Im Buchfieber: Der Podcast von Literaturlounge.eu

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Im Buchfieber: Der Podcast von Literaturlounge.eu episodes

  • [Podcast] Interview mit Christian v. Ditfurth über das Buch Zwei Sekunden
    Terroranschlag beim Staatsbesuch in Berlin. Nur um zwei Sekunden verpasst die Bombe die deutsche Bundeskanzlerin und den russischen Präsidenten. Die Russen behaupten, dass tschetschenische Terroristen hinter dem Anschlag stecken – doch eine Bekennerbotschaft gibt es nicht. Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und Berliner Polizei tappen im Dunkeln. Öffentlichkeit und Politik fordern Ergebnisse. Der Druck wächst. Widerwillig akzeptiert das BKA, dass Hauptkommissar Eugen de Bodt eigene Ermittlungen anstellt. Vor allem in höheren Polizeikreisen ist de Bodt unbeliebt bis verhasst. Doch will sich niemand nachsagen lassen, nicht alles unternommen zu haben. De Bodt und seine Mitarbeiter suchen verzweifelt eine Spur zu den Tätern. Aber erst, als er alle Gewissheiten in Frage stellt, bekommt de Bodt eine Idee, wer die Drahtzieher sein könnten. Doch um sie zu entlarven, muss er mehr einsetzen, als ihm lieb ist: das eigene Leben.
    Zwei Sekunden, Kommissar de Bodts zweiter Fall, ist ein sehr heutiger Thriller über Terror und Staatsräson.
    Interview Christian v. Ditfurth “Zwei Sekunden”:
    20 min
  • Interview mit The BossHoss

    Boss und Hoss wissen ganz genau, was sie einmal werden wollen, wenn sie groß sind: Cowboys natürlich! Doch auf einem Pferd zu reiten oder das Lasso zu schwingen ist gar nicht so einfach. Aber sind nicht genau das die Dinge, die man können muss, um ein wahrer Cowboy zu sein? Als Boss und Hoss kurz davor sind, ihren Traum zu begraben, gibt ihnen ein alter, weiser Cowboy einen Rat: Wahre Cowboys müssen mit Herzblut bei der Sache sein. Wer im Herzen ein Cowboy ist, der erreicht sein Ziel, egal wie staubig und steinig die Straße ist und welchen Umweg man gehen muss. Schnell ist klar: Bei Boss und Hoss ist dieser Umweg die Musik …

    Interview The BossHoss Teil 1

    https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/TheBossHoss1.mp3

    Interview The BossHoss Teil 2

    https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/TheBossHoss2.mp3

    Interview The BossHoss Teil 3

    https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/TheBossHoss3.mp3

    Interview The BossHoss Teil 4

    https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/TheBossHoss4.mp3

    Interview The BossHoss Teil 5

    https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/TheBossHoss5.mp3

    Interview The BossHoss Teil 6

    https://www.literaturlounge.eu/wp-content/uploads/TheBossHoss6.mp3
    0 min
  • Interview mit Hermann Schulz

    Eine Geschichte für alle Jahreszeiten

    Zum Lachen und zum Weinen schön.

    Eines Tages findet Schwester Salvadora einen kleinen Jungen vor der Türschwelle des Kinderkrankenhauses in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. Er heißt Filemón, ist etwa sechs Jahre alt und sehr krank. Filemón bleibt in der Obhut der Schwester, und Doktor Fernando Silva, Arzt des Hauses, kümmert sich um ihn. Groß sind die Sorgen, die sich beide um den Jungen machen, bis Filemón einen Wunsch vorträgt, der die Herzen aller öffnet. Und ein kleines Wunder bewirkt.

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    Hermann Schulz Interview

    28 min
  • Wonderland – Christina Stein

    Inhalt :

    Sie machen eine Reise ins Paradies. Und landen in der Hölle auf Erden.

    Thailand. Sonne, Palmen, eine Villa direkt am Strand. Der perfekte Urlaub! Doch als Lizzy am Morgen nach einer Strandparty aufwacht, ist sie gefangen. Mitten im Dschungel, mit ihren besten Freunden – und mit Jacob. Jacob, den keiner von ihnen richtig kennt, und der sie auf diese verdammte Strandparty eingeladen hat. Nur wegen ihm sind sie in einem Reality Game gelandet, in dem es nur schwarz oder weiß gibt, verlieren oder gewinnen, opfern oder geopfert werden.

    Wer sind die Player in diesem Spiel? Was haben sie vor? Und welche Rolle spielt eigentlich Jacob? Lizzy hat keine Ahnung. Sie weiß auch nicht, wie lange sie ohne ihre Herzmedikamente überleben kann. Sie weiß nur eines: Die Gruppe muss bis morgen entscheiden, wer von ihnen das nächste Opfer sein wird …

    ›Wonderland‹ ist ein atemlos spannender und beängstigend realistischer Thriller über menschliche Abgründe und das Einzige, was uns davor retten kann: Liebe und Freundschaft.

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    Rezension :

    Der erste Gedanke war bei diesem, Buch Christina Stein sagt mir mal nichts, also lasse ich mich doch schlicht überraschen. Man stelle sich doch einfach mal vor, man ist in einer Luxusvilla, wo alles perfekt ist, dazu noch ein Traumstrand und dies mit Menschen, die man einfach nur gern hat.

    Klingt traumhaft und ist es auch, obwohl dieser Jacob, der die Gruppe eingeladen hat, schon ein wenig komisch ist. Er ist irgendwie so ruhig und in sich gekehrt, wobei ihn Lizzy doch sehr anziehend findet. Ob das wohl am Sixpack liegen mag, oder seinem Geruch oder dem Grübchen am Kinn?

    Lizzy selbst ist herzkrank und hat zudem ein Gespür für Situationen oder Dinge die einfach nicht stimmig sind. Ihr ist z.B. die Villa einfach zu perfekt und es gibt zu wenig Privates. Es ist alles zu steril. Es ist so steril, dass es stinkt und ihr sechster Sinn sich rührt.

    Aber für die anderen ist es das „Wonderland“. Es ist einfach zu schön. Sie schlafen alle ein und wachen dann zu sechst genau im Gegenteil auf. Die Freunde erwachen auf einem Gelände so groß wie ein Sportplatz aber mit einer vier Meter hohen Stacheldrahtumzäunung. In der Mitte sind drei Bunker zum schlafen. Befehle werden über Mikrophon von einer verzerrten Stimme ausgeteilt. Überall sind Kameras und Mikrofone wie bei Big Brother und über dem Eingangstor steht „Ein Opfer macht frei“. Es vermittelt ein Gefühl man sei in Auschwitz gelandet. Es wird gesagt, dass an jedem zweiten Tag einer der Freunde geopfert werden muss.  Wenn sie sich nicht entscheiden, dann werden die anderen eine Wahl treffen – wer auch immer dies ist.

    Die Geschichte wird abwechselnd von Jacob oder Lizzy erzählt, so dass man immer wieder in den Kopf einer anderen Person sehen kann und deren Perspektive annimmt. Es ist gut beschrieben und es hat mich von Anfang an einfach gefesselt. Irgendwie hat mich das Ganze an „Herr der Fliegen“ erinnert. Warum kann ich nicht so genau sagen, aber es war

    0 min
  • Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten – Benno Köpfer, Peter Mathews

    Inhalt :

    Kadir, 16 Jahre: Deutscher, Türke, Hamburger, begnadeter Fußballer, IS-Kämpfer…

    Kadir steht vor dem Hamburger Fußballstadion auf St. Pauli. Die Sporttasche zu seinen Füßen, reckt er die Hand mit dem Handy in die Höhe und ruft: »Allahu Akbar!« Gott ist groß! Wird er sich und Hunderte Unschuldige gleich in die Luft sprengen? Mark, Kadirs bester Freund und Fußballkumpel, erzählt uns, was zuvor geschah. Von Kadirs Radikalisierung durch die »Brüder« vom Kulturverein bis hin zu seinem plötzlichen Verschwinden aus Hamburg. Erst später erfährt auch Mark die ganze Wahrheit. Kadir hielt sich in Syrien auf. Wir erleben ihn an der Seite von IS-Kämpfern. Sehen seinen Alltag in Syrien zwischen Langeweile, Schockzustand und Gewalt. Doch dann kehrt Kadir zurück nach Hamburg – mit der fatalen Entscheidung, doch noch als Märtyrer zu sterben.

    „Ein komplexes Thema fesselnd, leidenschaftlich und mit Gespür für die menschlichen Untiefen der Charaktere erzählt.“

    Ahmad Mansour, Diplompsychologe und Autor von „Generation Allah“

    „Eine eindrückliche Erzählung, die ihre jugendlichen Protagonisten und ihr Thema – die Radikalisierung unter Heranwachsenden – ernst nimmt. Ein spannender, dramatischer Roman, der weder beschönigt noch blind verteufelt, sondern hyperrealistisch erzählt, wohin das führen kann.“

    Yassin Musharbash, Terrorismusexperte und Autor von „Radikal“

    „Ein kenntnisreicher Blick in die Welt der Dschihadisten. Spannend bis zur letzten Zeile.“

    Martin Schäuble, Politikwissenschaftler und Autor von „Black Box Dschihad“

    „Ein berührender – mit Witz geschriebener – aber erschreckend realer Roman über Freundschaft und die vergebliche Suche eines türkischen Jungen nach seinem Platz in der modernen Welt.“

    Necla Kelek, Soziologin und Autorin von „Die verlorenen Söhne“

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    Rezension :

    Also manchmal wünsche ich mir, mich mit jemandem austauschen zu können, wenn ich ein Buch lese. So war es auch diesmal. Ich bin noch ganz erschüttert von diesem Buch. Es beschreibt sehr anschaulich, wie aus dem normalen Türken Kadir langsam ein IS Kämpfer wird. Und auch warum es dazu kommt, obwohl er eigentlich wie es scheint in Deutschland total integriert ist. Also ein relativ funktionierendes Umfeld in Bezug auf Familie, Freunde und Hobbies.

    Die Autoren Köpfer und Mathews beschreiben sehr nachvollziehbar, wie es die Kulturvereine schaffen, neue Leute zu rekrutieren. Mögen es nun Deutsche sein, oder Türken oder sonstige Nationalitäten. Nicht die Nationalität ist ausschlaggebend, sondern der radikalisierte Glaube. Sie schildern, wie die Menschen von Deutschland über die Türkei nach Syrien in den IS – Staat kommen ohne eigentlich beachtet zu werden.

    Es wird am Fall von Kadir erläutert, wie es die Leute vom IS schaffen, dass sich Jugendliche und Erwachsene in die Luft sprengen wollen und warum sie glauben, dass Allah genau das von ihnen erwartet.

    Ein in meinen Augen ganz wichtiger Punkt wird auch thematisiert, nämlich dass es zwei (Haupt-)Strömungen im Islam gibt – also nicht nur die Leute vom IS und die Auslegung der Radikalen, sondern auch tollerante und friedliche Menschen. Die Autoren schaffen es auch zu zeigen, dass es s

    0 min
  • [Interview] mit Emanuel Bergmann (incl. Hör- & Leseprobe)
    Herr Bergman, Ende Februar 2016 erscheint Ihr Debüt-Roman Der Trick, dessen Hauptfigur ein Bühnenzauberer ist. Können Sie selbst zaubern?
    Nein, ich bin ein Tollpatsch. Wenn ich einen Hasen herzaubern würde, würde er mir wahrscheinlich in den Finger beißen und weghoppeln. Als Kind war ich aber von der Zauberkunst sehr fasziniert. Das ging uns wahrscheinlich allen so. Mein Vater hat mir, als ich noch sehr klein war, einen Trick gezeigt, bei dem er scheinbar seinen Daumen von der Hand abgetrennt hat. Davon träume ich heute noch! Ich habe meine Eltern bekniet, mir einen Zauberkasten zu kaufen, und dann mussten meine Verwandten ständig meine miserablen Zauber-Aufführungen ertragen. Als mein Vater mir dann gezeigt hat, wie der Trick mit dem Daumen funktioniert, war das noch faszinierender. Es war keine Entzauberung, sondern die Einsicht, dass es Mechanismen hinter den Mysterien gibt, hinter die man erst kommen muss.
    Ihr Roman hat zwei Erzählstränge: Da ist einerseits die Geschichte von Mosche Goldenhirsch aus Prag, der Ende der dreißiger Jahre in Berlin ein berühmter Zauberer wird unter dem Namen „Der große Zabbatini“. Und andererseits die Geschichte des elfjährigen Max, der im heutigen Los Angeles lebt und dem alt gewordenen Mosche begegnet. Die eine Geschichte spielt in Europa, die andere in den USA. Welche Geschichte stand am Anfang des Romans, womit haben Sie angefangen?
    Ich wollte eine Geschichte schreiben, die beides in sich vereint, weil ich in mir selbst einen Widerspruch verspüre. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, lebe aber seit über zwanzig Jahren in Los Angeles. Auf der einen Seite spielt sich mein Leben also hier ab, in einer amerikanischen Stadt voller Chaos und fremder Kulturen, auf der anderen Seite fühle ich mich immer noch verwurzelt im alten Europa, wo man ständig auf die Relikte, Monumente, Ruinen der Geschichte stößt. Wenn ich in Kalifornien bin, fehlt mir Deutschland immer sehr. Aber wenn ich dann in Deutschland bin, geht mir nach einer Weile alles auf den Keks. Die Deutschen halten es für eine Tugend, schlechtgelaunt zu sein. Ich habe immer das Gefühl, zwischen zwei Stühlen zu sitzen. In dieser Kluft wollte ich die Geschichte ansiedeln.
    Wie entstand die Idee zu diesem Roman?
    Da gab es ganz verschiedene Impulse. Unter anderem habe ich in einem jüdischen Monatsmagazin hier in Los Angeles einen Artikel über die Zauberkünstler im Berlin der dreißiger Jahre gelesen, den ich unglaublich interessant fand. Ich kenne das Milieu der Zauberer in Los Angeles ganz gut und war überrascht, wie ähnlich das damals war, und dachte mir, das wäre ja eine wunderbare Brücke zwischen den beiden Welten: das Milieu der Zauberei, und dazu der Gedanke der Emigration. Außerdem hatte ich damals einige Filme über Zauberkünstler gesehen habe, die ich sehr schlecht fand, klischiert, unglaubwürdig. Die Geschichte, dir mir vorschwebte, gab es einfach nicht, weder als Buch noch als Film. Also musste ich sie selber schreiben.
    Wie kommt es, dass Sie sich in der Zauberszene so gut auskennen?
    Meine Exfrau war einige Zeit die Assistentin eines Bühnenzauberers, dadurch kam ich in das Milieu hinein. Ich habe viele Zauberer kennengelernt, alte und junge. Ich war häufig im Magic Castle, das ist ein Klub, der auch im Roman vorkommt. Da sitzen die Zauberer, erzählen sich Anekdoten aus vergangenen Zeiten oder giften sich an. Ich habe dort mal ein Duell der Magier miterlebt, zwei betrunkene Zauberer haben sich an der Bar gegenseitig angepöbelt. Zabbatini basiert unter anderem auf einem steinalten Varieté-Künstler, den ich mal auf einer Bühne in einem heruntergekommenen Theater in Downtown Los Angeles gesehen habe. Seine Show war ziemlich dämlich, er wurde vom Publikum völlig ignoriert. Und er tat mir leid.
    Und wie kam die zweite Hauptfigur des Romans, der elfjährige Max, ins Spiel?
    Max bin im Grunde ich selbst. So war ich als Kind. Leichtgläubig und stur wie ein Bock. Es hat sich nicht viel geändert. Außerdem gibt e
    0 min
  • [Interview & Hörprobe] Interview mit Benedict Wells
    Herr Wells, es gibt Leserstimmen, die sagen, dass sie dieser Roman zum Weinen gebracht hat. Was sagen Sie dazu?
    Auch wenn ich es vielleicht nicht zugeben sollte: Es freut es mich natürlich. Ich wollte etwas schreiben, was den Leser berühren kann, aber auch etwas, was ihm am Ende Hoffnung gibt. Falls das beim oder anderen geklappt hat, macht mich das sehr glücklich. Für das Ende von Fast genial wollten mir damals viele – ich zitiere – »eine reinhauen« oder mich gleich erwürgen, da finde ich die Reaktionen jetzt natürlich ein bisschen schöner.
    Wie sind Sie auf dieses große und ernste Thema gekommen?
    Das entwickelte sich beim Schreiben. Als ich mit dem Roman begann, war ich noch vierundzwanzig und dachte, ich würde das Thema Tod wie bei den bisherigen Büchern ironisch brechen. Doch je älter ich wurde und je weiter ich in der Geschichte vorankam, desto stärker wurde mir bewusst, dass das nicht mehr gehen würde. Und dass ich es auch nicht mehr wollte. Auch wenn ich keine Waise bin und ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern habe, sind die Themen des Buchs – Veränderung, Einsamkeit und Verlust – meine Themen, nur eben anders erlebt. Mich hat zudem immer fasziniert, wie fragil ein Lebensweg ist, wenn an bestimmten Momenten nur ein paar Rädchen nicht ineinandergreifen. Wie manche Entscheidungen und Ereignisse dafür sorgen können, dass man ein völlig anderer Mensch, wird als man gedacht hat, mit anderen Empfindungen, Träumen und Eigenschaften. Und ob und wie sich diese Entwicklung umkehren lässt.
    Wie lange haben Sie an diesem Roman gearbeitet?
    Am Ende waren es fast sieben Jahre. Die Idee kam mir irgendwann 2008, und so schrieb ich lange abwechselnd an Fast genial und Vom Ende der Einsamkeit, wobei Letzteres deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm. Die Handlung geht über fünfunddreißig Jahre, ich musste eine völlig andere Sprache verwenden als bisher, als Schriftsteller quasi alles neu lernen. Das habe ich aber auch gesucht, ich wollte mich verändern. Anfangs hatte der Roman ca. achthundert Seiten, doch mir war wichtig, dass die Geschichte dicht erzählt ist. Ich kürzte dann nach und nach auf dreihundertfünfzig Seiten und habe dauernd überlegt, wo man am besten die Schnitte setzt. Ich wollte mir diesmal einfach so viel Zeit nehmen wie nötig, und alles tun, was ich konnte.
    Wie kamen Sie auf den Titel Ihres Romans?
    Zum einen glaube ich, dass Einsamkeit etwas ist, was viele umtreibt. Man spricht nicht gern darüber, vielleicht nicht mal vor sich selbst, aber ich glaube, dieses Gefühl wird von vielen empfunden, zumindest in manchen Momenten. Vor Jahren sprach mich schließlich ein Journalist darauf an, dass am Ende meiner bisherigen Romane der Protagonist immer einsam ist. Ich war im ersten Moment völlig baff, das war mir überhaupt nicht bewusst gewesen. Und dann sagte ich zu ihm: »Ja, aber bei dem Buch, an dem ich gerade schreibe, wird es anders sein. Da geht es um das Überwinden von Einsamkeit.« So kam ich auf den Titel.
    Stimmt es, dass Sie dreizehn Jahre in Heimen bzw. staatlichen Internaten verbracht haben? Das ist ja ein ziemlicher Rekord!
    Das wurde mir erst in den letzten Jahren richtig bewusst. Ich hatte ja immer Mitschüler um mich herum, erst später habe ich begriffen, dass die meisten von ihnen nur ein paar Jahre im Heim waren, ich dagegen die ganze Strecke von sechs bis neunzehn. Ich glaube jedoch, so war es einfacher, denn ich kannte ja nichts anderes als das Internat und konnte nichts vermissen. Viel schwieriger ist es zum Beispiel für die Geschwister im Roman, die teils schon Teenager sind, aus ihrem alten Leben herausgerissen werden und Freunde und ihr Zuhause zurücklassen müssen.
    Wie kamen Sie so früh ins Internat? Was bedeutet diese Zeit für Sie, im Guten wie im Schlechten?Ach, es ging eben damals nicht anders. Als ich ein Kind war, wurde ein Elternteil krank, der andere arbeitete selbständig, es gab finanzielle Probleme, da lag ein Heim einfach nahe. Deshalb war ich aber auch nie sauer auf m
    9 min
  • [Interview & Hörprobe] Interview mit Benedict Wells
    Herr Wells, es gibt Leserstimmen, die sagen, dass sie dieser Roman zum Weinen gebracht hat. Was sagen Sie dazu?
    Auch wenn ich es vielleicht nicht zugeben sollte: Es freut es mich natürlich. Ich wollte etwas schreiben, was den Leser berühren kann, aber auch etwas, was ihm am Ende Hoffnung gibt. Falls das beim oder anderen geklappt hat, macht mich das sehr glücklich. Für das Ende von Fast genial wollten mir damals viele – ich zitiere – »eine reinhauen« oder mich gleich erwürgen, da finde ich die Reaktionen jetzt natürlich ein bisschen schöner.
    Wie sind Sie auf dieses große und ernste Thema gekommen?
    Das entwickelte sich beim Schreiben. Als ich mit dem Roman begann, war ich noch vierundzwanzig und dachte, ich würde das Thema Tod wie bei den bisherigen Büchern ironisch brechen. Doch je älter ich wurde und je weiter ich in der Geschichte vorankam, desto stärker wurde mir bewusst, dass das nicht mehr gehen würde. Und dass ich es auch nicht mehr wollte. Auch wenn ich keine Waise bin und ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern habe, sind die Themen des Buchs – Veränderung, Einsamkeit und Verlust – meine Themen, nur eben anders erlebt. Mich hat zudem immer fasziniert, wie fragil ein Lebensweg ist, wenn an bestimmten Momenten nur ein paar Rädchen nicht ineinandergreifen. Wie manche Entscheidungen und Ereignisse dafür sorgen können, dass man ein völlig anderer Mensch, wird als man gedacht hat, mit anderen Empfindungen, Träumen und Eigenschaften. Und ob und wie sich diese Entwicklung umkehren lässt.
    Wie lange haben Sie an diesem Roman gearbeitet?
    Am Ende waren es fast sieben Jahre. Die Idee kam mir irgendwann 2008, und so schrieb ich lange abwechselnd an Fast genial und Vom Ende der Einsamkeit, wobei Letzteres deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm. Die Handlung geht über fünfunddreißig Jahre, ich musste eine völlig andere Sprache verwenden als bisher, als Schriftsteller quasi alles neu lernen. Das habe ich aber auch gesucht, ich wollte mich verändern. Anfangs hatte der Roman ca. achthundert Seiten, doch mir war wichtig, dass die Geschichte dicht erzählt ist. Ich kürzte dann nach und nach auf dreihundertfünfzig Seiten und habe dauernd überlegt, wo man am besten die Schnitte setzt. Ich wollte mir diesmal einfach so viel Zeit nehmen wie nötig, und alles tun, was ich konnte.
    Wie kamen Sie auf den Titel Ihres Romans?
    Zum einen glaube ich, dass Einsamkeit etwas ist, was viele umtreibt. Man spricht nicht gern darüber, vielleicht nicht mal vor sich selbst, aber ich glaube, dieses Gefühl wird von vielen empfunden, zumindest in manchen Momenten. Vor Jahren sprach mich schließlich ein Journalist darauf an, dass am Ende meiner bisherigen Romane der Protagonist immer einsam ist. Ich war im ersten Moment völlig baff, das war mir überhaupt nicht bewusst gewesen. Und dann sagte ich zu ihm: »Ja, aber bei dem Buch, an dem ich gerade schreibe, wird es anders sein. Da geht es um das Überwinden von Einsamkeit.« So kam ich auf den Titel.
    Stimmt es, dass Sie dreizehn Jahre in Heimen bzw. staatlichen Internaten verbracht haben? Das ist ja ein ziemlicher Rekord!
    Das wurde mir erst in den letzten Jahren richtig bewusst. Ich hatte ja immer Mitschüler um mich herum, erst später habe ich begriffen, dass die meisten von ihnen nur ein paar Jahre im Heim waren, ich dagegen die ganze Strecke von sechs bis neunzehn. Ich glaube jedoch, so war es einfacher, denn ich kannte ja nichts anderes als das Internat und konnte nichts vermissen. Viel schwieriger ist es zum Beispiel für die Geschwister im Roman, die teils schon Teenager sind, aus ihrem alten Leben herausgerissen werden und Freunde und ihr Zuhause zurücklassen müssen.
    Wie kamen Sie so früh ins Internat? Was bedeutet diese Zeit für Sie, im Guten wie im Schlechten?Ach, es ging eben damals nicht anders. Als ich ein Kind war, wurde ein Elternteil krank, der andere arbeitete selbständig, es gab finanzielle Probleme, da lag ein Heim einfach nahe. Deshalb war ich aber auch nie sauer auf m
    9 min
  • [Interview & Hörprobe] Interview mit Benedict Wells
    Herr Wells, es gibt Leserstimmen, die sagen, dass sie dieser Roman zum Weinen gebracht hat. Was sagen Sie dazu?
    Auch wenn ich es vielleicht nicht zugeben sollte: Es freut es mich natürlich. Ich wollte etwas schreiben, was den Leser berühren kann, aber auch etwas, was ihm am Ende Hoffnung gibt. Falls das beim oder anderen geklappt hat, macht mich das sehr glücklich. Für das Ende von Fast genial wollten mir damals viele – ich zitiere – »eine reinhauen« oder mich gleich erwürgen, da finde ich die Reaktionen jetzt natürlich ein bisschen schöner.
    Wie sind Sie auf dieses große und ernste Thema gekommen?
    Das entwickelte sich beim Schreiben. Als ich mit dem Roman begann, war ich noch vierundzwanzig und dachte, ich würde das Thema Tod wie bei den bisherigen Büchern ironisch brechen. Doch je älter ich wurde und je weiter ich in der Geschichte vorankam, desto stärker wurde mir bewusst, dass das nicht mehr gehen würde. Und dass ich es auch nicht mehr wollte. Auch wenn ich keine Waise bin und ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinen Eltern habe, sind die Themen des Buchs – Veränderung, Einsamkeit und Verlust – meine Themen, nur eben anders erlebt. Mich hat zudem immer fasziniert, wie fragil ein Lebensweg ist, wenn an bestimmten Momenten nur ein paar Rädchen nicht ineinandergreifen. Wie manche Entscheidungen und Ereignisse dafür sorgen können, dass man ein völlig anderer Mensch, wird als man gedacht hat, mit anderen Empfindungen, Träumen und Eigenschaften. Und ob und wie sich diese Entwicklung umkehren lässt.
    Wie lange haben Sie an diesem Roman gearbeitet?
    Am Ende waren es fast sieben Jahre. Die Idee kam mir irgendwann 2008, und so schrieb ich lange abwechselnd an Fast genial und Vom Ende der Einsamkeit, wobei Letzteres deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm. Die Handlung geht über fünfunddreißig Jahre, ich musste eine völlig andere Sprache verwenden als bisher, als Schriftsteller quasi alles neu lernen. Das habe ich aber auch gesucht, ich wollte mich verändern. Anfangs hatte der Roman ca. achthundert Seiten, doch mir war wichtig, dass die Geschichte dicht erzählt ist. Ich kürzte dann nach und nach auf dreihundertfünfzig Seiten und habe dauernd überlegt, wo man am besten die Schnitte setzt. Ich wollte mir diesmal einfach so viel Zeit nehmen wie nötig, und alles tun, was ich konnte.
    Wie kamen Sie auf den Titel Ihres Romans?
    Zum einen glaube ich, dass Einsamkeit etwas ist, was viele umtreibt. Man spricht nicht gern darüber, vielleicht nicht mal vor sich selbst, aber ich glaube, dieses Gefühl wird von vielen empfunden, zumindest in manchen Momenten. Vor Jahren sprach mich schließlich ein Journalist darauf an, dass am Ende meiner bisherigen Romane der Protagonist immer einsam ist. Ich war im ersten Moment völlig baff, das war mir überhaupt nicht bewusst gewesen. Und dann sagte ich zu ihm: »Ja, aber bei dem Buch, an dem ich gerade schreibe, wird es anders sein. Da geht es um das Überwinden von Einsamkeit.« So kam ich auf den Titel.
    Stimmt es, dass Sie dreizehn Jahre in Heimen bzw. staatlichen Internaten verbracht haben? Das ist ja ein ziemlicher Rekord!
    Das wurde mir erst in den letzten Jahren richtig bewusst. Ich hatte ja immer Mitschüler um mich herum, erst später habe ich begriffen, dass die meisten von ihnen nur ein paar Jahre im Heim waren, ich dagegen die ganze Strecke von sechs bis neunzehn. Ich glaube jedoch, so war es einfacher, denn ich kannte ja nichts anderes als das Internat und konnte nichts vermissen. Viel schwieriger ist es zum Beispiel für die Geschwister im Roman, die teils schon Teenager sind, aus ihrem alten Leben herausgerissen werden und Freunde und ihr Zuhause zurücklassen müssen.
    Wie kamen Sie so früh ins Internat? Was bedeutet diese Zeit für Sie, im Guten wie im Schlechten?Ach, es ging eben damals nicht anders. Als ich ein Kind war, wurde ein Elternteil krank, der andere arbeitete selbständig, es gab finanzielle Probleme, da lag ein Heim einfach nahe. Deshalb war ich aber auch nie sauer auf m
    9 min
  • Der Fall Peggy – INA JUNG, CHRISTOPH LEMMER

    Inhalt :

    Die Geschichte eines Skandals

    Ein Mädchen verschwindet. Ein Mann wird verurteilt. Ein Skandal beginnt.

    Ein Fall, der das ganze Land bewegt: 2001 verschwand die 9-jährige Peggy Knobloch aus dem oberfränkischen Lichtenberg spurlos. Der geistig zurückgebliebene Ulvi Kulac wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Es gab keine Zeugen, keine DNA, keine Blutspuren, keine konkreten Beweise und vor allem – keine Leiche. Ina Jung und Christoph Lemmer, die über viele Jahre den Fall investigativ recherchiert haben, weisen nun nach, dass die Polizei gezielt auf die Verurteilung von Ulvi Kulac hingearbeitet hat – nicht, weil er der Täter war, sondern damit der Fall endlich zu den Akten gelegt werden kann. Kein Justizirrtum, sondern – schlimmer – ein systematisches Fehlurteil auf Betreiben von Politik und Justiz. Doch es gibt Hoffnung: 2014 wird das Verfahren wieder aufgenommen, auch dank der Recherchen des Autorenduos. Ina Jung und Christoph Lemmer erzählen in diesem Buch den Fall Peggy neu und mit bisher unbekannten Fakten – und decken eine beklemmende Wahrheit auf.

    Was seit der Veröffentlichung dieses Buches geschehen ist, erfahren Sie im aktuellen Update „Der Fall Peggy – Die Wiederaufnahme“ – Das eBook ist überall im Online-Buchhandel erhältlich!

     

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    Rezension :

    Manchmal bin ich geschockt, was ich nicht so richtig mitbekomme und manchmal ist es einfach so, dass ein Buch einem doch noch mal alles ins Gedächtnis ruft.

    Mittlerweile ist Ulvi Kulac ja Gott sei dank aus der Haft entlassen und er hat einen Freispruch ersten Ranges erhalten! Aber wie das alles kam und was für ein Kampf das war, dass habe ich nicht wirklich mitbekommen. Teilweise, weil mich andere Dinge mehr interessiert haben und teilweise, weil mir das Thema irgendwann doch zu viel wurde.

    Jetzt aber habe ich das Buch „Der Fall Peggy“ gelesen und ich war geschockt, wie eigentlich die Polizei und die Staatsanwaltschaft und sogar die Richter in diesem Fall gearbeitet haben. Es war wohl so, dass der öffentliche Druck in diesem Fall so stark war, dass sie die Politik als Legislative sowie die Exekutive beeinflusste. Man hat unbedingt einen Täter präsentieren wollen und da kam der geistig zurückgebliebene Ulvi Kulac scheinbar gerade recht.

    Alles wurde so gestellt wie es gerade passte. Das Geständnis, welches Ulvi Kulac mehr oder weniger unter Druck untergeschoben wurde, wurde mit wirklich dubiosen Mitteln erzielt. Es wurden Zeugen nicht in die Verhandlung gelassen oder Zeugenaussagen einfach nicht zu den Akten hinzugefügt, um nur ein paar „Kleinigkeiten“ zu nennen.

    Alles in allem hat man das Gefühl, dass man auf Teufel komm raus, einen Täter präsentieren wollte, weil man dachte, so kann man das Volk schneller ruhig stellen. Aber irgendwie war es dann doch anders. Das Volk, also wir, war nicht ruhig, sondern hat nicht geglaubt, dass Ulvi Kulac der Täter  ist. Auch wenn Ulvi auf Grund seiner Behinderung auch kein Unschuldslamm ist, aber er ist nun mal nicht der Mörder von Peggy, auch wenn da

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