"Wir müssen reden", heißt es allenthalben nach den Ereignissen in Chemnitz in Sachsen. Und zwar nicht nur über Chemnitz, sondern ganz allgemein darüber, wie wir in einer Gesellschaft miteinander reden wollen, die zunehmend vielfältiger wird.
Aber das scheint leichter gesagt, als getan. "Wir sind das Volk!" rufen die einen. "Wir sind mehr!" die anderen. "Wir sind Deutsche, werden aber nicht als solche anerkannt," wiederum viele Menschen mit Migrationshintergrund. Wer ist überhaupt dieses "wir"?
Und ist die Gesellschaft wirklich so gespalten, wie viele glauben, oder es nicht vielmehr ein Anzeichen dafür, dass wir mit der Integration insgesamt ganz gut vorankommen, wenn es häufiger mal Streit gibt? Das ist es, sagt zum Beispiel der Integrationsforscher und Leiter der Integrationsabteilung im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen, Aladin El-Mafaalani.