herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell

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By herIDEA - sie, engagiert, diverskulturellSociety & CultureHistory
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herIDEA - sie, engagiert, diverskulturell episodes

  • Sarah, wie erreichen wir interkulturelles Zusammenleben? | MIGRACHIV herIDEA
    „Es geht um uns Menschen, es geht nicht um diesen Glauben. Es geht um diese Fatima, die gerade hier sitzt oder um die Aishe, die gerade dort hier sitzt. Und nicht, was Urururgroßeltern von Aishe gemacht hat. Das ist unwichtig. Aber die Aishe hat sehr schwere Zeit gehabt, nur die Fatima hat eben eben auch schwere Zeiten hinter sich. Und darüber hinaus zu gehen um sich zu umarmen, das ist manchmal eine Herausforderung und sehr sehr gut darüber zu reden." Sarah ist vereidigte Dolmetscherin. Sie ist Mitbegründerin eines Vereins, der Nothilfeprojekte in Afghanistan durchgeführt hat. In Freiburg gründete Sarah einen internationalen Frauentreff, einen Ort für Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte. Sarah ist Mutter von drei Töchtern. Über die Jahre nahm sie insgesamt vier jugendliche Geflüchtete bei sich auf – bis sie alt genug waren, um ihr eigenes Leben zu führen. Sarah wurde 1962 in Kabul in Afghanistan geboren.
    23 min
  • Deolinda Calheiros, was hast du verändert als Betriebsrätin? | MIGRACHIV herIDEA
    „Wenn ich was machen kann, mach ich's. Wenn ich etwas nicht machen kann, dann kann ich es halt nicht. Aber ihr könnt sicher sein, wenn ich es nicht kann, dann kann man es wirklich nicht. Denn ich nehme das Problem auseinander, bis es fertig ist." Deolinda Calheiros ist 19 Jahre alt, als sie in den 1970er Jahren Betriebsrätin wird. Damals ist sie erst kurz in der Freiburger Garnfabrik Mez angestellt. 33 Jahre wird Deolinda in dieser Firma bleiben. In dieser Zeit erlebt sie den Niedergang in der deutschen Textilindustrie. Als in den 1990er Jahren die Fabriken der Mez nach und nach schließen, verhandelt sie mit der Firmenleitung die Sozialpläne für die Belegschaft. 2002, nach ihrer Zeit bei der Mez wird Deolinda in den Ausländerbeirat der Stadt Freiburg gewählt. In ihrem Amt engagiert sie sich sehr konkret und unterstützt viele Migrantinnen und Migranten in Notlagen. Noch heute als Renterin ist Deolinda als Beraterin aktiv. Sie hilft Landsleuten aus Portugal und Migrant:innen aus der ganzen Welt. Deolinda stammt aus Barcelos, im Norden von Portugal. Ihr Vater ging als Gastarbeiter in den 1960er Jahren zunächst alleine nach Deutschland. Als erster zieht Deolindas Bruder dem Vater hinterher. Er flieht davor, mit 18 als Soldat in den Unabhängigkeitskrieg der Kolonie Angola gezogen zu werden. Es ist die Zeit der faschistischen Militärdiktatur in Portugal. 1966 geht auch die 14jährige Deolinda nach Freiburg.
    33 min
  • Clara Kecskeméthy, wo findest du Heimat zwischen drei Kulturen? | MIGRACHIV herIDEA
    „Ich habe drei Kulturen: die Ungarische, die Deutsche und die Peruanische. Und kein wirklich originäres Herkunftsland. Wo gehöre ich hin? Das fällt mir sehr schwer zu beantworten. Auch in meinen Träumen, in meinem Sprechen, wandele ich immer zwischen den Kulturen." Clara Kecskeméthy kam 1972 aus Peru zum Studieren nach Deutschland. Direkt nach der Schule, mit 18 Jahren. Sie lebt seit 30 Jahren in der Region Freiburg. Hier ist Clara sehr aktiv, zum Beispiel im Verein Omas gegen Rechts und in einem Helfer:innenkreis für Geflüchtete. Engagiert ist Clara Kecskeméthy schon in ihren ersten Jahren in Deutschland. In Berlin ist sie aktiv in einem von Eltern organisierten Kinderladen. Außerdem unterstützt Clara andere Mütter ohne deutschen Pass, vor allem bei Schwierigkeiten auf der Ausländerbehörde. Claras Eltern sind in den 1940er Jahren aus Europa nach Peru geflohen. Deutsch war für Clara ihre zweite Muttersprache und sie hat in Lima ein deutsches Abitur gemacht. Das öffnet ihr die Türen für eine Ausbildung in Deutschland. Sie studiert Architektur, anfangs in Wien, dann in West-Berlin. Als Architektin arbeitet sie in Berlin an der Uni, und später dann selbstständig. Mit ihrem zweiten Mann zieht Clara 1990 nach Freiburg. Hier orientiert sie sich auch beruflich neu. Sie spezialisiert sich auf Bildungs- und Berufsberatung für Migrantinnen. „Ja, man schluckt. Wir schlucken zu viel. Öffnet euch, sagt, sprecht, sucht euch gute Unterstützung im Freundeskreis. Und wenn das nicht geht, dann auch wirklich professionelle Hilfe. Das ist mein Tipp. Und seid stolz darauf, wer ihr seid."
    26 min
  • Mahshid Najafi, wieso müssen wir für Demokratie kämpfen? | MIGRACHIV herIDEA
    „Wenn ich ein Phänomen, ein Element, ein gesellschaftliches Geschehen verstehen will, soll ich mit Menschen kommunizieren. Weil jeder hat einen ganz anderen Blick, auf das, was da ist. Du kannst das nicht alles sehen. Und das ist für mich sehr, sehr wichtig. Ich glaube, je mehr ich mit Menschen spreche, desto mehr Austausch stattfindet auf verschiedenen Ebenen und Kulturen, versuche ich die andere Seite zu verstehen. Dann sag ich: Mahshid, du bist schön gewachsen." Mahshid Najafi lebt seit über 30 Jahren in Offenbach. Hier war und ist sie vielfältig engagiert: als Betriebsrätin, Ausländerbeirätin und Abgeordnete im Stadtparlament sowie in vielen diverskulturellen Projekten und antirassistischen Netzwerken. Mahshid kam 1985 nach Deutschland. Sie musste den Iran verlassen, weil sie und ihr Mann dort politisch verfolgt wurden. Mahshid ist in der iranischen Stadt Isfahan aufgewachsen. Anfang der 1970er Jahre erlaubt der Vater seiner ältesten Tochter, als nicht Verheiratete fern der Familie zu leben. Sie ist die erste Frau in ihrer Familie, die diese Möglichkeit hat. An der Universität Teheran macht Mahshid ihren Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. 1973 geht sie mit ihrer jüngeren Schwester Behshid in die USA. In Los Angeles macht Mahshid an der Uni ihren Master in Pädagogik. Dort entdeckt sie auch die Politik. Sie wird aktiv in einer linken, iranischen Exilorganisation. Als im Iran der politische Umbruch beginnt, geht sie 1978 dorthin zurück. Kurz darauf beginnt die Revolution gegen das Schah Regime im Iran. Auch unter Chomeini ist Mahshid bald auf der Seite der Opposition und muss schließlich aus dem Iran fliehen.
    33 min
  • Czarina Wilpert, wie hast du Veränderung bewirkt? | MIGRACHIV herIDEA
    „Wir müssen sehr viel mehr in der Gesellschaft machen. Forschung allein reicht nicht, wenn wir nicht versuchen, was zu ändern. Es geht nicht automatisch von politischen Parteien aus, es geht nicht automatisch von Regierungen aus. Die machen nur, wo Druck ausgeübt wird, und das heißt, man muss mindestens ein Beispiel aufbauen." Czarina Wilpert forschte über ein halbes Jahrhundert lang zu Migration, kultureller Identität und Frauen. Sie koordinierte und leitete zahlreiche Projekte. 1938 wird Czarina in Los Angeles als Tochter eines Mexikaners und einer Europäerin geboren. In den 1960er Jahren heiratet sie einen Deutschen und migriert nach Deutschland. Dort vertieft sie ihr Soziologiestudium und promoviert. Für ihre Arbeit bekommt sie internationale Anerkennung, 2017 wird ihr der Bundesverdienstorden verliehen. Bereits 2006 wird Czarina mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet, und 2012 mit dem Berliner Verdienstorden.
    39 min
  • Magda Agudelo, wie werden deutsche Bühnen diverser? | MIGRACHIV herIDEA
    „Es muss immer etwas gespielt werden, das mit meiner Herkunft zu tun hat. Nicht andere Themen, die wirklich mit dieser Gesellschaft zu tun haben. Also ich habe auch einmal eine Drogenhändlerin gespielt, weil ich aus Kolumbien komme. Verstehst du? Also ein höheres Klischee kann es nicht geben. Irgendwann muss ich für mich selber entscheiden: Diese Rollen will ich nicht mehr spielen. Ich will auch nicht mehr meine eigene Migrationsgeschichte auf die Bühne erzählen." Magda Agudelo engagiert sich für mehr Diversität und Internationalität in der Kultur. Sie will eine größere Sichtbarkeit von Migrantinnen auf der Theater-Bühne und dahinter. Magda ist in vielen Vereinen aktiv und eine starke Netzwerkerin. Mit anderen Schauspielerinnen hat Magda vor kurzem den Verein La Fuchsia Kollektiva e.V. gegründet. Ganz konkret setzt sie sich für die Chancengleichheit von Künstlerinnen und Künstlern mit internationaler Geschichte ein. Sie engagiert sich als Beraterin in allen beruflichen Fragen. Magda Agudelo ist 1976 in Kolumbien geboren und studierte Szenische Künste an der Universidad Distrital Bogotá. 2004 kam sie zum ersten Mal nach Deutschland. Sie kam für ein Theaterprojekt, zu dem sie als Schauspielerin eingeladen wurde. „Meine Kunst ist wie eine Metaebene der gesellschaftlichen Engagement. Sie soll auch unterhalten, aber was ich erreichen will, ist letztendlich die Gesellschaft zu verändern. Das gehört zu meiner Kunst. Also meine Kunst existiert nicht ohne dieses soziale, gesellschaftliche Engagement."
    38 min
  • Thi My-Hanh Nguyen, wieso musst du doppelt kämpfen? | MIGRACHIV herIDEA
    „Ich hab noch nie gesagt, ich bin Deutsche. Noch nie habe ich das gesagt, weil ich glaube, die Gesellschaft guckt mich als Vietnamesin an. Und dadurch ist es auch überflüssig, wenn ich sage, ich bin Deutsche. Ob ich sage oder nicht sage, die müssen wissen, werde ich kämpfen. Für Vietnam tun bin ich Vietnamesin, aber zu kämpfen bin Deutsche." Thi My-Hanh kommt 1971 aus Vietnam nach Deutschland. Sie studiert in Aachen und macht dort ihr Diplom als Ingenieurin für Chemie. Danach arbeitet sie erst einmal in der Industrie. Sie heiratet, bekommt ein Kind und ist die Hauptverdienerin der Familie. 1982 trennt sich My-Hanh und zieht mit ihrem Sohn nach Bochum. Beruflich spezialisiert sie sich nun auf Umweltfragen und arbeitet als Beraterin und Bildungsexpertin. Von Anfang an ist My-Hanh in Deutschland engagiert. In Aachen macht sie viel für die Community der Studierenden aus Vietnam. Sie organisiert große gemeinsame Feste und gegenseitige Hilfe. In Bochum unterstützt My-Hanh ab 1982 geflüchtete Menschen aus Vietnam. Sie hilft ihnen im Alltag, ist mit Rat und Wissen an ihrer Seite. Und ist dabei berufstätige Mutter. 1994 gründet My-Hanh in Bochum die Vietnamesische Interkulturelle Fraueninitiative ViFi. 1994 endete mit US Präsident Clinton das fast 20 Jahre dauernde Embargo des Westens gegen Vietnam. Nun erst wird es möglich, soziale und wirtschaftliche Hilfen für Vietnam von Deutschland aus zu organisieren.
    39 min
  • Lúcia Rolim-Schulz, wie förderst du Frauen mit Migrationsgeschichte? | MIGRACHIV herIDEA
    „Wie kann ein Land, das reich ist, nicht genug Tagesstätten haben, dass die Frauen für sich selber entscheiden können? Möchte ich zuhause bleiben, auf mein Kind aufpassen, drei oder vier Jahre und nachher zurück in meinen Beruf? Oder muss ich meine Kinder in einer Tagesstätte lassen, von Montag bis Freitag, vier Stunden oder sechs? Das heißt, die Frauen haben nicht viel Wahl. Und das war ein Schock für mich." Lúcia Rolim-Schulz engagiert sich für die Rechte von Frauen, insbesondere von Migrantinnen. Sie gründete unter anderem den Verein Imbradiva e.V. und ist langjähriges Mitglied des Migrantinnen- und Migrantenbeirats der Stadt Freiburg. Lúcia kam 1990 für ein Studienstipendium nach Europa. In Brasilien machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte anschließend Theologie. Die Armut in Brasilien war Ausgangspunkt ihres sozialen Engagements.
    32 min
  • Valentina, how do you experience culture shock? | MAGAZIN herIDEA
    „I remember, when I first stepped into the airport, I felt very happy. I feel like I was in another world. In that moment, I felt very strong and I felt, that I was ready to start my new life." Valentina is 21 years old and studies International Business Management at Furtwangen University at the Villingen-Schwenningen Campus. In 2021, Valentina came from Argentina to Germany together with her sister and her mother. Her father is still in Argentina and will also come to Germany if the family succeeds in the adjustment process. In the process of getting to know a new culture, the so-called culture shock often occurs. When a person moves from a familiar environment to a completely foreign culture, it often leads to feelings of fear, loneliness and uncertainty. Culture shock has two faces: One is the new country, the new culture. On the other hand, the home country, the culture left behind. „I knew, that changing your culture is like escaping of your comfort zone, and try to adapt to a new culture. I knew, that it was going to be difficult, yes, absolutely, but yes, I tried to make new friends, to connect with people from the first time, even when sometimes I feel, that I am not able or I can't."
    20 min
  • Amina Said, why do you want to become an activist for gender and diversity? | MIGRACHIV herIDEA
    „I think, that's where we start victim blaming. Like the victim here would be yourself, or myself, and you would start thinking: ,Oh maybe, if I go out that late, someone will harass me.' I try to break from that. I used to have that a lot back home, like I shouldn't go out at a certain time. But I don't think, it matters at all. I think, that could happen, even in daylight." Amina Said was 18, when the Tunisian Revolution of 2011 and the Arab Spring began. Then, Amina was part of the protest movement against the authoritarian regime. There, as a student, she also was involved in university politics back in Tunisia. Amina Said graduated in Tunisia as Bachelor of Computer Science. When she came to Germany in 2016, she started working as an AuPair for one year. After that, Amina did a voluntary social year, which is called Freiwilligendienst in Germany. Now, she studies Gender and Diversity. To finance her studies, she works as a social media content moderator in an outsourcing company. Amina is particularly interested in affairs of Gender Violence. She describes herself as a feminist. „I hope, there will be more harmony between people, and just be accepting of each other. Like from any side, from every side. I just hope that, regardless of differences."
    18 min

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IDEA ist ein Oral History-Projekt von und mit gesellschaftlich engagierten Frauen mit internationaler Geschichte. Sie setzen sich ein für mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit.