» Video ansehen: Das stört mich nach 6 Monaten mit einem Flip-Phone
Eigentlich war ich überzeugt, die Zukunft der Smartphones in den Händen zu halten. Zum Schluss meines Experiments stellt sich raus: Es hat nicht gereicht.
Die unerwarteten Vorteile meines Flip-Phones im Alltag
Von vorn: Ein halbes Jahr lang habe ich das Motorola Razr 60 Ultra genutzt, das beste Flip-Phone auf dem Markt. Das Design ist ein echter Hingucker, ich wurde noch nie so oft auf ein Handy angesprochen wie in diesem halben Jahr.
Dem Klapp-Formfaktor muss man eines lassen: Er ist unglaublich praktisch für Fotos und Videos. Ich hatte immer ein Stativ für Aufnahmen dabei. Man klappt das Handy einfach auf und stellt es hin, um ein Bild von sich oder einer Gruppe zu machen. Dabei sieht man sich dank des Außendisplays sogar selbst. In den sechs Monaten habe ich selbst für Selfies die Frontkamera praktisch nie benutzt, denn die Hauptkamera ist einfach noch besser. Der einzige Kompromiss: Das Moto setzt, wie die meisten Klapp-Smartphones, leider auf eine Ultra-Weitwinkel- statt Telekamera.
Features, Haltbarkeit und ein großes „Aber“
Selbst mit einer Hülle ist das Flip-Phone zusammengeklappt super kompakt und passt in jede Hosentasche. Das Außendisplay eignet sich hervorragend für die Zwischendurch-Nutzung: Nachrichten lesen, Musik steuern oder eine schnelle Anfrage an ChatGPT zum Beispiel. Für die meisten anderen Aufgaben ist es jedoch um einiges praktischer, es aufzuklappen. Mit einer Bildschirmdiagonale von 6,9 Zoll ist mir das Moto Razr 60 Ultra dann aber viel zu groß.
Motorola selbst liefert ein paar clevere Extras, die ich wirklich schätze. Besonders die Bewegungssteuerung, mit der man durch eine Schüttelbewegung die Taschenlampe oder Kamera aktiviert, ist im Alltag extrem nützlich. So etwas wünsche ich mir eigentlich für alle Smartphones. Es sind diese durchdachten Details, die im ersten Moment begeistern und den Umgang mit dem Gerät besonders machen.
Trotz der vielen positiven Aspekte bleibt die Frage nach der Haltbarkeit. Auch nach einem halben Jahr intensiver Nutzung ohne Hülle oder Schutzfolie ist der Knick im Display kaum sichtbar. Flip-Phones sind stabiler, als die meisten denken, und jeder Kratzer, den das Handy nun hat, wäre auch bei einem normalen Smartphone entstanden. Ein großes „Aber“ bleibt jedoch: Wer viel auf Baustellen oder im Sand unterwegs ist, sollte wegen der empfindlichen Scharniere vorsichtig sein. Staub und Sand sind die natürlichen Feinde dieser Technik.
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Warum ich am Ende doch unzufrieden bin
Warum also meine Enttäuschung? Es ist die Summe der Kleinigkeiten. Mir fehlt eine Telekamera für Zoom-Aufnahmen. Ich möchte mir im Strandurlaub keine Sorgen um mein teures Smartphone machen müssen. Und vor allem wünschte ich, dass das Handy aufgeklappt nicht so riesig und unhandlich wäre, selbst wenn das bedeuten würde, dass das Außendisplay dafür kleiner ausfallen würde. Am Ende des Tages suche ich ein wirklich kompaktes Smartphone, das aber bei den Premium-Features keine Kompromisse eingeht.