Er ist der Philosoph unter den Päpsten, ein Meister des geschliffenen Wortes, dem es gelungen ist, Glaube und Verstand miteinander zu versöhnen: Benedikt XVI. – der Deutsche Joseph Ratzinger, der Vorgänger von Papst Franziskus. Seit seinem Rückzug aus der Verantwortung ist es ruhig geworden um den Papst aus Bayern, der sich bewusst zurückhält mit öffentlichen Äußerungen. Bei vielen ist dadurch so ein bisschen der Eindruck entstanden, Benedikt XVI. sei nur ein Übergangspapst gewesen - zwischen Johannes Paul II., der Weltgeschichte geschrieben hat, und Franziskus, der aktuell als unbequemer Modernisierer auftritt. Dabei ist die Programmatik dieser beiden Päpste aufs Engste verknüpft mit dem Denken und Handeln von Benedikt XVI.