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Hä, ist das Jahr denn schon wieder rum? Oder warum sind Ninia und Stephan in dieser Folge zu zweit am Start? Das Jahresende jedenfalls liegt noch in weiter Ferne, aber wir haben euch etwas Wichtiges mitzuteilen: Denn unseren Podcast wird es – zumindest in seiner jetzigen Form – nicht mehr geben. Wir machen Schluss und das ist die (vorerst) letzte Folge. Und mit euch gemeinsam schauen unsere beiden Hosts auf die letzten zweieinhalb Jahre GANZSCHÖNLAUT.
Es wird nostalgisch, schwärmerisch, wertschätzend und auch ein bisschen meta! Zwischen Anekdoten über Fortbildungsveranstaltungen an Polizeihochschulen und Dingen, die Ninia und Stephan der Redaktion schon immer mal sagen wollten, sprechen unsere und eure Hosts auch über ernste Themen: Warum wird es immer schwieriger, Menschen mit einem Podcast zu erreichen? Wie viele Gäste aus dem Osten hatten wir da – und sind das jetzt viele oder wenige? Und wie unterscheidet sich Veto von Schnappi, dem kleinen Krokodil?
Doch auch in der (vorerst) letzten Folge GANZSCHÖNLAUT geht es vor allem um all die wunderbaren und mutigen Menschen, die wir zu Gast hatten. „Ich habe es immer als Freude, Privileg und Ehre verstanden, hier vors Mikro zu treten und diese krassen Leute zu hören“, fasst Stephan zusammen.
Freut euch auf eine ganz besondere Folge und schwelgt zusammen mit Ninia und Stephan in inspirierenden Erinnerungen. Grüße gehen raus an alle, die Tag für Tag GANZSCHÖNLAUT sind und es weiterhin bleiben. Mic Drop <3
TRANSPARENZ
In der Schnellfragerunde verrät Ninia, was ihr Lieblingspodcast ist – natürlich True Crime: In Verbrechen der Vergangenheit berichtet Sprecher Peter Kaempfe von wahren Kriminalgeschichten.
Außerdem müssen Ninia und Stephan anhand kurzer Ausschnitte erraten, um welche Folge GANZSCHÖNLAUT es sich handelt. Hier sind die Antworten und auch die passenden Links:
Kübra Sekin
Gianni Jovanovic
Ruben Neugebauer
Helena Steinhaus
Melina Borčak
Burak Yilmaz
Die Folge mit Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan wurde am 12.06.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert von der GLS Treuhand und vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
„Unpolitisch war ich nie, vielleicht war ich nur nie so mutig wie jetzt.“ Seit fünf Jahren schon gehört Rosemarie zu den Omas gegen Rechts in Halle (Saale). Ihren vollen Namen behält sie aus Sicherheitsgründen lieber für sich.
Rosemarie widmet ihr Engagement der Demokratie und dem ständigen Erinnern. Wenn sie bei sich Zuhause Besuch empfängt, gehöre es zwingend dazu, anderen die Synagoge zu zeigen, auf die 2019 ein rechtsextremer Anschlag verübt wurde.
„Die größte feministische Bewegung unserer Zeit“, so wurden die Omas gegen Rechts schon bezeichnet. In Österreich gegründet, zählen die vielen Ortsgruppen heute über 30 000 Mitglieder. Rosemarie beschreibt, wie das Netzwerk gesellschaftliche Zuschreibungen aushebelt, die suggerieren sollen, dass alte Frauen unpolitisch seien.
Die Arbeit als Psychiaterin lege ihrem Aktivismus manchmal Steine in den Weg. Doch der Job gebe auch Hoffnung, sagt Rosemarie: „Weil ich daran glaube, dass sich jeder Mensch ändern kann.“ Und sie verrät, wie sie mit Omas aus anderen Städten und jüngeren Gruppen vernetzt ist und was ihr Sorgen bereitet: „Mir zittert das Herz, wenn ich darüber nachdenke, dass die AfD die Mehrheit holen könnte.“
Im Gespräch mit Host Stephan Anpalagan erzählt Rosemarie, warum ihre Mutter und Nelson Mandela ihre politischen Vorbilder sind. Sie spricht von einem geplanten Boykott der Tech-Milliardäre und anderen Themen, bei denen unter den Omas auch mal Uneinigkeit herrscht. Und sie berichtet davon, wie sie nach 20 Jahren im Ausland in ein geeintes, aber völlig verändertes Deutschland zurückkehrte – und warum sie damals unbedingt in den Osten wollte.
TRANSPARENZ
Rosemarie spricht von Lesungen, die die Omas gegen Rechts Halle organisieren. Der Roman „Unsere Töchter die Nazinen“ von Hermynia Zur Mühlen betrachtet die weibliche Haltung im Aufschwung des Nationalsozialismus. Rosemarie erkennt Parallelen zur Gegenwart.
Sie erwähnt außerdem die rechtsextremen Anschläge in Halle und Hanau.
Aktivistische Gruppen, die sie benennt, sind das Klimabündnis Halle Zero, das Zivilcourage-Bündnis Halle gegen Rechts und das Bauwagenprojekt in Halle-Silberhöhe. Sie ruft auch dazu auf, Obdachlosenarbeit zu unterstützen.
Die Folge mit Rosemarie wurde am 23.05.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert von der GLS Treuhand und vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
Das Verhältnis zwischen Aktionskunst und Politik nennt Cesy Leonard eine Liebesheirat. Schon als Jugendliche war die Spraydose ihr Ausdrucksmittel im öffentlichen Raum. Später arbeitete sie am Theater, im Film, beim Zentrum für politische Schönheit und gründete schließlich ihr eigenes Kollektiv: die Radikalen Töchter. In Workshops geben sie jungen Menschen einen aktionskünstlerischen Werkzeugkasten an die Hand, damit diese ihre Themen in der Öffentlichkeit platzieren können.
Cesy Leonard möchte die politischen Herzen der Jugendlichen höher schlagen lassen. Denn sie ist überzeugt: „Das haben wir alle in uns.“ Sie macht damit ein Angebot, das sie sich selbst gewünscht hätte – Erwachsene die sagen: „Du bist wichtig, deine Themen sind wichtig! Sei mutig, dreist und penetrant!“
Im Gespräch mit Ninia LaGrande schwärmt Cesy Leonard von Situationen, in denen Menschen neu zu sich selbst finden. Außerdem geht es um den Zwiespalt zwischen Care-Arbeit und Selbstverwirklichung. Und sie erklärt, warum die AfD in vier Jahren vielleicht wieder unter neun Prozent liegen wird.
TRANSPARENZ
Cesy Leonard empfiehlt das Buch „Alle_Zeit“ von Teresa Bücker über die ungerechte Verteilung von Zeit zwischen den Geschlechtern.
Sie verweist außerdem auf den Instagram-Kanal der Radikalen Töchter. Dort bekommen immer wieder auch progressive Initiativen in Ostdeutschland eine Bühne.
Die Folge mit Cesy Leonard wurde am 07.05.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert von der GLS Treuhand und vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
Eine „One-Woman-Show aus dem Wohnzimmer“, so nennt Susanne Siegert ihre Aufklärungsarbeit. Auf Social Media teilt sie Geschichten von Opfern der NS-Zeit. In ihren detaillierten Recherchen zum KZ-Außenlager Mühldorfer Hart macht sie Einzelschicksale sichtbar und dokumentiert die systematischen Verbrechen des Holocaust mit detektivischer Akribie.
Mit ihren Videos bei Instagram und TikTok zeigt sie das Ausmaß des Grauens – und zeigt, an welchen Stellen Aufarbeitung nötig ist. „Wir kennen kaum Namen zur Euthanasie oder von queeren Menschen“, die Opfer wurden. Siegert möchte den Blick auf die NS-Zeit deshalb um diverse Perspektiven erweitern, um „different horrors in the same hell“ darzustellen. Denn sie sagt: Deutschland ist eben kein „Erinnerungsweltmeister“.
Susanne Siegert fordert, nicht immer dieselben NS-Funktionäre zu beleuchten, sondern sich damit zu beschäftigen, wie sich die breite Gesellschaft an einer nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie beteiligen konnte. Und sie fragt: Wie kann sich Gedenken wandeln? Und welche Rolle spielen Einzelne dabei?
Im Gespräch mit Host Ninia LaGrande geht es darum, ob und wie der Holocaust auf Social Media Platz hat und warum Vergleiche zwischen dem Heute und der NS-Zeit schädlich sind. Und Susanne Siegert erklärt, warum sie die Sicht von Politik auf Jugendliche für „delusional“ hält.
TRANSPARENZ
Für ihre Recherchen nutzt Susanne Siegert meist die frei zugänglichen Arolsen Archives und lädt andere dazu sein, sich ebenfalls dort zu informieren.
Eine Geschichte, die Susanne Siegert besonders bewegt, ist die von zwei Kindern im KZ-Außenlager Mühldorfer Hart. Stephen Nasser hat auf Zementsäcken Tagebuch geschrieben. Seine Autobiografie heißt „Die Stimme meines Bruders“.
Ninia LaGrande empfiehlt das ZeitZentrum Zivilcourage in Hannover, einen interaktiven Lernort zum Nationalsozialismus.
Susanne Siegert und Ninia LaGrande sprechen außerdem über eine Folge des Podcasts „Mord auf Ex“ über Auschwitz-Arzt Joseph Mengele, bei deren Social-Media-Ausarbeitung Siegert unterstützt hat.
Susanne Siegert spricht vom Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin, über dessen Schutz wegen dem Bau einer S-Bahn Linie diskutiert wird und erzählt von ihrem Buch zum Thema Gedenkarbeit für alle, das im Herbst erscheint.
Susanne Siegert fordert dazu auf, mehr jüdischen Creator*innen zu folgen: Rosa Jellinek, Helene Shani Braun und Tanya Yael Raab
Die Folge mit Susanne Siegert wurde am 07.03.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert von der GLS Treuhand und vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
„Verpisst euch nach Berlin!“ So stand es überall auf Stickern in Brandenburgs Kleinstadt Burg geschrieben. Darüber waren die Gesichter von Max Teske und seiner Kollegin Laura Nickel zu sehen. Nachdem die beiden in einem Brandbrief Rechtsextremismus an ihrer Schule problematisierten, wurden sie Opfer einer Hetzkampagne.
Weil er lange Haare und bunte Klamotten trägt, ist Max Teske als Jugendlicher in Südbrandenburg früh mit Anfeindungen konfrontiert. „Als ich als Lehrer nach Burg an die Schule kam, habe ich mich in meine eigene Schulzeit zurückversetzt gefühlt“, erinnert sich der Mathe- und Geografielehrer.
Neonazi-Parolen, Hitlergrüße im Unterricht und Jugendliche, die sich nicht trauen, alleine auf die Toilette zu gehen – all das wollten Max Teske und seine Kollegin irgendwann nicht mehr länger hinnehmen.
Doch nicht nur rechtsextreme Einstellungen unter Kindern und Jugendlichen an der Schule machten den beiden Lehrkräften das Leben schwer. „Einmal mussten wir vor dem gesamten Kollegium erklären, warum wir das gemacht haben. Es gab Lehrkräfte, die gefragt haben, was denn mit ‚den ganzen Linksextremisten‘ ist. Und gemeint waren Leute, die sich so anziehen ‚wie in Berlin‘“, erinnert sich Max Teske.
Mit Host Stephan Anpalagan geht er der Frage nach, warum es jungen Neonazis gelingt, als „cool“ zu gelten und wie Verantwortliche im Bildungssystem rechten Ideologien den Nährboden entziehen können. Max Teske erzählt außerdem, wie es auf seiner neuen Schule zugeht – und woher Gewürzgurken eigentlich kommen.
TRANSPARENZ
Max Teske berichtet vom Bündnis Schule für mehr Demokratie, das er mitgegründet hat.
In der Kategorie Werbeanzeige weist er auf ein Hilfetelefon hin, das sich an alle Menschen im Kontext Schule richtet, die rechte, rassistische oder diskriminierende Gewalt erlebt haben.
Die Folge mit Max Teske wurde am 01.04.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert von der GLS Treuhand und vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
Die Zukunft einklagen. Genau das hat Baro Vicenta Ra Gabbert zusammen mit Tausenden anderen getan: „Recht ist veränderbar und immer ein Zwischenstand eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses.“ Die Aktivistin und Juristin arbeitet vor allem an der Schnittstelle von Recht und Klima.
Mit Greenpeace steht sie für eine sozial gerechte Klimapolitik, in der alle Menschen mitgedacht werden. Baro Vicenta Ra Gabbert ist überzeugt, dass Klimaschutz nur unter Berücksichtigung sozialer und ausgleichender Aspekte funktioniert: „Wir können uns in der Gesellschaft nicht leisten, Klimaschutz zur Klassenfrage zu machen.“
Besonders die Interessen jüngerer Generationen kämen oft zu kurz. Diese vertritt sie als Beraterin der Bundesregierung. Und sie beobachtet mit Sorge, wie die Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen in einer alternden Gesellschaft viel zu oft zur Nebensache werden. Statt über positive Zukunftsperspektiven zu sprechen, kämen aus der Politik häufig unbegründete Vorwürfe, junge Menschen würden nur auf der faulen Haut liegen.
Im Gespräch mit Host Ninia LaGrande spricht Baro Vicenta Ra Gabbert über die Ungerechtigkeitskrise des Klimas. Die beiden debattieren außerdem über die Rolle von Menschen mit Milliardenvermögen und Lösungen wie das Klimageld.
Und Baro Vicenta Ra Gabberts zeichnet ihre Zukunftsvision: eine sozialere Vorstellung von Wohlstand und Gemeinschaft, die Natur als juristische Person und Verteilungsgerechtigkeit. Außerdem verrät sie, warum sie ihre Oma nach Klima-Maßnahmen fragt und über welchen Jugendtrend sie heute lacht.
TRANSPARENZ
Zu Beginn der Folge sprechen Ninia LaGrande und Baro Vicenta Ra Gabbert über die Zukunftsklage von Greenpeace und Germanwatch.
Informationen zu Kipppunkten im Klimasystem gibt es auf der Seite der Helmholtz-Klima-Initiative.
Am Ende der Folge ruft Baro Vicenta Ra Gabbert alle Zuhörenden dazu auf, sich am offenen Brief mit Klimaforderungen an Bald-Kanzler Friedrich Merz (CDU) zu beteiligen.
Die Folge mit Baro Vicenta Ra Gabbert wurde am 27.02.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
„Ich bin nicht euer Integrationserfolg!“ Hila Latifi hat keine Lust (mehr), als „Vorzeige-Ausländerin“ instrumentalisiert zu werden. Die gesellschaftlichen Strukturen beschreibt sie als diskriminierend.
Um dagegen politisch etwas zu unternehmen, sitzt Hila Latifi seit Anfang März für Die Linke in der Hamburger Bürgerschaft – und hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem ihre eigene Community anzusprechen und zu mobilisieren. „Ich habe meinen Wahlkampf zu 90 Prozent auf Dari gestaltet.“ Als junge Mutter und Afghanin sah sie sich von der Politik nicht repräsentiert und beschloss, ihren Aktivismus ins Parlament zu tragen.
In ihrer Arbeit als Diversitätsberaterin und Therapeutin sieht Hila Latifi, wie systemische Abhängigkeiten Individuen prägen. Und sie weiß, warum es kein Zufall ist, dass in Parteien viele Perspektiven fehlen. Das alles versucht sie zu ändern.
Hila Latifi gibt außerdem Einblicke in die aktuelle Situation in Afghanistan und kritisiert den Umgang der Regierung mit afghanischen Menschen. Mit der Machtübernahme der Taliban 2021 erfüllte sie Aufgaben des Staates und schrieb von morgens bis abends an Evakuierungslisten für aufnahmeberechtigte Personen. Mit Host Stephan Anpalagan spricht sie über Widerstände und das politische Scheitern in dieser Zeit.
Außerdem verrät Hila Latifa, warum sie nach ihrer Flucht durch insgesamt elf Länder ausgerechnet in Bremen gelandet ist. Sie berichtet, was sie an den Kita-Streiks wirklich wütend macht. Und teilt, warum sie es liebt, dass sich ihr Leben ständig wandelt.
TRANSPARENZ
Hila Latifa erwähnt in der Schnellfragerunde den Roman „Schwindel“ von Hengameh Yaghoobifarah.
Am Ende der Folge ruft sie dazu auf, die Initiative „Nein zur Bezahlkarte“ zu unterstützen. Sie appelliert an alle Zuhörenden, selbst Gutscheine einzutauschen und sich mit den rassifizierten Menschen zu solidarisieren.
Die Folge mit Hila Latifi wurde am 18.03.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Ruth Klages und Jasper von Römer; Hosts: Ninia LaGrande und Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
„Demokraten sind heute Aktivisten“, sagt Rüdiger Linhof. Der Bassist der Band Sportfreunde Stiller sieht sich in der Verantwortung, zu handeln. „Wir haben nicht zwangsläufig politische Lieder wie Punkbands, aber unseren eigenen Style.“ Sein größtes Anliegen: die Ukraine und die Menschen vor Ort unterstützen.
Dafür hat Rüdiger Linhof mit anderen ein Hilfsnetzwerk ins Leben gerufen: den Kultur Konvoi. Das Projekt wird durch Spenden aus der Musik- und Kulturbranche gestemmt. So konnten bislang 36 Krankenwagen und andere medizinische Unterstützung an die Front in der Ukraine gebracht werden. Bei einigen Fahrten war Rüdiger Linhof auch selbst dabei. Und er weiß: „Aufbauen dauert immer länger als einreißen.“
Im Gespräch mit Host Ninia LaGrande erzählt der Musiker von seinen Erfahrungen an der Grenze und im Kriegsgebiet. Linhof berichtet davon, mit welchem Willen sich Menschen dem Faschismus entgegenstellen – und erklärt, warum er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für den neuen Winston Churchill hält und was er von Deutschlands Regierenden erwartet.
TRANSPARENZ
Mehrmals dreht sich das Gespräch um den Verein Bamberg:UA, der 2017 von ukrainischen Studierenden in Bamberg gegründet wurde.
Nach der Schnellfragerunde verrät Rüdiger Linhof, dass er gerade „Das Leben meiner Mutter“ von Oskar Maria Graf liest. Das Buch inspiriert ihn zum Vergleich von Realitäten.
Er erwähnt außerdem ein Solidaritätskonzert, das seine Band Sportfreunde Stiller gemeinsam mit dem Musiker Alex aus Charkiw gespielt hat.
Gegen Ende der Folge erzählt Linhof vom gemeinsamen Singen des Songs „You’ll never walk alone“ in Fußballstadien. Interessierte Klubs sollen sich an das Kultur Konvoi-Team wenden.
In seiner Werbeanzeige lobt er den Verein „Laut gegen Nazis” für „die erhobene Faust und das Lächeln“.
Die Folge mit Rüdiger Linhof wurde am 10.03.2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Jasper von Römer; Hosts: Ninia La Grande, Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
Inmitten von Neonazis: So wohnen Birgit und Horst Lohmeyer seit zwei Jahrzehnten. Kurz nachdem sie mit ihrem Mann in das winzige Dorf Jamel in Mecklenburg-Vorpommern gezogen war, wurden die Nachbarhäuser von rechtsextremen Familien gekauft. Eine abgeschottete Nachbarschaft, getrennt durch Mauern, Zäune, Feindseligkeit.
2015 erlebte das Paar einen Brandanschlag auf ihre Scheune, der ihnen immer noch nachhängt. Obwohl die Lohmeyers immer wieder Ziel von Angriffen werden, bleiben sie standhaft. „Dieses Dorf ist verloren, auch die Bewohner sind verloren. Alle, außer uns“, spürt Birgit Lohmeyer. „Aber wir möchten uns hier nicht vertreiben lassen“, stellt sie klar. Kontakt zur Öffentlichkeit suchen sie gezielt – zum eigenen Schutz und um Widerstand zu leisten.
Einmal im Jahr organisieren die Lohmeyers das inzwischen international bekannte Festival „Jamel rockt den Förster“. Bands wie die Toten Hosen, Madsen, Heaven Shall Burn und viele andere traten schon auf der Wiese hinter dem Haus auf. Das Gelände um das alte Forsthaus der Lohmeyers ist dann gefüllt mit Dutzenden Menschen – ikonische Bilder einer demokratischen, offenen Zivilgesellschaft. Danach aber kehrt wieder der Alltag ein in Jamel.
Was es bedeutet, in diesem Alltag zu bestehen und nicht nur „dagegen“ zu sein, sondern „für“ etwas sein, für Ideale zu leben, davon erzählt Birgit Lohmeyer Host Stephan Anpalagan.
TRANSPARENZ
Birgit Lohmeyer schickt Grüße und Dank raus an die Orga-Crew und alle Unterstützenden des Festivals „Jamel rockt den Förster“.
In der Schnellfragerunde erwähnt Birgit Lohmeyer eine Solidaritätskundgebung für sie und ihren Mann Horst, nachdem beide in der Silvesternacht von Neonazis mit Raketen angegriffen wurden.
Außerdem empfiehlt sie die ARD-Doku „Jamel - Lauter Widerstand“ und erwähnt ihren Roman, an dem sie aktuell schreibt und der auch die Geschichte ihres Lebens in Jamel zum Thema hat.
Die Folge mit Birgit Lohmeyer wurde am 21. Februar 2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Jasper von Römer; Hosts: Ninia La Grande, Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
Die Erinnerungsarbeit ihrer Großmutter, geboren 1939, habe sie inspiriert und politisiert, erzählt Hanna Esther Veiler. Die erste Aktivistin in ihrem Leben. Veilers Oma wuchs inmitten von Krieg und Verfolgung auf. Später recherchierte sie in Archiven mehr als 300 Namen ermordeter jüdischer Menschen im Zweiten Weltkrieg.
Heute ist Hanna Esther Veiler als Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands selbst eine laute und viel gehörte Stimme. Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 jedoch befinde sie sich im Überlebensmodus: „Es ist wie im Flugzeug. Wenn die Masken runterfallen, muss man zuerst sich selbst helfen und dann erst den anderen.“
Seit 15 Monaten schon sei sie nur noch damit beschäftigt, auf antisemitische Attacken zu reagieren oder jüdische Positionen zu verteidigen. Von Deutschland und den politischen Entwicklungen wünscht sich die junge Aktivistin Abstand.
Mit Host Ninia LaGrande spricht Hanna Esther Veiler über Ambivalenzen, über ihr Heimatland Belarus und darüber, warum sie niemals in die Politik gehen möchte. Und sie verrät, warum ihr Kühlschrank so gut wie immer leer ist.
TRANSPARENZ
Hanna Esther Veiler empfiehlt verschiedene Anlaufstellen für jüdische Menschen, zum Beispiel das Edamagazin, die Beratungsstelle OFEK und den Bundesverband RIAS, auf dessen Webseite antisemitische Vorfälle gemeldet werden können.
Abschließend weist sie auf den Sammelband „Sicher sind wir nicht geblieben“ von Laura Cazés hin, in dem verschiedene Personen der Frage nachgehen, was es heute bedeutet, in Deutschland jüdisch zu sein.
Die Folge mit Hanna Veiler wurde am 7. Februar 2025 aufgezeichnet.
URHEBERRECHT
Im Intro des Podcasts zitieren wir:
Enissa Amani, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 2: „Die Macht der Comedy“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:11:26
Anja Reschke, aus: „Panorama“, Beitrag „Mein Nachbar ist Nazi“ vom 1. Juli 2022, NDR, Timecode: 00:00:05
Disarstar, aus: „Rebels. Ich rebelliere also bin ich“; Folge 1: „Die Macht der Musik“ vom 13. Dezember 2022, ARD Kultur, Timecode: 00:01:45
DANKSAGUNG
Redaktion: Jasper von Römer; Hosts: Ninia La Grande, Stephan Anpalagan; Produktion: Benjamin Jenak; Artwork: Karla Schröder; Sprecherin: Leni Leßmann
FINANZIERUNG
Veto wird anteilig gefördert vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.
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