Seit fast 70 Jahren gibt es die NATO. Seit 1955 ist die Bundesrepublik mit dabei. In der Zeit haben sich zwar vielleicht Sinn und Ausrichtung des Bündnisses geändert - anfangs war es der Kalte Krieg - mittlerweile geht es mehr und mehr um Schutz vor Terrorismus als nur vor feindlichen Staaten. Und nicht immer hat das Vorgehen der NATO weltweit nur Freunde gefunden. Dennoch gilt das Militärbündnis als einer der wichtigen Pfeiler der bestehenden Weltordnung. Dieser Pfeiler scheint zumindest in Gefahr, dass er ins Wanken gerät, vielleicht sogar stürzt. Und zwar nicht, weil die NATO von außen bedroht würde, sondern weil sich ihre Mitglieder in wichtigen Fragen nicht mehr grün sind. Beim Gipfel in Brüssel gestern und heute hat es deshalb gewaltig gerumst. US-Präsident Donald Trump will erreichen, dass die 28 anderen Mitgliedstaaten mehr für die gemeinsame Verteidigung ausgeben und hat mit einem Alleingang gedroht. Ein Gespräch mit Harald Kujat, Generalinspekteur der Bundeswehr a. D. und ehemals Vorisztender des NATO-Militärausschusses.