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„Ich glaube jedes Leben ist etwas Besonderes. Klar, das Leben ist kein Wunschkonzert, aber manchmal spielt es, deine Lieblingsmelodie. Und diese Lieblingsmelodie solltest du dann auch genießen." Sylwia Glinka arbeitet in der Kinderbetreuung einer Schule und engagiert sich in der katholischen Kirchengemeinde. 1971 wurde sie in Polen geboren. Ihre Jugend hat sie in einer ländlichen Gegend in Schlesien verbracht. 1993 ist Sylwia im Alter von 22 Jahren mit ihrem Ehemann nach Deutschland gezogen. „Mein Heimweh ist weg und das spielt eine große Rolle, weil wenn du Heimweh hast, dann bist du immer in der Welt der Vergangenheit und du kannst das nicht genießen und nicht leben."
„Niemand nimmt dir deine Kultur weg, nur weil er sagt, ich bin jetzt eine Muslima oder ein Moslem, der in Deutschland lebt. Ich verstehe nicht, was diese Sorge dahinter ist. Wenn du deine Kultur lebst, und wenn du sie genießt, dann hättest du keine Angst davor, dass irgendjemand kommt und dir diese Kultur wegnimmt." Beyza definiert sich als deutsche Muslima. An der Hochschule Magdeburg studiert sie Journalismus, weil sie findet, dass diverskulturelle junge Stimmen in den Medien dringend gebraucht werden. Beyza engagiert sich unter anderem auf ihrem Instagram-Kanal bey.talk. Sie setzt sich für Diversität in der deutschen Gesellschaft und für die Sichtbarkeit von Musliminnen ein. Geboren und aufgewachsen ist Beyza in Hamburg und sieht sich selbstverständlich als Hamburgerin. Ihr Großvater kam als Arbeitsmigrant in den 1970er Jahren aus der Türkei nach Hamburg. „Ich sehe nicht eine Nationalität, die mir zugeschrieben wird bzw. mit der ich mich identifiziere. Das ist was total anderes als mein Glaube. Mein Glaube ist was anderes als meine Kultur, und ich will halt nicht, dass das gemixt wird."
Migrantinnen sind mit Diskriminierung und Chancenungleichheit konfrontiert, die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben können. Khola Maryam Hübsch ist Autorin und Referentin zum Thema Islam. Sie engagiert sich für den interreligiösen Dialog.
Für Menschen mit psychischen Belastungen wünscht sie sich mehr Aufklärung und Angebote: „Davon profitieren am Ende auch Migrantinnen und Migranten, dass es ein größeres Verständnis dafür gibt, wie die Psyche des Menschen funktioniert. Wie leicht jeder ganz schnell in eine Labilität geraten kann. Und dass äußere Umstände wie Migration, Diskriminierungserfahrungen, Rassismus so etwas ganz stark beschleunigen oder verstärken können. Und dass wir insgesamt als Mensch darauf angewiesen sind, dass uns rücksichtsvoll begegnet wird."
„Ich finde gesellschaftliches Engagement in jeglicher Form - egal, ob Müll sammeln, jemanden beraten oder im Kindergarten - ich finde das wichtig. Das macht unsere Gesellschaft aus. Das ist auch der Ausschlag gebende Punkt für Zusammenhalt, über Grenzen zu gehen, auch persönliche Grenzen, um Menschen näher und besser kennenzulernen. Um offen zu sein, Diversität anzuerkennen, und vielleicht auch Spaß an Diversität zu finden." Meral Gründer ist als Geschäftsführung von Südwind e.V. tätig, einem Verein für soziale und interkulturelle Arbeit in Freiburg. Sie war aktiv im Migrantinnen- und Migrantenbeirat der Stadt Freiburg und im Vorstand des Landesverbandes der kommunalen Migrantenvertretungen in Baden-Württemberg. Heute engagiert sie sich ehrenamtlich als Ansprechperson in der Ombudsstelle der Landeserstaufnahmeeinrichtung Freiburg für geflüchtete Menschen. Meral wurde 1969 in Izmir in der Türkei geboren und kam als Kind nach Deutschland. Sie studierte in Konstanz und Freiburg Soziologie, Politik und Literaturwissenschaften.
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