Schön ist es, wenn man sich beim Zeitungslesen oder bei Nachrichten im Rundfunk darauf verlassen kann, dass alle berichteten Tatsachen stimmen – etwa: dass die mitgeteilte Zahl der Teilnehmer einer Demonstration ziemlich gut der tatsächlichen Zahl der Demonstrationsteilnehmer entspricht. Noch schöner wäre es, wenn man sich auch darauf verlassen könnte, dass einem beim Zeitungslesen oder Nachrichtenanhören nichts Wichtiges entgeht – also: dass man beispielsweise erfährt, welchen biographischen Hintergrund jemand hat, der eines Totschlags verdächtigt wird. Und am allerschönsten wäre es, wenn man zusammen mit einer wahrheitsgetreuen und nichts sachlich Wichtiges auslassenden Information nicht auch noch die ganz persönliche Meinung jenes Journalisten zur Kenntnis nehmen müsste, der eine Nachricht formuliert oder überbringt. Denn weshalb muss ich eigentlich erfahren, dass ein Journalist Donald Trump nicht mag, wenn mich doch nur interessiert, welche Falschaussage dieser Präsident wieder einmal über den Umgang mit Briefwahlstimmen vorgebracht hat?
Ein Artikel von Prof. Werner Patzelt
Gesprochen von: Prof. Werner Patzelt
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