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Es gibt in Österreich fast eine Million pflegender Angehöriger. Das, was sie leisten, ersetzt dem Sozialstaat ca. 3 Milliarden Euro pro Jahr. Pflege zu Hause bedeutet oft: hohe Verantwortung, Stress, finanzielle Einschränkungen sowie starke körperliche und psychische Belastung. Trotzdem werden in Österreich rund 80% aller hilfs- und pflegebedürftigen Menschen von – zum Großteil weiblichen – Angehörigen gepflegt. Die Radiofabrik-Redakteurinnen haben zwei pflegende Angehörige Frauen in Salzburg zu Hause besucht, die einen Einblick in ihren Alltag geben und aus ihrer eigenen Erfahrung berichten, wo sie noch Unterstützungsangebote brauchen oder diese Angebote nachgebessert werden müssen.
Neben den Angehörigen kommen auch folgende ExpertInnen zu Wort:
Gerlinde Zeilhofer (arbeitet bei der Angehörigenentlastung)
„Finanziell abgesichert“ – Das neue Pflegemodell für pflegende Angehörige im Burgenland. Kann das ein Modell für ganz Österreich sein? Oder verhärtet es nur die bestehenden Strukturen, dass Pflege Angelegenheit von Frauen bleibt? Was meinen die Frauenberatungsstelle und das AMS Oberpullendorf dazu? Wir bei Radio OP haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht.
Unsere Interviewpartner:
– Jutta Mohl, Geschäftsstellenleiterin AMS Oberpullendorf
– Doris Horvath, Geschäftsführerin Frauenberatungsstelle Oberpullendorf
– Klaudia Friedl, Geschäftsführerin Pflegeservice Burgenland
– Maria aus Großwarasdorf
– Eine alleinerziehende Mutter aus Oberpullendorf
Viel Arbeit, wenig Geld – so sieht die Realität für viele Care-Arbeiterinnen und -Arbeiter aus. Betroffen sind meist Frauen. Daher ist Radio FREEQUENNS im Rahmen des Themenschwerpunktes „Who cares?“ der etwas visionären Frage nachgegangen, ob das wirklich so sein muss und wie Lösungen aussehen könnten.
Interviewpartnerinnen:
Beim Wort „Arbeit“ denken wir fast ausschließlich an berufliche Tätigkeiten – an Erwerbsarbeit. Wer erledigt jedoch unbezahlte Arbeiten: Care-Arbeit, wie die Plege von Familienangehörigen, die Kinderbetreuung und die Haushaltsführung. Hauptsächlich Frauen. Im krassen Kontrast zum Gesamtarbeitspensum steht dennoch die Einkommensschere. Frauen verdienen auch im 21. Jahrhundert im Durchschnitt wesentlich weniger als Männer, selbst in den selben Berufsfeldern. Die Mehrfachbelastung durch die Care-Arbeit bedingt oft auch fehlende Versicherungszeiten, die später zu Altersarmut führen.
Es geht um Wertschätzung und Anerkennung: Sie haben meist Migrationshintergrund, arbeiten schwarz in Privathaushalten, oder in der Gebäudereinigung: Die Putzfrauen, wie sie verbreitet genannt werden. Die weiblichen Reinigungskräfte werden schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen, arbeiten in Teilzeit und zu Randzeiten, oft in der Früh und am Abend. Denn, wer will schon während der Arbeit im Büro die Putzfrau sehen?! Während der Corona-Zeit waren die Reinigungsfrauen an vorderster Hygiene-Front und einem höheren Risiko ausgesetzt. Dennoch erfahren sie nicht annähernd die gleiche Wertschätzung wie Mitarbeiter*innen anderer Branchen, die in dieser Zeit öffentlich beklatscht wurden.
Die Basis für dieses Radiofeature bildete eine Enquete der Gewerkschaft vida in Kooperation mit der Gleichbehandlungsanwaltschaft und der AK Wien im Sommer 2021. Der Beitrag enthält O-Töne aus den Vorträgen und Diskussionen von: Korinna Schuhmann, ÖGB Frauenvorsitzende; Ursula Woditschka, Fachbereichssekretärin Gebäudemanagement der vida; Sandra Konstatzky, Leiterin der Gleichbehandlungsanwaltschaft; Katharina Mader, Ökonomin am Institut für heterodoxe Ökonomie der WU Wien; Gerhard Komarek, Innungsmeister der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger in der WKÖ.
Es geht aber auch anders: Eine Reinigungsfirma mit Sitz in St. Pölten macht’s vor. Markas kümmert sich um Sprach- und Fortbildungskurse und vermittelt Aufstiegschancen. Claudia Papesch, bei Markas zuständig für Recruiting und das neue Inklusionsprogramm, gibt im Interview mit Anna Michalski Einblicke in die Firmenphilosophie.
Das Radiofeature ist der Beitrag des Campus & City Radio St. Pölten zum Themenschwerpunkt der freien Radios 2021: „Who cares – Arbeit feministisch betrachtet.“
Wege aus der Care-Krise
Die Auswirkungen der COVID 19-Pandemie machten die krisenhafte Situation in vielen Care-Bereichen auch für die breite Bevölkerung sichtbar und spürbar. Diejenigen die Care-Arbeit leisten wurden zwar als systemrelevant anerkannt, sind aber nach wie vor nicht ausreichen bezahlt und befinden sich oft in ungeschützten Beschäftigungsverhältnissen.
Dennoch auch die gesellschaftliche Abhängigkeit von den Sorgearbeiter*innen rückte dank der Pandemie ins öffentliche Bewusstsein. Unverkennbar wurde, dass dieses Sorgemodell, das auf Kosten unter- und unbezahlter Arbeiter*innen beruht, nicht nachhaltig sein kann. Die Pandemie machte die Kritik an diesem Modell lauter und verlieh der Debatte um Alternativen neue Dringlichkeit.
Birgit Buchinger – eine Sozialwissenschafterin und Organisationsentwicklerin mit langjährige Forschungs-, Evaluierungs- und Entwicklungserfahrung in den Bereichen Arbeitswelt, Frauen- und Genderforschung, Interessenvertretung und Gesundheit. Seit 1996 geschäftsführende Gesellschafterin der Fa. Solution, Sozialforschung & Entwicklung
Elisabeth Klatzer – eine Ökonomin, Forscherin, Aktivistin und Beraterin mit langjähriger Arbeitserfahrung im Bereich Budget- und Wirtschaftspolitik, feministische Ökonomie sowie Gender Budgeting, Mitinitiatorin der Mehr für Care Initiative.
Mehr für Care! – ist ein Bündnis von Gruppen und Netzwerken (u.a. Attac, Plattform 20.000 Frauen, Österreichischer Frauenring, Grazer Frauenrat, Salzburger Frauenrat, OBRA, WIDE, KFBÖ, EFA), das sich für mehr Platz und Geld für CARE und eine geschlechtergerechte Budget- und Finanzpolitik einsetzt.
Gestaltung: Elena Smirnova
Wer wird mich pflegen? Dieser Frage gingen wir in unserem Beitrag nach, welcher von der slowenischsprachigen Redaktion von radio AGORA 105,5 gestaltet wurde. Die Antworten fanden wir bei der Leiterin der Abteilung Gesundheit und Pflege des Landes Kärnten, bei einer Pflegerin und Kindergärtnerin sowie beim Direktor der Schule für Sozialbetreuungsberufe. Der Beitrag entstand im Rahmen der Themenschwerpunktwoche, bei welcher auch andere Private und Freie Radios Österreichs mitwirken.
Kdo bo mene negoval? To se sprašujemo v prispevku, ki smo ga pripravili v slovenskemu uredništvu radia AGORA 105 I 5. Odgovore smo poiskali pri pristojnih za skrb in nego v deželni politiki, pri negovalki in vzgojiteljici ter direktorju šole za socialne poklice. Prispevek je nastal v sklopu tematskega tedna, ki ga pripravljajo tudi drugi privatni in nekomercialni radii po Avstriji.
Beitrag von Radio B138 mit einem Interview von Julia Bauer Leiterin des AMS Kirchdorfs zum Thema Frauen am Arbeitsmarkt. Julia Bauer berichtet über die aktuelle Lage der Frau am Arbeitsmarkt, wie lange es laut aktuellen Statistiken noch dauert bis Männer und Frauen tatsächlich gleichgestellt sind.
Menschen mit hohem Pflegebedarf nehmen oft die Hilfe von 24-Stunden-Betreuer*innen, die mehrheitlich aus Osteuropa kommen, in Anspruch. Das System der 24-Stunden-Betreuung fußt auf Ausbeutung und Respektlosigkeit. Die Betreuer*innen haben schlechte Arbeitsbedingungen und sind mit 3 – 4 Euro Stundenlohn extrem unterbezahlt. Lange hatten sie keine Interessensvertretung, doch nun haben Aktivistinnen eine Organisation gegründet, die auf die unzähligen Missstände hinweist und deutliche Verbesserungen für jene fordert, die diese unentbehrliche Arbeit machen. Margit Happerger im Gespräch mit Anna Leder, von der IG24, der Interessensvertretung der 24 Stundenbetreuer*innen. Die Zwischenmoderation spricht Kim Carrington.
Beitrag von Radio FRO
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