
Sign up to save your podcasts
Or


Die Fed setzte ein Zeichen mit 75 Basispunkten, obwohl die US-Notenbank weiß, dass ihre harte Gangart der Wirtschaft schadet. Salah Bouhmidi: "Es gibt für die Fed leider auch keine andere Möglichkeit. Selbst wenn wir einen Zinsgipfel von 4,5 % haben, selbst wenn dann die Inflation weiter hoch bleibt, würden wir immer noch einen negativen Realzins haben. D. h. es wäre immer noch nicht genug, um der Inflation Herr zu werden. Wir haben den Dreh und Angelpunkt im DAX mit 12.800 Punkten jetzt nachhaltig preisgegeben. Der DAX versuchte mit Pullbacks da wieder heranzukommen und hat es nicht geschafft. Der intakte Abwärtstrend wird fortgesetzt. Ziel 12.000 Punkte. Banken und Versicherungswerte sind derzeit sehr nachgefragt und attraktiv. Zinsen sind Gift für Technologiewerte". - Weiteres Thema: Eine neue Rohstoffdekade beginnt für Australien. Wie abhängig ist Australien von China?
"Das sieht durchaus interessant aus", sagt IG Kapitalmarktanalyst Christian Henke, "Banken und Versicherer profitieren bereits von den steigenden Zinsen." Gemeint sind Axa, Müchener Rück, Hannover Rück oder Commerzbank, Societe Generale und UniCredit. Der Immobiliensektor dagegen leidet unter steigenden Zinsen. "Das sieht schon seit einigen Monaten nicht so schön aus." Das A&O derzeit ist die Aktienselektion. Überwiegen Chancen oder Risiken?
Warum fallen auch Kryptos, wenn die Zinsen steigen? Wo ist der sichere Hafen? Bitcoin ist tot - lang lebe Bitcoin! Timo Emden: "Ich denke, alle Abgesänge, die wir auf den Bitcoin gesehen haben, sind fehl am Platz. Dass man hier davon spricht, dass der Bitcoin tot ist, das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Der Hintergrund ist ganz klar auf der einen Seite, dass die Krypto-Ökonomie an der Wall Street heute schon vertreten ist und auch bei institutionellen Kreisen handeln Anleger mit Kryptowerten, sogenannten Futures-Kontrakt, es gibt auch ETFs". Was ist der Stand, der Trend von Bitcoin und anderen Kryptowährungen? Ein Jahr Bitcoin-Gesetz in El Salvador. Ein kleines Fazit.
Die Inflationsdaten aus den USA sorgten für Sektkorkenknallen. "Doch vor Kurzem kam das Erwachen … die Notenbanken haben viel zu tun, die EZB umso mehr", sagt Christian Henke, Kapitalmarktanalyst von IG. Die USA könnten an einer Rezession "knapp vorbeischlittern", so der Experte auf dem Anlegertag in Düsseldorf, "dieses Glück werden wir hier in der Eurozone wohl nicht haben." Das spiegeln auch die Aussagen deutscher Unternehmen während der Berichtssaison. Alle sorgen sich um ein Thema: Wer soll das bezahlen? Zudem sei die drohende Lohn-Preis-Spirale ein Pulverfass. Wohin fließt das Geld? "Wenn, dann wieder in die Aktienmärkte." Amerikanische Werte bevorzugt, darunter tatsächlich wieder Tech. Für viele Anleger gilt derzeit aber die Gleichung: "Cash ist King."
Weitere Infos unter: https://www.ig.com/de
"Wir werden so lange die Zinsen anheben, bis sich die Inflation in Richtung des Ziels von 2 % bewegt", so übersetzt IG Kapitalmarktanalyst Christian Henke das Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung Fed, auch genannt die Fed-Minutes. Das führt zu einer gewissen Ernüchterung bei den Anlegern, die möglicherweise zu früh das Ende der Inflation gefeiert haben. "Da waren die Marktteilnehmer zu blauäugig!". Die Erholung von 12.400 bis 14.000 Punkte kann Henke nicht überzeugen. "Das ist eine Bärenmarktrallye! Wir haben einen übergeordneten Abwärtstrend."
"Neben der Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed gab es noch weitere Themen, welche die Kryptowelt in Aufruhr versetzt haben", sagt Blockchain Experte Timo Emden, "der Kollaps um den Stablecoin Terra UST und die Insolvenz des Kryptoverleihers Celsius. Das hat die Unsicherheit noch mal forciert." Trotzdem hat Bitcoin wieder zugelegt? "Das ist eine gewisse Sommer-Sorglosigkeit und die Hoffnung auf eine wieder lockere US-Geldpolitik." Hat Ethereum the Merge das Zeug, den Bitcoin als größte Kryptowährung der Welt ablösen zu können? "Theoretisch ja, aber das sind zwei verschiedene Paar Schuhe!"
Christian Henke: "In den nächsten Wochen hat der Baggersee Vorrang? Wenn wir unter 12.400 DAX-Punkte rutschen, kommt der nächste Ausverkauf. Die Frage ist, ist das die Ruhe vor dem Sturm? Meines Erachtens ja, wenn wir unter 12.400 richtig ordentlich schließen, dann geht es durch bis 11.500. Viele Experten sagen sogar, 10.000 Punkte wären auch drin, aber so weit möchte ich jetzt nicht gehen. 11.500 war schon im Januar mein DAX-Kursziel gewesen." - US-Banken: "Das Problem ist bei den Geschäftsbanken, wie viel aus dem Investment Banking wurde zum Gewinn beigesteuert. Was wirklich wichtig ist: Wie ist die Kreditvergabe? Und die Kreditzinsen sind extrem gestiegen." Parität: "Der US-Dollar ist der sichere Hafen, das bedeutet, Kapital wird von Euro abgezogen und in den Dollar investiert. Wir sehen auch eine Rotation, das Kapital fließt aus den Aktien- und Rohstoffmärkten ab, und so peu à peu in die Anleihen." EZB: "Sinn machen würden 75 Basispunkte, ich glaube 50 könnte die goldene Mitte sein. Christine Lagarde wird wahrscheinlich 25 machen."
Kapitalmarktanalyst Salah Bouhmidi entscheidet sich auf dem Börsentag in München neben dem Baggersee auch für die Börse, weil er die Rotation mitnehmen möchte und ganz genau weiß, wo aktuell die Musik spielt. "Es gibt interessante Aktien und Sektoren, die in einem Bärenmarkt durchaus Potenzial haben", als da wären Konsumgüter und Value-Werte wie BAT, Deutsche Telekom oder Heineken. "Geraucht und getrunken wird immer." Auf keinen Fall Tech-Werte zum Schnäppchenpreis kaufen! Die Marktteilnehmer suchen "sichere" Zufluchtsorte und lassen die Cashquoten für den Fall der Fälle in die Höhe steigen. Dennoch warnt der Kapitalmarktanalyst von IG und bremst die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte: "Der Salah geht eher in einen pessimistischen Blick über."
Themen rund um Krypto- und Bitcoin mit Experte Timo Emden: Rekord-Inflation in USA schickt Bitcoin-Kurs auf Talfahrt. "Bitcoin ist wieder oberhalb der 20.000 USD-Marke. Wir befinden uns aber trotzdem in einem negativen Abwärtstrend." - EZB-Report hält Bitcoin-Mining-Verbot für "wahrscheinlich". - Die Kosten, um einen Bitcoin zu schürfen, sind laut Bloomberg von 24.000 USD Anfang Juni 2021 auf jetzt 13.000 USD gesunken. - Die auf Kryptowährungskredite spezialisierte Bank Celsius Network ist pleite. "Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen noch weitere Bitcoin Unternehmen kollabieren werden. Und diese Unsicherheit könnte dann auch eben zu einem weiteren Kollaps des Bitcoinkurses führen. Aber wir haben es mit einer Branche zu tun, die nicht mehr totzukriegen ist."
Mit dieser Rechenaufgabe kann man keinen Marktanalysten in Verlegenheit bringen. 16.000 - 12.000 ist nun mal 4.000. Und das ist der Verlust beim DAX seit Jahresbeginn. Die nächste Frage ist ungleich schwieriger: Wo ist das Geld hingeflossen. IG Analyst Christian Henke: "Das Geld fließt in die Anleihenmärkte!" Aktienmärkte und Rohstoffmärkte gehen momentan dann eher in die Knie. US-Staatsanleihen sind momentan offensichtlich der sichere Hafen. Nicht Gold. Bodenbildung beim DAX? "Ich bin für die nächsten Monate nicht allzu optimistisch gestimmt!"
From the publisher's feed

2 Listeners