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In dieser Episode sprechen wir über eine Erkrankung, die in der Pferdemedizin diagnostisch anspruchsvoll ist und für Pferdebesitzerinnen und -besitzer häufig mit vielen Fragezeichen beginnt: IBD – Inflammatory Bowel Disease beim Pferd.
Professor Karsten Feige, Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Ehrenpräsident der Gesellschaft für Pferdemedizin, sowie Dr. Anne Grob, die seit Jahren schwerpunktmäßig zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Pferd arbeitet, ordnen gemeinsam ein, warum IBD ein Sammelbegriff ist, welche Symptome (z. B. Gewichtsverlust trotz guter Fütterung, rezidivierende Kolik, Durchfall, Leistungsabfall) typisch sein können und weshalb die Diagnose oft erst nach Ausschluss anderer Ursachen gestellt wird.
Außerdem geht es um die wichtigsten Bausteine der Diagnostik – von Labor und Ultraschall bis zu Biopsien und Absorptionstests – sowie um Therapie und Management: Welche Rolle spielen Fütterung, Haltung und Immunsuppression (u. a. Cortison) und was können Betroffene realistisch erwarten? Eine Folge für alle, die IBD besser verstehen und frühzeitig richtig einordnen möchten.
Was ist IBD beim Pferd?
Typische Warnsignale und wann man an IBD denken sollte
Gewichtsverlust trotz guter Futteraufnahme und hochwertigem Futter
Wiederkehrende Kolik-/Aufgasungsepisoden
Lethargie, Apathie, reduziertes Allgemeinbefinden
(Phasenweiser) Durchfall
Ödeme als mögliches Spätzeichen (u. a. durch Proteinverlust) – wichtig: hat auch viele andere Ursachen
Formen/Untergruppen (histologisch differenzierbar)
Granulomatöse Enteritis
Lymphoplasmazelluläre Enteritis
Eosinophile Enteritis/Colitis sowie Sonderformen (u. a. fokale Varianten, teils multisystemisch)
Ursachen und Risikofaktoren – was man weiß und was nicht
Kein einzelner Auslöser; wahrscheinlich multifaktoriell
Dysregulation des Immunsystems im Darm (fehlende Toleranz gegenüber normaler Darmflora/Nahrungsbestandteilen)
Parasiten und Futtermittel-/Unverträglichkeitskomponenten als mögliche Mitfaktoren
Allergiediagnostik beim Pferd: begrenzt, häufig nur über Ausschluss/Diätversuche
Diagnostik: Warum es kein „einen Test“ gibt
Klinische Beurteilung (Kondition, Haarkleid, Fressverhalten, Kot)
Labor (Gesamtprotein/Albumin, Blutbild/Differenzialblutbild, Leber-/Nierenwerte)
Ultraschall Abdomen (u. a. Darmwandverdickung als Hinweis)
Gastroskopie (auch wegen möglicher Begleiterkrankungen)
Biopsien (Duodenum via Gastroskopie oder Rektumschleimhaut; ggf. intraoperativ) als wichtigste Absicherung
Xylose-Absorptionstest zur Beurteilung von Malabsorption
Kostenrahmen (Orientierung)
Therapie: Zwei Säulen plus Begleitmaßnahmen
Fütterungs-/Haltungsmanagement (hochwertiges, schmackhaftes Heu; möglichst wenige Futtermittel-Komponenten; energiereiche, gut verträgliche Zusätze; gezielte Proteinergänzung; Öle; Mikronährstoffe im Blick)
Medikamentöse Immunmodulation: Glukokortikoide (Cortison) als First-Line, bei schweren Fällen initial i.v. (z. B. Dexamethason) und anschließend oral mit Ausschleichen
Behandlung möglicher Trigger/Komorbiditäten (z. B. Parasitenmanagement)
Prognose und Verlauf
Chronische Erkrankung, in der Regel nicht „heilbar“, aber häufig managbar
Verlauf oft schubweise mit guten und schlechten Phasen
Prognose insgesamt vorsichtig bis eher ungünstig; eosinophile und fokale Formen teils besser
Therapieansprechen in der Initialphase ist entscheidend für die Einschätzung
Forschung & Probiotika
Hinweis/Anzeige:
By Gesellschaft für Pferdemedizin, Prof. Karsten Feige, Ina Tenz5
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In dieser Episode sprechen wir über eine Erkrankung, die in der Pferdemedizin diagnostisch anspruchsvoll ist und für Pferdebesitzerinnen und -besitzer häufig mit vielen Fragezeichen beginnt: IBD – Inflammatory Bowel Disease beim Pferd.
Professor Karsten Feige, Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Ehrenpräsident der Gesellschaft für Pferdemedizin, sowie Dr. Anne Grob, die seit Jahren schwerpunktmäßig zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Pferd arbeitet, ordnen gemeinsam ein, warum IBD ein Sammelbegriff ist, welche Symptome (z. B. Gewichtsverlust trotz guter Fütterung, rezidivierende Kolik, Durchfall, Leistungsabfall) typisch sein können und weshalb die Diagnose oft erst nach Ausschluss anderer Ursachen gestellt wird.
Außerdem geht es um die wichtigsten Bausteine der Diagnostik – von Labor und Ultraschall bis zu Biopsien und Absorptionstests – sowie um Therapie und Management: Welche Rolle spielen Fütterung, Haltung und Immunsuppression (u. a. Cortison) und was können Betroffene realistisch erwarten? Eine Folge für alle, die IBD besser verstehen und frühzeitig richtig einordnen möchten.
Was ist IBD beim Pferd?
Typische Warnsignale und wann man an IBD denken sollte
Gewichtsverlust trotz guter Futteraufnahme und hochwertigem Futter
Wiederkehrende Kolik-/Aufgasungsepisoden
Lethargie, Apathie, reduziertes Allgemeinbefinden
(Phasenweiser) Durchfall
Ödeme als mögliches Spätzeichen (u. a. durch Proteinverlust) – wichtig: hat auch viele andere Ursachen
Formen/Untergruppen (histologisch differenzierbar)
Granulomatöse Enteritis
Lymphoplasmazelluläre Enteritis
Eosinophile Enteritis/Colitis sowie Sonderformen (u. a. fokale Varianten, teils multisystemisch)
Ursachen und Risikofaktoren – was man weiß und was nicht
Kein einzelner Auslöser; wahrscheinlich multifaktoriell
Dysregulation des Immunsystems im Darm (fehlende Toleranz gegenüber normaler Darmflora/Nahrungsbestandteilen)
Parasiten und Futtermittel-/Unverträglichkeitskomponenten als mögliche Mitfaktoren
Allergiediagnostik beim Pferd: begrenzt, häufig nur über Ausschluss/Diätversuche
Diagnostik: Warum es kein „einen Test“ gibt
Klinische Beurteilung (Kondition, Haarkleid, Fressverhalten, Kot)
Labor (Gesamtprotein/Albumin, Blutbild/Differenzialblutbild, Leber-/Nierenwerte)
Ultraschall Abdomen (u. a. Darmwandverdickung als Hinweis)
Gastroskopie (auch wegen möglicher Begleiterkrankungen)
Biopsien (Duodenum via Gastroskopie oder Rektumschleimhaut; ggf. intraoperativ) als wichtigste Absicherung
Xylose-Absorptionstest zur Beurteilung von Malabsorption
Kostenrahmen (Orientierung)
Therapie: Zwei Säulen plus Begleitmaßnahmen
Fütterungs-/Haltungsmanagement (hochwertiges, schmackhaftes Heu; möglichst wenige Futtermittel-Komponenten; energiereiche, gut verträgliche Zusätze; gezielte Proteinergänzung; Öle; Mikronährstoffe im Blick)
Medikamentöse Immunmodulation: Glukokortikoide (Cortison) als First-Line, bei schweren Fällen initial i.v. (z. B. Dexamethason) und anschließend oral mit Ausschleichen
Behandlung möglicher Trigger/Komorbiditäten (z. B. Parasitenmanagement)
Prognose und Verlauf
Chronische Erkrankung, in der Regel nicht „heilbar“, aber häufig managbar
Verlauf oft schubweise mit guten und schlechten Phasen
Prognose insgesamt vorsichtig bis eher ungünstig; eosinophile und fokale Formen teils besser
Therapieansprechen in der Initialphase ist entscheidend für die Einschätzung
Forschung & Probiotika
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