(Bildquelle: GIGA)
Endlich kann ich mein Pixel 8 Pro auch im Desktop-Modus nutzen! Nur leider klappt das noch nicht so reibungslos, wie ich es gerne hätte.
Der neue Feature-Drop für Pixel-Handys hat es in sich! Endlich kann ich etwa die Helligkeit meiner Taschenlampe bei meinem Pixel 8 Pro (Test) regeln. Doch ich persönlich habe mich vor allem auf den Android-Desktop-Modus gefreut, der quasi wie Samsung DeX mein Handy in einen kleinen PC verwandelt.
Doch nachdem ich das Feature kurz ausprobiert habe und direkt auf ein paar Probleme und Unbequemlichkeiten gestoßen bin, gebe ich dem Android-Desktop-Modus vielleicht doch noch ein paar Updates Zeit, bevor ich ihn regelmäßig nutze.
Kollege Severin hat schon einmal vor geraumer Zeit einen Blick in den Beta--Version des Android-Desktop-Modus geworfen – hier seht ihr seine Erfahrungen damit:
» Video ansehen: Smartphone als PC nutzen: Google aktiviert den Pixel Desktop
Was genau ist der Android-Desktop-Modus?
Kurz gesagt: Schließe ich an meinem Pixel 8 Pro nach der Installation des Updates einen Monitor über den USB-C-Port meines Handys an – wahlweise auch über ein Dock – so gibt mir mein Handy die Möglichkeit, den Bildschirminhalt meines Handys zu spiegeln oder aber den Desktop-Modus zu starten.
Letzterer öffnet dann auf meinem Monitor eine beinahe klassisch anwirkende PC-Oberfläche. Unten gibt es eine Taskbar, über die ich Apps starten wie Google Chrome und anpinnen kann, oben kann ich auf meine Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen zugreifen.
Unten die Taskleiste, zudem ein paar Statussymbole – sieht aus wie ein normaler Desktop. (Bildquelle: GIGA – Robert Kohlick)
Wenn ich mein Handy an ein Dock anschließe, das mit Strom versorgt wird, kann ich auch USB-Geräte wie Maus und Tastatur problemlos nutzen und so mein Handy zum Arbeiten verwenden. Schließlich spielt sich der Großteil meines Jobs sowieso im Browser ab. Coole Sache also eigentlich! Blöd nur, dass es noch zwei Probleme gibt, die mir persönlich die Erfahrung mehr als madig machen.
Hätte Google sich doch mehr Zeit gelassen …
Mein größter Kritikpunkt ist die Tatsache, dass meiner Erfahrung nach aktuell nur ein externes Display im Android-Desktop-Modus unterstützt wird. Ich kann zwar über mein Dock auch ein zweites anschließen, aber dieses spiegelt dann nur den Inhalt des ersten Monitors.
Tja, mehr ein externes Display kann zwar angeschlossen werden, das zweite wird dann aber nur gespiegelt, nicht aber erweitert. (Bildquelle: GIGA – Robert Kohlick)
Mit dem zweiten Monitor die Arbeitsfläche zu erweitern, ist also aktuell nicht drin. Für mich, der ständig zig Chrome-Tabs, Programme und Slack gleichzeitig offen hat und im Home-Office sogar drei Bildschirme aktiv nutzt, ist das leider ein No-Go. Hoffentlich schiebt Google hier zeitnah ein Update nach, welches diese Funktionalität erweitert.
Das zweite Problem fällt wahrscheinlich in die Kategorie „by design“. Denn als ich das erste Mal mein Pixel 8 Pro mit einem meiner Docks verbunden habe, bin ich tatsächlich davon ausgegangen, dass der Android-Desktop-Modus einfach gar keine USB-Geräte unterstützt. Denn während mein Monitor erkannt wurde, war das bei meiner kabellosen Maus und Tastatur trotz eingestecktem WLAN-Dongle nicht der Fall. Und auch eine rein kabelgebundene alte Gaming-Maus, die ich als Ersatz rumliegen hatte, half nicht.
Erst dann ging mir ein Licht auf: Dieses Dock hat keine aktive Stromzufuhr – und anscheinend ziehen sich meine USB-Geräte ihren Saft nicht einfach aus meinem Pixel 8 Pro und bleiben deshalb „aus“. Schade. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das bei Laptops, die ich anschließe, problemlos funktioniert.
Wahrscheinlich hat sich Google hierzu entschieden, damit der Akku meines Pixel 8 Pro nicht noch schneller leergeht. Ich persönlich fände es aber schön, wenn ich als Nutzer selber entscheiden kann, ob mein Pixel-Handy die angeschlossenen USB-Geräte mit Strom versorgt, damit ich sie nutzen kann – oder eben nicht.
Auch das Window-Snapping – also die automatische Aufteilung von Fenstern – funktioniert schon im Android-Desktop-Modus. (Bildquelle: GIGA – Robert Kohlick)Der Android-Desktop-Modus kann richtig gut werden, Google!
Jetzt kann ich nur hoffen, dass Google meine zwei größten Kritikpunkte zeitnah angeht und den Android-Desktop-Modus sogar noch weiter ausbaut. Wie cool wäre es etwa, wenn der Android-Desktop-Modus quasi ein komplett eigenständiges Linux-OS wäre und deutlich mehr Funktionalitäten wie der Desktop-Modus beim Steam Deck bieten würde?
Auf diese Weise könnte ich mein Handy noch viel flexibler einsetzen und bräuchte in vielen Fällen erst gar keinen Laptop mehr. Einfach mein Handy rausholen, es an einen Arbeitsplatz mit Dock, Monitoren, Maus und Tastatur anschließen und schon kann ich losarbeiten – es wäre ein Traum!
Google habe ich vor der Veröffentlichung des Artikels über meine Probleme informiert und wollte wissen, ob ihnen diese bewusst sind und ob es schon Überlegungen gibt, diese in einem kommenden Update zu lösen. Leider lag mir bis Redaktionsschluss kein offizielles Statement hierzu vor. Sollte Google dieses noch nachreichen, werde ich den Artikel mit einem Update aktualisieren.