herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell

herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell

By herIDEA - sie, engagiert, diverskulturellSociety & CultureHistory
Download on the App Store

herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell episodes

  • Behshid Najafi, welche Gesetze müssen sich ändern für Frauen in Deutschland? | MIGRACHIV herIDEA
    „agisra ist gegen Sexismus, gegen Rassismus und ich kann konkrete Arbeit machen. Ich kann einzelne Frauen unterstützen, ich kann aber auch politische Arbeit machen für alle Frauen. Wenn meine Freundinnen im Iran solche Arbeit machen, kommen sie ins Gefängnis. Und hier bekomme ich ein Gehalt und Anerkennung. Und das war toll für mich." Behshid Najafi begann vor 30 Jahren in Köln für den Verein agisra zu arbeiten. Bis heute setzt sich agisra für Migrantinnen und geflüchtete Frauen ein. Auf der politischen Ebene ist agisra auch international tätig. Vor Ort hilft der Verein konkret und unterstützt ratsuchende Migrantinnen aus der Region Köln. Behshid wurde 1956 in Isfahan im Iran geboren. Vor 35 Jahren floh sie nach Deutschland und bekam politisches Asyl. In ihrem Heimatland Iran hatte sie sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Seit Anfang 2021 ist Behshid in Rente. Heute engagiert sie sich ehrenamtlich für agisra. „Wenn wir nicht kämpfen, werden die Gesetze nicht verbessert. Die Veränderungen in einer Demokratie kommen nur durch Kämpfe zustande."
    47 min
  • Sylwia Glinka, wie hast du das Heimweh überwunden? | MIGRACHIV herIDEA

    „Ich glaube jedes Leben ist etwas Besonderes. Klar, das Leben ist kein Wunschkonzert, aber manchmal spielt es, deine Lieblingsmelodie. Und diese Lieblingsmelodie solltest du dann auch genießen." Sylwia Glinka arbeitet in der Kinderbetreuung einer Schule und engagiert sich in der katholischen Kirchengemeinde. 1971 wurde sie in Polen geboren. Ihre Jugend hat sie in einer ländlichen Gegend in Schlesien verbracht. 1993 ist Sylwia im Alter von 22 Jahren mit ihrem Ehemann nach Deutschland gezogen. „Mein Heimweh ist weg und das spielt eine große Rolle, weil wenn du Heimweh hast, dann bist du immer in der Welt der Vergangenheit und du kannst das nicht genießen und nicht leben."

    23 min
  • MAGAZIN: Eine Frau als Vorbild im Beruf – Dr. Carmen Luz Herlinghaus | herIDEA
    „Ich beklage mich nicht. Auf gar keinen Fall. Ich bin froh, dass ich meine Kinder habe, dass ich mein Beruf hatte. Das hat mir sehr viel Freude gegeben. Und jetzt versuche ich mein Rentenalter zu genießen und arbeite ein bisschen auch, weil es mir Spaß macht, und ich fühle mich auch gesundheitlich relativ gut. Ich glaube meine Lebensaufgabe habe ich erfüllt." Die Kinderärztin Dr. Carmen Luz Herlinghaus musste in ihrem Leben oft mit schwierigen Situationen zurechtkommen. 1974, im Alter von 21 Jahren, kam sie als schwangere Frau von Chile in die damalige DDR. In der kurzen Zeit der Präsidentschaft von Salvador Allende engagierte sie sich in der Bewegung für ein demokratisches Chile. Nach dem Militärputsch 1973 fürchtete sie um ihre Sicherheit dort. Angekommen in der DDR wurde ihr Hebammenstudium nicht anerkannt. Carmen Luz studierte daraufhin in Rostock Medizin und arbeitete anschließend als Kinderärztin in einer Berliner Klinik. Lebensgeschichten, wie die von Carmen Luz Herlinghaus sollen anderen Frauen Mut geben und zeigen, dass es sich lohnt für eine bessere Zukunft zu kämpfen.
    39 min
  • MAGAZIN: Leben in Deutschland als „Geduldete" | herIDEA
    „Das kann man wahrscheinlich schwer im ganzen Ausmaß nachfühlen, wenn man davon überhaupt nicht betroffen ist. Aber vielleicht schon nachvollziehen, dass es schlimm ist immer zu wissen, vielleicht bin ich noch sechs Jahre hier oder vielleicht bin ich mein ganzes Leben hier oder vielleicht nur noch bis übermorgen." Mehr als 220.000 Menschen leben mit einer Duldung in Deutschland. Damit bewegen sie sich rechtlich gesehen in einer Grauzone: Sie sind ausreisepflichtig, können aber aus diversen Gründen nicht abgeschoben werden. Ohne Aufenthaltsberechtigung müssen sie mit vielen Einschränkungen und Verboten leben. Viele bekamen ihre Duldung von ihren Eltern vererbt, obwohl sie in Deutschland aufgewachsen oder sogar geboren sind. Johanna Wintermantel engagiert sich bereits seit vielen Jahren für Menschen mit Duldungsstatus und begleitet sie auf ihrem Weg. Sie arbeitet als freie Journalistin für den freien Sender „Radio Dreyeckland" in Freiburg sowie im Freiburger Forum „Aktiv gegen Ausgrenzung" mit. Im Interview erzählt sie, was eine Duldung im Detail bedeutet, welche Entwicklungen es in den letzten Jahren gab und vor allem, wie sich ein Leben in Duldung auf die Betroffenen auswirkt. „Unglaublich viele Menschen, die ich kenne, schlucken Beruhigungsmittel und Antidepressiva und sind im psychiatrischer, mehr oder weniger guter Behandlung, weil sie eben schon traumatisiert hierher kommen. Und dann kommt diese Unsicherheit drauf und das lähmt Menschen."
    34 min
  • Beyza, nehmen uns Muslima die Kultur weg? | MIGRACHIV herIDEA

    „Niemand nimmt dir deine Kultur weg, nur weil er sagt, ich bin jetzt eine Muslima oder ein Moslem, der in Deutschland lebt. Ich verstehe nicht, was diese Sorge dahinter ist. Wenn du deine Kultur lebst, und wenn du sie genießt, dann hättest du keine Angst davor, dass irgendjemand kommt und dir diese Kultur wegnimmt." Beyza definiert sich als deutsche Muslima. An der Hochschule Magdeburg studiert sie Journalismus, weil sie findet, dass diverskulturelle junge Stimmen in den Medien dringend gebraucht werden. Beyza engagiert sich unter anderem auf ihrem Instagram-Kanal bey.talk. Sie setzt sich für Diversität in der deutschen Gesellschaft und für die Sichtbarkeit von Musliminnen ein. Geboren und aufgewachsen ist Beyza in Hamburg und sieht sich selbstverständlich als Hamburgerin. Ihr Großvater kam als Arbeitsmigrant in den 1970er Jahren aus der Türkei nach Hamburg. „Ich sehe nicht eine Nationalität, die mir zugeschrieben wird bzw. mit der ich mich identifiziere. Das ist was total anderes als mein Glaube. Mein Glaube ist was anderes als meine Kultur, und ich will halt nicht, dass das gemixt wird."

    28 min
  • MAGAZIN: Migration und psychische Gesundheit, Khola Maryam Hübsch | herIDEA

    Migrantinnen sind mit Diskriminierung und Chancenungleichheit konfrontiert, die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben können. Khola Maryam Hübsch ist Autorin und Referentin zum Thema Islam. Sie engagiert sich für den interreligiösen Dialog.

    Für Menschen mit psychischen Belastungen wünscht sie sich mehr Aufklärung und Angebote: „Davon profitieren am Ende auch Migrantinnen und Migranten, dass es ein größeres Verständnis dafür gibt, wie die Psyche des Menschen funktioniert. Wie leicht jeder ganz schnell in eine Labilität geraten kann. Und dass äußere Umstände wie Migration, Diskriminierungserfahrungen, Rassismus so etwas ganz stark beschleunigen oder verstärken können. Und dass wir insgesamt als Mensch darauf angewiesen sind, dass uns rücksichtsvoll begegnet wird."

    29 min
  • Meral Gründer, wann kommt in Deutschland das kommunale Wahlrecht für alle? | MIGRACHIV herIDEA

    „Ich finde gesellschaftliches Engagement in jeglicher Form - egal, ob Müll sammeln, jemanden beraten oder im Kindergarten - ich finde das wichtig. Das macht unsere Gesellschaft aus. Das ist auch der Ausschlag gebende Punkt für Zusammenhalt, über Grenzen zu gehen, auch persönliche Grenzen, um Menschen näher und besser kennenzulernen. Um offen zu sein, Diversität anzuerkennen, und vielleicht auch Spaß an Diversität zu finden." Meral Gründer ist als Geschäftsführung von Südwind e.V. tätig, einem Verein für soziale und interkulturelle Arbeit in Freiburg. Sie war aktiv im Migrantinnen- und Migrantenbeirat der Stadt Freiburg und im Vorstand des Landesverbandes der kommunalen Migrantenvertretungen in Baden-Württemberg. Heute engagiert sie sich ehrenamtlich als Ansprechperson in der Ombudsstelle der Landeserstaufnahmeeinrichtung Freiburg für geflüchtete Menschen. Meral wurde 1969 in Izmir in der Türkei geboren und kam als Kind nach Deutschland. Sie studierte in Konstanz und Freiburg Soziologie, Politik und Literaturwissenschaften.

    18 min
  • Valéria da Silva Fekete, was muss sich verändern in Deutschland für Schwarze Menschen? | MIGRACHIV herIDEA
    „Wir werden doppelt diskriminiert: als Migrantinnen, als Frauen, und wenn es eine Migrantin ist mit dunkler Haut, also eine schwarze Migrantin ist, dann ist es schon doppelt. Dann als Frau noch dreifach." Valéria da Silvia Fekete engagiert sich politisch für die Rechte von Migrantinnen und Migrantinnen. Mit Bildungsarbeit kämpft sie gegen Rassismus und Diskriminierung. Valéria lebt seit 1999 in Deutschland. In ihrer brasilianischen Heimatstadt Rio de Janeiro hat sie lange Zeit als Journalistin und in der Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. In Deutschland ist sie aktiv in zahlreichen Projekten, wie den Vereinen Wahlkreis 100%, Zeugen der Flucht oder zusammen leben. Bei DaMigra, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen, hat Valéria von 2017 bis 2019 als Projektkoordinatorin im Projekt MUT-Macherinnen gearbeitet. „Für mich steht Respekt an oberster Stelle. Weil, wenn es Respekt gibt, dann kann alles geben. Dann funktioniert alles. Ich würde vielleicht in Respekt zusammenfassen, was wir erwarten, oder was ich erwarte."
    32 min
  • Silvia Alvarado, lebst du das Beste aus beiden Welten? | MIGRACHIV herIDEA
    „Meine Freunde sagen: Du musst immer was machen. Und ja. Das hat Vorteile und Nachteile, aber ich glaube, es hat mich in vielen Situationen gerettet. Die Projekte haben mir eine Perspektive gegeben, Freude, Energie, Lust und Verbindungen mit verschiedenen Orten." Silvia Alvarado war Mitte 30, als sie 1997 von Mexiko nach Deutschland zog. In Mexiko hatte sie in verschiedenen Regionen als Ethnologin und Journalistin gearbeitet. Mitte der 1990er Jahre begann sie für die Region Chiapas aktiv zu werden. Als Freiwillige unterstützten sie und ihr deutscher Mann dort die zapatistische Autonomiebewegung der Indigenen. In Deutschland hat Silvia Alvarado freiberuflich gearbeitet, vor allem als Theater- und Medienpädagogin, wo sie Projekte für und mit Kindern und Jugendlichen entwickelte. Berufsbegleitend hat sie sich in Deutschland weiter qualifiziert und ein medienpädagogisches Studium und einen Ausbildungsweg zur Theatertherapeutin gemacht. In Freiburg engagierte sie sich beim freien Sender Radio Dreyeckland, in dem internationalen Kooperationsprojekt „InterKonneXiones (IKX) – Frauen schaffen Freiräume der Kommunikation" einem Frauennetzwerk aus aller Welt. Für sich selbst hat Silvia Alvarado 2020 entschieden, wieder in Mexiko zu leben. Während sie in Deutschland fast nur freiberuflich oder in unbezahlten Projekten arbeitete, hat sie dort nun eine feste Stelle in einem Weiterbildungsprojekt für Grundschullehrer:innen.
    29 min
  • MAGAZIN: Migration und Psychische Gesundheit - Interview mit Ergotherapeutin Verónica Köhler | herIDEA
    „Migration bedeutet, dass ich einen anderen kulturellen Hintergrund habe, den ich nicht verleugnen muss, um zu sein. Weil, das ist auch eine ganz schwierige Frage der psychischen Gesundheit. Was ist meine Identität?" Migration ist ein Thema, das Betroffene stark belasten kann. Besonders Menschen, die auf Grund eines Konfliktes ihr Heimatland verlassen mussten, leiden nach Ankunft im Aufnahmeland oft seelisch. Sei es durch sprachliche Barrieren, unzugängliche Bürokratie, fehlende oder unsichtbare Hilfseinrichtungen oder Vorurteile und Rassismus in der aufnehmenden Gesellschaft. Wie können wir Migrantinnen helfen, diese psychische Last zu erleichtern? Wir sprechen mit Verónica Köhler. Sie ist Ergotherapeutin in Freiburg und musste selbst als Jugendliche ihr Heimatland Chile auf Grund eines Militärputsches verlassen. Privat wie beruflich hat sie viele Berührungspunkte mit dem Thema psychische Gesundheit und Migration und setzt sich für mehr unterstützende Angebote für Migrantinnen ein. „Es gibt Frauenhäuser, es gibt Frauenberatungsstellen, es gibt vieles, aber es müsste deutlicher werden. Sichtbarer werden. Wie oft ist ein Produkt, das verkauft wird oder eine Kampagne in den Litfaßsäulen? Aber dass Migrantinnen auch eine Hilfe bekommen könnten, ist nirgends zu sehen."
    24 min

About herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell

From the publisher's feed

IDEA ist ein Oral History-Projekt von und mit gesellschaftlich engagierten Frauen mit internationaler Geschichte. Sie setzen sich ein für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit.