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Die Urlaubszeit beginnt und man hört starker Nachfrage aber auch von Chaos an den Flughäfen. Auch die Themen Inflation und Rezession spielen beim Thema Urlaub eine gewisse Rolle. In der Analyse mit Christian Henke von IG werfen wir einen Blick auf einzelne Segmente rund um den Tourismusbereich: Luftfahrt und Fluglinien, Reiseveranstalter und Hotels. Wie steht es um die Branche, wie steht es um die Aktien? Was tut sich bei Lufthansa, TUI und Co?
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Kapitalmarktanalyst Salah Bouhmidi von IG sieht die Rezession bereits und liefert sogleich die Kriterien, die dafür erfüllt sein müssen. Ein Blick auf das BIP und die letzten beiden Quartale genügt: "Wenn diese beiden negativ sind, dann reden wir ganz klassisch von einer Rezession." Christine Lagarde muss den Spagat hinbekommen und das "Zinsgeflüster" deutlich kommunizieren. Alles andere als ein Kinderspiel in dieser "WG namens EU". "Es könnte passieren, dass wir eine Mogelpackung bekommen und expansiv-restriktiv vorgehen." Wer weiß, vielleicht bringt diese Politik neue Ideen für Anleihen und Anlagen mit sich - selbst im Bärenmarkt. "Defensive Werte sind sehr attraktiv, wohingegen Tech und zyklische Werte abverkauft werden." Unternehmen wie Heineken, Coca-Cola, McDonalds, Telekom oder Beiersdorf mit ihren Alltagsgütern schneiden historisch betrachtet in einer Rezession im Vergleich sogar besser ab. Das "Deutsche-Eiche-Industrie-Museum", so bezeichnet Bouhmidi den DAX, könnte also mit seinen vielen defensiven Value-Werten Boden gutmachen. Vorerst rechnet er aber noch mit einer Abwärtsreise, vielleicht sogar unter die Unterstützungszone von 12.800.
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Krypto Assets im Ausverkauf. Kryptoexperte Timo Emden: "Es sieht nicht gut aus. Das zehrt an den Nerven." Den Kryptomarkt trifft es deutlich stärker als andere Märkte. Was sind die Gründe? "In erster Linie sind hier doch die Zinssorgen anzuführen, vor allen Dingen jenseits des Atlantiks. Jetzt haben sich diese Zinssorgen nochmal forciert. Es ist aber noch ein weiter Grund anzuführen, nämlich die Sorge um den Krypto-Verleiher Celsius Network, weil das Unternehmen Zahlungen, Swaps und Überweisungen eingefroren hat. Das nährt die Sorge, dass das Unternehmen finanziell nicht gut dasteht. Das könnte Ansteckungsrisiken auslösen." Die Kryptobörse Coinbase entlässt über 1.000 Mitarbeiter. Coinbase-Chef Brian Armstrong hat das mit dem Begriff "Kryptowinter" begründet. Was spricht dafür, dass sich all diese Negativfaktoren noch drehen könnten? "Ich würde sagen, wir sehen keinen Kryptowinter, ich glaube, dass die Branche dynamisch wachsen kann."
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Inflation ist und bleibt das Thema, getrieben vor allem von den Energiepreisen. Öl war in dieser Woche besonders im Fokus: es kam das Ölembargo, nach dessen Meldung die Märkte etwas eingeknickt sind, kurz darauf meldete sich die OPEC und kündigte eine erhöhte Förderung an. Kapitalmarktanalyst Christian Henke von IG: "Beides dauert noch ein paar Monate und bis dahin werden wir noch einen hohen Ölpreis sehen." Und doch gibt es einige Unternehmen, die von steigenden Ölpreisen profitieren. Wen sollte man sich anschauen?
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IG-Analyst Christian Henke auf der Invest 2022 in Stuttgart über Anleger, die immer wieder in dieselben Marktfallen tappen - ganz unabhängig davon, in welchem Umfeld sie handeln. "Viele Anleger leiden sehr gerne an der kognitiven Dissonanz. Sie sind nicht in der Lage, Verluste und Gewinne zu realisieren." Die Angst vor dem Risiko und dem Versagen treibt sie. Falsche Schuldzuweisungen und auch Geldgier führen oft zu folgenreichen Fehlern. Henke empfiehlt einen genauen Anlegerplan mit Stop-loss und Trading-stops. "Grafisch sieht das dann aus wie eine Treppe." Sein Tipp: Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.
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Krisen wohin man nur schaut. Wirtschaftskrisen, Umweltkrisen und Pandemien. Den Krieg in der Ukraine müssen wir aber als humanitäre Katastrophe bezeichnen. Auch er beeinflusst die Ökonomien negativ. Das führt zu einer wohlwollenden Behandlung mit Russland. Sind viele Krisen des Aktienmarktes Tod? "Meines Erachtens ist der Boden noch lange nicht erreicht", sagt Salah Bouhmidi von IG auf der Invest 2022 in Stuttgart, "wo Verlierer sind, da sind auch Gewinner. Nicht alle Aktien fallen im Bärenmarkt." Seine Rotations-Empfehlung: Raus aus Technologie, rein in defensive Value-Werte, z.B. Food and Beverage, Chemie, Öl und Gas. Sind die Börsen überverkauft? "Ich sehe eine Abwärtstendenz. Risiken sind charttechnisch zu erkennen." Der Ölpreis auf Tagesbasis ist in einem symmetrischen Dreieck: "Ungünstig, denn wir haben keine klare Aussage über den weiteren Verlauf." Ein weitaus ernsteres Thema ist jedoch der Hunger. Die große moralische Frage: Dürfen wir den von Russland in der Ukraine "eroberten" Weizen kaufen? "Ich glaube, der Weizen wird eher verderben, als dass jemand etwas verkaufen kann." Bouhmidi sieht einen Run auf Staaten und diplomatische Beziehungen. Ein weiterer Machtkampf, denn Brot ist Leben.
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"Die Zinswende in den USA belastet nicht nur die Techwerte, sondern auch die Kryptoassets", sagt Blockchain- und Kryptoexperte Timo Emden,"Anleger werfen das alles in einen Topf und nehmen die Kryptos in eine Art Sippenhaft." Dass auch Stablecoins wie Terra abstürzen können irritiert die Anleger. "Anleger stehen zwischen Zweifel und Verzweifeln." Sollte Bitcoin als selbsternanntes digitales Gold nicht profitieren von den Herausforderungen dieser Zeit und deutlich höher stehen? "Das Narrativ vom sicheren Hafen ist ein klassischer Mythos." Dabei sind die Nachrichten doch gut: El Salvador und die Zentralafrikanische Republik haben den Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen. Panama arbeitet daran. Auch ist es für Privatinvestoren leichter geworden, am Kryptomarkt zu agieren. "Das ist eine ganz tolle Entwicklung, die wir in den letzten Wochen gesehen haben."
Endlich wieder Börsentag in Dresden! Diesmal bei sommerlichen Temperaturen. Draußen funkelt die Elbe, drinnen informieren sich die Besucher. Am Stand von Börsenradio: IG-Analyst Christian Henke, der über Anleger spricht, die sich in schwierigen Börsensituationen ganz besonders verhalten müssen. In welche Assetklassen fließt das Geld? "Wir sehen eine Rohstoff-Hausse." Die Anleger partizipieren über CFDs, Turbozertifikate und ETFs. "Der Anleger lässt auch viele Chancen liegen", sagt Henke, "er kann gerade in einer solchen Situation auf defensive Aktien in den Sektoren Pharma und Nahrungsmittel bauen." Aktien und Anleihen tendieren dazu, gemeinsam in eine Richtung zu gehen. Derzeit Richtung Süden. Die Rohstoffe streben nach Norden. "2022 ist kein gutes Jahr für Aktien." Auf die gängige Börsenweisheit "Gewinne begrenzen, Verluste laufen lassen" kontert er: "Natürlich totaler Unsinn, aber das machen die meisten Trader. Das hält kein Konto aus." Deshalb rät Henke: "Schon beim Kauf der Aktien definieren, welches Risiko ich tragen möchte. Immer mit einem Stop absichern. Das ist nervenschonend und tut einem Anleger richtig gut."
Weitere Infos unter: https://www.ig.com/ch/willkommen-ig
Auf dem Börsentag Dresden beantwortet Salah Bouhmidi von IG Fragen, die im Laufe des Börsentages von Besucher immer wieder gestellt wurden: Raus aus Techwerten? - "Ich bin ein Anlegertyp, der, wenn überhaupt 10 % an Liquidität hält und 90 % am Markt ist. Ich rotiere, die Rotation hat begonnen. Und das ist das Wichtige, schaut, wohin das Geld fließt!" - Wenn die Inflation steigt, ist das dann ein Argument mehr für noch mehr Aktien im Depot, also Sachwerte? "Gold ist jetzt auch ein Anlageobjekt als sogenannter Inflationsschutz. Soll man jetzt noch in Rohstoffe und Energieversorger investieren, oder ist es hier schon zu spät dafür? "Zu spät würde ich nicht sagen, wir haben ja schon eine Rallye hinter uns." - Was würde passieren, wenn Putin uns den Gashahn abdreht? "Dann knallen die Energiepreise weiter nach oben." - Goldpreis bei 1.888 USD, ist die Stimmung an den Börsen noch zu gut, sieht man das am Goldpreis? - Das Problem der Adler Gruppe und die Warnhinweise der Shortseller.
IG Analyst Christian Henke: "Der leidige und schreckliche Krieg in der Ukraine, spielt für die Anleger keine Rolle mehr. Sofern es nichts mehr an schlimmen Nachrichten und einer weiteren Eskalation gibt, haben die Anleger das Thema erst mal verdaut." Dafür fallen die Kurse heute wegen eines anderen Themas: dem Comeback der Zinssorgen. "Das ist eigentlich ein alter Hut, das ist bekannt. Die Zinswende als Faktor ist aber jetzt zurückgekommen." Der Krieg könnte dennoch Folgen haben: "Es machen zwei Worte die Runde: Rezession und Stagflation." Können in einem solchen Umfeld überhaupt die Zinsen angehoben werden? "Was wäre der größere Schaden? Weiter steigende Preise oder etwas steigende Zinsen?"
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