(Bildquelle: Getty / NurPhoto und Bildbearbeitung GIGA)
In der sehr kurzlebigen Tech-Welt bleibt leider nicht alles bestehen. Zahlreiche Apps, Dienste oder Geräte, die uns durch Kindheit, Teenagerjahre oder den Alltag generell begleitet haben, wurden in den vergangenen Jahren eingestellt und verschwanden im Laufe des Jahres 2025.
Das vertraute Klingeln bei einem Anruf über Skype, der Einwahlton von AOL Dial-up oder Windows 10 mit unnützen Funktionen wie Cortana: Wir zeigen euch hier Technologien, die im Jahr 2026 endgültig nicht mehr da sind.
Skype(Bildquelle: Getty / SOPA Images)
Skype startete bereits 2003 und war einer der prägendsten Dienste der frühen Internet-Ära mit kostenloser Telefonie über das Internet, Chats, Dateiübertragung und Screen-Sharing. 2011 wurde Skype von Microsoft übernommen und ersetzte den Windows Live Messenger. Das Verb „skypen“ wurde zum Synonym für Videoanrufe.
Am 5. Mai 2025 stellte Microsoft den Betrieb von Skype endgültig ein. Die Gründe dafür waren vielfältig. Mit WhatsApp, Zoom oder Discord gab es starke Konkurrenz, die für viele Nutzer als alltagstauglicher galt. Zudem war Skype im Vergleich zur Konkurrenz technisch behäbig und unübersichtlich. Nicht verwunderlich also, dass Microsoft selbst Microsoft Teams mehr in den Fokus rückte.
Windows 10(Bildquelle: Getty / NurPhoto)
Windows 10 startete im Juli 2015 als Nachfolger von Windows 7 und Windows 8 und wurde über eine Milliarde Mal installiert. Das umstrittene Betriebssystem kam mit neuem Startmenü, der Sprachassistentin Cortana und dem Edge-Browser. Mit Xbox-Integration, einem Microsoft Store und Universal Apps definierte Windows 10 den Übergang zur Cloud-Ära.
Zwar war Windows 10 in den frühen 2020er Jahren das meistgenutzte Betriebssystem, trotzdem sah es sich konstanter Kritik ausgesetzt. Eine aggressive Update-Politik, Datenschutz-Skandale und UI-Chaos machten Windows 10 nicht gerade zu einem beliebten Betriebssystem. Am 14. Oktober 2025 beendete Microsoft den kostenlosen Support für Windows 10.
Falls ihr Windows 10 weiterhin mit Updates nutzen möchtet, zeigen wir euch hier eine Lösung über das ESR-Programm.
Humane AI Pin(Bildquelle: Getty / NurPhoto)
Noch nie vom Humane AI Pin gehört? Das Projekt scheiterte innerhalb eines Jahres, obwohl es bei seiner Ankündigung im Jahr 2023 sogar als „Smartphone-Killer“ bezeichnet wurde.
Das etwa 34 Gramm leichte Gerät klemmt ihr wie eine Brosche an die Kleidung. Das KI-Wearable besitzt eine Kamera, ein Mikrofon, Lautsprecher und sogar einen Laserprojektor, um Informationen auf die eigene Handfläche projizieren zu können. Einen klassischen Bildschirm hatte der Humane AI Pin nicht.
Das Gerät sollte Smartphones ersetzen, scheiterte aber innerhalb eines Jahres kläglich. Grund dafür waren technische Mängel wie langsame Reaktionszeiten, unpräzise Gestensteuerung oder fehlende App-Integration. Außerdem war der Humane AI Pin mit knapp 699 Dollar sehr kostspielig. Im Februar 2024 stoppte das Unternehmen neue Bestellungen, der Support und Updates liefen bis Ende 2025 aus. Im Jahr 2026 ist das Gerät ohne Cloud-Dienste nutzlos.
AOL Dial-Ups(Bildquelle: Getty (SOPA Images))
AOL (America Online) war der Pionier des Massen-Internets in den 90er Jahren, der Millionen von Haushalten Dial-Up-Zugang, Chatrooms und E-Mails ins Netz brachte. Den schrillen Modem-Ton beim Einwählen oder das ikonische „Sie haben Post“ werden frühe Internet-Nutzer wohl niemals vergessen.
Ab den 2000er Jahren explodierten DSL- und Kabel-Internet, während Dial-Up veraltet wirkte. Im September 2025 wurde der klassische Dienst für die letzten paar Hundert Nutzer abgeschaltet. Weitere Gründe waren die gescheiterte Time-Warner-Fusion und die spätere Übernahme durch Verizon, die AOL 2009 von Suche und Portal abspaltete.
TiVo-Geräte (DVRs)(Bildquelle: IMAGO / ZUMA Press)
Bevor es Streaming-Dienste wie Netflix, Disney+ oder Prime Video gab, revolutionierte TiVo mit seinen DVRs (Digital Video Recorder) das Fernsehen. Live-TV pausieren, zurückspulen, Serien automatisch aufnehmen: All das ermöglichten DVRs. Im Oktober 2025 wurde das letzte Produkt, der TiVo Edge, eingestellt.
Entwickelt wurden die ersten Geräte bereits 1999 von Jim Barton und Mike Ramsay als „Television Input/Video Output“ – also TiVo. Es handelte sich um eine Set-Top-Box mit integrierter Festplatte, die analoges TV-Signal digitalisierte und selbiges speichern konnte. Obwohl es später sogar eine Streaming-Integration gab, war die wachsende Popularität von Diensten wie YouTube, Netflix und Co. der Grund dafür, weshalb es die Geräte heute kaum noch gibt.
Home-Button des iPhones(Bildquelle: Getty / Anadolu)
Mit dem ersten iPhone führte Apple 2007 den ikonischen Home-Button ein. Mit dieser zentralen Navigationstaste gelangt ihr zurück zum Homescreen oder wechselt die App per Doppelklick. Langes Drücken aktivierte später Siri, den Assistenten von Apple-Geräten. Mit der dritten Generation des iPhone SE erschien im Jahr 2022 das letzte iPhone mit Home-Button. Im Februar 2025 wurde es durch das iPhone 16e ersetzt.
Das Ende des Home-Buttons läutete Apple offiziell mit dem iPhone X im Jahr 2017 ein. Face ID und Gesten ersetzten den physischen Knopf vollständig. Auch andere Hersteller verabschiedeten sich von einem Home-Button und ersetzten ihn durch andere Technologien.
Verdienstsysteme von Nintendo(Bildquelle: GIGA)
Nintendo stellte mit den „Game Coupons“ und den „My Nintendo Gold Points“ gleich zwei Verdienstsysteme ein. Die 2019 eingeführten Game Coupons ermöglichten es, ein Paket mit zwei digitalen Gutscheinen zu kaufen und gegen First-Party-Spiele im eShop einzutauschen. Ende März 2025 wurden die Verkäufe eingestellt, verbliebene Gutscheine können nur für Switch-1-Spiele bis Ende Januar 2027 verwendet werden.
Mit dem Launch der Nintendo Switch im Jahr 2017 wurden die Gold Points eingeführt. Mit jedem Kauf im Nintendo eShop wanderten Punkte auf euer Konto, die ihr gegen Rabatte, Merch oder Guthaben eintauschen konntet. Auch die My Nintendo Gold Points wurden Ende 2025 eingestellt. Bestehende Punkte sind seitdem zwölf Monate einlösbar.
Pocket App (Read It Later)(Bildquelle: IMAGO / Depositphotos)
Die Pocket App, früher bekannt als „Read It Later“, war ein Dienst zum Speichern und Offline-Lesen von Artikeln. Das Projekt startete 2007 als Erweiterung für den Firefox-Browser, mit der ihr Webseiten, Artikel oder Videos in einer zentralen Liste speichern konntet. 2015 erfolgte die standardmäßige Integration in Firefox und über 17 Millionen Nutzer begeisterten sich für die Anwendung.
Die Gründe für das Scheitern der Pocket App sind vielseitig: Zum einen wechselte der Fokus von Mozilla auf Kernprodukte wie den eigenen Browser und KI-Funktionen, womit kaum Ressourcen für die Anwendung vorhanden waren. Zum anderen änderte sich das Nutzerverhalten vieler Menschen, die lieber auf integrierte Browser-Funktionen oder Social-Reader umgestiegen sind. Heute lassen sich viele Nutzer Texte mithilfe einer KI zusammenfassen.