Immer öfter höre ich es bei ökumenischen Gottesdiensten: Kaum ist Gott als „Vater" angerufen, schiebt sich ein „und Mutter" hinterher. Gut gemeint – aber stimmt es auch? Und was steckt eigentlich dahinter?
In diesem Vortrag gehe ich der feministischen Theologie auf den Grund. Ich frage ehrlich: Was ist an ihrem Anliegen berechtigt – und wo führt sie in die Irre? Denn drei Dinge haben ihre Vertreterinnen völlig zu Recht erkannt. Trotzdem glaube ich, dass die Umbenennung Gottes ein Denkfehler ist, der mehr kostet, als die meisten ahnen.
Es geht um Fragen, an denen mehr hängt als ein Wort:
– Kennt die Bibel wirklich nur einen männlichen Gott – oder auch mütterliche Züge?
– Ist die Heilige Schrift selbst frauenfeindlich?
– Warum lässt sich Gott mit einer Mutter vergleichen, aber nie als Mutter anreden?
– Was passiert mit unserem Glauben, wenn aus „Vater, Sohn und Geist" plötzlich „Schöpfer, Erlöser, Erhalter" wird?
– Und: Wer darf eigentlich bestimmen, wie Gott heißt?
Ein Vortrag über Nähe und Distanz, über Macht und Missbrauch, über die Sehnsucht nach einem Gott, der zärtlich ist – und über die Frage, ob ein neuer Name diese Sehnsucht wirklich stillt.
Am Ende steht kein Kulturkampf, sondern eine offene Hand: Ich widerspreche – und suche doch Verbundenheit.