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Angst – ist diese wirklich immer begründet?
Oft gehen wir davon aus, dass sobald wir Angst empfinden auch eine Gefahr, oder eine Bedrohung besteht. In vielen Fällen ist dies auch der Fall und in genau in diesen Momenten dient die Angst uns zu warnen und um unseren Körper zu mobilisieren und für eine Flucht oder Verteidigung vorzubereiten. Aber tatsächlich sind Angst und Gefahr nicht das gleiche. Oft hilft es, tief in sich hineinzuhorchen und zu überlegen, ob tatsächlich eine Gefahr besteht oder ob wir aus anderen Gründen Angst empfinden. Trotz allem gilt in erster Linie dieses Gefühl der Angst ernst zu nehmen und dies unter keinen Umständen zu ignorieren, besonders wenn man sich unwohl und bedroht fühlt, zum Beispiel nachts in einer dunklen Gasse usw. Dennoch ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass heutzutage die Angst und die Bedrohung nicht mehr 1:1 zusammenpassen, denn häufig fühlt man dieses Angstgefühl auch in alltäglichen Situationen, wie bei Meetings oder bei Präsentationen usw. In solchen Momenten ist es hilfreich sich selbst zu fragen, ob wirklich eine Bedrohung besteht, oder ob die Gefahr vernachlässigbar ist. Oftmals ist dieses Gefühl ein Fehlsignal und es hilft, einen Schritt zurückzugehen, „rauszuzoomen", die Angst zu beobachten und zu analysieren, ob es sich nicht lediglich um die soziale Angst handelt.
Target Fixation – wie lang verfolge ich mein Ziel und wann ist der richtige Zeitpunkt damit aufzuhören? Das Konzept der Target Fixation lässt sich sehr gut an einem Kriegsbeispiel erklären. Im zweiten Weltkrieg haben Kampfpiloten versucht Bodenziele anzugreifen. Die Piloten sind zum Beispiel auf ein Fabrikgebäude zu geflogen und haben dieses mit Maschinengewehren beschossen. Die Piloten waren so stark auf das Ziel fixiert, dieses zu treffen und anzugreifen, dass sie sehr oft in das Ziel hineingeflogen und dabei gestorben sind. Dieses Phänomen lässt sich auch häufig im Alltag beobachten. Leute machen sich Gedanken, haben eine strategische Planung entworfen, Optionen bewertet und haben sich für etwas entschieden und krachen dann quasi, wie diese Piloten, in das Ziel hinein. Das faszinierende ist, dass wir eigentlich genauso sein möchten. Nachdem wir ein Ziel identifiziert haben, möchten wir dieses natürlich auch unbedingt erreichen. Auf diesem Weg möchten wir uns nicht von irgendwelchen äußeren Einflüssen, in diesem Beispiel das Abwehrfeuer oder Seitenwind, ablenken lassen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um abzubrechen? Dies ist die kritischste Frage, denn hier wird entschieden, wann man seine Ziele aufgibt und wann es sich lohnt noch weiter dranzubleiben. Natürlich gibt es auf diese Frage nicht die eine richtige Antwort. Mir persönlich hilft es jedoch sehr, mir das Szenario der Target Fixation vor Augen zu halten, um nicht in diesen geistigen Kanal zu geraten, die Kontrolle zu verlieren und nicht mehr die nötige Distanz zum Ziel zu haben.
Die Willenskraft – ein erschöpfliches Reservoir oder ein zu trainierender Muskel? Die erste Theorie besagt, dass die Willenskraft ein Reservoir hat, was im Laufe des Tages verbraucht wird. Das bedeutet, man startet den Tag mit einer gewissen Energie, angenommen mit 10 Punkten, und durch jede Entscheidung, die man treffen muss, reduziert sich diese. Die andere Theorie besagt, dass diese Energie unerschöpflich ist und je mehr wir diese benutzen, desto mehr steht uns zur Verfügung. Meiner Meinung nach stimmen beide dieser Theorien. Zum einen glaube ich, dass die Willenskraft wie ein Muskel ist, dass bedeutet, wir haben ein bestimmtes Reservoir an Energie und an manchen Tagen, an denen alles falsch läuft und man schwierige Entscheidungen treffen muss, merkt man zum Beispiel schon um die Mittagszeit, dass man keine Kraft mehr hat, obwohl es einem an guten Tagen gar nichts ausmachen würde. Gleichzeitig kann man aber auch beobachten, dass wenn man zum Beispiel in einem Job arbeitet, in dem man die ganze Zeit schwere Entscheidungen treffen muss, dann fällt einem das irgendwann nicht mehr schwer und man wird kontinuierlich besser darin. Genauso ist es mit den Muskeln, auch die Muskelkraft ist erschöpflich. Nach dem Schlafen und Essen ist diese wieder aufgeladen jedoch merken wir auch, je öfter wir diesen Muskel benutzen, desto besser und stärker wird er. Mein Rat an euch: Achtet darauf, dass ihr eure Willenskraft nicht zu sehr schont, denn sonst baut ihr nie diese „Muskeln" auf und euch werden Entscheidungen immer sehr schwerfallen, aber auf der anderen Seite ist es wichtig, eure Entscheidungsfähigkeit zu beschützen. Zusammenfassend empfehle ich euch, die wichtigsten Entscheidungen immer gleich am Morgen zu treffen
Das Prinzessinnen-Syndrom - lieber nicht so lange auf den Prinz warten, sondern besser selbst erledigen! Aus vielen Märchen ist uns bestens bekannt, dass die Prinzessin auf ihren Prinz wartet um gerettet zu werden. Dies ist allerdings nicht nur in Märchen der Fall, sondern sowohl in alltäglichen Situationen aber auch häufig im Berufsleben. Ich vermute, dass hat einiges mit unserer Sozialisierung und unsere Kindheit zu tun, da dies in unserem Kindesalter genauso funktioniert hat. Hatte man ein Problem, so konnte man sich auf die Hilfe seiner Eltern oder der Erzieher verlassen. Sobald man jedoch älter wird, ändert sich dieses Phänomen und es gelten auf einmal andere Regeln und es werden die eigenen Interessen verfolgt. Dies lässt sich zum Beispiel sehr gut in der Politik beobachten. Wir hoffen stets, dass die Amerikaner uns retten und uns zur Hilfe eilen, aber meistens müssen wir mit großer Enttäuschen feststellen, dass diese zu ihren Gunsten handeln und das machen, was für sie am besten ist. Das spiegelt genau das Prinzessinnen-Syndrom wieder. Die Amerikaner sind nicht als Prinzen unterwegs, um europäische Prinzessinnen zu retten, sondern um ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Häufig stellt sich Prinz nicht als richtiger Prinz heraus, sondern vertritt lediglich die ähnlichen Interessen. Deshalb ist es besonders wichtig nicht in dieses kindliche Muster zurück zu fallen, sondern selbst tätig zu werden und die Sachen in die eigene Hand zu nehmen, denn jeder ist für sich und seine eigenen Angelegenheiten selbst verantwortlich.
Bei schwerwiegenden Entscheidungen hilft es die Sachen von der "Micro-Macroebene" zu betrachten.
Bevor man schwerwiegende Entscheidungen trifft macht man sich meistens davor sehr viele Gedanken, welche einem häufig die Entscheidung erschweren, da einem viele Gründe dagegen einfallen und man sich zu viel über die Risiken Gedanken macht. Da ich aktuell in Afrika bin, um einen zweiten Standort meiner Firma Teamflow aufzubauen, weiß ich genau, wie schwierig es ist Entscheidungen zu treffen. Betrachte ich diese Überlegung auf der Microebene, dann fallen mir natürlich eine Million Gründe ein, warum ein kleines Unternehmen mit acht Mitarbeitern und wenigen Ressourcen, vielleicht nicht direkt einen zweiten Standort, und das auch noch in Afrika, aufbauen sollte. Auf Grund dieser negativen Gedanken würde man eigentlich sehr stark davon abraten. Betrachtet man das ganze aber nun von der Macroebene und zoomt erst mal sehr weit raus und geht nicht so sehr ins Detail, dann kann man die Situation von einer anderen Perspektive betrachten. Und zwar wäre das in meinem Fall wie folgt: Der Arbeitsmarkt ist komplett leer, vor allem in Bereichen, die mit Software zu tun haben. Verschiedene IT-Outsourcing Firmen sind bereits international unterwegs und Ruanda zählt zudem zu einem sehr sicheren, stabilen Land. Distanziert betrachtet wird deutlich, dass die Nachfrage nach Softwareentwicklern sehr hoch ist und sich einige Universitäten in Ruanda genau darauf spezialisiert haben. Zudem ist es kein Problem eine Infrastruktur vor Ort aufzubauen. Wenn man also auf der Macroebene feststellt, dass es die groben Umstände ermöglichen würden, sich dafür zu entscheiden, dann sollte man erst anschließend Schritt für Schritt ins Detail gehen, um sich nicht vorher schon verunsichern zu lassen und es womöglich gar nicht erst versuchen.
Verlierer haben Ziele - Gewinner haben Systeme
Der Spruch "Losers have goals - Winners have systems" bedeutet auf keinen Fall, dass man seine Ziele aufzugeben soll, sondern dass man sich ein System überlegen soll, wie man am besten diese Ziele erreichen kann. In den meisten Fällen ist es nämlich so, dass die Ziele, die man sich setzt, meistens nicht erreicht werden. Ein bekanntes Beispiel hierfür wäre zum Beispiel das weitverbreitete Ziel nach Silvester abzunehmen. Sehr viele Menschen nehmen sich vor nach dem Jahreswechsel eine gewisse Anzahl an Kilos zu verlieren. Die meisten jedoch scheitern und anstatt sich ein System zu überlegen, wie sie dieses Ziel erreichen, setzten sie sich neue Ziele. Ein realistisches System für dieses Ziel wäre zum Beispiel, die Ernährung umzustellen, sein Kaufverhalten zu verändern und sich sportlicher zu betätigen. Natürlich ist es wichtig, Ziele im Leben zu haben und diese zu verfolgen, dennoch sollte hierbei der Fokus auf dem System liegen, welches uns ermöglicht diese auch zu erreichen.
"Ja ich hoffe es, ich denke, ja wahrscheinlich." ABER: Hope is not a Strategy!
Anstatt auf etwas zu hoffen, setzt lieber eine Strategie ein, handelt logisch und verwendet eventuell einen Algorithmus um die Sachen in die richtige Richtung zu lenken. Vielleicht könnt ihr damit nicht dafür sorgen, dass es zu 100% funktioniert, auch wenn es nur eine 40% Chance auf Erfolg gibt, dann könnt ihr im Gegensatz zu bloßem Hoffen mit einer guten Strategie vielleicht Erfolge mit einer 45% Wahrscheinlichkeit erzielen. Dies erscheint nicht besonders groß, allerdings macht es auf Dauer einen Riesenunterschied.
Make the call! Denk nicht zu viel und zu lang darüber nach, sondern triff die Entscheidung! Oft fällt es uns sehr schwer eine Entscheidung zu treffen. In den meisten Fällen macht man sich vorab sehr viele Gedanken, ist sich unsicher, recherchiert usw., anstatt einfach die Entscheidung zu treffen. Natürlich gibt es einige Entscheidungen, welche vorab dementsprechend viel Analysen und Recherchen benötigen, dennoch sind die meisten Entscheidungen eher unkritisch und bei Fehlentscheidungen würde meist die Welt nicht untergehen. Es zeigt von wahrer Größe in der Lage zu sein, schnell Entscheidungen zu treffen. Betrachtet man die Leute, die täglich in kritischen hoch-tempo Situationen lebenswichtige Entscheidungen treffen müssen, wie zum Beispiel das Militär, die Notaufnahme, Feuerwehr usw. diese müssen in Sekunden wichtige Entscheidungen treffen und haben keine Zeit viel zu überlegen. Sie haben sich an diesen Druck gewöhnt und wurden dementsprechend darauf trainiert. Deshalb rate ich euch, fordert es von euch ein, fordert euch selbst hinaus und versucht die nächste Entscheidung schneller zu treffen und nicht zu sehr darüber nachzudenken. Wenn die Entscheidung erst einmal getroffen wurde, könnt ihr direkt weiter machen und euch auf das nächste Thema stürzen.
In diesem Video erzähle ich euch etwas über das sog. Stockdale Paradox. Das Stockdale Paradox ist eine Art Motivationstheorie. Stockdale war ein amerikanischer Admiral, der während des Vietnamkriegs für eine sehr lange Zeit in Gefangenschaft war. Er wurde anschließend befragt, wie er diese harte Zeit überleben konnte. Er erklärte, dass die Pessimisten sehr schnell aufgegeben haben, da sie keine Hoffnung hatten und sind deshalb gestorben. Die Optimisten haben es allerdings auch nicht überlebt, da sie zu viel erwartet haben. Sie haben sich immer ein neues Ziel gesetzt, zum Beispiel, dass sie zu Ostern oder zu Thanksgiving frei sein werden, was jedoch nicht eingetreten ist und wurden somit permanent enttäuscht und sind daran kaputt gegangen. Er hingegen hat eine Art Zweiteilung vorgenommen. Er war Realist und hat die hoffnungslose Situation akzeptiert und auch als diese wahrgenommen, aber zusätzlich hat er fest daran geglaubt, dass diese Situation ein gutes Ende nehmen wird. Diese Herangehensweise ist sehr wichtig in unsrer jetzigen Zeit. Wie ich bereits in dem vorherigen Video über das Thema "Permakrise" erklärt habe, muss man der harten Realität ins Auge gucken. Man muss sich über die Fakten im Klaren sein, aber zusätzlich stets positiv in die Zukunft blicken. Meiner Meinung nach sind die Leute, die diese beiden Perspektiven vereinen können, sehr erfolgreich.
Box Breathing ist eine Atemtechnik zur Stressminderung.
Hierbei stellt man sich ein imaginäres Quadrat oder Rechteck vor und atmet entlang der Seiten des Vierecks. Zu Beginn ist es empfehlenswert zum Beispiel mit zwei Sekunden zu starten. Man atmet also für eine Seite zwei Sekunden ein, dann haltet ihr den Atem für zwei Sekunden und geht zur anderen Seite des Quadrats und atmet zwei Sekunden aus und dann im ausgeatmeten Zustand bleibt ihr auch noch mal zwei Sekunden. Wenn ihr das macht, ist es am Anfang vielleicht etwas stressig, weil ihr es nicht gewohnt seid, aber der Körper beruhigt sich relativ schnell und das bedeutet, dass sich somit auch euer Nervensystem entspannt. Probiert es einfach einmal aus, sobald ihr in stressigen Situationen seid, oder Angst habt, ist das eine sehr gute Methode, um sich zu entspannen. Wenn ihr das nicht so auffällig macht und mit dem Finger rumhampelt, dann merkt das natürlich auch niemand, dass ihr diese Atmung anwendet.
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