geist, dann ohne Körper. Es wäre das Häubchen gewesen. Auf einer Torte, die keine Hochzeit kannte, deutsches Stückwerk, selbst im Beigeschmack fad. Am Ende aber kam doch noch das Lächeln zurück, war da die Geste des Abends. Leon, der vielleicht einzige Profi an diesem Abend der Amateure. Ein Boss unter Knechten. Musste aus dem Hintergrund schießen, und wusste um die Kraft des Moments. Das Herz für die Kurve, ein Gruß nach ganz oben. Damit war alles gesagt. Nur eben noch nicht von allen. Deshalb haben auch wir uns getroffen, am Morgen danach. Die Emotionen noch nicht gänzlich getrocknet, die Sprache noch brüchig vor Wut. Und haben in unsere Mikrofone gesprochen. Für euch, wie immer. Viel Spaß!
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Am 26. August 2021 könnt ihr Micky, Maik und Lucas live in Bochum, in der Freilichtbühne Wattenscheid erleben. Sichert Euch Tickets unter www.eventim.de/artist/fussball-mml/
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Und dann gleich die große Abfahrt, ohne Vorgespräch, ohne Konterabsicherung, ohne doppelten Boden. Bang, Boom, Bang und Ralla Ralla. Also einfach rein, in eine Sendung, in der sich drei Esel zum Horst machen, obwohl sie keine schlechten Tage kennen. Weil sie mal mit dem Schwanz wedeln und mal mit dem Zaunpfahl winken, sich mal an der Leine und mal am Nasenring durch die Arenen ziehen, und weil ihnen die Frisur im Zweifel egal ist. So saßen wir auch diesmal wieder beisammen, sattelfest und footlocker, mit genug Asche in den Knien und Restalkohol im Kopf, um das alles noch mal im Galopp aufzuarbeiten. Dieses irre Spiel gegen Portugal, diesen Gossens aus Bergamo, der auch Prinz in Köln sein könnte, aber am Samstag König von München sein durfte. Erst in der Luft und dann auch im Interview hinterher. Klappe auf, Affen geil! Dazu die Taktik vom Jogi, die Flügelzange als Werkzeug, die neue Euphorie auf den Rängen. Aber natürlich auch die dunkle Seite des Spektakels. Die schlimmen Szenen und Drohkulissen. Ungarn und ungern. Weil der Sommer nun da ist, das Märchen aber ausbleiben könnte. Weil es wieder nur um die Geldtöpfe geht, der Regenbogen aber verschwinden soll. Weil der Fußball in den falschen Händen ein Instrument ist, das die falschen Lieder spielt. Nun auch wieder vor großem Publikum und vollen Rängen. Was es nicht besser macht und auch nicht bunter. Schiefe Töne, Schlager aus der Mottenkiste. Mit Brusttrommeln und Arschgeigen. Wir hingegen liefern, wie immer, Kammermusik für den Weltempfänger. Und wünschen euch deshalb viel Spaß mit der neuen Folge!
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