Heute vor 60 Jahren - am 20. Dezember 1963 - begann vor den Augen der Weltöffentlichkeit im Römer der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess, er dauerte anderthalb Jahre. Bei den Gerichtsverfahren wurden 22 Menschen wegen Mordes angeklagt. Bis zum großen Prozessbeginn dauerte es mehr als 18 Jahre: Dass es dazu kam, lag am Engagement Einzelner - vor allem des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, der selbst ein KZ-Überlebender war. Die juristische Aufarbeitung lief mehr als schleppend und ist bis heute nicht abgeschlossen: Bis in die Gegenwart gibt es Prozesse gegen Beteiligte, die beim Massenmord in den Konzentrationslagern halfen.
Wir sprechen mit Prof. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, und Prof. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts und Historikerin, über die heutige Bewertung der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Außerdem gehen wir der Frage nach, welche Lehren sich aus den letzten Prozessen für Gegenwart und Zukunft ziehen lassen.