Befreie Deinen Kopf
Kennst du das? Du zermarterst dir dein Hirn. Du steckst in irgendwas fest. Du bist die ganze Zeit am Grübeln. Und irgendwie kannst du keinen klaren Gedanken fassen. So oder so ähnlich geht es sicherlich vielen. Und so ist es mir auch gegangen, als ich zu Anfang meiner Unternehmerkarriere festgestellt habe, dass etwas nicht so läuft, wie ich mir das so gedacht hatte. Ich habe dann viele bittere Erfahrungen später eine Technik kennengelernt, die mich auch heute noch immer begleitet und die ich spätestens dann einsetze, wenn ich merke, dass ich mich mal wieder in meinem Kopfkarussell im Kreis drehe.
Schriftlich denken
Und das ist etwas, das jeder mit den einfachsten Mitteln sofort umsetzen kann. Nimm ein Stück Papier, nimm einen Stift und fange an aufschreiben, über welche Situation, über welches Thema, über welche Herausforderungen du dir gerade dein Hirn zermarterst. Unser Gehirn ist meines Erachtens nach nicht dazu gemacht, Probleme zu wälzen und Situationen hin und herzuschieben. Unser Gehirn ist dazu gemacht, kreative Lösungen zu produzieren. Dazu muss man unserem Kopf aber auch wirklich die Chance geben und das geht schlicht dadurch, dass man sich Luft macht. Seine Gedanken, Herausforderungen und seine Probleme, wenn man es Problem nennen möchte, zu Papier zu bringen, ist eine der zuverlässigsten Varianten, sich Luft zu machen und dem Kopf die Chance zu geben, an kreativen Lösungen zu arbeiten. Ich habe festgestellt, als ich das die ersten Male für mich ausprobiert habe, nachdem ich die Situation wie sie war, auf Papier fertig beschrieben hatte, zum einen festgestellt eine gewisse Leichtigkeit, dieses Tonnenschwere, dieses Bleischwere, was ich mit mir rumgeschleppt hatte, war plötzlich vom Gefühl her erst mal weg. Und ich habe auch schon viel klarer gesehen. Und ich habe festgestellt, wenn ich das dann noch mal durchgelesen habe, in dem, was ich aufgeschrieben habe, in dem, wie ich die Situation beschrieben habe, habe ich schon Teile einer möglichen Lösung erkannt.
Universell einsetzbar
Und ich bin dann dazu übergegangen, das auch zwischendurch mal für kleinere Themen anzuwenden. Einfach, um damit zu spielen, um zu testen, muss es immer was Großes, Schwerwiegendes sein. Ich habe auch in den kleinen Herausforderungen gesehen, wenn ich sie so angegangen bin, dass hinterher die Lösung und die Ideen und Ziele, die daraus erwachsen sind, wesentlich weiter und höher waren, als ich das jemals zuvor erreicht habe und erdacht habe, wenn ich das nur mit mir selber in meinem Kopf, in meinem Oberstübchen mit mir ausgemacht habe. Du kennst das mit Sicherheit, wenn du Kummer hast, wenn du Sorgen hast und du eine vertraute Person hast, mit der du dich über deine Themen austauschen kannst, es befreit. Es befreit in dem Moment, wenn du mit jemandem darüber sprichst.
Dein Vertrauter
So, jetzt gibt es aber auch vielleicht Themen, die traut man sich nicht so wirklich mit jedem zu teilen oder überhaupt mit einem Menschen zu teilen. Es gibt vielleicht auch manchmal Dinge, gerade wenn man einen Misserfolg hatte, da möchte man eigentlich gar nicht so echt darüber reden. Und kannst du dir einen besseren Freund vorstellen, einen zuverlässigeren Freund vorstellen, der auch wirklich nichts weitererzählt, als ein Stück Papier? Dieses Stück Papier, wo du deine Gedanken festgehalten hast, kann nur demjenigen etwas erzählen, dem du dieses Papier gibst.
Du kannst es nur richtig machen
Und ein weiterer wirklich wunderschöner Aspekt für mich ist, es gibt kein Falsch. Du musst nicht fragen, mache ich das so und so, wenn ich das so und so aufschreibe, richtig. Egal wie, du machst es immer richtig, es sind deine Gedanken und du bestimmst, wie du deine Gedanken formulierst. Eine Satzstellung ist egal, Grammatik ist egal, Rechtschreibfehler sind egal, es ist völlig egal. Es ist für dich, es ist dein Werkzeug, um dir zu helfen und da gibt es einfach nur "Richtig". Als kleinen Tipp gebe ich dir gerne noch mit, mache das so ausführlich wie möglich und mache es handschriftlich. Handschriftlich deswegen, in dem Moment, wo du von Hand etwas aufschreibst, aktivierst du andere Regionen im Gehirn. Es gibt mit Sicherheit Ärzte oder Wissenschaftler, die das genauer erklären können, ich kann dir das nicht erklären, ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass das so ist. Und vielleicht ein kleines Beispiel, was ich immer wiederkehrend verwende als Beleg dafür, dass das handschriftliche Ausarbeiten einer Lösung oder eines Themas etwas bringt ist, erinnere dich an deine Schulzeit. Wenn du etwas auswendig lernen musstet für eine Klassenarbeit und du hast natürlich nie einen Spickzettel geschrieben, aber du hast vielleicht jemanden gekannt, der einen Spickzettel geschrieben hat und der dir vielleicht berichtet hat, Mensch, ich habe einen Spickzettel geschrieben und in dem Moment, wo der fertig war, habe ich ihn gar nicht mehr gebraucht. Das ist für mich der Beleg dafür, dass in dem Moment, wo du etwas handschriftlich zu Papier bringst, bestimmte Regionen in deinem Kopf aktiviert werden, die einfach bestimmte Fähigkeiten freisetzen. Und, naja, je mehr dein Kopf involviert ist, in das Finden einer optimalen Lösung, desto besser ist es und desto besser werden die Ergebnisse und desto besser werden die Ziele, die du erreichen kannst.
Elektronisch vs handschriftlich
Ja, du kannst da auch in eine Computertastatur klopfen, wenn du nicht so der handschriftliche Typ bist, probiere es aber mal von Hand zu machen. Probiere es, die Wirkung ist eine andere. Und noch ein kleiner Hinweis: Mache es so lebhaft wie es geht. Alles, was dir dazu in den Kopf kommt, so lebhaft, wie du das beschreiben möchtest, so machst du das, so bringst du das zu Papier. Auch da gilt: Es gibt nur "richtig"! Du kannst da gar nichts falsch machen. So, also wenn du mal wieder irgendwas mit dir herumschleppst, wenn du dich im Bett mal wieder von rechts nach links drehst, nicht zur Ruhe kommst, weil dein Kopf andauernd mit dir quatscht, stehe auf, nimm ein Papier, nimm einen Stift, setze dich hin, komme zur Ruhe und schreibe auf, was dich bewegt. Lasse es eine Nacht liegen, lese es am nächsten Tag durch. Ich bin überzeugt, in den allermeisten Fällen geht es dir schon viel besser, bereits am nächsten Tag. Und vielleicht wirst du das eine oder andere Mal sogar schon ein paar Stunden später Lösungsansätze für deine Situation finden.
Bis zur nächsten Folge,
Liebe Grüße Euer Thorsten
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