Pferdemedizin heute

Pferdemedizin heute

By Gesellschaft für Pferdemedizin, Prof. Karsten Feige, Ina TenzScienceLeisureKids & FamilyPets & Animals
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Pferdemedizin heute episodes

  • Borreliose
    Unterschätzte Gefahr oder überdiagnostizierte Erkrankung?

    Borreliose ist in der Pferdewelt ein viel diskutiertes Krankheitsbild. Dabei beginnt die Schwierigkeit schon bei der Diagnose: Borrelien können sehr unterschiedliche und unspezifische Symptome verursachen – gleichzeitig sind klinische Erkrankungen beim Pferd vergleichsweise selten. Ein positiver Antikörpertest zeigt zunächst lediglich, dass das Pferd irgendwann Kontakt mit dem Erreger hatte. Er beweist weder eine aktuelle Infektion noch, dass bestehende Beschwerden tatsächlich durch Borrelien verursacht werden.

    In dieser Folge erklären Professor Karsten Feige und Dr. Frederik Heun von der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wie Borrelien durch Zecken übertragen werden und warum der Faktor Zeit dabei eine entscheidende Rolle spielt. Sitzt eine Zecke weniger als zwölf Stunden am Pferd, gilt eine Übertragung nach den Erläuterungen im Gespräch als sehr unwahrscheinlich; zwischen 16 und 24 Stunden steigt die Übertragungswahrscheinlichkeit. Der Grund dafür liegt in einem faszinierenden Mechanismus: Erst während der Blutmahlzeit wandern die Borrelien aus dem Darm der Zecke in deren Speicheldrüse und verändern dabei ihre Oberflächenstruktur.

    Ausführlich geht es um die schwierige Diagnostik der Borreliose. Welche Aussagekraft haben Antikörpertests? Was verraten unterschiedliche Oberflächenantigene über den Zeitpunkt einer Infektion? Und warum müssen zunächst andere, wahrscheinlichere Ursachen für Lahmheiten, Leistungsabfall oder neurologische Symptome ausgeschlossen werden? Die Experten erklären das „Vier-Säulen-Modell“ der Diagnostik und zeigen, weshalb ein Laborbefund niemals isoliert betrachtet werden sollte.

    Auch der Einsatz von Antibiotika wird kritisch beleuchtet. Behandelt werden sollte nicht allein aufgrund eines positiven Antikörpertests, sondern bei einer nachgewiesenen Erkrankung oder einem entsprechend erhärteten klinischen Verdacht. Unnötige Antibiotikagaben können Nebenwirkungen verursachen und die Entstehung von Resistenzen fördern.

    Außerdem richtet die Folge den Blick auf andere durch Zecken übertragene Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem Anaplasmose, FSME und Piroplasmose. Gerade die Anaplasmose wird bei Pferden regelmäßig beobachtet und kann unter anderem hohes Fieber, Ödeme an den Gliedmaßen und punktförmige Einblutungen hervorrufen. Die Experten berichten zudem, dass sich Vektoren und die von ihnen übertragenen Erkrankungen zunehmend weiter nach Norden ausbreiten.

    Und schließlich geht es um die Frage, was Pferdehalter selbst tun können. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist erstaunlich einfach: Zecken regelmäßig suchen und möglichst früh entfernen. Auch Repellentien und die Möglichkeiten einer Impfung werden eingeordnet.

    Eine Folge über ein Krankheitsbild, bei dem vor allem eines wichtig ist: Borrelienkontakt, Infektion und tatsächliche Borreliose sind nicht dasselbe. Und genau diese Unterscheidung kann Pferde vor unnötiger Behandlung schützen und helfen, die wirkliche Ursache ihrer Beschwerden zu finden.

    37 min
  • MFM /MIM
    Wie sich die Muskelerkrankung von PSSM 2 unterscheidet

    Leistungsschwäche, Taktfehler, diffuse Lahmheiten oder ein Pferd, das plötzlich nicht mehr richtig vorwärts möchte – steckt dahinter wirklich eine Muskelerkrankung? Rund um MFM kursieren derzeit viele Vermutungen, Gentests und Halbwahrheiten. Doch was ist wissenschaftlich tatsächlich belegt? In dieser Folge sprechen wir mit Professor Karsten Feige und der Internistin Dr. Lia Meiseberg über die myofibrilläre Myopathie (MFM), ihre Symptome, die richtige Diagnostik und darüber, warum eine gesicherte Diagnose oft deutlich komplexer ist, als viele glauben.

    Sie erklären, warum MFM nicht mit PSSM I oder PSSM II gleichgesetzt werden darf, weshalb frei verfügbare Gentests derzeit keine verlässliche Diagnose ermöglichen und warum eine Muskelbiopsie nach wie vor der Goldstandard ist.

    Außerdem in dieser Folge:

    • welche Symptome typisch für MFM sind,
    • warum vor allem Sportpferde auffällig werden,
    • wie die Diagnostik Schritt für Schritt erfolgt,
    • welche Rolle Haltung, Training und Fütterung spielen,
    • warum sich die Therapie deutlich von PSSM unterscheidet,
    • welche Fragen die Forschung noch beantworten muss.
    • Eine Folge für alle Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer, Trainer und Tierärzte, die verstehen möchten, was tatsächlich hinter der Diagnose MFM steckt – wissenschaftlich fundiert, verständlich erklärt und frei von Mythen.

      35 min
    • Shivering
      Ursachen, Behandlungsmethoden und Management

      Shivering beim Pferd wirkt oft irritierend: Die Hinterhand zittert, das Pferd hebt das Bein ungewöhnlich an oder hat Probleme beim Rückwärtsrichten und Hufegeben. Doch was steckt hinter dieser neurologischen Bewegungsstörung – und wann sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden?

      In dieser Folge von Pferdegesundheit, dem Podcast der Gesellschaft für Pferdemedizin, sprechen Prof. Dr. Karsten Feige und Dr. Frederik Heun mit Ina Tenz über Ursachen, Symptome, Diagnostik und Management von Pferden mit Shivering.

      Themen der Folge

      Was Shivering ist – und was nicht

      Warum Shivering keine Infektion und nicht ansteckend ist

      Typische Symptome: Zittern, übermäßiges Anheben und seitliches Wegführen der Hintergliedmaße

      Warum Pferde diese Bewegungen nicht bewusst ausführen

      Welche Rolle Kleinhirn und Nervenverschaltungen spielen

      Warum die Ursachen bisher noch nicht vollständig geklärt sind

      Welche Pferde häufiger betroffen sind

      Wie sich Shivering von Stringhalt/Hahnentritt und Ataxie unterscheidet

      Warum frühe Symptome oft mit Unwilligkeit oder „Zickigkeit“ verwechselt werden

      Wann Besitzerinnen und Besitzer tierärztliche Hilfe holen sollten

      Wie die Diagnose gestellt wird

      Warum Videos aus dem Stall für die Untersuchung hilfreich sein können

      Welche Begleiterkrankungen ausgeschlossen werden sollten

      Warum es derzeit keine belegte Heilung gibt

      Was im täglichen Management helfen kann

      Wie Schmied, Tierarzt und Stallteam sicher mit betroffenen Pferden umgehen

      Wann Weidehaltung und angepasste Bewegung sinnvoll sein können

      Welche rechtlichen Fragen beim Pferdekauf relevant werden können

      Was die Forschung über mögliche genetische Komponenten weiß

      Zentrale Botschaft

      Shivering ist keine Unart und kein Trainingsproblem, sondern eine neurologische Erkrankung. Betroffene Pferde brauchen Verständnis, eine klare Diagnose und ein umsichtiges Management im Alltag.

      Hinweis für Besitzerinnen und Besitzer

      Wenn ein Pferd beim Rückwärtsrichten, Hufegeben oder Berühren der Hintergliedmaßen auffällige Bewegungen zeigt, sollte eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden – auch, um Shivering von anderen neurologischen Bewegungsstörungen abzugrenzen.

      42 min
    • Brauchen wir eine Gewichtsbegrenzung im Reitsport?
      Live von der Messe "Passion Pferd" im Dezember 2025

      Diese Folge ist eine Live-Produktion von der Messe "Passion Pferd" im Dezember 2025. Gemeinsam mit Prof. Karsten Feige und Dr. Willa Bohnet von der Tierärztlichen Hochschule Hannover sprechen wir über ein Thema, das im Reitsport seit Jahren intensiv diskutiert wird – und gleichzeitig oft emotional aufgeladen ist: es geht um die Frage nach einer Gewichtsbegrenzungen und den verantwortungsvollen Umgang mit der Belastbarkeit unserer Pferde.

      Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Reitergewicht auf Anatomie, Biomechanik und Wohlbefinden des Pferdes auswirkt. Dabei wird deutlich: Nicht allein die Zahl auf der Waage ist entscheidend. Auch Faktoren wie Sitzqualität, Balance, Ausbildungsstand des Reiters, Trainingszustand des Pferdes, Alter, Körperbau und Sattelgewicht spielen eine wichtige Rolle.

      Die Folge beleuchtet außerdem:

      warum ein gut ausbalancierter, schwererer Reiter unter Umständen weniger belastend sein kann als ein leichter Reiter, der gegen die Bewegung arbeitet,

      welche wissenschaftlichen Richtwerte zur Tragfähigkeit von Pferden diskutiert werden,
      woran man körperliche oder verhaltensbezogene Anzeichen von Überforderung erkennt,
      weshalb auch übergewichtige Pferde ein wichtiger Teil dieser Diskussion sind,
      und wie offen, sachlich und verantwortungsvoll über Reitergewicht gesprochen werden kann.

      Eine Folge über Tierwohl, Eigenverantwortung und die wichtige Frage: Was ist fair gegenüber dem Pferd?

      31 min
    • IBD - Inflammatory Bowel Disease
      Wenn der Darm des Pferdes chronisch erkrankt

      In dieser Episode sprechen wir über eine Erkrankung, die in der Pferdemedizin diagnostisch anspruchsvoll ist und für Pferdebesitzerinnen und -besitzer häufig mit vielen Fragezeichen beginnt: IBD – Inflammatory Bowel Disease beim Pferd.

      Professor Karsten Feige, Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Ehrenpräsident der Gesellschaft für Pferdemedizin, sowie Dr. Anne Grob, die seit Jahren schwerpunktmäßig zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Pferd arbeitet, ordnen gemeinsam ein, warum IBD ein Sammelbegriff ist, welche Symptome (z. B. Gewichtsverlust trotz guter Fütterung, rezidivierende Kolik, Durchfall, Leistungsabfall) typisch sein können und weshalb die Diagnose oft erst nach Ausschluss anderer Ursachen gestellt wird.

      Außerdem geht es um die wichtigsten Bausteine der Diagnostik – von Labor und Ultraschall bis zu Biopsien und Absorptionstests – sowie um Therapie und Management: Welche Rolle spielen Fütterung, Haltung und Immunsuppression (u. a. Cortison) und was können Betroffene realistisch erwarten? Eine Folge für alle, die IBD besser verstehen und frühzeitig richtig einordnen möchten.

      Darum geht’s in der Folge

      Was ist IBD beim Pferd?

      IBD als Überbegriff für verschiedene entzündliche Darmerkrankungen (Dünndarm und/oder Dickdarm) – klinisch oft schwer zu unterscheiden.

      Typische Warnsignale und wann man an IBD denken sollte

      Gewichtsverlust trotz guter Futteraufnahme und hochwertigem Futter

      Wiederkehrende Kolik-/Aufgasungsepisoden

      Lethargie, Apathie, reduziertes Allgemeinbefinden

      (Phasenweiser) Durchfall

      Ödeme als mögliches Spätzeichen (u. a. durch Proteinverlust) – wichtig: hat auch viele andere Ursachen

      Formen/Untergruppen (histologisch differenzierbar)

      Granulomatöse Enteritis

      Lymphoplasmazelluläre Enteritis

      Eosinophile Enteritis/Colitis sowie Sonderformen (u. a. fokale Varianten, teils multisystemisch)

      Ursachen und Risikofaktoren – was man weiß und was nicht

      Kein einzelner Auslöser; wahrscheinlich multifaktoriell

      Dysregulation des Immunsystems im Darm (fehlende Toleranz gegenüber normaler Darmflora/Nahrungsbestandteilen)

      Parasiten und Futtermittel-/Unverträglichkeitskomponenten als mögliche Mitfaktoren

      Allergiediagnostik beim Pferd: begrenzt, häufig nur über Ausschluss/Diätversuche

      Diagnostik: Warum es kein „einen Test“ gibt

      IBD wird häufig über Ausschlussdiagnostik und kombinierte Befunde eingegrenzt:

      Klinische Beurteilung (Kondition, Haarkleid, Fressverhalten, Kot)

      Labor (Gesamtprotein/Albumin, Blutbild/Differenzialblutbild, Leber-/Nierenwerte)

      Ultraschall Abdomen (u. a. Darmwandverdickung als Hinweis)

      Gastroskopie (auch wegen möglicher Begleiterkrankungen)

      Biopsien (Duodenum via Gastroskopie oder Rektumschleimhaut; ggf. intraoperativ) als wichtigste Absicherung

      Xylose-Absorptionstest zur Beurteilung von Malabsorption

      Kostenrahmen (Orientierung)

      Für eine „erste“ umfassendere Diagnostik (Labor, Ultraschall, Gastroskopie mit ggf. Biopsie, Histopathologie, Ausschluss weiterer Ursachen) wird ein Richtwert von ca. 1.000 € genannt – je nach Fall und Umfang.

      Therapie: Zwei Säulen plus Begleitmaßnahmen

      Fütterungs-/Haltungsmanagement (hochwertiges, schmackhaftes Heu; möglichst wenige Futtermittel-Komponenten; energiereiche, gut verträgliche Zusätze; gezielte Proteinergänzung; Öle; Mikronährstoffe im Blick)

      Medikamentöse Immunmodulation: Glukokortikoide (Cortison) als First-Line, bei schweren Fällen initial i.v. (z. B. Dexamethason) und anschließend oral mit Ausschleichen

      Behandlung möglicher Trigger/Komorbiditäten (z. B. Parasitenmanagement)

      Prognose und Verlauf

      Chronische Erkrankung, in der Regel nicht „heilbar“, aber häufig managbar

      Verlauf oft schubweise mit guten und schlechten Phasen

      Prognose insgesamt vorsichtig bis eher ungünstig; eosinophile und fokale Formen teils besser

      Therapieansprechen in der Initialphase ist entscheidend für die Einschätzung

      Forschung & Probiotika

      Mikrobiom und probiotische Ansätze sind Gegenstand der Forschung – ein klarer, durchschlagender Nutzen ist derzeit nicht gesichert.

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      2. 50 min
      3. Ankündigung: Gewichtsbegrenzung im Reitsport
        Podcast Live auf der Passion Pferd

        Passion Pferd, Messegelände Hannover, Samstag, 06.12., Halle 19/20, Stand C08 hinter dem „Zukunftsstall“

        Wir diskutieren live, ob es eine Gewichtsbegrenzung im Reitsport geben sollte. Mit unserem Podcast "Pferdemedizin heute" von der Gesellschaft für Pferdemedizin e.V. beleuchten wir das Thema wissenschaftlich. Was sind klare Anzeichen und Ursachen von Trageerschöpfung bei Pferden? Wie kann ich die Belastbarkeit meines Pferdes bestimmen? Ab wann gehört ein/e ReiterIn definitiv nicht mehr auf ein Pferd? Prof. Karsten Feige und Dr. Willa Bohnet von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sprechen ausführlich mit Moderatorin Ina Tenz über dieses Tabu-Thema in der Reitsportwelt.

        Samstag, 06.12., Halle 19/20, Stand C08 hinter dem „Zukunftsstall“.

        3 min
      4. Sportpferdefütterung
        Fütterungsmanagement und die Bedeutung von Protein, Elektrolyten und Glykogen

        In dieser Folge geht es um ein Thema, das in kaum einem Stall so richtig zu Ende gedacht wird: die Fütterung von Sportpferden.

        Was unterscheidet ein Freizeitpferd eigentlich von einem Sportpferd?

        Wie viel Energie, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine braucht ein Pferd, das wirklich Leistung bringen soll – und wo kippt gut gemeint in eindeutig zu viel?

        Darüber sprechen wir mit Prof. Karsten Feige, Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Ehrenpräsident der GPM,

        und mit Prof. Ingrid Vervuert, Fachtierärztin und Expertin für Pferdeernährung am Institut für Tierernährung in Hannover.

        🔹 Inhalte dieser Folge

        1. Was ist überhaupt ein Sportpferd?
        2. Abgrenzung Freizeitpferd vs. Sportpferd

          Einteilung nach Energiebedarf und Arbeitsbelastung

          Für welche Disziplinen gelten echte Sportpferde-Rationen? (Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Renn- und Fahrpferde)

          1. Basis jeder Ration: Raufutter
          2. Warum Heu und Weidegang auch beim Sportpferd die Grundlage bleiben müssen

            Richtwerte: 10–13 kg Heu/Tag für ein Großpferd

            Ziel: Erhaltungsbedarf über Raufutter decken – Energie-Mehrbedarf kommt obendrauf

            1. Energie für Leistung: Getreide & Co.
            2. Wann Hafer, Mais & energiereiche Kraftfutter wirklich sinnvoll sind

              Thermisch aufgeschlossener Mais, getreidereiche vs. getreidereduzierte Müslis

              Beispielration für ein intensiv trainiertes Springpferd

              1. Eiweiß, Aminosäuren & Muskelaufbau
              2. Warum moderne Heuqualitäten oft zu proteinarm sind

                Essenzielle Aminosäuren (z. B. Lysin, Methionin, Leucin) und ihre Rolle im Muskelstoffwechsel

                Sinnvolle Eiweißquellen:

                Luzerne, Esparsette

                Erbsenflocken, Lupinen

                Leinschrot – und der wichtige Unterschied zu Leinöl

                Warum Sportpferde tatsächlich mehr Eiweiß brauchen als Freizeitpferde

                1. Woran erkenne ich, ob mein Pferd richtig gefüttert ist?
                2. „Das Auge füttert mit“ – aber bitte mit System

                  Body-Condition-Score (BCS) statt Bauchgefühl

                  Fell, Hufe, Leistung, Muskulatur als praktische Checkpunkte

                  Adipositas vs. echte Abmagerung – verschobene Wahrnehmung im Stallalltag

                  1. Elektrolyte & Schweißverluste
                  2. Was im Schweiß wirklich verloren geht (Natrium, Kalium, Chlorid)

                    Warum Salzlecksteine oft nicht ausreichen

                    Praktische Faustzahlen:

                    1 EL Salz ≈ 20 g

                    bei viel Schweiß: bis zu 80–90 g Salz/Tag möglich

                    Warum Elektrolyt-Produkte oft zu wenig Natrium enthalten

                    Salz immer mit ausreichend Wasser – und nicht ins Trinkwasser mischen

                    1. Spurenelemente & das Selen-Thema
                    2. Echte Selenmangel-Erkrankungen vs. deutlich häufigere Überversorgung

                      Symptome von chronischer Selen-Vergiftung (Hufhorn, Haare, „Bobtail-Disease“)

                      Warum „viel hilft viel“ bei Spurenelementen gefährlich sein kann

                      Blutuntersuchung als sinnvolles Tool nur bei Selen

                      1. Vitamine – was braucht das Sportpferd wirklich?
                      2. B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin K: meist ausreichende Eigenversorgung durch Darmflora

                        Vitamin A über Beta-Carotin (Gras, Möhren, Rote Bete) und Mineralfutter

                        Vitamin E als Schlüsselfaktor:

                        Bedeutung für Muskulatur und Immunsystem

                        Bedarf beim Sportpferd deutlich höher

                        Einsatzzweck von hoch dosierten Vitamin-E-Präparaten

                        1. Glycogen – Energiereserve im Muskel
                        2. Warum man Glycogenspeicher beim Pferd nicht „hochfüttern“ kann

                          Unterschiede zum Humanathleten (Stichwort „Pasta-Party“)

                          Distanzpferd vs. Springpferd – wann die Speicher wirklich leer sind

                          Rolle der Elektrolyte nach Belastung für Regeneration und Muskulatur

                          1. Magnesium & „Nervenfutter“ – Mythos oder Must-have?
                          2. Was Studien zur beruhigenden Wirkung von Magnesium und Tryptophan sagen

                            Warum die meisten Pferde ohnehin mit dem 2–3-fachen Magnesiumbedarf versorgt sind

                            Placebo-Effekt bei Menschen vs. echte Wirkung beim Pferd

                            Statt „Zauberdose“: Haltung, Arbeit, Reiten, Ausgleich

                            1. Der unterschätzte Gamechanger: Wasser
                            2. Wasserbedarf: 3–5 Liter pro 100 kg KGW – bei Hitze und Arbeit deutlich mehr

                              Qualität des Tränkewassers (TränkWasser vs. Trinkwasser)

                              Selbsttränken: Hygiene, Durchflussmenge, Schreckgeräusche

                              Warum viele Pferde Eimer und Bottiche bevorzugen

                              Wassertemperatur & Turniersituation (Transport, fremde Box, ungewohnte Tränken)

                              Kleiner Exkurs: Kleietrunk, Müsli im Wasser & warum „Apfelsaft im Eimer“ keine gute Standardlösung ist

                              1. Cool Down & Weidegang nach der Arbeit
                              2. Erhöhte Körperkerntemperatur nach Belastung – warum Weide besser ist als Wärmelampe

                                Laktatabbau, Schrittbewegung, Gras als Wasser- und Nährstoffquelle

                                Praktisches Management direkt nach dem Ritt

                                🐴 Für wen ist diese Folge spannend?

                                Reiterinnen und Reiter mit Sportpferden (Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Distanz, Fahren)

                                Stallbetreiber und Trainer

                                Pferdebesitzer mit „Freizeitpferden im Sportmodus“

                                Tierärztinnen und Tierärzte, die Fütterungsempfehlungen geben

                                Alle, die das Gefühl haben: „Im Schrank stehen 10 Dosen – aber bin ich wirklich bedarfsgerecht?“

                                🔗 Erwähnt in dieser Folge

                                Leipziger Tierärztekongress mit VetExpo Europe

                                Infos & Programm: tierärztekongress.de

                                Hinweis: Der Kongress ist nur für Tierärztinnen, Tierärzte, TFAs und Studierende geöffnet.

                                1 hr 20 min
                              3. Fohlenrettung - Falsche Medikamentenabgabe
                                mit lebensbedrohlichen Folgen

                                In dieser Folge berichten Prof. Karsten Feige, Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Dr. Frederik Heun über einen seltenen, aber hochkritischen Notfall: Ein erst 13 Tage altes Hengstfohlen erleidet nach einer massiven Überdosierung von Moxidectin schwere neurologische Ausfälle – ausgelöst durch eine Verwechslung mit einem Vitaminpräparat. Nach intensiver Stabilisierung scheitert der erste Therapieversuch mit Flumazenil. Dann der Durchbruch: Eine intravenöse Lipid-Emulsion („Lipid-Rescue“) zieht den fettlöslichen Wirkstoff aus dem Zielgewebe – das Fohlen steht, trinkt und erholt sich sichtbar binnen Stunden. Was nach High-Risk klingt, wird zum Lehrstück über Teamwork, Literaturrecherche und sicheren Arzneimittelgebrauch.

                                Kapitelmarken

                                00:00 – Intro & Ziel der Folge

                                00:54 – Sensibilisierung: richtiger Umgang mit Medikamenten

                                02:22 – Fallvorstellung: 13-Tage-Fohlen, Verwechslung & Überdosierung

                                04:45 – Klinische Symptome & Aufnahmezustand

                                06:17 – Intensivmaßnahmen: Wärme, Infusion, Magensonde, Harnkatheter

                                10:45 – Wirkmechanismus Moxidectin & Besonderheiten bei Fohlen

                                12:38 – Prognose, Lipophilie & lange Halbwertszeit

                                15:11 – Entscheidungsfindung mit Besitzer: Szenarien & Kosten

                                16:39 – Flumazenil-Versuch und warum er hier nicht griff

                                19:27 – Idee „Lipid-Rescue“ aus Literatur & Kleintiermedizin

                                23:09 – Organisation & Durchführung der Lipid-Infusion

                                24:34 – Der Wendepunkt: Aufstehen, Trinken, rasche Besserung

                                26:20 – Team-Moment & Emotion

                                27:19 – Wissenschaftliche Konsequenzen & Publikation

                                29:03 – Takeaways für Pferdehalter:innen

                                31:36 – Ausblick: Nächste Folge zu IBD

                                Wichtigste Takeaways für Pferdehalter:innen:

                                Zulassung beachten: Moxidectin ist erst ab > 4 Monaten fürs Pferd zugelassen.

                                Dosis = Wirkung vs. Risiko: Immer Gewicht korrekt schätzen/ermitteln, Dosierskala sorgfältig einstellen.

                                Verwechslungen verhindern: Medikamente getrennt, klar beschriftet und nicht neben Ergänzungs- oder Vitaminpasten lagern.

                                Früh tierärztlich abklären: Bei Auffälligkeiten (Apathie, Festliegen, Trinkunlust, neurologische Symptome) sofort Tierarzt kontaktieren.

                                Fragen oder Themenwünsche? Schreibt uns an [email protected]

                                Empfehlt die Folge gern an Stallkolleg:innen weiter und abonniert den Podcast, um nichts zu verpassen.

                                32 min
                              4. Das Herz - Teil 2: Herzrhythmusstörungen
                                Diagnose, Bedeutung und Management

                                Nachdem wir uns in der letzten Episode intensiv mit dem Thema Herzklappenerkrankungen und Herzgeräuschen beim Pferd beschäftigt haben, geht es in dieser Folge um Herzrhythmusstörungen – mit besonderem Fokus auf das Vorhofflimmern.

                                Gast in dieser Folge neben Prof. Karsten Feige ist Dr. Julien Delarocque, PhD, Dipl. ECEIM, ein hochqualifizierter Fachtierarzt für Innere Medizin des Pferdes und auf die Diagnostik und Behandlung kardiologischer Erkrankungen spezialisiert.

                                Es geht um Ursachen, Diagnostik und therapeutische Möglichkeiten bei Herzrhythmusstörungen. Was genau ist eigentlich Vorhofflimmern? Welche Rolle spielen Herzklappen dabei? Und welche Behandlungsoptionen stehen heute zur Verfügung – von medikamentösen Ansätzen bis hin zur transvenösen elektrischen Kardioversion?

                                Themen der Folge:

                                🧠 Die Entstehung des Herzschlags und die Rolle des autonomen Nervensystems

                                🫀 Unterschiedliche Formen von Arrhythmien: von physiologischen Varianten bis hin zu behandlungsbedürftigen Rhythmusstörungen

                                🔍 Diagnostische Methoden wie Auskultation, EKG und Herzultraschall

                                💊 Therapieoptionen: Medikamentöse Kardioversion vs. transvenöse elektrische Kardioversion (TVEC)

                                📈 Erfolgschancen, Risiken und Nachsorge

                                🐎 Prognose für Sport- und Freizeitpferde

                                43 min
                              5. Das Herz - Teil 1: Herzgeräusche
                                Ab wann sie krankhaft sind

                                Professor Karsten Feige ist Leiter der Pferdeklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Präsident der Gesellschaft für Pferdemedizin.

                                In diesem Podcast beschreibt er - teils mit ExpertenInnen - pro Folge ein Thema zur Pferdegesundheit. Es geht um Erkrankungen, vor allem um deren frühzeitige Erkennung und um die Behandlung. Es geht aber auch um Gesundheitsvorsorge, Fütterung und um Themen rund um Zucht und Haltung. Wir sprechen über häufige Fehldiagnosen, was bei Kaufuntersuchungen wirklich wichtig ist und ob jede Stute auch für ein Fohlen geeignet ist - und natürlich auch über spannende Entwicklungen und neue Ansätze in der Pferdemedizin.

                                Expertinnen und Experten in chronologischer Reihenfolge:

                                Dr. Michael Köhler
                                Prof. Florian Geburek
                                Dr. Jutta Sielhorst
                                Frau Dr. Monica Venner
                                Prof. Bernhard Ohnesorge
                                Frau Dr. Astrid Bienert-Zeit
                                PhD Julien Delaroque
                                PhD Florian Frers
                                Frau Prof. Sabine Kestner
                                Dr. Uta Delling
                                Dr. Maren Hellige
                                Dr. Lisa Weber
                                Prof. Peter Kunzmann
                                Prof. Ingrid Vervuert
                                Prof. von Samson Himmelstjerna
                                Dr. Andrea Volk
                                Dr. Tobias Niebuhr

                                Dieser Podcast erscheint monatlich und ist kostenlos für alle Studierenden der Tiermedizin, praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte und für alle Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer, die sich für moderne Pferdemedizin interessieren.

                                Wir freuen uns über Weiterempfehlungen, positive Bewertungen, Fragen und Feedback zu einzelnen Themen unter [email protected]

                                37 min

                              About Pferdemedizin heute

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                              Über eine Million Pferde leben in Deutschland. Einige gehen im Sport, viele werden zur Zucht eingesetzt. Die meisten Pferde sind Freizeitbegleiter und echte Familienmitglieder.

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