Wann habt ihr das letzte Mal eure Fernbedienung desinfiziert? (Bildquelle: IMAGO / Depositphotos / Bearbeitung GIGA)
Wir haben durch Corona gelernt, uns regelmäßig die Hände zu waschen, wenn wir etwas anfassen. Aber was ist eigentlich mit den Gegenständen zu Hause, die ständig berührt und genutzt werden? Wir haben für euch mal zusammengestellt, welche Dinge eures Alltags sicherheitshalber viel öfter gereinigt werden sollten.
Dass Spülschwämme widerliche Bazillennester sind, ist in den Köpfen der meisten Menschen inzwischen angekommen, aber es gibt viele Dinge, die übersehen werden, obwohl wir sie täglich mehrfach berühren. Was glaubt ihr zum Beispiel, wie eure Fernbedienungen unter dem Mikroskop aussehen würden?
Wie sauber ist eure Fernbedienung?(Bildquelle: IMAGO / Depositphotos / Tewin Kijthamrongworakul)
Der Fernsehabend kann beginnen, das Gerät wird angeschaltet und dann geht die Suche nach einem guten Film los. Dafür benötigt ihr die Fernbedienung. Zwischendurch greift ihr zu fettigen Chips, Popcorn oder Schokolade, dann wieder zur Fernbedienung. In Pausen geht ihr zur Toilette und gehört möglicherweise zu den rund 50 Prozent der Menschen, die sich danach nicht die Hände waschen. Das wiederholt sich jeden Tag und ihr ekelt euch immer noch nicht vor eurer Fernbedienung?
Es ist angeraten, die Fernbedienungen mindestens einmal pro Woche zu reinigen oder zu desinfizieren. Im Fall einer Infektionskrankheit solltet ihr sie regelmäßig desinfizieren. Das gilt auch, wenn viele verschiedene Personen sie benutzen und Kinder im Haushalt sind. Hilfreich sind in diesen Fällen professionelle Desinfektionstücher, mit denen ihr alles abwischen könnt.
Virennester Smartphones und Tablets(Bildquelle: IMAGO / Depositphotos)
Welchen Gegenstand fasst ihr im Laufe eines Tages öfter als euer Smartphone an? Und dann in jeder Situation, in der U-Bahn oder im Bus, auf der Arbeit, beim Essen, im Bett, auf der Toilette. Wer es wirklich zum Telefonieren nutzt, hält es auch noch häufig an sein Gesicht. Wenn man darüber nachdenkt, welchen Bakterien- und Virenquellen man es aussetzt, fangen die Hände an zu kribbeln.
Klar, ihr wischt gelegentlich mit dem T-Shirt darüber, um die Fettflecken der Finger zu entfernen, aber Keime beseitigt ihr damit nicht – im Gegenteil.
Das Handy solltet ihr täglich sauber abwischen und ein- bis zweimal in der Woche mit Reinigungstüchern oder einem Spray desinfizieren.
Türgriffe und Lichtschalter(Bildquelle: IMAGO / YAY Images)
Es gibt Haushaltsgegenstände, die nur dazu dienen, angefasst zu werden. Türgriffe und Lichtschalter gehören dazu. Und dennoch werden sie selten wirklich desinfiziert. Es gibt Haushalte, in denen die Klinken und Schalter Spuren der Finger aufweisen, die sie täglich berühren.
Das sind Bakterienstätten und das geht nicht nur in eine Richtung. Ihr fasst sie mit keimbelasteten Fingern an und später vielleicht mit sauberen, nur um euch neue Keime an die Hände zu holen – mit denen ihr dann eure Snacks, die Kinder und Partner berührt.
Hier würde bereits die wöchentliche Reinigung mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel genügen, um den Kreislauf zu unterbrechen.
Spülschwämme: Der bakterielle Overkill(Bildquelle: IMAGO / Depositphotos / Francesco Scatena)
Laut Prof. Dr. Markus Egert von der Hochschule Furtwangen, können sich auf benutzten Küchenschwämmen bis zu 54 Milliarden (!) Bakterien pro Kubikzentimeter (!) befinden. Und dabei sind die anderen Mikroorganismen, wie Viren, Pilze oder Amöben, noch gar nicht mitgezählt.
Zum Glück sind die meisten dieser Erreger für den Menschen ungefährlich, aber eine angenehme Vorstellung ist es trotzdem nicht. Außerdem steigt mit längerer Verwendungszeit auch die Möglichkeit, dass sich dort Kolibakterien oder Salmonellen befinden, die gefährlich sein können.
Das Auswaschen der Schwämme bringt nicht viel und der abwechselnde Gebrauch mit Trockenpausen reduziert das Problem nur. Hilfreich wären regelmäßige Waschmaschinengänge bei 60 Grad, aber noch besser ist laut Professor Egert der völlige Verzicht auf die „Keimhotels“. Er empfiehlt Metallschwämme oder Spüllappen, die alle zwei Tage in der Waschmaschine landen sollen.
Schneidebretter
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Es ist egal, ob eure Schneidebretter in der Küche aus Holz oder Kunststoff sind, sie haben sicherlich nicht mehr die Farbe und Beschaffenheit vom Anfang. Gerade Kunststoffbretter neigen zu Verfärbungen und nehmen mit der Zeit nicht nur die Farben von Fleisch, Obst und Gemüse an. Die Schnittflächen sind von Kratzern durchzogen, zwischen denen mikroskopische Ablagerungen für einen guten Keim-Nährboden sorgen.
Ähnlich wie bei Spülschwämmen gilt auch hier, dass die Bakterien nicht unbedingt gefährlich sind. Und im Gegensatz zu den Schwämmen werden die Bretter meist in der Maschine heiß gereinigt und trocknen danach gründlich.
Hier ist aber noch ein anderer Faktor wichtig: Was denkt ihr, wohin die gelösten Plastikpartikel eurer Schneidbretter auf magische Weise verschwinden? Die schiebt ihr zusammen mit den Lebensmitteln in eure Töpfe und sammelt sie dann in Form von Mikroplastik in eurem Körper.
Wenn deutliche Schnittmarken im Brett zu sehen sind – und das geht schnell – dann weg damit. Als Alternative empfehlen sich Schneidebretter aus Glas. Die sind hygienischer, haben keinen gefährlichen Abrieb und sehen auch nach langer Benutzung noch gut aus.
Waschmaschinen-Schleim(Bildquelle: IMAGO / Zoonar / Dmitri Maruta)
Wer einmal eine Waschmaschine gründlich von innen gereinigt hat, vergisst dieses eklige Gefühl nicht so schnell. Dass die Maschine eure Wäsche sauber macht, bedeutet nicht, dass sie dabei selbst auch sauber bleibt. In den Waschmittelbehältern, den Filtern und insbesondere in Falten der Gummiabdichtung der Trommel sammeln sich sogar schleimartige Rückstände an, die Bakterien anziehen und einen perfekten Nährboden bilden. Vor allem dann, wenn man auf richtig heiße Waschgänge verzichtet.
Neben der regelmäßigen Handreinigung dieser Stellen mit desinfizierenden Reinigungsmitteln helfen euch auch spezielle Waschmaschinenreiniger dabei, diese Verschmutzungen zu entfernen. Einmal im Monat solltet ihr eine leere 95-Grad-Wäsche mit Vollwaschmittel vornehmen. Die Bleichstoffe darin bewirken, in Kombination mit der Temperatur, dass Bakterien abgetötet werden, was die Bildung solcher Rückstände verringert.
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Tastaturen und Mäuse
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In Computer-Tastaturen findet sich so ziemlich alles, was man nicht in seiner Wohnung haben will: Hautschuppen, Milben, Bakterien, Hautfett, Haare, Brotkrümel, Pilze …
Man erschreckt sich schon, wenn man sie einigermaßen regelmäßig umdreht und ausklopft. Und was da herausfällt, sind nur die „nicht-klebrigen Dinge“.
Ihr solltet regelmäßig eure Tastatur reinigen und dabei mit einem Staubsauger anfangen, sie danach mit Reinigungstüchern abwischen. Festsitzenden Schmutz könnt ihr mit Druckluft-Spray ausblasen. Was sich dann noch nicht gelöst habt, erwischt ihr mit einem Tastatur-Reinigungsgel: Die schleimartige Masse wird auf die Tasten gelegt, sinkt in die Zwischenräume ein und lässt sich dann wieder herausziehen. Der Schmutz bleibt daran haften. Nach mehrmaliger Verwendung könnt es entsorgen, es ist biologisch abbaubar.
Haustier-Futternäpfe(Bildquelle: IMAGO / YAY Images)
Futternäpfe werden häufig, vor allem wenn nur Trockenfutter gereicht wird, nach dem Fressen einfach stehen gelassen und nachgefüllt. Aber selbst bei Nassfutter ist das zu beobachten, „weil Bello und Miezi doch alles immer so sauber auslecken“.
Futterreste und Speichel sind idealer Nährboden beziehungsweise Überträger von Keimen aller Art. Selbst wenn sie euch nicht gefährlich werden können, stellen sie doch eine Gefahr für eure Tiere dar. Prinzipiell, wobei die Art des Futters unerheblich ist, sollte jede Futter- und Trinkschale gründlich mit Spülmittel ausgespült werden, sobald sie leer ist.
Der Klassiker – wie häufig muss Bettwäsche gewechselt werden?
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Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel empfiehlt, Bettwäsche mindestens alle 2 Wochen zu wechseln. Das tun laut Umfragen rund 40 Prozent der Deutschen. 33 Prozent der Befragten wechseln sie nur einmal im Monat und 6 Prozent nur alle 2–3 Monate.
Schon nach wenigen Tagen enthält Bettwäsche Schweiß, Haare und eure Hautschuppen, von denen sich wiederum ein Heer von Milben ernährt. Damit kommt der gesunde Körper für gewöhnlich zurecht, aber je mehr sich davon ansammelt, desto größer wird die Gefahr einer Allergie.
Wer bereits darunter leidet, sollte sich vielleicht einen Milbensauger anschaffen, der nicht nur gründlich alles absaugt, sondern mit heißer Luft, Ultraschall und UV-Licht Erreger abtötet.
Ekliger als das Klo – die Klobürste(Bildquelle: IMAGO / Depositphotos / R. Natallia)
Spülschwämme werden gern mit Toilettenbrillen verglichen, doch Letztere sind in der Regel kühl und trocken, wodurch sie Keimen wenig zu bieten haben.
Das sieht mit der Toilettenbürste ganz anders aus: Die soll hartnäckigen Schmutz aus der Schüssel lösen, der seinerseits aber vor Keimen nur so strotzt. Und natürlich werden die auch nicht völlig aus der Bürste gespült, sodass die verdreckt und feucht in ihrem Behälter landet.
Hier sind zwei Dinge empfehlenswert: Zum einen solltet ihr die Bürste und den Behälter mindestens alle zwei Wochen mit einer Mischung aus je einem Esslöffel Natron und Zitronensäure (beides in der Drogerie zu bekommen) füllen und Wasser nachgießen, bis es schäumt und sprudelt. Außerdem wird geraten, die Bürste alle 3 Monate auszutauschen.
In einem anderen Ratgeber erkläre ich, wie ihr mit ein paar Hausmitteln so ziemlich alles in eurer Wohnung sauber halten könnt.