FUSSBALL MML

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By Micky Beisenherz, Maik Nöcker, Lucas VogelsangSportsSoccer
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FUSSBALL MML episodes

  • Aufzeichnung aus einem Kellerloch. Oder: Hinter Freistoßmauern liegende Spieler - E41 - Saison 20/21

    Leute, könnt ihr euch noch an jene Zeit erinnern, als wir alle gemeinsam zitternd in der Mauer standen, die Hand schützend vor dem noch nicht rasierten Gemächt, in Erwartung eines Freistoßes, der nicht geschossen, sondern, da gab es Gefühl und Geräusch gleich gratis dazu, tatsächlich geschrummt wurde, als also Männer am Sechzehner standen, die Eisenkarl hießen und Eisenfüße hatten, die jede Finte aber keine Gnade kannten, die also mit Hass in den Augen und Gewalt im Gelenk nicht nur auf den Kasten sondern direkt in unsere Seele zielten, mit wenig Anlauf und viel Überzeugung, könnt ihr euch daran noch erinnern? An damals? An jene Zeit also, als DFB-Präsidenten noch ehrlich unehrlich waren, Strauchdiebe im dornigen Dickicht der Korruption, Schmierenkomödianten mit Mercedesstern auf der Haube, Versicherungsvertreter mit Traumschiff-Toupet oder Ex-Journalisten mit sehr dünnen Handgelenken aber sehr dicken Uhren? Wisst ihr das noch? Ja? Dann versteht ihr uns sicher, unsere Wut, unsere Trauer, unsere Zweifel.

    Dieses Wundern von Fern. Über eine Gegenwart als Sketchparade, als gespielter Witz. Mit Männern, die sich hinter Mauern legen, als menschliches Schild. Jeder Klub nur noch Schützenverein. Als hätte die Angst nicht die Seele, sondern zuerst den Verstand aufgefressen. Das wirklich merkwürdige Abwehrverhalten geschäftsreifer Großverdiener zur Anstoßzeit. Und dahinter dann lauern Doktoren und Präsidenten, die nach hinten schauen, wenn sie nach vorne wollen, um mit braunen Begriffen schließlich dreckige Wäsche zu waschen. Mit Vergleichen, die hinken, als hätten sie selbst noch einen Klumpfuß in der Tür. Richter und Henker, als würde der moralische Kompass wieder nach unten zeigen. Ein vor allem teuflisches Pack, weshalb das hier beileibe nicht Goethe ist. Der Faust nur im Ohr, die schon geballte Faust bereits in der Tasche. So stehen wir dort, am Rande des Ganzen, und warten, bis der Vorgang fällt. Sind Souffleure und Publikum gleichermaßen, lachen und weinen stellvertretend, damit ihr es nicht müsst. Nur den Applaus, den Beifall am Ende, klatschnass oder staubtrocken, überlassen wir euch. Und wünschen deshalb wie immer viel Spaß auf den billigen Plätzen!

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      • 1 hr 11 min
      • Das Mainz-Set. Oder wie Meister Leder Geburtstag feierte. - E40 - Saison 20/21

        Leute,

        erstmal mussten wir singen. Für Maik, zum Siebzigsten. Und dann die Kerzen ausblasen, um uns was wünschen zu können. Eine Liga ohne Leiden, zum Beispiel. Oder Interviews ohne Idiotien. Also Wahrheiten, die wir nicht erst vom Bildschirm abfilmen müssen. Und Zustände, die noch an Ort und Stelle hinterfragt werden. Mit Regeln, die nicht im Korsett ersticken, zu enge Krawatten um zu dicke Hälse, sondern beweglich bleiben wie das Spiel selbst. Neue Entscheidungen auch. Wir würden sie tragen, wie lässige Fliegen. Das wäre doch was. Das wäre dann unsere ganz eigene, gar nicht so kleine Utopie. Aber natürlich kennen auch wir die Zwänge der Realität. Viel Mauern, wenig Bande. Hin und wieder stoßen wir uns daran. Dann wissen wir nicht weiter. Weshalb wir auch heute mal wieder ganz vorne anfangen mussten. In München zum Beispiel, wo sie mit neuem Personal bald wieder die alten Geschichten erzählen wollen, weil der Mantel dann zur Trainingsjacke passen und selbst die erhobene Augenbraue sauber gezupft werden soll. Ein Alptraum in rosarot. Die Spannung jedenfalls, sie liegt mal wieder dahinter. In Frankfurt. Oder in Wolfsburg, diesmal wirklich Erlebnisstadt. Ab und an, so geht ja die Mär, hält der ICE dort nicht an. Am Samstag allerdings kam Dortmund mit der Lokomotive, mit dem vereinseigenen Polarexpress, der ohne Notbremse schlichtweg nicht aufzuhalten war. So riecht es am Phoenixsee, längst Ascheplatz im eigentlichen Sinne, wieder nach Champions League. Und außerdem, Randnotiz und eher ein Gag fürs Ohr, war nach über 20 Jahren, mal wieder ein Ridle an einem Dortmunder Treffer beteiligt. Der Baku, sie werden ihn Air nennen, weil er sich danach am liebsten in Luft aufgelöst hätte. Auf Schalke, also nicht weit weg von Dortmund, aber doch sehr weit weg von der Champions League, wird derweil weiter an der schlimmsten Saison der Vereinsgeschichte gearbeitet. Mit Jagdszenen aus dem Hooligan-Lehrbuch und einer Personalpolitik, die entweder von kompletter Ignoranz oder einem bitterbösen, historisch begründeten Zynismus getrieben wird. Denn die Schalker, so viel kann man verraten, sind gerade darum bemüht, auch noch den schlechtesten Rückpass aufzunehmen, während in Hamburg, zum Unmut vieler Hamburger übrigens, immer noch gespielt wird. Das ist natürlich die große Tristesse, weshalb wir hintenraus jetzt zwingend noch ein paar schöne Worte verlieren müssen. Über einen Verein, der endlich wieder singen und lachen darf, weil er in den vergangenen drei Monaten doch wirklich zu sich selbst zurückgefunden hat. Mit einem, Obacht jetzt, ganz neuen Mainz-Set. Darauf einen Tusch. Die Mainzer sind, Bo Svensson sei Dank, jetzt wieder der aufregende Konfettiverein, der selbst Karneval feiert, während er dem Meister die Party versaut. Und damit, Boyband und Bütten, macht dann auch die Liga wieder Spaß. Hoffen wir, dass es so bleibt.
        Denn, ihr wisst ja, nach dem Lob ist vor dem Fluch. Bis dahin aber wünschen wir euch viel Spaß mit der neuen Folge!

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        Den Trailer zum Film-Tipp 66/67 - Fairplay war gestern, findet ihr hier: https://youtu.be/snFn_goxnsQ

        1 hr 23 min
      • ZEITLUPEN
        Beckenbauer auf dem Rasen von Rom.
        Der Torfall von Madrid. Effes Mittelfinger.
        Der Fußball ist eine Bildermaschine, er produziert seit jeher Legenden, Momentaufnahmen. Unvergessene Szenen, die vom Triumph und vom Scheitern erzählen, von Rivalität und Leidenschaft, von Aufstieg und Abgrund. So entstehen Wahrheiten, die nicht nur auf dem Platz liegen. Und Geschichten, die nicht selten ins Abseits führen. Sie begleiten uns dann und liefern Stoff für immer neue Gespräche. In der Kurve, an den Stammtischen, im Fernsehen.
        Die ZEITLUPEN folgen diesen Spuren des Spiels, den Karrieren nach dem Abpfiff, dieser ewigen Nachspielzeit. Und zeigen, wie es weiterging. Nach dem wichtigsten Tor, dem letzten Zweikampf, dem traurigen Abgang. In jedem Augenblick schon der Anfang einer neuen Erzählung.
        Ab jetzt überall im Handel.
        ZEITLUPEN
        Denn der Fußball schreibt die besten Geschichten
        Erschienen im Tropen Verlag
        www.klett-cotta.de/buch/Tropen-Sachbuch/ZEITLUPEN/136741
        Cover by HANDS OF GOD
        www.handsofgod.football/
        11 min
      • Der MML-Brennpunkt: Super liegen II

        Leute,

        Wir konnten nicht anders. Wir mussten noch mal. Wegen der Scheiße mit der Super League und wegen Schalke in der Zweiten Liga. Deshalb gibt es jetzt noch eine Folge. Als Brennpunkt, mit mächtig Feuer unterm Hintern. Aus Wut, aus Erleichterung, aus Versehen. Ein Zwischenruf, dem jedes Triumphgeheul fehlt. Eine Reaktion, leise fast. Beklommen im Grunde. Zaghaftbefehl. So haben wir unser Stethoskop noch einmal an die Fanseele gehalten. Mit wirklich freundlichen Grüßen aber ohne Häme für alle Schalker. Ein Abstieg ist immer schmerzhaft, das wissen wir. Zu den Jagdszenen an der Arena allerdings ist auch uns erstmal nicht viel eingefallen. Ganz so, als hätten uns dort, im Angesicht des Irrsinns, die richtigen Worte gefehlt. Aber ihr kennt uns, wir machen das noch. Und sicher auch wett. Mit dem nötigen Abstand. Alsbald schon, den nach der Folge ist ja bekanntlich vor der Folge. Also viel Spaß und bis gleich!

        37 min
      • Super liegen - E39 - Saison 20/21

        Leute,

        Auch wir haben gestern gegründet.

        Allerdings eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und keine Liga mit beschissener Haltung. Und weil dem so ist, gehen wir heute natürlich mit Rückenwind ins Gegenpressing, um uns auf der Insel einer vermeintlich moralischen Überlegenheit mal richtig einen von der Palme zu wedeln. Denn so stehen wir dort. Drei Wichserse, die von Romantik reden, während der Sand unter ihren Füßen asphaltiert wird. Drei Affen am Ufer, die sich am Kopf kratzen, während im seichten Wasser Immobilienhaie treiben, der Dschungel hinter ihnen bereits gerodet wird. Drei Haudegen, die mit dem Säbel rasseln, obwohl ihre Klingen längst stumpf sind. Narren im Nichts, allein und weitestgehend ratlos, die vom Fußball zurück gelassen wurden. Schiffbrüchige, die am Scheißberg zerschellt sind, weil die Könige der Welt keinen Pfifferling geben, während sie ihr Geld auch ohne uns scheffeln. So sind wir längst Teil eines Spiels, in dem es auf den Rängen nichts mehr zu gewinnen gibt. Was uns aber nicht davon abgehalten hat, genau darüber viele Worte zu verlieren. Denn Schweigen, das können wir nicht. Schweigen kann nur Brazzo. Der Grüßgott Fella aus Bayern, der bosnische Buster Keaton. Und mit dem haben wir bis auf die Klamotten nun wirklich nichts gemein. So gilt dann auch weiterhin: In Westen nichts neues. Und wenn der Hansi mag, kann er auch bei uns anfangen. Inne Firma, als Kollege. Wir hamm ja jetzt eine. Also viel Spaß damit!

        1 hr 23 min
      • 4MML - alle Spiele, alle Torten - E38 - Saison 20/21

        Leute,

        wir sind jetzt also vier Jahre alt, Kindergeburtstag. Und das haben wir natürlich angemessen gefeiert. Mit wirklich schlechten Wortspielen, mit nicht nur kühnen, sondern auch vollkommen haltlosen Thesen. Mit obszönen Gesten zudem und abgetakelten Gags noch dazu. Eben genau so, wie ihr uns kennt. Überpünktlich und unterirdisch, oder genau andersherum. Drei Männer jedenfalls, die ihre anale Phase noch immer für die Crunchtime halten. Drei Marionettenspieler, die mit den Puppen tanzen, bis sie den Faden verlieren. Drei Podcastpimps, die gar nicht merken, dass man ihnen jede Woche wieder Strapse anzieht, um sie für Hartgeld auf die Brache hinter den Hauptbahnhof zu stellen. Drei Schlafschafe also, die sich ständig in die Wolle kriegen und trotzdem ungeschoren davon kommen. Weil sie um keine Antwort verlegen sind, selbst wenn sie die Fragen nicht kennen. Weil sie alle Meinungen haben und alle Lachers noch oben drauf. Und weil sie sich mittlerweile verlassen können, auf die Technik im Studio. Und auf die Leute da draußen. Den Elefantenpimmel dicht an den Lippen, die Fans lautstark im Hinterkopf. So wird es jedes Mal, was ist. Mein, unser, euer MML. Und weil das so ist und weil man die Feste gerade jetzt und mehr denn je feiern sollte, wie sie fallen, gab es mittendrin noch eine Überraschung, die so klingt, als hätten wir am Ende auch das Rad noch erfunden. Mit Kerzen in der Torte und einer Träne im Knopfloch. Ach ja, um Fußball ging es natürlich auch. Ein bisschen, am Rande. Also alles wie immer. Danke für vier Jahre Fussball MML und viel Spaß mit der neuen Folge!

        1 hr 18 min
      • Regensburg vs. Bremen: Ein Spiel wie das Wetter

        Fußball MML ist zurück bei SPORT1! Das Nachspiel des Pokal-Viertelfinale steht an – und somit sind Maik Nöcker, Micky Beisenherz und Lucas Vogelsang wieder in der Volkswagen Tailgate Tour Live anzutreffen! Neben der Diskussion über das Pokalspiel zwischen Bremen und Regensburg, sieht man die MML-Podcaster in besonderer Konstellation. Gemeinsam mit Hartwig Thöne, Jana Wosnitza, Thomas Helmer und Ewald Lienen diskutieren die drei im SPORT1 Fantalk über das Champions League Spiel zwischen PSG und Bayern.

        Außerdem: Maik Nöcker bekommt Komplimente über sein Outfit, Abschweifen ist wie immer Konzept – und Poetry Slammer Nils fasst das Pokal-Viertelfinale wieder in lyrischer Form zusammen! Da hat sich das Warten auf jeden Fall gelohnt!

        2 hr 32 min
      • Zsolt und Vorurteil - E37 - Saison 20/21

        Leute,

        das Ding ist durch, die Meisterschaft entschieden. Und wir sitzen wie begossene Pudel am Katzentisch der Ernüchterung, wo wir verbissen auf den letzten Brotkrumen kauen, die man uns hingeworfen hat. Damals, am Anfang dieser Saison, die so anders sein sollte und dabei doch wieder ist wie alle anderen seit 2013. Der Meister kommt aus München, während die Rechtfertigungen und Ausreden, die Kapitulation und die Erschöpfung in Dortmund zuhause sind. Dort war am Wochenende mal wieder Finale daheim. Nur hatten das die meisten Spieler ganz offensichtlich nicht mitbekommen. So bewarb sich Emre Can mit seinem nahezu körperlosen Auftritt erst für einen Platz in der Conference League, um später dann durchaus zweikampfstark aber ebenso uneinsichtig vor die Mikrofone zu treten. Auch er, das ist sicher, hat die Champions League Hymne als Klingelton. Aber immerhin, das wissen wir seit vergangener Woche, wird zumindest ein Dortmunder im kommenden Jahr wieder bei den Großen mitspielen. Barcelona, Madrid, Hauptsache Raiola. Wäre Haaland Rapper, der dicke Italiener wäre sein überaus behaarter Rücken. Was uns ohne Überleitung aber mit einer gewissen Übelkeit gleich nach Berlin bringt, wo sich Anstand und Moral ebenfalls einen Brückentag genommen haben. Denn dort nun ist Pal Dardai vor Schreck der 150 Euro Rotwein aus der Nase gelaufen, nachdem sein Torwarttrainer Zsolt Petry der regierungsnahen Zeitung Magyar Nemzet ein stramm rechtes Interview gegeben hat, in dem er nicht nur seinen Leipziger Landsmann Peter Gulacsi wegen dessen Einsatz für die Rechte Homosexueller kritisierte, sondern auch gleich noch die kontinentale Flüchtlingspolitik. Zsolt und Vorurteil. Schlimmer wäre es für die Hertha wohl nur gewesen, wenn Salomon Kalou das Interview auch noch für Facebook Live mitgeschnitten hätte. So bleiben aber, mit Blick auf Gulacsi und Petry, zumindest zwei Erkenntnisse hängen. Erstens, es macht sehr wohl einen Unterschied, hinter welchem Orban man steht. Und, zweitens, der gute Petry trägt seinen Nachnamen durchaus zurecht. Frauke jedenfalls gefällt das. In diesen Sinne: Petry Heil.
        Und viel Spaß mit der Folge.

        Visual Vest: www.visualvest.de/mml

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        1 hr 11 min
      • Human Writes Watch - Das Making Of - E36 - Saison 20/21

        Leute,

        heute ging es endlich mal wieder um jene Dinge, die uns besonders am Herzen liegen. Das Fernsehen und die alte BRD. Zwei alte Bekannte, die noch immer beste Unterhaltung bieten, sobald sie aufeinandertreffen. Auf Jagdschlössern. Oder in der bunten Kulisse der Sportschau. Weshalb wir uns am Wochenende, so hieß das früher, viereckige Augen geholt haben, weil wir, schlicht und ergriffen, nicht wegschauen konnten. Denn dort im Fernsehen saß plötzlich Jochen Breyer mit Uli an einem breiten Holztisch, um über Dietmar Hopp zu sprechen. Über das Hurensohn-Spiel, die Geste des Jahres in Sinsheim, die Eskalation im Konflikt mit den Ultras. Und Hoeneß schaute ihn an, den jungen Kollegen, in den kleinen Augen schon wieder die Hitze vergangener Duelle, in der Stimme das überhebliche Schnarren des Welterklärers, die ganze Abteilung Attacke in jeder Geste, und sprach dann einen der vielleicht schönsten Sätze über den Journalismus, den je ein Bayern-Manager gesprochen über Journalismus hatte. Seine ganz eigene, fast hintersinnige Definition eines ganzen Berufsstandes.
        Ihr macht euch das zu einfach, sagte er also, ihr versucht immer, beide Seiten zu verstehen.
        Und sah dabei aus wie ein übermüdeter aber dennoch zu allem entschlossener Pate, der nach dem Interview gleich auf den Hof von Thomas Müller gefahren ist, um sich einen Pferdekopf zu besorgen, den er Breyer bei nächster Gelegenheit unter das Kopfkissen legen wird.
        Dann folgte ein harter Schnitt.
        Dann nahmen wir die Fernbedienung in die Hand und wechselten den Kanal. Denn in der ARD schauten sie noch einmal noch weiter zurück. Auf 50 Jahre Tor des Monats. Mit allen erdenklichen Schnipseln und Zwischentönen. Mit fragwürdigem Liedgut und einem Nierentisch-Machismo, den man fast schon vergessen hatte. Absolutes Highlight dabei der Besuch bei Jürgen Wegmann, der immer noch die Kobra ist, und im Gym eines befreundeten Physiotherapeuten von seinen Übungen mit Bruce Lee erzählte, wobei er tatsächlich aussah wie die ungesunde Mischung aus William Zabka als Johnny Lawrence und Wotan Wilke Möhring als Method Actor in Lammbock. Schmal wie ein Gelenk und schnell wie ein Schatten.
        Vorher aber hatten die Archivare bereits einige Perlen der Peinlichkeit aus der Klamottenkiste geholt, die noch einmal zeigen sollten, wie Männer in bunten Sakkos früher noch Frauen in bunten Trikots begegnet sind. Fast 50 Jahre her. So wurde die damalige Starspielerin Beverly Ranger, auf Jamaika geboren und in London aufgewachsen, damals im Studio nicht nur von Ernst Huberty, sondern auch mit einem 50er-Jahre Gassenhauer empfangen, dessen Text man mindestens einmal gehört haben muss, um ihn zu glauben.
        Schön und kaffeebraun.
        Sind alle Frau’n
        In Kingston Town.
        Und weil das allein noch nicht reicht, gibt es hier zum Abschluss noch die Laudatio eines anderen Sportschau-Moderators zum ersten weiblichen Tor des Monats überhaupt, geschossen von Bärbel Wohlleben, 1974.
        Im Wortlaut jetzt, für euch also von den Lippen des Fernsehens abgepaust:
        Da habe ich gesehen, Sie hamm ja wirklich schon, das klingt so ein bisschen naiv, wenn ich das so sage, aber man ist ja erstaunt als Mann, richtige fußballerische Bewegungen. Das sieht alles sehr nett aus.
        In diesem Sinne: Viel Spaß mit der neuen Folge!

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        • 1 hr 18 min

        About FUSSBALL MML

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        Fast könnte man denken, sie hätten sich einfach zufällig in Hamburg getroffen. An einem Montag nach der Bundesliga, in einem viel zu engen Raum, in dem irgendjemand sechs Dosen Red Bull und drei Mikros vergessen hatte. Das wäre die perfekte Legende, sie ließe sich gut erzählen. Am Abend nach dem dritten Glas Chianti. Und vielleicht stimmt sie sogar. Denn Fussball MML, das war eine Idee, aus dem Moment und aus einer Sehnsucht heraus. Ein Vorschlag, es mal zu versuchen, über Fußball reden und schauen, was dann passiert. Das eigentlich simple Rezept, die eigentlich simple Versuchsanordnung. Eine in die Jahre gekommene Boyband, die als Dreierkette Weltmeister werden wollte. So standen wir da, am Anfang. Drei Männer, die sich, mal beiläufig, mal absichtlich, über den Weg gelaufen waren. In den Stadien und den Studios dieses Landes.

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