Vor einem Jahr erschütterte ein mächtiges Erdbeben Nepal, fast 9.000 Menschen starben. Der Wiederaufbau in den Dörfern geht nur langsam voran. Vor allem in schwer zugänglichen, aber besonders hart getroffenen Regionen wie Gorkha ist Baumaterial knapp. Es hierher zu transportieren, ist kaum möglich. Die Menschen holen deshalb Holz aus den Wäldern.Ein Problem, denn gleichzeitig sollen die Wälder geschützt werden.
Holz ist als Brennstoff in Nepal unersetzlich. Und jetzt wächst mit dem Wiederaufbau der Druck auf die durch Rodung bedrohten Wälder. Seit einigen Jahren zeigt die NGO ICIMOD den Menschen auf den Dörfern, wie sie von "ihrem" Wald profitieren können, ohne ihn komplett zu roden. Behutsam werden ausgewählte Holzarten geschlagen, andere dürfen länger wachsen, bestimmte Bäume dienen als Tierfutter. In Dorfversammlungen regeln die Bewohner eigenverantwortlich, wann welche Bäume gefällt werden und wer den Wald nutzen darf. Das alles sind Voraussetzungen, um von REDD+ profitieren zu können, einer Maßnahme, die die globale Entwaldung verhindern will. Gelingt der Walderhalt, dann winkt eine Belohnung: Weil Bäume klimaschädliches CO2 speichern, gibt es Kompensationszahlungen. Doch der Antragsprozess ist komplex, die Dorfbewohner müssen erst lernen, ihren Wald zu vermessen und das Wachstum zu dokumentieren.