„Yoko Tawada beschreibt die Welt so, wie sie aussähe, könnte man gleichzeitig träumen und hellwach sein“, hat eine Rezensentin über die japanisch-deutsche Schriftstellerin gesagt. Alles scheint in Tawadas Büchern möglich: Da wird eine Liebesgeschichte aus der Perspektive von Gegenständen erzählt; eine Frau verwandelt sich in ein Schuppentier und reist durch Traumsequenzen; oder drei Eisbären erzählen ihre Geschichte von Emigration und Wanderschaft, einer davon der Berliner Zoobär Knut. Mit Humor, genauem Blick, leichtfüßig kommen Tawadas Erzählungen, Romane, Gedichte, Hörspiele und Theaterstücke daher, und behandeln doch gewichtige Themen wie Fremdheit, Identität, Sprache oder die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Yoko Tawada, geboren 1960 in Tokyo, reiste in jungen Jahren nach Europa – und blieb. Erst in Hamburg, dann in Berlin, wo sie bis jetzt lebt und arbeitet. Dort hat Judith Brandner, selbst Japanologin und Japankennerin, sie zum Gespräch getroffen. (WH von 19.12.2025)