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"Die Anleger haben Angst vor einem Rechtsruck in Frankreich", sagt IG Marktanalyst Christian Henke, "denn das könnte Auswirkungen haben auf die wirtschaftliche Stabilität der Eurozone. Sogar eine neue Eurokrise ist denkbar", aber wenig wahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass die politischen Extreme im Tagesgeschäft abgeschliffen werden. "Ein gutes Beispiel ist Italien. Da kam es nach dem deutlichen Rechtsruck doch nicht so schlimm, wie befürchtet." Die politischen Auswirkungen auf die Börsen sind kurzlebig. In England steht ein möglicher Machtwechsel von den Tories zu Labour bevor. In den USA hat Biden nach einem schwachen TV-Duell gegen Trump an Unterstützung verloren, was Spekulationen über seinen Rückzug auslöst. "An der Börse hat Europa derzeit das Nachsehen und spielt eine untergeordnete Rolle. Nasdaq verzeichnet ein neues Rekordhoch, die Börsen in Schwellenländern und Japan sind auf dem Vormarsch." Mehr News auf https://www.ig.com/de
Am Abend beginnt die Fußball-EM - Gastgeber Deutschland empfängt im Eröffnungsspiel das Team aus Schottland. IG Kapitalmarktanalyst Henke: "Vielleicht gibt es ja ein Sommermärchen wie 2006, aber der Einfluss von großen Sportereignissen ist an der Börse nicht so groß, wie es die Sportartikelhersteller gerne hätten." Absolut gar kein Sommermärchen macht die US-Notenbank Fed. "Powell ist so was wie der Grinch der Märkte, ein Spielverderber. Mittlerweile ist es fraglich, ob es in diesem Jahr überhaupt eine Zinnsenkung gibt in den USA. Aber vielleicht 2025 dann. Oder 2026? Die Inflation ist zäh wie Leder." Vor dem Sommerurlaub sollten sich Anleger Gedanken machen, das Depot abzusichern, um am Strand nicht vom Handtuch zu fallen, wenn der DAX mal 2 % verliert. "In der Presse gibt es das Sommerloch und an der Börse die Sommerflaute. Put Optionen auf den DAX können eine gute Versicherung sein für einen entspannten Urlaub."
"Die Hoffnung auf die US-Zinspolitik und die Inflationserwartungen sind verantwortlich für die starke Börse momentan", sagt Christian Henke, Kapitalmarktanalyst bei IG. "Der DAX könnte sogar die 19.400 Punkte erreichen." Noch liegt der Fokus auf den Blue Chips, doch die Rallye erreicht nach und nach auch die Nebenwerte, insbesondere im MDAX. "Wie im Fußball gibt es auch an der Börse attraktive Mannschaften in der zweiten Liga!" Christian Henke analysiert fünf attraktive Werte aus der zweiten Börsenreihe und steckt das Potenzial ab. Bilfinger hat Luft bis zu 65 Euro, Fresenius Medical Care als Turnaround-Wert, Fraport für den Sommer und die LEG Immobilien AG erholt sich trotz anspruchsvollen Zinsumfelds. Und auch Nordex hat deutliches Potenzial.
Es war keine Überraschung: Die US-Notenbank Fed belässt den Leitzins auf hohem Niveau. "Auch der nächste Zinssenkungstermin im September steht aktuell auf wackligen Beinen. Jerome Powell zeigt uns zurecht die lange Nase", so Christian Henke von IG. Die Inflation ist einfach zu zäh, wobei Europa sich fast als Gelobtes Land sehen kann, denn hier schrumpft die Teuerungsrate. Aktien aus dem defensiven Bereich könnten profitieren. Zur Charttechnik, zu den Einzelaktien: Trotz Umsatzrückgängen und iPhone-Schwäche lief das Quartal für Apple weniger schlimm als von vielen befürchtet. Nvidia hat in den letzten Tagen wieder den Topplatz in der Gewinnerliste im Nasdaq 100 zurückerobert. Und Tesla ist gar nicht mehr so beliebt - "keine Entwarnung". Aufwärts geht es in den Schwellenländern.
In der Nacht zum Samstag (20.04.24) erfolgt das nächste Bitcoin- Halving. Für Timo Emden von IG Europe ist diese Halbierung eine "künstliche Angebotsverknappung", von der sich die Anleger "ein Wertaufbewahrungsmittel mit deflationärem Charakter" versprechen. Weitere Kursteigerungen sind fraglich, denn "spätestens seit der Zulassung von Bitcoin-ETFs mischt eine breitere Masse am Markt mit". Auch die Ungewissheit in der Zinsfrage sowie die Geopolitik hemmen die Entwicklung.
"Die EZB senkt möglicherweise früher als die Federal Reserve die Zinsen", sagt Christian Henke, Kapitalmarktanalyst beim Broker IG. Die jüngsten Inflationsdaten in den USA haben enttäuscht, während Europa besser dasteht. "Wenn ich im FOMC Ausschuss sitzen würde, hätte ich wenig Argumente, die Zinsen zu senken. In Europa sieht das besser aus." Für die Konjunktur gilt das allerdings nicht, da haben die Amerikaner die Nasen vorne. Das bedeutet für die Rohstoffe: Goldpreis profitiert von Zinsentwicklung, geopolitischen Unsicherheiten und als Inflationshafen. "Hat aber Korrekturbedarf." Das Geld könnte fließen in Richtung Silber, Platin und Palladium sowie Minenbetreiber. "Dort sehe ich Nachholbedarf." Öl und Energiemultis wie BP, Shell und Total, die auch grüne Projekte haben und attraktive Dividenden zahlen, werden ebenfalls thematisiert.
Salah Bouhmidi, Head of Markets bei IG, erklärt die Bedeutung von Chartanalyse mit verschiedenen Indikatoren wie Trendfolgeindikatoren, Volumenindikatoren und Oszillatoren. Bouhmidi betont die Notwendigkeit der Diversifizierung und Anpassung an den Markt. Und wenn an den Rekordhöhen des DAX die herkömmlichen Indikatoren versagen? Salah Bouhmidi hat eigene Indikatoren entwickelt: die Bouhmidi-Bänder. Er verwendet die implizite Volatilität am Optionsmarkt, um zukünftige Entwicklungen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorherzusagen. Chartanalyse von DAX, Bitcoin ("mögliche Impulse für einen Ausbruch") und Gold ("Stabil. Nächstes Kursziel liegt bei 2.256 US-Dollar").
Die Bank of Japan hat zum ersten Mal seit 17 Jahren die Zinsen angehoben. "Dies ist eine historische Entwicklung für Japan", sagt IG-Marktexperte Salah Bouhmidi, "Japan hatte lange Zeit negative Zinsen. Dies könnte Auswirkungen auf den Nikkei und den Yen haben." An der Börse in Frankfurt zeigt sich ein leichtes Plus, dagegen stehen die US-Märkte vorbörslich im Minus. "Es herrscht eine abwartende Haltung auf hohem Niveau." Nach Tagen der Seitwärtsbewegung kehrt die Volatilität wieder zurück. Beim Bitcoin war sie nie wirklich verschwunden: Es gab einen Rückgang, der auf eine Korrektur nach einem starken Anstieg hinweisen könnte, so Bouhmidi weiter. Im Fokus aktuell auch wieder verstärkt KI-Themen, wie die angebliche Allianz von Apple und Google, sowie neue Computerchips von Nvidia. "Vorsicht, nicht alle Unternehmen können diesen Erfolg tatsächlich teilen."
Chartanalyst Christian Henke von IG im Dampfdom im Rahmen des Münchner Börsentages: "Haben die Märkte jetzt noch genügend Dampf, weiter nach oben zu tendieren?" Oder ist es nicht langsam an der Zeit, dass der Druck vom Kessel genommen wird? "Die Situation ist etwas irrational." Nichtsdestotrotz: Der KI-Boom hat Substanz. "Aber irgendwann wird auch zum Beispiel Nvidia abgelöst." Wohin fließt das Geld? Und was macht die Immobilienbranche? "Eine Senkung der Zinsen brächte eine gewisse Entlastung." Henke erwartet alsbald wieder zyklische Werte auf den Einkaufslisten der Anleger.
Bitcoin klettert auf Rekordhoch, doch was bewegt die Kurse gerade? Timo Emden, Marktanalyst von Bitcoin und Co: "Ein wichtiger Grund ist die Zulassung von Bitcoin-Spot ETF in den USA." Anleger müssen sorgfältig abwägen, ob es attraktiv ist, in diese ETF zu investieren. Es gibt bessere und kostengünstigere Alternativen, als in einen potenziellen Bitcoin-ETF in den USA zu investieren, wie z.B. ETN oder den direkten Kauf und Lagerung von Bitcoin auf einer Kryptobörse. "Mein Tipp: Zumindest ein Teil Bitcoin oder Ether ins eigene Wallet zu legen, um ein besseres Verständnis für Kryptowährungen zu bekommen!" Zusätzlich wird das bevorstehende Bitcoin-Halving die Angebotssituation verknappen. Theoretisch kann der Preis dann steigen. "Allerdings gibt es keinen Garantieschein!" Historisch betrachtet hatten Bitcoin-Halvings meist positive Auswirkungen.
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