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„Hören ist Physik, Zuhören angewandte Psychologie.“ Dieser Satz hat unseren Trialog geleitet. Bettina Schwab, fachliche Leiterin der Telefonseelsorge Berlin, hört Menschen in seelischen Notlagen zu. Kristina Krömer, Gründerin der Demokratie-Initiative metro_polis, stiftet empathische, zugewandte Gespräche in Straßenbahnen, z.B. in Dresden. Host Michael Gleich schließlich bringt die Perspektive des Zuhörens bei Veranstaltungen ein. Alle drei sind sich einig: Die innere Haltung entscheidet darüber, ob sich Menschen nur hören oder tief zuhören. Die Gästinnen verraten, wie man „Active Listening“ üben kann.
Diese Folge wird präsentiert vom Würth Haus Rorschach: https://www.micelab-bodensee.com/de/podcast-zuhoeren.html
„Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“ schrieb Friedrich Schiller. Ähnlich formuliert es der Zeitforscher und Coach Jonas Geissler: „Jene Zeiten im Leben zählen, in denen wir die Zeit nicht zählen.“ Nicht auf die Uhr sehen, ganz im Jetzt sein. Geissler schlägt vor, dass wir einen freundlicheren Umgang mit der Zeit“ pflegen (statt sie „totzuschlagen“), denn: „Zeit ist Leben. Lebenszeit.“ Beim Eventdesign können ein kluger Rhythmus und echte Pausen wichtige Maßnahmen sein, um intensive Eindrücke und Erlebnisse zu schaffen, die den Teilnehmenden bleiben – über den Tag hinaus.
Vertrauen ist die wichtigste Qualität, damit Menschen gut miteinander sein können. Das gilt für Veranstaltungen besonders, weil sich die Teilnehmenden oft nicht kennen. Wie entsteht Vertrauen zwischen Menschen? Welche praktischen Übungen, Moderationen und Formate dienen bei Events der Vertrauensbildung? Welche positiven Effekte kann Misstrauen haben? Wie kann man mit einer vertrauensvollen Atmosphäre Ängsten begegnen? Wie hängen Vertrauen, Verletzlichkeit und Verantwortung? Über diese Fragen, immer wieder mit Bezug zum Eventdesign, spricht die Schweizer Psychologin, Psychotherapeutin und Bestseller-Autorin Verena Kast in dieser Podcastfolge.
Diese Folge wird präsentiert von der Inselhalle Lindau: https://www.micelab-bodensee.com/de/podcast-vertrauen.html
Welchen Fortschritt wollen wir? Für wen? Und wie können Veranstaltungen einen positiven Beitrag zum gesellschaftlichen Fortschritt leisten? Jedenfalls nicht mit konventionellen Conventions, meint der Wiener Unternehmer Hannes Offenbacher. Events, die er mit seinem „Think and Do Tank“ Wemorrow in Wien initiiert, sind so gestaltet, „dass ich auch selbst liebend gerne hingehe“: mit lebendigem Austausch und Impulsen, die im Nachgang zu konkreten Initiativen und Umsetzungen führen. Sein Handlungsmotto lautet: Entdecken – Verbinden – Ermöglichen. Er fragt sich: Wenn alle Teilnehmenden, die wir einladen, am Thema interessiert und kompetent sind – brauchen wir dann eigentlich noch Speaker oder Impulsgeber:innen?
Spielen? Bei Veranstaltungen? Ernsthaft? Ernsthaft! Friedrich Schiller war der Meinung, der Mensch sei nur da ganz menschlich, wo er spiele. Spielen ist ein Freiraum, gibt die Erlaubnis zu experimentieren und heiter zu scheitern, ist eine leichte Form des gemeinsamen Lernens. Insbesondere, wenn nachher reflektiert wird: Wie ist es gelaufen? Wie war die Gruppendynamik? Welche Strategie war zielführend? Claudia Hausmann aus Lindau unterstützt als Coach Unternehmen bei Themen wie Agilität und New Work. Ihre These lautet "Business und Spielen schließen sich nicht aus". Sie kann sich vorstellen, ganze Events von Anfang bis Ende als ein einziges Spiel zu gestalten und verspricht: Das wird unvergesslich.
Veranstaltungen müssen nicht unbedingt in sterilen Konferenzzentren stattfinden. Insbesondere Events, die Transformation, Innovation und Change zum Ziel haben, buchen immer öfter Orte mit besonderem Charme. Sie setzen auf einen inspirierenden „Genius loci“. Markus Hipp teilt im Gespräch seine Erfahrungen mit transformativen Orten. Seine Karriere führte ihn n Top-Positionen bei deutschen und internationalen Stiftungen (Robert Bosch Stiftung, BMW Foundation, Project Together). Insbesondere ländliche Orte wirken als Musterbrecher. Im Kontakt mit der Natur und in rustikalen Settings fällt es Teilnehmenden leichter als sonst, den beruflichen Habitus mit seines „Masken“ abzulegen und mehr sie selbst zu sein. Begegnungen werden intensiver, Sinnstiftung wird leichter.
Im Flow vergessen wir die Zeit. Gestern, Morgen, Sorgen – alles weg. Viele Menschen erleben solche Momente der glücklichen Versunkenheit. Bei ihrem Lieblingshobby, beim Sport oder beim Bügeln. Flow ist nicht herstellbar, nicht kontrollier- oder messbar. Aber man kann bei Veranstaltungen günstige Rahmenbedingungen schaffen, die dieses fließende, wohltuende Gefühl begünstigen. Darüber spricht Prof. Corinna Peifer, die das Phänomen an der Universität zu Lübeck erforscht. Spoiler: Es hat etwas mit der Schwere einer Aufgabe zu tun, mit der Bedeutsamkeit des Geschehens und der Freiheit zu entscheiden, worauf ich mich als Teilnehmende/r in diesem Moment einlasse.
Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollen bis 2030 erreicht werden. Doch die Umsetzung lahmt. Wissenschaftlerinnen, Manager, Aktivistinnen und einige skandinavische Stiftungen haben die Inner Development Goals (IDGs) entwickelt, um die Kluft zwischen Wissen und Tun zu überwinden. Dafür wurden 23 innere Kompetenzen und Haltungen formuliert, in den Dimensionen Sein, Denken, Beziehungen, Zusammenarbeit und Handeln. Der äußere Wandel soll durch innere Transformation beschleunigt werden. Was das für die MICE-Branche bedeuten könnte, reflektieren die beiden Coaches und Künstler Marlen Nebelung und Jörg Reckhenrich. Sie glauben, dass die IDGs einen nützlichen Kanon an Fragen und verantwortungsvollen Haltungen anbieten.
Der Trend geht hin zu maßgeschneiderten Formaten für Veranstaltungen, mit dem Ziel möglichst großer Wirkung. Aber gibt es nicht auch Vorgänge, die man standardisieren kann? Dafür plädiert Mathias Sondermann, der beim Software Konzern SAP das „Global Events Center of Excellence“ leitet. Ihm geht es jedoch nicht um die Abschaffung von Kreativität und Einzigartigkeit – im Gegenteil: Wenn logistische Prozesse und jährliche Routinen konfektioniert werden, bleibt den Gestaltern mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge: Sustainable Events, Inklusion und überraschende Dramaturgien, die die Erwartungen der Teilnehmenden übertreffen.
Es gibt das „passive Glück“: Man wird an einem guten Ort in eine gute Familie hineingeboren. Und es gibt das aktive Glück, eine Haltung, mit der man versucht, aus jeder Situation das Beste zu machen. Die Voraussetzungen dafür lauten, so sagt der Wirtschaftswissenschaftler Christian Busch: Präsenz, Aufmerksamkeit und Neugier. Sonst ziehen gute Gelegenheiten vorüber, ohne dass wir sie erkennen. Für Veranstalter:innen kann „Erfolgsfaktor Zufall“ bedeuten, Teilnehmenden in vielfältige Interaktionen zu bringen und ihnen damit erlauben, Gemeinsamkeiten zu entdecken und kooperativ neue Ideen zu entwickeln; für Teilnehmende, dass sie anderen mehr von sich erzählen als Name, Firma, Beruf. Gib‘ dem Zufall eine Chance – das war auch die Spielidee beim Podcast-Gespräch: Ein Zufallsgenerator warf die Stichworte aus, über die Professor Busch dann sprach.
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